Wahrer und falscher Glaube

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

Als er aber in das Haus gekommen war,
traten die Blinden zu ihm; und Jesus sprach zu ihnen:

“Glaubt ihr, dass Ich euch heilen kann?”

Sie sagten zu ihm: “Ja, Herr.”
Dann rührte er ihre Augen an und sprach:

“Euch geschehe nach eurem Glauben!”

Jeder Mensch hat seinen ganz persönlichen Glauben. Keinen Glauben gibt es nicht, denn selbst ein Ungläubiger glaubt, dass es keinen Gott gibt. In den folgenden Texten geht es jedoch um spirituelle und religiöse Gläubigkeit. Darin gestaltet jeder seinen ganz individuellen geistigen Pfad. Ob dieser an ein Ziel führt, hängt zumeist von der Absicht des Gläubigen ab. Will er wirklich in die göttliche Wahrheit eintreten? Soll Religion nur ein Hobby sein? Glaubt man aus Tradition und Gewohnheit? Dienen Spiritualität und Religion der seelischen Selbstbefriedigung? – und werden somit zum Selbstbetrug. Oder benützt man Gott, um sich irdisch zu bereichern?

Im Verlauf der Menschheitsgeschichte sind allerlei Arten und Abarten von Religiosität entstanden: Es gibt den toten Glauben in der Anbetung des göttlichen Namens.

Es gibt den eitlen Glauben auf den Tummelplätzen spiritueller Eigenliebe und Selbstdarstellung. Es gibt den schwärmerischen Glauben, der sich fern jeder Tiefe und Wahrhaftigkeit mit Gesängen und Glückseligkeitstänzen beweihräuchert. Es gibt die Charismatiker, die mit spektakulärem Händeauflegen und seltsamem Zungenreden einen Gott der Sensationen beschwören. Es gibt ausdrucksstarke Fernsehprediger, die ihre Zuseher und Zuhörer vor allem mit großen Worten und Gesten beeindrucken. Es gibt diverses fanatisches Sektierertum, das eine Erlösung nur für sich beansprucht und alle Andersgläubigen in der Hölle verdammt weiß. Es gibt das Asketentum, dessen Anhänger ihr Heil in der Welt- und Menschenflucht suchen. Und so gibt es im Aberglaubens-Dschungel noch allerlei dubiose Vereinigungen, deren Mitglieder und Anhänger nach spirituell-religiöser Befriedigung ihrer irdischen Persönlichkeit streben und nicht nach Verwirklichung ihrer göttlichen Identität.

In all diesen Gruppierungen gibt es Gotteskinder, die der Vater noch auf den rechten Pfad führen wird. In der Einsicht in ihre Verirrung oder Anmaßung beginnt für sie dann erst der wahre Glaube.


Ein Mensch ist geistig tot, wenn sein Glaube nicht der Wahrheit entspricht, oder nicht durch die persönliche Herzensliebe zu Gott und den daraus hervorgehenden Taten lebendig gemacht wird.

Viele Religionsgemeinschaften ernähren sich von vergifteter Nahrung. Diese ist entstanden durch Verfälschung von Gottes Wort, durch Angleichung geistiger Botschaften an die Glaubensvorstellungen des Verstandes, vor allem aber durch die Hoheitsansprüche selbstgerechter Religionsführer.

Die geistigen Pflanzen, die in der vertrockneten und vergifteten Erde solch religiöser Verblendung gedeihen, spenden der Seele ungenießbare und verdorbene Früchte. So werden selbst aufrichtige Gottsucher in die Irre geführt und wundern sich, dass ihnen der himmlische Vater fern bleibt und sein Leben sich nicht in ihnen verwirklicht.

Erst wenn man sich von falschen religiösen Ansichten und Vorstellungen löst, Gott offenherzig um Führung bittet und sich dieser vertrauensvoll anheimgibt, betritt man das erlösende Glaubensfeld. In den darin und daraus sich entfaltenden Werken der Nächstenliebe manifestiert sich göttliches Leben. Allein solch wahrhaftige Hingabe eröffnet dem Vater eine Wohnstatt im Herzen seines Kindes. Nur dann erfüllt sich darin sein Wort und schenkt Speise und Trank aus den Himmeln.


