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GEJ 1.154

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 154 von 161

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GEJ 1.154.1

Alle richten nun ihre Augen nach Osten, wo es wie bei Sonnenaufgang heller und immer heller zu werden beginnt. Dies geschieht natürlich nur für die innerste Sicht, obwohl dadurch auch das körperliche Auge beeinflusst wird.

GEJ 1.154.2

Nachdem es im Osten eine kleine Weile lang immer heller geworden ist, erscheinen schliesslich drei Gestalten in vollkommenster Menschengestalt, die viel heller leuchten als die Sonne, und schweben durch die Luft zu uns herab. Im Licht dieser drei Engel, die wegen ihres Lichtes und ihrer Beständigkeit den allgemeinen Namen »Cherubim« tragen, ist die Geisterwelt kaum noch zu sehen. Die Geister gleichen unruhigen Nebelchen, die sich um die Bergspitzen lagern.

GEJ 1.154.3

Als die drei Cherubim ganz bei uns angekommen sind, mildern sie ihr Licht ein wenig, werfen sich vor Mir auf ihr Angesicht und sprechen: »Herr, wer in allen ewig unendlichen Himmeln ist wohl würdig, Dein heiligstes Angesicht zu schauen? Dir allein gebührt alle Ehre der Ewigkeit und Unendlichkeit!«

GEJ 1.154.4

Ich sage zu ihnen: »Verhüllt euch und eilt hinab zu dem Ort, an dem Meine zwölf Boten weilen. Sie haben Meinen Willen erfüllt, und damit ist es genug. Holt sie deshalb und bringt sie hierher!«

GEJ 1.154.5

In diesem Augenblick verhüllen sich die drei Engel, entfernen sich schnell und bringen nach nur wenigen Augenblicken die zwölf Ausgesandten durch die Luft zu Mir auf die Spitze des Berges.

GEJ 1.154.6

Die Zwölf sind mit Ausnahme von Judas voller Freude darüber, dass sie auf so wunderbare Weise aus weiter Ferne zu Mir gebracht worden sind.

GEJ 1.154.7

Nur Judas sagt: »Auf eine solche Reise verzichte ich für alle Zukunft! Sie hat zwar nur wenige Augenblicke gedauert, aber meine Angst — und dieser Luftzug!?«

GEJ 1.154.8

Die Engel haben dies auch nur Judas fühlen lassen; die elf anderen bemerkten nichts von alledem.

GEJ 1.154.9

Dieses Ereignis blieb danach lange im Volksmund: Die Apostel seien durch die Luft zu Mir auf den Berg gebracht worden.

GEJ 1.154.10

Viele auf dem Berg beginnen sich zu fürchten und sagen: »Beim Himmel, hier geht es wirklich zu wunderbar zu; man kann es kaum noch aushalten!«

GEJ 1.154.11

Andere wiederum sagen: »Das kann nur Jehova Selbst bewirken!«

GEJ 1.154.12

Die Zwölf erzählen viel von allem, was sie in der kurzen Zeit erlebt haben.

GEJ 1.154.13

Ich befehle den drei Engeln, Brot und Wein in ausreichender Menge herbeizuschaffen, denn die Zwölf haben Hunger und Durst, weil sie einen ganzen Tag lang nichts zu essen und zu trinken bekommen haben. Die Engel tun sofort, was Ich ihnen befohlen habe, und bringen Brot und Wein in ausreichender Menge. Da nehmen die Zwölf das Brot und den Wein, essen und trinken nach ihrem Bedarf und werden gestärkt.

GEJ 1.154.14

Auch die fünf Töchter wollen ein wenig von diesem Brot und Wein zum Probieren bekommen und bitten Mich darum. Kisjonah weist seine Töchter jedoch wegen dieses Verlangens zurecht und sagt: »Begierlich zu sein ist ebenfalls eine Sünde; deshalb gehört zu allen Dingen Selbstverleugnung, sonst kann kein Mensch zur wahren Tugend gelangen.«

GEJ 1.154.15

Ich sage: »Freund, diese Sünde sei deinen Töchtern für immer vergeben, denn solche Sünden sind leicht zu vergeben, weil sie im tiefsten Grund keine Sünden sind. Deine Töchter haben in Wahrheit ernstlich Hunger und Durst. Es ist genug Brot und Wein für alle Anwesenden da, und so sollen auch alle nach Bedarf davon geniessen, sobald die gegenwärtig bedürftigsten Zwölf sich gestärkt haben.«

GEJ 1.154.16

Damit sind Kisjonah und seine fünf Töchter völlig zufrieden. Darauf sage Ich zu den zwölf Aposteln, sie sollten sofort Brot und Wein austeilen, und sie tun es sogleich.

GEJ 1.154.17

Diesmal befinden sich insgesamt etwa achthundert Menschen auf dem Berg, dessen Gipfel sehr geräumig ist. Über die Fläche ragt nur ein etwa fünf Klafter hoher Steinblock empor, der von der Südseite ebenfalls leicht zu besteigen ist. Alle essen und trinken, werden satt und loben und preisen Mich für diese wunderbare Stärkung. Kisjonah besteigt den erwähnten Steinblock und sagt von dort:

GEJ 1.154.18

»Hört mich an, Freunde und Brüder! Wir kennen die Schrift von Mose an bis nahe an unsere Zeit. Die Bücher der Kriege Jehovas, die Mose und viele andere Propheten erwähnen, haben wir aus Persien erhalten und in Übersetzung gelesen, weil viele Weise sie als echt anerkannt haben. Doch unter all den darin beschriebenen Wundern gibt es keines, das mit dem verglichen werden könnte, was jetzt vor unseren Augen geschieht. Etwas Derartiges ist nicht nur in Israel, sondern in der ganzen Welt noch nie gehört worden! Wer muss demnach Derjenige sein, der solche Taten vollbringt, die ausser Gott wohl niemandem möglich sind?«

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