Geistiges Schauen und Erleben – Glückseligkeit

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

“Meine Zeit steht in Deinen Händen,
nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir.
Du gibst Geborgenheit, Du kannst alles wenden.

Gib mir ein festes Herz, mach es fest in Dir.“

Wir sind eingeladen zu einem evangelischen Gottesdienst anlässlich des Besuchs der tansanischen Partnergemeinde. Das Pfarrer-Ehepaar aus Tansania zelebriert die Messe. Der Kinderchor singt afrikanische Jesuslieder, ihre hohen Gesangsstimmen bewegen die Herzen der Zuhörer. Schließlich wird die deutsche Delegation, die die Woche darauf nach Afrika reist, vom Pastor gesegnet.

Ich sehe auch die jenseitige Segnung. Himmlische Geister erscheinen und legen ihre Hände auf die sechs Reisenden. Lichtstrahlen durchfluten ihre Seelen, es ist so schön anzuschauen! Engel werden ausgesandt, um die Wege der deutschen Gesandtschaft zu bereiten. Mit liebeerfülltem Herzen wird sie den tansanischen Geschwistern jede mögliche Hilfe angedeihen lassen.

In dieser wundervollen Messfeier wird mir schließlich gezeigt, dass es viele solcher kleiner Liebeinseln spiritueller und konfessioneller Gemeinschaften über die Erde verteilt gibt.


Einen Bekannten für eine Rückführung in die vorgeburtliche Existenz besucht, doch ich sah nur unzusammenhängende Bilder und alte Gedankenfragmente. Ein intensives Erlebnis hatte ich jedoch gegen Ende dieser Behandlung: Ich erblickte mich als Embryo im Mutterleib. Als schließlich die Geburt stattfinden sollte, wehrte ich mich dagegen. In der geistigen Welt fand ein Kampf um meine Seele statt. In letzter Minute musste und konnte ich den Geburtskanal verlassen, sonst drohte der Erstickungstod. Insgesamt dauerte die Geburt drei Tage und war sehr beschwerlich für meine junge Mutter. Aufgrund der damaligen gesellschaftlichen Zustände im Bayerischen Wald kam für ein uneheliches Kind, entstanden aus einem Verhältnis mit einem verheirateten Mann, nur eine geheime Hausgeburt infrage.

Meine Ankunft im finsteren Diesseits war aber jenseitig ganz anders ersichtlich: Im von strahlendem Licht erfüllten Zimmer waren Engel zugegen – Jesus stand inmitten und segnete das Geschehen. Dann sah ich noch, wie Jahre später meine Seele in Ketten irdischer Begierden gelegt wurde, auf dass sie im Kampf darin und daraus erstarke, um zu gegebener Zeit göttliches Leben empfangen und tragen zu können.

Das atemlose Geburtstrauma verfolgt mich gelegentlich noch immer; dies führt bisweilen dazu, dass die autarke Atmung aussetzt. Auf Grund dessen erlebe ich das Atmen sehr bewusst. Dem Atem zu folgen und dadurch Lebendigkeit intensiv zu spüren, schenkt tiefen Frieden und Herzensfreude. In der himmlischen Welt atmet alles Leben Licht, und Liebe trägt dieses Licht in jede Faser der Seele und offenbart göttliches Bewusstsein.

(Anmerkung zur Reinkarnationstherapie:

Inzwischen ist mir bewusst, dass hypnotische Rückführungen nicht ungefährlich sind. Da währenddessen der natürliche Selbstschutz der Seele außer Kraft gesetzt ist, können sich arge Geister des in Trance befindlichen Menschen bemächtigen. Deshalb ist von dieser Behandlung dringend abzuraten.)


Ich sitze im Einkaufszentrum auf einer Bank und beobachte das geschäftige Treiben. Gelegentlich darf ich in das Innenleben eines Menschen schauen, um in der Liebe zu wachsen. Mein Blick fällt auf eine zartgliedrige Frau mittleren Alters. Sogleich öffnet der Vater ihre Seele: Ein verletztes Vöglein mit gebrochenen Flügeln, das unsägliches Leid in sich trägt; und doch hat sie standgehalten in den Stürmen der Welt. Trotz ihres Seelenschmerzes hat sie sich ein liebendes Herz bewahrt und dadurch ihre Würde nicht verloren. Tränen des Mitleids laufen über meine Wangen, was hat die Welt hier bloß angerichtet. “O Vater, bitte mach diesem Trauerspiel bald ein Ende!”

