Es wurde aber ein Mann von Gott gesandt, der hiess Johannes.
Dieser Mann hiess Johannes, der am Jordan die Busse predigte und die Bekehrten mit dem Wasser taufte. In diesem Manne wohnte der Geist des Propheten Elias, und dieser war eben derselbe Engelsgeist, der den Lucifer im Urbeginne besiegte und später auf dem bekannten Berge um den Leichnam Mosis mit eben dem Lucifer rang.
Dieser kam als ein Zeuge (von Oben), auf dass er vom Lichte ein Zeugnis gäbe, damit sie Alle (die lichtlosen Menschen) durch ihn glaubeten (das heisst durch sein Licht das zu ihnen gekommene Urlicht erkenneten).
Dieser kam als ein alter und neuer Zeuge von Oben, das heisst vom Urlichte als Licht, auf dass er zeugete vom Urlichte, vom Ursein Gottes, das nun selbst das Fleisch annahm und in vollgleicher Menschenform als selbst Mensch zu Seinen Menschen, die aus Ihm sind, kam, um sie in ihrer Nacht neu zu erleuchten und so gestaltig seinem Urlichte wieder rückzugeben.
Er war nicht das Licht (aus sich), sondern nur ein Zeugnis des Lichtes, das heisst (er zeugete dem verfinsterten Hoheitsgefühle der Menschen gegenüber, dass nun das Urlicht selbst von seiner ewigen Höhe herab kam, als ein Lamm in der Demut zu den Menschen und nähme freiwillig alle ihre Schwächen (Sünden) auf Sich, um dadurch den Menschen das Urlicht wieder zu geben, und sie ihm gleich zu machen und zu stellen).
Dieser Mann war freilich wohl das eigentliche Urlicht nicht selbst, sondern gleich allen Wesen nur ein Theillicht aus dem Urlichte. – Aber ihm wurde es also gegeben im Verbande mit dem Urlichte zu verbleiben durch seine überwiegende Demut.
Da er also im steten Verbande mit dem Urlichte sich befand und dieses wohl unterschied von seinem Lichte, da er wohl auch aus dem Urlichte hervorgegangen ist, aber dennoch nicht das Urlicht sondern nur ein Ablicht desselben war, auf dass er dasselbe erkennete und demselben ein rechtes Zeugnis gäbe, so gab er denn auch ein vollgiltiges Zeugnis dem Urlichte, und erweckte dadurch so viel des rechten Lichtes in den Herzen der Menschen, dass diese dann, wenn schon Anfangs nur sehr schwach, aber mit der Zeit doch stets stärker und heller erkennen konnten, dass das Urlicht, das nun im Fleische eingehüllt dennoch dasselbe ist, dem alle Wesen und Menschen ihr selbständiges Dasein verdanken, und als selbständig für ewig behalten können, so sie es wollen. —
Das war das wahrhafte Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.
Nicht der Zeuge, sondern sein Zeugnis, und Der, von Dem er zeugete, war das rechte Urlicht, das vom Urbeginn an alle Menschen, die in diese Welt kommen, erleuchtet und belebt hat, und nun noch stets mehr belebt und erleuchtet; darum heisst es denn auch im 9. Verse: Dass eben das das wahre und rechte Licht ist und war, das alle Menschen in ihrem Urbeginne zum freien Dasein gestaltete und nun kam, um dasselbe in aller Fülle zu erleuchten und es Ihm Selbst wieder ähnlich zu machen.
Es war in der Welt, und diese ist durch dasselbe gemacht; aber sie erkannte es nicht.
Wie gestaltig Ich oder das Urlicht von dieser Welt, das heisst von den verfinsterten Menschen, die in allem ihren Sein aus Mir, oder – was Eines ist, aus dem Urlichte (Worte) hervorgegangen, habe verkannt werden können trotz all’ den Vorboten und Verkündern Meiner Ankunft, ist bereits schon im 5. Verse klar erörtert worden, nur ist noch ganz besonders zu erwähnen, dass hier unter Welt nicht die Erde als die Trägerin gerichteter Seelen, die eigentlich die Materie ausmachen, sondern bloss nur die Menschen, die zwar wohl zu einem Teile aus dieser Materie genommen sind, aber als einmal freigestellte Wesen nicht mehr dieser urgerichteten Seelenmaterie angehören oder angehören dürfen, zu verstehen sind; denn welch’ eine Zumutung wäre das auch, so Ich von dem noch im tiefsten Gerichte liegenden Steine verlangte, dass er Mich erkennete?! – Solches kann nur von einer frei gewordenen Seele, die Meinen Geist in sich hat, vollrechtlich verlangt werden.
Er kam in Sein Eigentum und die Seinen nahmen Ihn nicht auf.
