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GEJ 1.47

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 47 von 161

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GEJ 1.47.1

Inzwischen kamen wir beim Haus von Irhael und Joram an. Dort war bereits alles auf dieselbe Weise wie am Tag zuvor für das Abendmahl vorbereitet, nur sehr viel reichlicher. Im Vorraum des Hauses wollten sich die vielen Einwohner Sichars, die auf dem Berg gewesen waren, verabschieden. Doch sofort traten zahlreiche weiss gekleidete Jünglinge unter sie und drängten sie alle, am Abendmahl teilzunehmen.

GEJ 1.47.2

Der Oberpriester war über die grosse Menge der herrlichsten Jünglinge und besonders über ihre grosse Leutseligkeit, Freundlichkeit und Menschlichkeit ganz erstaunt. Er trat sofort zu Mir und fragte voller Demut: «Herr, ich bitte Dich, wer sind diese herrlichen Jünglinge? Keiner von ihnen kann älter als sechzehn Jahre sein, und doch zeigen sie mit jedem Wort und jeder Bewegung, dass sie ausserordentlich gebildet sind. Sag mir bitte, woher sie gekommen sind und welcher Schule sie angehören. Wie schön gestaltet und gut genährt sie sind! Wie ausserordentlich angenehm und wohltuend ihre Stimme im Herzen klingt! Herr, sag mir, wer diese Jünglinge sind und woher sie kommen.»

GEJ 1.47.3

Ich sagte: «Hast du nie gehört, wie es schon seit alter Zeit heisst: Jeder Herr hat seine Diener und Knechte? Du nennst Mich nun Herr, und daher ist es angemessen, dass auch Ich Meine Diener und Knechte habe. Dass sie sehr gebildet sind, zeigt, dass ihr Herr wohl ein sehr weiser und liebevoller Herr sein muss. Die Herren der Welt sind harte und lieblose Menschen, und so sind auch ihre Diener. Der Herr aber, der Herr im Himmel ist und nun zur Erde in die harte Welt der Menschen kam, hat Seine Diener von dort, woher Er gekommen ist. Die Diener gleichen Ihm, denn sie sind nicht nur Seine Diener, sondern auch Kinder Seiner Weisheit und Liebe. Hast du Mich verstanden?»

GEJ 1.47.4

Der Oberpriester sagte: «Ja, Herr, soweit man Deine höchst denkwürdige Bildrede überhaupt verstehen kann. Freilich gäbe es noch vieles zu fragen, um in dieser Sache ganz ins Klare zu kommen. Aber ich lasse es vorläufig dabei und hoffe, dass sich heute noch reichlich Gelegenheit dazu finden wird.»

GEJ 1.47.5

Ich sagte: «O ja, gewiss! Gehen wir nun aber zum Abendmahl, denn alles ist bereit.»

GEJ 1.47.6

Das ganze gläubige Volk ging zum Mahl; nur ein noch ungläubiger Teil ging nach Hause, weil er alles für ein Fangnetz hielt. Der Grund dafür war, dass es überwiegend ausgewanderte Galiläer waren, darunter viele aus Nazareth. Sie kannten Mich und auch Meine Jünger, die sie oft auf dem Fischmarkt gesehen hatten. Zu den eigentlichen Samaritern sagten sie: «Wir kennen ihn und seine Jünger. Er ist von Beruf Zimmermann, und seine Jünger sind Fischer. Er war bei den Essäern in der Schule, die in allerlei Künsten, in der Heilkunde und in seltener Zauberei bewandert sind. Das hat er dort gelernt und übt nun seine gut erlernte Kunst aus, um den Essäern eine grosse Gefolgschaft und viel Einkommen zu verschaffen. Diese Jünglinge aber sind verkleidete, gut erzogene Mädchen, die dieselben Essäer vom Kaukasus her gekauft haben; sie dürften die grösste Anziehungskraft ausüben. Wir lassen uns jedoch nicht so leicht täuschen, denn wir wissen, dass mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs durchaus nicht zu scherzen ist. Für die Essäer, die vielleicht meinen, ihre Vorfahren hätten die Welt erschaffen, ist es leicht, mit Dem einen Scherz zu treiben, der für sie nicht existiert. Solange wir an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glauben, brauchen wir solche essäischen Blendwerke nicht. Sollten wir diesen Glauben jemals verlieren, werden uns die Essäer und ihre listigen Boten gewiss keinen Ersatz bieten können, sondern uns am Ende zu lauter Sadduzäern machen, die weder an die Auferstehung noch an ein ewiges Leben glauben. Davor möge uns Jehova bewahren!» Mit solchen Äusserungen kehrten sie nach Hause zurück.

GEJ 1.47.7

Ich und ein grosser Teil der Menschen, die überwiegend Samariter waren, setzten uns zum Mahl. Nach getaner Arbeit liessen wir es uns gut gehen und uns von den Engeln bedienen. Denn auch dort arbeitete Ich in einer Wüste, und es heisst: «Als Satan gezwungen war zu weichen, traten Engel zu Ihm und dienten Ihm.»

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