Im Geiste umarme ich dieses liebenswerte Wesen und lasse es nicht mehr los. Jesu Liebe durchdringt und erfüllt mich mit einem Gebet von bisher nie gekannter Intensität. Mein Dank findet kein Ende, als ich erfahre, dass ich diese Schwester einst im Himmel umarmen darf.


Eine Freundin feiert ihren Geburtstag im Biergarten. Ich sitze gegenüber einer ebenfalls eingeladenen sympathischen und überaus fröhlichen jungen Frau. Ihr kleiner Körper trägt einen großen missgebildeten Kopf, die Augen quellen aus übergroßen Lidern, die Hände haben jeweils nur einige Stummelfinger. Sie ist das, was wir gemeinhin als hässlich und abstoßend bezeichnen. Da ich sie mit dem Herzen betrachte, offenbart sich mir ihre Seele. Fast vergesse ich zu atmen beim Anblick dieser Schönheit. Tränen füllen meine Augen. Ich versuche, das zu verbergen und vertiefe mich in meinen Teller. Jetzt zeigt mir Jesus seine innige Liebe zu ihr und ich sehe, wie er sie einst persönlich in die geistige Heimat geleiten wird.

Ich kenne nicht Grund und Ursache für das Schicksal dieser Frau, doch sehe ich, dass ihr nach dem Ableben große Seligkeit bereitet ist. Sie weiß nicht darum, aber ihr Herz weiß es und lebt bereits in dieser die Seele berührenden Vorfreude.

Erfüllt von Liebe und Dankbarkeit sitze ich schweigend in der lärmenden Menschenmenge. Tiefe ist mein Sein – Geist mein Leben. Mein Leben gehört Dir, o Vater. Dir allein.


Im Kaufhaus beobachtete ich eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter. Beim Blick in die Augen des Kindes erkannte ich, dass es in der neuen Zeit eine besondere Aufgabe erfüllen wird. Ich bat um Gottes Segen für die beiden. Da kam eine Schar Engel herbei mit dem Auftrag, diese Familie insbesondere zu beschützen und sie auf ihrem weiteren Lebensweg zu begleiten. Es waren die Geschwister der Mutter und des Kindes, die nicht ins Fleisch gegangen waren. Um bei ihren Schwestern zu sein und ihnen zur Seite zu stehen, öffnete das Gebet das Erdentor für sie. Sie hatten auf diesen Moment gewartet und gingen voller Eifer ans Werk.

Der Vater bewegt ein Menschenkind, zu beten, auf dass sich eine Tür auftut, durch die sein Segen strömt. Aus ihm allein geschieht das Wunder der Erlösung, doch in väterlich-göttlicher Liebe schreibt er sein Wirken seinen Kindern zu.


Unsere Tochter spielt ein ergreifendes Stück auf dem Klavier. Hinter ihr steht ein Engel, der sich an ihrer Darbietung erfreut. Es ist eine Geschwisterseele. Die Liebe, die von diesem Besucher ausgeht, erfüllt das ganze Haus. Meine Seele brennt lichterloh, fast löse ich mich auf in dieser Licht-Geborgenheit.

In der geistigen Heimat werden Licht und Liebe der Sauerstoff sein, den wir atmen. Wie sehr freue ich mich auf den Tag der Heimkehr!


Auf der Matratze liegend folge ich dankbar meinem Atem. Ein seltsames Gefühl der Leichtigkeit überkommt mich. An Jesu Herzen verlasse ich den Körper, schwebe als Geist frei im Raum. In meiner jenseitigen Sphäre sitze ich plötzlich an einem Klavier, obwohl ich dieses Instrument noch nie gespielt habe. Hände und Finger gleiten über die Tasten und offenbaren eine herrliche Melodie, die mich ganz durchdringt; ja, ich bin die Musik, bin die Töne selbst und vergehe förmlich in dieser Ekstase.

Als ich mich wieder im Leib finde, spüre ich seine nassen Wangen. Die Tränen der Seele weint der Körper auch, wenn sie außerhalb von ihm ist.