Also nicht die Erde, wie vorerwähnt, sondern lediglich nur die Menschen ihrem seelisch-geistigen Wesen nach sind hier als das eigentliche Eigentum des Herrn angesehen, und zu betrachten, und darum Eigentum, weil sie so gestaltig selbst Urlicht aus Meinem ewigen Urlichte sind, und so mit Meinem Urgrundwesen in Eins zusammenfallen.
Aber da sie in eben, diesem Wesen, das sich in ihnen als das Hoheitsgefühl ausspricht, geschwächt sind, welcher Schwäche halber Ich auch zu ihnen als in Mein Ureigentum kam, und noch immer gleichwegs komme, so erkannten sie Mich nicht, und somit auch nicht sich selbst und ihr höchsteigenes Urgrundsein, das da niemals vernichtet werden kann, weil es im Grunde des Grundes Mein Wesen ist.
Wie viel Ihn aber aufnahmen, denen gab Er Macht Kinder Gottes zu werden, da sie an Seinen Namen glauben.
Es versteht sich aber so gut wie von selbst, dass bei allen Jenen, die Mich nicht aufnahmen, oder nicht erkannten, die Urordnung gestört blieb, und mit dieser Störung ein leidender Zustand, das sogenannte Übel oder Sünde; wogegen bei vielen Andern aber, die Mich aufnahmen, das heisst die Mich in ihrem Herzen erkannten, sich dieses Übel notwendig verlieren musste, da sie wieder mit Mir, als mit der Urordnung und Urmacht alles Seins vereint wurden, sich darinnen selbst fanden und Mein Urlicht als das gestellte ihrige in ihnen, und in diesem das ewige unvertilgbare Leben. —
In solchem Leben aber fanden sie auch, dass sie dadurch notwendig nicht nur Meine Geschöpfe, was sich aus ihrem niederen Lebensgefühle nur herausstellt, sondern weil sie Mein Selbst in sich bergen, was nur durch Meine Willensmacht aus Mir frei hinausgestellt wurde, unfehlbar Meine höchst eigenen Kinder sind, da ihr Licht (ihr Glaube) gleich ist Meinem höchst eigenen Urlichte, und daher in sich selbst die volle Macht und Kraft hat, die in Mir Selbst ist, und aus solcher Macht heraus auch das vollste Recht Mein Kind nicht nur zu heissen, sondern auch in aller Fülle zu sein! —
Denn der Glaube ist eben ein solches Licht, und Mein Name, an den die mächtigen Strahlen dieses Lichtes gerichtet sind, ist die Kraft und die Macht und das eigentliche Wesen Meines Urseins, durch die Jeder in sich selbst die vollrechtliche und vollgiltige Kindschaft Gottes bewerkstelligt. – Darum heisst es denn auch im 12. Verse, dass Alle, die Mich aufnehmen und an Meinen Namen glauben werden, sage – die Macht in sich haben sollen, vollrechtlich Kinder Gottes zu heissen.
Welche nicht von dem Geblüte, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.
Dieser Vers ist nichts als eine nähere Bestimmung und Erläuterung des früheren Verses; und es könnten in einer mehr verbundenen Sprache die beiden Verse neben einander auch also lauten: Die Ihn aber aufnahmen und an Seinen Namen glaubten, denen gab er die Macht Kinder Gottes zu heissen, die nicht von dem Geblüte, noch vom Willen (Begierde) des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.
Es versteht sich aber schon von selbst, dass hier nicht von einer ersten Geburt als Fleisch aus dem Fleische, sondern lediglich nur von einer zweiten Geburt aus dem Geiste der Liebe zu Gott und aus der Wahrheit des lebendigen Glaubens an den lebendigen Namen Gottes, der da heisset Jesus-Jehovah-Zebaoth, – die Rede sein kann, welch’ zweite Geburt auch gut definiert die Wiedergeburt des Geistes durch die Taufe aus den Himmeln heisset. —
Die Taufe aus den Himmeln aber ist der volle Uebergang des Geistes und der Seele samt allen ihren Begierden in den lebendigen Geist der Liebe zu Gott und der Liebe in Gott Selbst. —
Ist solcher Uebergang einmal aus des Menschen freiestem Willen geschehen, und befindet sich durch solche heilige Liebe auch der ganze Mensch in Gott und wird dort zu einem neuen Wesen ausgezeitigt, gekräftet und gestärkt, und also nach Erlangung der gerechten Vollreife von Gott wiedergeboren, so ist dann nach solcher zweiten Geburt, der weder des Fleisches Begierde, noch des Mannes Zeugungswille vorangeht, der Mensch erst ein wahres Gotteskind, das er geworden ist durch die Gnade, die da ist eine freie Macht der Gottesliebe im Herzen des Menschen. —
Diese Gnade aber ist auch eben der mächtige Zug Gottes im Geiste des Menschen, durch den er als vom Vater gezogen zum Sohne, das heisst: zum göttlichen Urlichte, oder was Eines ist, zu der rechten und lebendig mächtigen Weisheit Gottes gelangt.