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GEJ 1.48

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 48 von 161

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Nur wenige von denen, die am Tisch sassen, wussten, dass Engel ihnen Speise aus den Himmeln servierten. Sie meinten, Ich hätte tatsächlich eine solche Dienerschaft in Meinem Gefolge und sie für Geld in Kleinasien gekauft. Sie verstanden nur ihre grosse Lebhaftigkeit, Freundlichkeit und feine Bildung nicht. Denn Leibeigene dieser Art machten gewöhnlich mürrische Gesichter, verrichteten ihre Dienste rein sklavisch wie Maschinen, und von Bildung oder Menschlichkeit konnte keine Rede sein. Kurz, die Gäste vergnügten sich sehr. Der Oberpriester aber erkannte immer deutlicher, dass diese vielen Diener überirdische Wesen waren, und begann deshalb, wie man sagt, immer mehr auf Dornen zu sitzen. Es störte ihn, dass das Volk sich mit diesen herrlichen Dienern unterhielt; obwohl es sich anständig verhielt, war es nach seiner Meinung doch zu ungezwungen.

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Am meisten beunruhigte ihn jedoch der Teil der Menschen, der trotz aller Zeichen aus den weit geöffneten Himmeln ungläubig nach Hause gegangen war. Beklommenen Herzens sagte er: «Mein Herr und mein Gott! Was könnte solche Menschen noch zum Glauben bewegen, wenn solche Zeichen ohne Wirkung bleiben? Du selbst, o Herr, und die vielen Engel aus den offenen Himmeln konntet diese Brut nicht bekehren. Was soll nun ich armer Tropf mit ihnen anfangen? Werden sie mir nicht ins Gesicht spucken, wenn ich es wage, sie über Dich zu belehren?»

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Ich sagte: «Du hast doch eine grosse Menge Gläubiger um dich. Mach sie zu deinen Helfern, dann wird dir die Mühe leichter werden. Denn wenn ein Mensch eine grosse Last heben soll, aber nicht genügend Kraft dazu hat, nimmt er sich einen Helfer. Reicht einer noch nicht aus, nimmt er einen zweiten und dritten hinzu und wird so Herr über die Last. Wo sich eine ebenso grosse Zahl Gläubiger findet, hier sogar leicht eine grössere als die Zahl der Ungläubigen, ist die Arbeit leicht.

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Ganz anders ist es in Ortschaften, in denen überhaupt keine Gläubigen wohnen. Dort soll man zwar einen Versuch machen, damit sich später niemand entschuldigen und sagen kann: «Ich habe davon nie ein Wort gehört.»

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Findet sich ein Gläubiger, soll man bei ihm bleiben und ihm das Reich der Gnade Gottes offenbaren. Nimmt aber auch nur einer das Wort nicht an, soll man weiterziehen und über einer solchen Ortschaft auch den Staub von den Füssen schütteln. Denn eine solche Ortschaft ist künftig keiner weiteren Gnade mehr wert, ausser jener, die den Tieren des Feldes und der Wälder gewährt wird. Damit hast du die Anweisung, wie du dich künftig gegenüber all den Ungläubigen verhalten sollst.

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Ich sage dir aber, dass du selbst fest in deinem Glauben bleiben sollst; sonst wirst du für Mein Reich wenig Nützliches bewirken können. Lass dich nicht durch verschiedene Nachrichten irreführen, die du in einigen Jahren aus Jerusalem über Mich erhalten wirst. Denn Ich werde dort den Gerichten übergeben werden, und diese werden Meinen Leib töten. Aber am dritten Tag werde Ich ihn wieder zum Leben erwecken und danach bei euch und unter euch allen bis ans Ende der Welt bleiben. Denn jene Brut in Jerusalem wird erst dann glauben, wenn sie überzeugt ist, dass Ich überhaupt nicht getötet werden kann.

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Ebenso wird es dann an den verschiedensten Orten der Erde sein: Die halsstarrigen Menschen werden die Überbringer des Evangeliums dem Leib nach töten. Doch gerade ein solcher Tod wird sie erst gläubig machen, weil sie daran erkennen werden, dass alle, die aus Meinen Worten ein geistiges Leben führen, niemals getötet werden können. Denn die Getöteten werden auf unterschiedliche Weise zu ihren Schülern zurückkehren und sie Meine Wege lehren.

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Zu den harten Weltmenschen dagegen, die entweder keinen Glauben haben oder trotz ihres Glaubens nicht so handeln, wie der Glaube sie lehrt, werden weder Ich noch Meine Jünger kommen, um die Nacht des Zweifels völlig aus ihren Herzen zu entfernen. Wenn aber das Ende über ihr Fleisch kommt, werden sie tatsächlich das Übel ihres Unglaubens und die Folgen der Missachtung Meiner Lehre fühlen. Diejenigen hingegen, die tatkräftig an Mich glauben, sollen den Tod des Fleisches weder fühlen noch schmecken.

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Denn wenn Ich ihnen die Tür ihres Fleisches öffnen werde, werden sie aus ihrem Fleisch heraustreten wie Gefangene aus ihrer gemeinsamen Kerkerzelle, sobald die Milde ihres Herrn sie ihnen geöffnet hat.

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Lass dich daher niemals beirren, wenn du dieses oder jenes über Mich hören wirst. Denn wer bis ans Ende treu und unerschütterlich im Glauben und in der Liebe verharrt, so wie Ich es lehre, gelehrt habe und fortwährend lehren werde, der wird in Meinem Reich in den Himmeln selig werden. Du siehst die Himmel nun offen über dir und Meine Engel auf- und absteigen.»

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