Auf den Münchner Olympiaberg gegangen und einen wunderschönen würdevollen Baum umarmt.

Er sagte: “So wie ich auf diesem Berg, errichtet aus den Trümmern des Krieges, gepflanzt wurde und gewachsen bin, und jetzt dastehe in meiner Kraft und Würde, so wirst auch du aus den Trümmern deines inneren Krieges erwachsen und erstarken und schließlich erstehen in göttlicher Kraft und Seelengröße.”

Ich habe den Baum Samuel getauft. Er hat sich darüber sehr gefreut.


Winterlauf

Die langen Läufe dieses Jahr haben mich in tolle Kondition gebracht. Ich empfinde keinerlei Anstrengung beim Laufen – alles passt, ich bin gesund. Leichtfüßig renne ich los und genieße die körperliche Kraft und Leichtigkeit. Das gleichmäßige Knirschen des Schnees versetzt mich in einen leichten Meditationszustand, während dicke Schneeflocken tanzend um mich wirbeln. Langsam verschmelze ich mit dem weißen Teppich, fast schwebe ich dahin. Tiefe Dankbarkeit und Zufriedenheit überkommen mich. Entleert vom Wahnsinn der Welt finde ich mich geborgen in des Vaters Herzen.

Die Seele wird durchpulst von Licht, alle Trennung löst sich auf – jeder Mensch wird offenbar als Bruder und Schwester im göttlichen Sinne. Jetzt sehe ich voraus, weit voraus! So wie es einmal sein wird, nein, so wie es im Grunde ist: Die Menschheit ist eigentlich ein Mensch. Und dieser ist sich seiner selbst bewusst als Einheit aller Menschen. Und in Ewigkeit wird er immer tiefer eingehen in das Wesen Gottes, wird sich mit Gott vereinen in grenzenloser Liebe. Ja, das sind wir, die wir uns gegenseitig seit Jahrtausenden bekriegen und ermorden: Ein Mensch aus Licht und Liebe!

Wo bin ich? Der Körper da draußen läuft. Sanft gleite ich wieder hinein, verbinde mich mit den Sinnen. Das Werden verdrängt das Sein, die Zeit übernimmt wieder das Zepter.


Urlaub am Meer

Am Strand sitzend umspielt das Meer zärtlich meine Füße – wie ein großes, treues Tier. Ich rede mit ihm und zeige ihm meine Zuneigung und meinen Respekt. Da öffnet es sich, um zu offenbaren Ursprung und Heimat allen Lebens:

In dieser gewaltigen Schau sehe ich die Wahrheit des Menschen, verborgen im Körper, gestrandet an den Ufern der Vergänglichkeit, bis die Zeit zerbricht: Gläserner Ozean, Meer der Schmerzen und Leiden, hineingeschrien in die Unendlichkeit! Hier erbebte Gottes Innerstes! Und es geschah, was nie zuvor war und nie mehr sein wird in Ewigkeit: Das Wagnis des ewigen Todes, das Opfer dieser Schöpfung, die Menschwerdung Gottes, die Kreuzigung und Auferstehung der Liebe!

Wieder zu mir kommend spüre ich das sanfte Streicheln der Wellen, zärtlich berührt das Meer meine Seele, zeigt mir seine Verbundenheit. Es weiß.


Als ich wieder einmal tiefe Liebe zu Gott verspürte, sah ich diese wie eine Welle durchs Weltall wogen, unendlich weit und ohne Ende. Da fragte ich: “Wie ist das möglich, dass ein kleiner Mensch solch eine Liebewelle erzeugt, die den unendlichen Raum erfüllt?”

Ich hörte: “Jeder Mensch trägt die Unendlichkeit im Herzen, und jeder selbstlos liebende Gedanke lässt das Weltall erbeben und erfüllt es mit Licht und Liebe. So wird jeder Mensch durch seine Liebe zu Gott zum Miterlöser aller gefallenen Materie und aller verlorenen Seelen. Diese Liebe ist der alleinige Schlüssel zur Erlösung und Befreiung. Sie ist der Schlüssel zum Himmel.”