Die Mitglieder mancher Glaubensvereine kennen die Bibel in und auswendig und bekennen sich ernsthaft zum Wort Gottes. Sie glauben fest an die biblischen Begebenheiten, sie glauben an Himmel und Hölle, sie anerkennen Jesu Wundertaten und seine Auferstehung. Allerdings kleben sie fest am Buchstaben, denn die Sprache des Geistes ist ihnen fremd. Ihr ursprünglich gutes Wollen ist in den Worthülsen erstarrt und gebiert die absurdesten Ansichten und einen selbstgerechten Fanatismus, die eine kindliche Liebe zum Vater unmöglich machen. In ihrer Verblendung verurteilen sie jeden, der sich nicht zu ihrer Glaubensauffassung bekennt. Sie machen Gott zu einem unbarmherzigen und grausamen Richter, der alle mutmaßlichen Sünder in die Hölle verbannt, in der sie auf ewig verbleiben müssen. Dadurch wurden diese vermeintlichen Gottesdiener selbst Gefangene ihrer eigenen satanischen Gesetzgebung.

Auch werden ganz natürliche Vorgänge im Leben eines wahren Christen mit erhobenem Zeigefinger als Teufelswerk angeprangert. Jeder Kontakt mit verstorbenen Seelen wird aufs Schärfste verurteilt und mit blindem Spiritismus in einen Topf geworfen. Dabei ist im lebendigen Glauben die Öffnung zur geistigen Welt eine Selbstverständlichkeit.

Wahrsagen wird allein den Propheten des Alten Testaments sowie den Aposteln und Evangelisten des Neuen Testaments zugesprochen. Doch gerade für die Jetztzeit hat Jesus Christus Propheten und Verkünder zur Erde gesandt, um die Menschheit zu warnen und wachzurütteln.

Die Bibel wird als alleinig wahr geltend gemacht und jedes andere Wort Gottes als Werk dämonischer Mächte angeprangert. Aber warum sollte sich der Vater seinen Kindern nicht unmittelbar, sondern nur über Mittelsmänner mitteilen? Und das nur in der Vergangenheit? Was wäre das schon irdisch genommen für ein grausamer Vater, der nicht persönlich zu seinen Kindern spricht – und ab einer gewissen Zeit überhaupt nicht mehr?! Das ist ja des Vaters größte Freude, sich mit seinen Kindern von Herz zu Herz zu unterhalten und sie einzuführen in seine Schöpfungs- und Liebegeheimnisse!

Diese selbsterwählten `Christen´ haben sich mit ihrem Vergangenheitsglauben ihre Gräber schon geschaufelt. Sie dürfen sich nicht wundern, wenn Gott einmal zu ihnen sagen muss: “Ich habe euch noch nie erkannt; weichet von mir, ihr Übeltäter! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt Mir nicht zu trinken gegeben.”

Was ist aber des Vaters Hunger und Durst? Sie sind seine Sehnsucht nach der Liebe-Gemeinschaft mit seinen Kindern, aber auch das Verlangen nach Nächstenliebe unter ihnen. Viele `Gläubige´ haben Gott noch nie in Wahrheit erkannt, geschweige denn geliebt, weshalb sie keinen Weg in sein Herz und daraus in die Herzen ihrer Geschwister finden konnten.

Insgesamt kann man sagen, dass der Pfad lebendigen Glaubens nicht nur ein schmaler in der inneren Abkehr von der gefallenen Welt ist, er stellt auch eine gefährliche Gratwanderung dar in den Extremen fanatischer Religiosität – vor allem hier haben Hochmut, Machtgier und Selbstgerechtigkeit zu menschenunwürdigen Zuständen und grausamen Diktaturen geführt -, dem Leben in der Geisterwelt, das nur in der dienenden Liebe göttliche Gestalt annimmt, und der eigennützigen Welt- und Menschenflucht, die Mitleid und Verständnis in ihrer theoretisch-religiösen Egozentrik nicht zulässt.

