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GEJ 1.153

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 153 von 161

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GEJ 1.153.1

Kisjonah kannte sich auch ein wenig mit den Sternen aus und begann, aus ihrem Lauf zu berechnen, ob die Mitte der Nacht bald vorüber sein würde. Denn damals gab es noch lange keine Uhren wie heute, und man behalf sich daher mit einer freilich sehr unzuverlässigen Berechnung anhand der Sterne.

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Nach einer Weile sagt Kisjonah: »Nach meiner Berechnung müsste Mitternacht jetzt schon vorüber sein!«

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Ich sage: »Freund, deine Berechnung taugt nichts, denn wir sind noch eine Stunde von der Mitte der Nacht entfernt. Rechne daher lieber nicht, denn der Lauf der Sterne ist anders, als du meinst. Deine Rechnung ist schon an sich falsch, und so wird es wohl kaum möglich sein, dass du jemals die Mitte der Nacht aus der Stellung und dem Lauf der Sterne bestimmen wirst. Menschen, die dazu imstande sein werden, müssen erst noch geboren werden; jetzt aber ist die Zeit dafür noch lange nicht gekommen.«

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Im Verlauf verschiedenartiger Gespräche kam schliesslich doch die Mitte der Nacht herbei, und der Mond ging naturgemäss nur halb leuchtend auf. Da fragten Mich Kisjonahs Töchter sogleich wieder, was der Mond eigentlich sei und warum er fortwährend sein Licht verändere.

GEJ 1.153.5

Ich sagte zu ihnen: »Meine allerliebsten Töchterchen, unmittelbar hinter euch stehen drei Geister vom Mond. Fragt sie! Sie werden euch genau sagen, was der Mond ist, auf welche Weise er fortwährend sein Licht verändert und es manchmal sogar ganz verliert.«

GEJ 1.153.6

Da befragte die älteste Tochter sogleich die drei Geister über den Mond, und diese sagten: »Du Liebliche! Deine Frage an uns über den Mond gleicht der Frage, die wir dir über die Erde stellen könnten, auf der du wohnst. Du weisst nicht, warum es jetzt auf der Erde dunkel ist, fragst aber nicht danach. Wie kannst du nun nach dem Mond fragen, der dir um vieles ferner ist als die Erde, die dich trägt?

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Sieh, wie deine Erde ist auch unser Mond eine Welt. Deine Erde ist rund wie eine Kugel, und ebenso ist es unser Mond. Deine Erde wird jeweils nur zur Hälfte von der grossen Sonne beleuchtet, und ebenso unser Mond. Bei euch dauert die Nacht im Durchschnitt nur ungefähr dreizehn eurer kurzen Stunden, und ebenso lange dauert dann auch der Tag der Erde. Auf dem Mond dagegen dauern sowohl die Nacht als auch der Tag je vierzehn Tag-und-Nacht-Längen eurer Erde. Daher kommt für dein Auge, von deiner Erde aus betrachtet, der beständige Lichtwechsel des Mondes. Das ist ein bedeutender Unterschied zwischen dem Mond und deiner viel grösseren Erde.

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Es zeigt sich aber noch ein sehr bedeutender Unterschied zwischen deiner Erde und dem Mond: Der Mond ist nur auf einer Seite, die du nicht sehen kannst, von Wesen meiner Art bewohnt, während deine Erde auf allen Seiten bewohnt oder zumindest grösstenteils bewohnbar ist.

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O, auf dem Mond lebt es sich nicht so glücklich wie auf deiner Erde! Dort gibt es grosse Kälte und unerträgliche Hitze, viel Hunger und nicht selten brennendsten Durst. Sehne dich daher keinesfalls nach dieser kleinen, aber überaus harten Welt, auf deren Feldern weder Weizen noch Korn und noch viel weniger Wein wächst.

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Auf der Seite aber, die du von deiner Erde aus stets als einzige sehen kannst, wohnt kein körperliches Wesen, weder Tier noch Mensch, sondern nur unglückliche Geister, die sich nur schwer oder überhaupt nicht helfen können. Nun weisst du alles, was du wissen musst.

GEJ 1.153.11

Wünsche dir auch nicht, noch mehr über den Mond zu erfahren, denn ein solches Wissen müsste dich am Ende höchst unglücklich machen.

GEJ 1.153.12

Halte dich allein an die Liebe und lass alle Weisheit fahren; denn es ist besser, am Tisch der Liebe zu speisen, als auf dem Mond vom Stein der Weisen den spärlichen Tau zu lecken!«

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Nach dieser Beschreibung entfernen sich die drei Mondgeister, und die Tochter fragt Mich ganz vertraulich, ob es auf dem Mond wirklich so aussehe, wie die drei Mondgeister es ihr eben mitgeteilt hätten.

GEJ 1.153.14

Ich sage: »Ja, Meine liebe Tochter, genau so ist es und manchmal noch um vieles schlimmer. Nun aber lassen wir den Mond seinen Weg ziehen, und ihr alle schaut nach Osten!

GEJ 1.153.15

Ich werde nun einige Engel des Himmels rufen, und ihr werdet sehen, wie sie von dort kommen. Richtet deshalb eure Augen dorthin!«

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