Karfreitagsnacht

Diese Nacht verbringe ich allein wachend auf einer Bank im Park. In Gedanken ganz bei Jesus, möchte ich mich in meiner menschlichen Schwäche solidarisch zeigen. Im Bewusstsein, dass das Geschehen jener Nacht und die darauf folgende Kreuzigung etwas die Welt Veränderndes gewesen ist, fühle ich mich mit ganzem Herzen zu ihm hingezogen. Plötzlich sehe ich, dass der mit Satan ringende Jesus mich wahrnimmt. Und sehe, dass er in seinen Kämpfen an jedes Menschen Schicksal gedacht hat. In diesen Gedanken fand er schließlich die Kraft, die ihn sagen ließ: “Mein Vater, nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe!”

Jetzt bin ich geistpersönlich in den Garten Gethsemane versetzt. Der Mond scheint hell und es herrscht absolute Stille. Jesus trägt ein weißes Gewand. Er sitzt am Boden, die großen, kämpfenden Augen voller Liebe. Der Vater hat sich zurückgezogen. Der Mensch Jesus, in dieser Stunde gottverlassen, ringt um die Erfüllung seiner Bestimmung ohne die ihm zugehörige göttliche Macht, allein die seelischen Kräfte kann er nutzen. Er schenkt mir einen Blick in sein Inneres und ich sehe seinen wortlosen Kampf angesichts der kommenden Ereignisse. Schweigend gehe ich zu ihm hin, wie ein Bruder lässt er sich umarmen, tief vereinen sich unsere Herzen. So verweilen wir, bis der Körper mich zurückruft.

Noch lange bleibe ich auf der Bank sitzen, um das eben Erlebte zu begreifen. Jesus Christus so zu erkennen hat mein bisheriges Denken vernichtet. Der Verstand hat sich in Demut der Liebe ergeben, die mich während dieser Zusammenkunft ganz in Besitz genommen hat. Meine Glückseligkeit ist grenzenlos. Mein Herz gehört Dir, o Vater, für immer Dir!


In der Kirche

Von der hinteren Reihe beobachte ich, wie die Leute automatisiert ihre Gebete aufsagen und die Zeremonie im Altarraum verfolgen. Unverhofft sehe ich Jesus. Er sitzt in härenem braunem Gewand auf einer der Längsbänke an der Seite. Niemand beachtet ihn, niemand hat ehrliches und wahrhaftiges Interesse an ihm, keiner der sogenannten Gläubigen möchte wirklich bei ihm sein.

“So ist es mit den Menschen, sie sehen nicht Jesus, sie sehen nicht den armen Bruder nebenan. Sie gehen aus Eigennutz und Gewohnheit in die Kirche und schlafen den Schlaf der Gerechten.” spricht es in mir.

Ein andermal sehe ich in die Seelen zweier Kirchenbesucher, die nahe beieinander sitzen. Einer ist blinder Gläubiger der kirchlichen Institution, die Worte des Pfarrers verblassen im Nebel seines toten Glaubens. Im Diktat des materiellen Denkens ist ihm jegliche geistige Tiefe abhanden gekommen. Sein Glaube besteht darin, dass es schon für irgendetwas gut sein wird, in die Kirche zu gehen – und weil es die anderen auch tun. Er denkt ans Mittagessen und an die Fußballergebnisse. In seinem Schlaf ist Gott für ihn unendlich weit weg und somit unerreichbar.

Der andere hat die wahre Kirche in sich und kommt hierher, um Liebe in die Gemeinschaft zu tragen. Er ist ganz präsent, sein Herz ist erfüllt von Gottes Gegenwart. Jedes Wort des Pfarrers dringt tief in sein Herz und ist Nahrung für das Feuer seiner Vaterliebe, denn “dem Reinen ist alles rein”. Ich sehe, wie er still für seine Mitmenschen betet und auf diese Fürbitte hin der Kirchenraum in helles Licht getaucht wird.

Jesus erscheint jetzt in weißem Gewand, begleitet von Engeln segnet er die Anwesenden. Der Fürbittende spürt, dass Heiliges vor sich geht. In seinem Herzen spricht er: “Lieber Vater, ich bitte Dich um Deiner Liebe willen, dass keine hier befindliche Seele verloren gehe, alle sollen sie errettet werden und zu Dir finden.”