Unverfänglich kann dieser Pfad nur an der Hand unseres himmlischen Vaters beschritten werden, voller Vertrauen in seine Führung und seine uneingeschränkte Liebe.


Wahrer Glaube

Viele `Gläubige´ sagen, sie glauben an einen Gott – aber ihr ganzer Glaube besteht darin, dass sie ihn verbal kundtun. Sie glauben, dass es irgendwo vielleicht oder wahrscheinlich oder sogar mit ziemlicher Sicherheit einen Gott gibt, der aber unnahbar und unerreichbar ist – möglicherweise nach dem Tod. Sie glauben auch, dass nur besonders auserlesene und begnadete Personen wie der Papst, oder (von ihm ernannte) Heilige Gott nahe kommen und mit ihm in Gemeinschaft leben können. Obwohl doch jeder Mensch in inniger Verbundenheit mit Gott leben kann, darf und soll! Diese Gläubigen schlafen tief und fest, in den kirchlichen Zeremonien finden sie allezeit das passende Schlafmittel für ihre theoretische und zweifelhafte Religiosität.

Jesus sagt: “Wenn ihr glaubet, könnt ihr Berge versetzen, könnt ihr noch größere Dinge tun als Ich getan habe.”

Glauben heißt leben in Gott, eine Liebesbeziehung mit seinem Schöpfer und Vater in Jesus Christus einzugehen und dadurch seiner Göttlichkeit teilhaftig zu werden. Im lebendigen Glauben geht der menschlich-blinde Wille ein in den göttlichen Willen, welcher Grundlage und elementare Substanz ist sowohl der materiellen als auch geistigen Schöpfung. Dieser Glaube kann Wunder wirken, denn darin ist der Mensch eins geworden mit der Basiskraft allen Lebens, die schafft und erhält.

Das ist wahrhaftiger Glaube, dessen Verwirklichung Wunsch und Ziel unseres himmlischen Vaters ist: Seine Kinder sollen mit ihm und durch ihn das All regieren, sollen frei in seiner Liebe handeln können, denn er gab und gibt ihnen alles, was er selbst hat und ist. Dies ist seine Freude, dies ist sein Wille, dies ist seine Seligkeit ewiglich.


Je weiter man auf dem Wahrheitsweg voran schreitet, umso klarer erkennt man, warum es so wenig wahrhaftige Christen im Verlauf der Zeiten gab und heutzutage gibt. Der ernsthafte Glaube erfordert Entschlossenheit und Mut. Das Loslassen der Scheinrealität sowie die mit hingebungsvollem Herzen erkämpfte und gelebte Liebe in den Herausforderungen des Alltags erfolgt nicht so nebenbei und ist in keinster Weise ein Selbstläufer.

Ein weiser Mann hat zu seinem Schüler gesagt: “Um das göttliche Leben zu erreichen, musst du mit der Kraft darum ringen, mit der du um Atem beim Ertrinken kämpfen würdest!”

Gibt es in den christlichen Kirchen und Gemeinschaften solche Menschen? Wer liebt Gott wirklich über alles und daraus seinen Nächsten wie sich selbst? Wer ringt und kämpft mit all seiner Kraft um Gottesgegenwart? Wer ist entschlossen, weiter zu gehen, als sein Glaube zu sehen vermag? Wer empfängt alle seine Tage und Nächte aus der Hand unseres himmlischen Vaters? Wer ist bereit, für Jesus Christus sein Leben zu geben? Und wer wird in seinem Eifer nicht zum allesbekehrenden und -bestimmenden Fanatiker, sondern lebt seinen Glauben in Liebe und Geduld, ausführend allezeit den erkannten göttlichen Willen?

Es gibt wohl Religionen wie Hinduismus und Islam, darin Familie, Kultur und Gesellschaft grundlegend glaubensgeprägt sind und deren Angehörige sich in Leben und Tod ihrem Gott verschrieben haben. In Händen wahnsinniger Gläubiger wurden die prophetischen Worte der Religionsgründer jedoch zu satanischen Machtinstrumenten, welche die Herzen ihrer Anhänger blendeten. Im Buddhismus lebt man ebenfalls einen intensiven Glauben, der bis auf wenige Ausnahmen nicht fanatisiert ist. Hier sieht man, dass die Willenskraft der Seele bis zu einem gewissen Grad ausreicht, um durch Einkehr in geistige Bereiche Liebe und Frieden zu offenbaren. Doch ein glückseliges Leben an der Hand unseres himmlischen Vaters findet man hier nicht, da der Buddhismus eine Religion der Selbsterlösung ist. In ihr gibt es keinen Gott.

