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GEJ 1.17

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 17 von 161

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GEJ 1.17.1

Drittes Kapitel. Gespräch Jesu mit Nikodemus über die Wiedergeburt und Gespräch des Johannes mit seinen Jüngern über Christus.

Joh. 3,1. Es gab unter den Pharisäern einen Mann namens Nikodemus; er war ein Oberster unter den Juden.

Dass Ich Mich nach der Tempelreinigung mit allen, die Mir gefolgt waren, ausserhalb der Stadt in einer kleinen Herberge aufhielt, ist bereits im vorigen Kapitel gezeigt worden. Doch jeder könnte nun gewiss fragen:

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«Was hast Du, Herr, dort getan? Du hast diese Zeit von wenigstens acht Tagen gewiss nicht untätig verbracht.»

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Da sage Ich: Ganz gewiss nicht! Denn tagsüber wie nachts kamen sozusagen ganze Scharen von Menschen aller Gesellschaftsschichten aus der Stadt zu Mir. Die Armen kamen gewöhnlich am Tag, die Grossen, Vornehmen und Reichen dagegen meist in der Nacht, weil sie vor ihresgleichen weder schwach noch verdächtig erscheinen wollten.

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Teils trieb sie ihre Neugier, teils eine gewisse gläubige Ahnung, dass Ich vielleicht doch der Messias sein könnte, dazu, Mich näher kennenzulernen. Deshalb kamen sie nachts heraus und besuchten Mich. Diese Besuche endeten gewöhnlich in starkem Missmut; denn die Vornehmen, Grossen und Reichen waren heftig darüber verärgert, dass Ich sie nicht wenigstens ebenso freundlich und höflich behandelte wie die vielen Armen, die Meine Güte und Freundlichkeit nicht genug loben konnten.

GEJ 1.17.5

Bei den Armen wirkte Ich auch als Arzt Wunder: Ich befreite die Besessenen von ihren Plagegeistern, liess die Lahmen gehen, richtete die Gichtbrüchigen auf, reinigte die Aussätzigen, machte die Stummen hörend und redend und die Blinden sehend – und dies alles meistens durch das Wort.

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Diejenigen, die nachts zu Mir kamen, wussten dies genau und verlangten von Mir ähnliche Zeichen. Ich erwiderte ihnen jedoch stets: «Der Tag hat zwölf Stunden und die Nacht ebenfalls zwölf. Der Tag ist zur Arbeit bestimmt, die Nacht aber zur Ruhe. Wer am Tag arbeitet, stösst nirgends an; wer dagegen in der Nacht arbeitet, stösst leicht an, denn er sieht nicht, wohin er seinen Fuss setzt.»

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Einige fragten Mich, aus welcher Macht und Kraft Ich solche Wunder vollbrächte. Die Antwort war sehr kurz: «Aus Meiner ureigensten Macht und Kraft; dazu brauche Ich keines Menschen Hilfe!»

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Dann fragten sie Mich erneut, warum Ich nicht lieber in der Stadt Unterkunft nähme. Zu so grossen Taten gehöre ein grosser Ort und nicht ein kleines Dorf, das zwar nahe bei der grossen Weltstadt liege, von ihr aber völlig unbeachtet bleibe.

GEJ 1.17.9

Darauf sagte Ich: «Ich bleibe nicht an einem Ort, an dessen Toren Lanzknechte für die Bewohner Wache halten, die sich selbst für gross halten; wo man nur den Glänzenden Einlass gewährt, die Armen aber erbarmungslos abweist; und wo jemand mit fremdem Gesicht und ohne prächtige Kleidung in jeder Gasse mindestens siebenmal angehalten und gefragt wird, wer er sei, woher er komme und was er dort tue. Ausserdem liebe Ich nur, was vor der Welt klein und von ihr verachtet ist; denn es steht geschrieben: Was vor der Welt gross ist, ist vor Gott ein Gräuel!»

GEJ 1.17.10

Sie fragten: «Ist der Tempel, in dem Jehova wohnt, nicht gross und herrlich?» Ich sagte: «Er sollte darin wohnen. Doch weil ihr den Tempel entheiligt habt, verliess Er ihn und wohnt nicht mehr darin; die Lade des Mose ist leer und tot!»

GEJ 1.17.11

Die Nachtbesucher sagten: «Was redest Du hier für frevelhaftes Zeug? Weisst Du denn nicht, was Gott zu Salomo und David gesprochen hat? Kann das, was Gott gesprochen hat, jemals unwahr werden? Wer bist Du, dass Du es wagst, so etwas vor uns zu sagen?»

GEJ 1.17.12

Ich sage: «So gewiss Ich in Mir und aus Mir Selbst die Macht und Kraft habe, allein durch Meinen Willen und Mein Wort alle Kranken zu heilen, die zu Mir kommen, ebenso habe Ich die Macht, die Kraft und das volle Recht, vor euch so über den Tempel zu sprechen. Ich sage euch nochmals, dass nun auch euer Tempel vor Gott ein Gräuel ist!»

GEJ 1.17.13

Darauf begannen einige zu murren; andere aber sagten: «Das ist offensichtlich ein Prophet.» Diese hatten sich über den Tempel seit jeher ungünstig geäussert, weshalb sie noch hinzufügten: «Lassen wir ihn gehen!» So zogen die nächtlichen Besucher wieder fort.

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