Daraufhin erbrennt der Kirchenraum in noch hellerem Licht, die ganze Kirche besteht aus Licht und Liebe, ihr Glanz strahlt weit hinein in die Unendlichkeit. Der Gläubige spürt, dass der Vater seine Bitte erhört und seine Freude ist unbeschreiblich.

Und ich sehe, dass der eine Mensch für die blind-materielle Welt steht und der andere für die sich allem verschenkende Liebe. Weiterhin wird mir gezeigt, dass die Kirche symbolisch für die Erde steht. Und tiefer wird sichtbar, dass die Kirche die gesamte materielle Schöpfung darstellt. Und noch tiefer offenbart sie sich als Symbol der geistigen Schöpfung – mit der Liebe als Gebet der Erlösung und des ewigen Lebens.

Tief berührt danke ich Gott für diese Schau. Noch lange steht meine Seele in Flammen, so dass ich mir kaum zu helfen weiß.


Während der Herzensmeditation mit meinen Kindern werden wir in den Thronsaal Gottes entrückt. Jesus sitzt auf dem Thron, er trägt ein strahlend weißes Gewand und in seiner hier königlichen Offenbarung eine Krone auf dem Haupt. Links und rechts stehen im Spalier eine große Anzahl Engel die Seitenwände entlang und blicken ehrfurchtsvoll auf ihren Herrn und Gott – auch viele andere Geister sind zugegen. Wir laufen schnurstracks auf Jesus zu und die Kinder setzen sich auf seinen Schoß, wie sie es immer tun, wenn wir ihn treffen.

Er spricht: “Seht, das sind die Kinder der Erde, sie haben den Weg des Fleisches gewählt und dadurch einen schweren Weltenkampf zu bestehen. Zuvor waren sie wie ihr, voller Ehrfurcht vor Gottes Heiligkeit und Allmacht. Im Dunkel der Welt konnten sie den Vatergott erkennen und lieben Mich, wie Kinder ihren Vater eben lieben, und ihre in Mir erkannte Liebe überwindet die Ehrfurcht und öffnet die Tür zu Meinem Herzen. Sie sehen nicht auf Meine Herrlichkeit, sondern blicken nur auf Mein geöffnetes Herz.

So muss jeder Geist diesen Weg beschreiten, will er sich Mir nahen wie diese. Und diese sind auch Meine Freude und Meine Glückseligkeit unermesslich. Auch wenn sie noch den Staub der Erde an ihren Füßen tragen, so wird Meine Liebe ihre Seelen weiß waschen wie Schnee im Sonnenlicht und ihre Freude wird kein Ende haben.”

Jesus liebkost seine und meine Töchter und sie schmiegen sich an seine Brust und trinken von seiner Liebe. Schließlich steht er auf und blickt mich an. Er nimmt mich vollends an in meiner Erbärmlichkeit und Sündhaftigkeit. Ich darf ihn umarmen und versinke in der Geborgenheit dieser Vereinigung. Die Geister beobachten uns und sind ganz gerührt, aber auch überrascht, dass wir Gott so ehrfurchtslos begegnen.

Schließlich ist es an der Zeit, den Königssaal zu verlassen. Als wir uns wieder in unserem materiellen Heim finden, sind wir noch ganz lichterfüllt von unserem Jesus-Besuch. Dies war keine Phantasiereise, sondern wahrhaftiges Erleben in der geistigen Welt.


Reise durch Marokko

Wir sind auf Kamelen in die Sahara geritten. Als es im Lager ruhig wird, vernehme ich den Ruf, auf eine hohe Düne zu gehen. Es ist Mitternacht, der Vollmond taucht das Meer aus Sand in fahles Licht. Im Wüstencamp schläft meine Familie, die ich so sehr liebe und für die ich Gott von ganzem Herzen danke. Sanft streichelt der Wind meine Haut und meine Seele. Erfüllt von Liebe zu Gott beginnt sie zu singen. Früher habe ich gegrölt, wenn ich betrunken war und das war nicht selten. Jetzt bin ich `trunken aus Liebe zu Gott´ – und besinge diese Liebe.