(Anmerkung: Jenen, die es mit Rücksicht auf Andersgläubige ungerecht, ja anmaßend finden, dass gerade der Gott der Christen der einzig wahre sein soll und aus diesem Grund alle Religionen geichstellen, sei gesagt: Es gibt nur die von der geistig verirrten Menschheit verursachten Inkarnations-Möglichkeiten, daher nicht jede Seele Christ sein kann. Ein liebevoller Mensch, der aufgrund seiner kulturellen oder religiösen Zugehörigkeit keinen Zugang zu Jesus Christus findet, begegnet ihm sicher bald im Jenseits. Wie in allen Belangen des Lebens kann man dem Vater auch hier getrost vertrauen. Er kümmert sich um jedes seiner Kinder, als wäre es sein einziges in der Unendlichkeit.

Als Christ hast du die Möglichkeit, deinem himmlischen Vater hier und jetzt in deinem Herzen zu begegnen – tu es, denn das war und ist dein Vorhaben für dieses Erdenleben. Und das ist es seit deinem Anbeginn, als du tratest aus Gottes unermesslicher Fülle und wurdest eine selbstbewusste und selbstbestimmte Wesenheit, um ihn zu lieben mit deinem ganzen Sein und mit ihm und in ihm zu leben in Ewigkeit.)


Jesus Christus ist alleiniger Gott und außer ihm gibt es keinen. Doch er sieht nur auf die Liebe und nicht auf die Glaubenszugehörigkeit. Ist ein Mensch Buddhist, Hindu, Moslem, Jude oder einem anderen Glauben angehörig, kommt es allein auf den Zustand seines Herzens an, ob der Vater ihn anrühren und heimführen kann oder nicht. So steht ein jeder mit Liebe erfüllte Mensch, gleich welcher Religion, Kultur oder Weltanschauung, vorerst unbewusst in der Nachfolge Jesu. Hier ist christliche Toleranz gegenüber Andersgläubigen am rechten Platz, jedoch im Sinne von Achtung des Glaubensstandes des Nächsten in der Freiheit seines Willens, und nicht in der Anerkennung, geschweige im Gutheißen seiner irrtümlichen Gotteserkenntnis.

Wege zu Gott gibt es viele, Wege mit Gott jedoch nur einen. Verständnisvoll führt er jeden Menschen nach dessen anerzogenem Glauben oder Unglauben, diesseits oder jenseits ist dabei nicht von Belang. Oft braucht es lange Zeiträume, bis Jesus Christus sich seinem Kind als einzig wahrer Gott offenbaren kann, was bisweilen erst vor den Toren des Himmels geschieht. Im Bewusstsein, dass sein Gott und Schöpfer leibhaftig vor ihm steht, fällt augenblicklich jeglicher verbliebene Irrtum von ihm ab. Die Freude in der dann erfolgenden Umarmung kennt keine Grenzen. Hier ist des Gotteskindes endgültige Heimat, hier findet es wahrhaftige Erfüllung und Glückseligkeit.


Spirituelle Erleuchtung und geistige Wiedergeburt

Viele Erleuchtete sagen, es gebe keinen Weg. Man ist immer zeitlos gegenwärtig und war nie getrennt vom `höheren Selbst´ – und darin und daraus von allem Leben. Yogis, Gurus und sogenannte spirituelle Meister lehren das notwendige Loslassen des illusorischen Ichs mit dem Eintauchen in die Leere und Stille, darin das kosmische Bewusstsein sich entfaltet, auf dass dem Menschen die Fülle allen Seins zuteil wird. Doch dies Geschenk des Erwachens mit der Einsicht in die Zeitlosigkeit der Seele ist äußerst selten und kann nicht bewirkt werden. Wenn, dann geschieht das radikale Loslassen des irdisch geprägten Verstandes unter den seltsamsten Lebensumständen, meistens erfolgt dieser Durchbruch aufgrund außergewöhnlichen Leidensdrucks. Dafür gibt es aber kein Rezept und keine Übung.