Unvermittelt tauchen Geister auf, neugierig beobachten sie mich. Da es offensichtlich verstorbene Muslime sind, sage ich ihnen, dass Mohammed sicher ein Prophet war, durch den Gott gesprochen hat. Füge aber hinzu, dass Jesus Christus kein Prophet war, denn in ihm war und ist Gott vollkommen gegenwärtig. Jesus Christus ist Gott in Person und steht somit unvergleichlich höher als Mohammed. Sie verstehen mich zumindest sprachlich – wie beim Menschen fällt auch beim Wort im Jenseits die Hülle weg, allein der innere Sinn/die Seele bleibt sichtbar – und beobachten weiter.

Ich begebe mich tiefer ins Herz und werde in den vom Vollmond beschienenen Garten Gethsemane entrückt. Jesus sitzt da in weißem Gewand. Der Vater hat sich zurückgezogen, Jesus ist jetzt ganz Menschensohn. Viele Geister sind anwesend, ja der Himmel hat sich über Gethsemane geöffnet, doch niemand darf helfend in das kommende Geschehen eingreifen. Ich umarme Jesus lange und innig und trinke von seiner Liebe. So verweilen wir, bis ich mich wieder auf der Düne finde. Stille hüllt mich ein, unsagbarer Friede erfüllt mich. Alles ist Liebe, alles ist Gott. Befreit von den irdischen Gewalten gehöre ich nur noch ihm. Erneut werde ich in die geistige Welt versetzt:

Jesus Christus hat vor 2000 Jahren den direkten Weg ins Himmelreich gebahnt, und die ihm nachfolgen, kommen dahin, wo er ist. Doch es bildeten sich Hindernisse zu und auf diesem Weg, die gelöst werden müssen. Eigens dafür ausgebildete Geister haben zu diesem Zweck einen irdischen Körper angezogen. Sie sind die Bahnbrecher der göttlichen Liebe, mit der Aufgabe, die geistigen `Zufahrtsstraßen´ zu dem von Jesus errichteten Pfad und den Pfad selbst wieder gangbar zu machen. Sie arbeiten hart, um die christliche Lehre liebe- und wahrheitsgetreu offenzulegen, die von geistigem Unkraut überwuchert und von wahngläubigem Gestein verschüttet ist. Dieser apostolische Dienst beinhaltet auch die Richtigstellung der Identität Jesu Christi als einzig wahren Gott – für alle Völker dieser Erde.

Als ich aus diesen Erkenntnissen auftauche, hat sich der Himmel bewölkt, der Mond ist verschwunden und der Wind bläst kräftig Sand auf meinen nackten Oberkörper, so dass es sich wie tausend Nadelstiche anfühlt. Ich schließe die Augen und frage Jesus, ob ich bleiben soll. Da öffnet er meine Zukunft und ich sehe mich erst vor einigen und dann vor mehreren Menschen sprechen. “Was soll ich denn da kundtun? Das ist nicht mein Ding!” sage ich. Doch Jesus versichert, dass ich in den jeweiligen Situationen Mut zum Reden und die treffenden Worte erhalten werde. Aber das ist noch nicht alles. In christlichen Versammlungen teilt er Kranken und Behinderten durch mich mit, dass er sie heilt, wenn sie an die erlösende Macht seiner Liebe glauben. Daraufhin werden ein Mann im Rollstuhl und andere Anwesende mit verschiedenen körperlichen Leiden gesund.

Dann spreche ich zu den Zuhörern: “Die wahren Krankheiten sind seelischer Natur und viel schwerer zu heilen als leibliche. Denn in Behinderungen wie Hochmut, Geilheit, Neid, Geiz oder Gier kann man leicht zurückfallen, wenn man sich dafür wieder öffnet. Nur wer bereit ist, sich von seinem sündhaften Verhalten zu verabschieden, bitte, auf dass Jesus ihn jetzt heile.” Daraufhin werden einige Personen von ihren Sünden frei und erkennen Gottes Liebe.