Erlebt ein Mensch eine solche Freiwerdung, liegt dieser zumeist eine vorgeburtliche Zubereitung zugrunde. Fast immer handelt es sich um Wesenheiten aus den lichten Welten, die hier ihre freie Gotteskindschaft bewerkstelligen. In den östlichen Religionen werden sie mitunter zu hochgeachteten spirituellen Lehrern. Die geistige Speise, die sie den nach Liebe und Licht hungernden Gläubigen reichen, ist jedoch meistens geprägt von der jeweiligen Kultur und religiösen Grundgesinnung – oder beinhaltet aufgrund des universellen kosmischen Gewahrseins keinen direkten Gottesbezug. Einen Vatergott kennen sie noch nicht und können ihn daher nicht vermitteln.

Bei genauer Betrachtung stellen sich die Einsichten so mancher spiritueller Lehrer aus dem Osten jedoch sehr überliefert dar. In des Vaters Licht ist ersichtlich, dass hier eine zum Teil selbstgefällige und widersprüchliche Erleuchtungsphilosophie entstanden ist, die inzwischen auch in der westlichen Welt Fuß gefasst hat. Denn viele ins Christentum Geborene haben ihr Seelenheil in fernöstlichen Lehren gesucht, was angesichts des von den Kirchen vermittelten institutionellen Glaubens verständlich ist. Der ernsthafte Sinn- und Gottsucher will mehr als heruntergeleierte Worte in lästigen Zeremonien und die Aussicht auf ein katholisches, orthodoxes oder protestantisches Jenseits nach dem Ableben.

Doch niemand wird zufällig als Christ geboren. Durch Übertritt zum Hinduismus, Buddhismus, Islam, Judentum oder Hinwendung zu alternativen spirituellen (Glaubens-)Lehren lebt man an seinen geistigen Möglichkeiten vorbei. Allein Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und den findet man am besten ohne eine religiös-institutionelle Hierarchie, denn er wohnt geistwahrhaftig im Herzen jedes Menschen.


Die Vermittlung der Möglichkeit (spontaner) Erleuchtung mittels Meditationstechniken birgt für den spirituellen Sucher eine große Gefahr, da er die Hoffnung hat, innerhalb kürzester Zeit umfassende Freiheit zu erlangen und nicht den Weg der tätigen Gottes- und Nächstenliebe gehen zu müssen. Oder man macht sich in seiner geistigen Bequemlichkeit gleich die Aussage zu eigen, dass im Grunde ohnehin alles göttlich ist, da Gott ja alles in allem ist, es also genau genommen keine Unvollkommenheit gibt, deswegen man immer in Gott ist und daher eigentlich nichts falsch machen kann (außer die anderen natürlich).

Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie Wahrheit, in falsche Zusammenhänge gestellt oder in einer unrechtmäßigen Entwicklungsstufe angewendet, satanischen Interessen dient. Derartige Erleuchtungsperspektiven wären durchaus zeitgemäß, aber Gott folgt nicht dem Trend des Zeitgeistes. Um die Menschheit zurück zur Vollkommenheit zu führen, hat Jesus Christus nicht umsonst einen für alle Menschen gangbaren Pfad bereitgestellt. Auf diesem erfolgen Entwicklung und Erkenntnis Schritt für Schritt und Stufe um Stufe.

So sind viele Wahrheitssucher gefangen in der Erwartung plötzlichen Erwachens, doch warten sie vergeblich darauf. Oder man bindet sich an die verstandesträchtige Vorstellung einer anhaltenden Erleuchtung aufgrund eines zeitweiligen geistigen Hochgefühls, das so manchem im Nachhall ein morsches Fundament für einen lebenslangen Selbstbetrug bietet.