Wieder im Körper, stelle ich mich mit dem Rücken zum Wind. Mein Leben gehört Jesus Christus, ja, eigentlich ist das Leben jedes Menschen gebettet in Gottes Vollkommenheit, doch verleugnet man diese Geborgenheit. In der Tiefe meiner Seele sehe ich die Bereitschaft, jederzeit den Körper abzulegen. Ja, ich bin bereit! Das Wort Zufall versinkt im Nichts. Ich spüre, wie mich der Tod für immer verlässt und Unsterblichkeit mich durchdringt. Nicht im theoretischen Glauben, sondern in lebendiger Gewissheit. Was für eine Befreiung! Die eigene Unsterblichkeit zu sehen, das untrügliche Bewusstsein ewigen Lebens ist Gnade und Geschenk des Vaters an seine ihn über alles liebenden Kinder!

Inzwischen ist es 3:00 Uhr. Ich spreche ein Fürbittgebet für Verwandte und Bekannte und gehe dann ins Lager, um noch etwas zu schlafen, denn wir wollen den Sonnenaufgang nicht versäumen.


Familie

Unsere Ehe ist von Gott gestiftet und reich gesegnet. In so manchen Kämpfen sind unsere Seelen gereift, die individuellen Veranlagungen ergänzen sich zunehmend wie zwei Teile eines Ganzen und gestatten eine harmonische und glückliche Beziehung. Die religiöse Gesinnung meiner Frau ist eine stille, der Glaube für sie eine Intimität, die sie nicht gern bespricht. Tief in ihrem Herzen trägt sie das Geheimnis der bräutlichen Gottesliebe.

Das kennzeichnende Attribut ihres Geistes ist Gerechtigkeit. Trotz ihres ausgeprägten Gerechtigkeitssinnes zum Liebegrund ihres Herzens vorzudringen und ihr weltliches Rechtsverständnis der barmherzigen Liebe unseres himmlischen Vaters anheimzugeben ist ihre Lebensaufgabe. In Jesu Gnade durfte ich einmal ihren vorgeburtlichen Zustand sehen: Ein Geist voller Weisheit und entschiedener Gerechtigkeit, die göttlichen Anweisungen ausführend, doch dabei an Gottes Willen gebunden und dadurch nicht in selbstbestimmter und unabhängiger Liebe tätig. Daraufhin schaute ich ihr im Weltenkampf neugestaltetes Bewusstsein – und erblickte eine zart leuchtende, ätherische Gestalt. Ihre Geisteshaltung war reine und demutsvolle Hingabe. Nie zuvor habe ich solch eine Anmut gesehen, jede Faser ihres Seins war Gott zugewandt, während seine Liebe ihre lichte Schönheit durchdrang und ihr Herz mit unsagbarer Freude und himmlischem Frieden erfüllte.

“Das ist meine Frau? Das ist meine Frau!” Kaum traute ich mich, sie mit meinem Blick zu berühren. Doch dann gewahrte ich, dass wir in der gemeinsamen Liebe zu Jesus Christus eins werden können. Und sah uns als ein Wesen eingehen in unseres himmlischen Vaters Herz, darin lebend grenzenlose Freiheit und Glückseligkeit ewiglich.


Bevor sich unsere ältere Tochter verkörperte, hat sie mich des Öfteren besucht und begleitet, so kannte ich ihren Namen und ihr Geschlecht bereits vor ihrer Geburt. Wenn sie ihr Herz öffnete, spürte ich ihre innige Zuneigung und sie ließ mich teilhaben an ihrer Vorfreude auf diese Inkarnation.

Auch unsere jüngere Tochter ist ein Kind aus dem Licht. Beide sind Segen nicht nur für uns Eltern, denn in der neuen Zeit werden sie viele Menschen mit ihrer Liebe-Weisheit beglücken. Ihr Hauptamt liegt in der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen der neuen Erde. Dies ist ihre Berufung, darin sie ihre irdische Erfüllung finden. Bis sie schließlich eingehen werden in das Herz ihres himmlischen Vaters, woraus sie einst geboren.


Während eines Gesprächs mit meiner Tochter über den Tod habe ich eine Vision ihres Hinübergehens: Sie wird dereinst ahnen, dass ihr dieser Tag bald bevorsteht. Nur kurz wird sie etwas leiden, doch das trägt sie demütig, wie sie es stets in ihrem irdischen Dasein getan hat. Sie liegt im Krankenbett und verabschiedet sich von ihren Lieben. Bald darauf schläft sie ruhig ein. Völlig gesund und selig erwacht sie im Jenseits. Ich stehe da und erwarte sie … doch da ist noch jemand … es ist Jesus, der sein Kind in die Arme nimmt. Jetzt kommt auch meine Frau, o welch unsagbare Freude!