Von den zig Millionen Zuhörern und Anhängern verschiedenster spiritueller Lehren wurden und werden so gut wie keine wirklichen Befreiungen genannt. Oft sonnen sich die Schüler in den lichten Bewusstseinsfeldern ihrer Meister, die in ihren Außenlebenssphären gemäß ihrer Liebefähigkeit einen graduellen Glückseligkeitszustand verbreiten. In diesem Fall kommt es nicht selten zum Personenkult und der Lehrer steht im Mittelpunkt – und nicht Gott. Dann geschieht es leider manchmal, dass der Meister in Hochmut und Selbstliebe aus seiner geistigen Verantwortung fällt und seine Anhänger für eigene Interessen benutzt. Solche Zustände findet man in allerlei religiösen Einrichtungen und Gemeinschaften.

Aber auch so mancher seinem erwachten Bewusstsein treu bleibender Lehrer steckt fest im Vorgang der geistigen Transformation. In der Einstrahlung des göttlichen Lichts erkennt er sich in der Einheit allen Seins. In der Praxis bedeutet das: Die Seele hat die Scheidewand, die sie vom universellen Geist trennt, durchschaut oder gar durchdrungen. Somit wird das Verstandes-Ich transzendiert und erleuchtet. Der Mensch wird gewahr, dass er nur in der Einbildung beziehungsweise geistigen Blindheit als von allem Dasein getrenntes Bewusstsein existiert – und findet so zu einer, allerdings oft kulturgeprägten Einsicht in die seelische Einheit allen Seins. Eine Anleitung für den im Weltenverstand gefangenen Schüler, auf dass dieser ebenfalls Befreiung erfährt, kann nur schwer vermittelt werden, da für den Erleuchteten kein egozentrisches Ich da ist, das eine Belehrung befolgen kann. Der Zuhörer kann die ihm nahegelegten Zustände nur theoretisch erfassen und hat so keine Möglichkeit, ebenfalls Erwachen zu erfahren.

Das universelle Bewusstsein erleuchteter Meister ist aber erst ein anfänglicher Schritt auf dem göttlichen Pfad. Der Kontakt mit dem kosmischen Geist ist der Beginn lebendiger Gotteserfahrung, man ist längst noch nicht angekommen, von wo man ausgegangen ist. Erst in der Hingabe an unseren himmlischen Vater kann wahrhaftiges Erwachen auf dem Fundament gottpersonaler Liebe stattfinden. Hier wird das Kind in der Tat vergöttlicht. Hier lebt es in Gemeinschaft mit dem schaubar gewordenen Gott Jesus Christus, aus dessen Herz die Strahlen der Liebe die Unendlichkeit beleben und erfüllen.


Die vorangegangenen Texte wollen den Wert konfessioneller und überkonfessioneller Glaubensgemeinschaften in keinster Weise herabsetzen. Überall auf der Welt gibt es kleine Inseln der Liebe, wo man wahre Lebensfreude und Frieden finden kann, wo mit offenem Herzen selbstlose Nächstenliebe praktiziert wird. Diese Menschen leben zum Teil bereits jetzt so, wie die Weltbevölkerung nach der Erneuerung der Erde zusammenleben wird.

Auch sollen hier die ursprüngliche hinduistische, buddhistische und islamistische Weisheit und Liebe nicht geschmälert werden, die ein notwendiges Licht in den in Aberglaube und Fanatismus gefallenen Kulturkreisen darstellen. Erleuchtete Seelen wie Paramahansa Yogananda, Sri Aurobindo, Krishnamurti, Rumi oder der noch im Körper weilende Thich Nhat Hanh gaben und geben lebendiges Zeugnis von Liebe und Weisheit. Ramana Maharshi, der in der jenseitigen Welt zu Jesus Christus gefunden hat, ist geistwirkender Apostel dieser Zeit. Er kümmert sich fürsorglich um erwachende Endzeitjünger und spendet ihnen Licht und Liebe aus dem Herzen Jesu. Er begleitet mich seit meinem Erwachen.

Eine besondere Stellung nimmt Sadhu Sundar Singh ein, der, geboren und aufgewachsen in einer streng hinduistischen Familie, zum Christentum konvertierte und bereits auf Erden ein wahrer Apostel Jesu Christi wurde.


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