Hier endet die Schau, doch weiß ich, dass auch unsere andere Tochter dazu kommen wird. Weitere Familienmitglieder und Verwandte werden die himmlische Gemeinschaft vervollständigen und es wird ein glückseliges Beisammensein in der Liebe unseres Vaters in Jesus Christus.


Viele Geister aus den lichten Sphären haben jetzt irdische Gestalt angenommen. Wie meine Familie haben die meisten von ihnen an ihre vorgeburtliche Existenz keine Erinnerung. Doch früher oder später werden sie erwachen und ihre Herkunft wird sie vage aus dem Unbewusstsein heraus berühren, und sich manchen teilweise oder sogar gänzlich offenbaren.

Aus den herrlichsten Himmelsregionen sind sie herabgestiegen, um der Menschheit in dieser Zeit des Wandels zu dienen. Hier auf Erden erfahren sie den unmessbar großen Unterschied existenziellen Daseins: Vormals als an Gott gebundener Willensteil in der glückseligen Tätigkeit verordneter Vollkommenheit, jetzt als selbstbestimmter Mensch in grundsätzlicher Willensunabhängigkeit von Gott. Dadurch unvollkommen, weil blind gegenüber dem im Herzen der Seele verborgenen Gottesleben – bis zum Erwachen.


Glückseligkeit

Alles an und in mir ist Sünde. In meinem irdisch Menschlichen bin ich zu nichts Gutem fähig. Selbst vorgestellte Freundlichkeit, Anteilnahme und Hilfsbereitschaft sind begleitet von Egoismus, Selbstgefälligkeit und Eigennutz. Es gibt kaum einen schlechten Gedanken, den zu denken ich nicht fähig bin. Dies zu bekennen ist die einzige Wahrheit, der ich mich rühmen kann.

Alles wahrhaft Gute und alle wahrhaftige Liebe in und aus mir ist Gottes, denn nur er allein ist gut und liebevoll – außer ihm gibt es nichts Gutes, gibt es keine Liebe, gibt es keine Wahrheit, gibt es kein Leben.

Die lebendige Erkenntnis, dass wir so einen guten und liebereichen Gott haben, erfüllt mein Herz mit tiefer Dankbarkeit und Liebe zu ihm. Dies ermöglicht es ihm, mich eindringlich und umfassend mit seinem Geist zu durchdringen und all meine Sünde in sein Göttliches zu verwandeln.


Ohne Gott nichts, mit Gott alles

Mein Leben findet allein in Gottes Gnade statt. Alles, was ich irdisch mein Eigen nenne, gehört dem Vater -ich bin nur Verwalter seiner Gaben. Meine Frau ist ein Geschenk seines Herzens, meine Kinder sind seine Kinder, mein Haus ist sein Haus, mein Geistesleben ist sein Eigentum. Meine Dankbarkeit für diese Gnade kennt keine Worte, sie kann und darf sich allein in der Liebe Treue erfüllen.

Zuweilen spüre ich Gott mit jeder Faser meines Seins. Von ihm erhalte ich das Geschenk ewigen Lebens. In der göttlichen Angehörigkeit empfinde ich unsagbare Liebe-Geborgenheit, Furchtlosigkeit und absolutes Gottvertrauen, das jegliche Lebenssituation durchdringt. Solch innigstes Vertrauen gründet sich in der uneingeschränkten Liebe zu Jesus Christus.


Auf dem christlichen Pfad verlässt man immer öfter die irdische Scheinwelt, denn man hat die Illusion Materie erkannt und durchschaut. In der Versenkung in des Vaters Liebe erfährt die Seele verschiedenste Zustände geistiger Realität. Mitunter paaren sich wundersam anmutende Empfindungen mit sehnsüchtig erwarteter Gottesbegegnung:

Lässt man sich in der Hingabe an den göttlichen Geist ganz los, findet man sich wieder in einer absoluten Vertrautheit. Scheinbar verliere ich mich dabei, werde in die Endlosigkeit des Raumes hinaus vergrößert. In dieser Ausdehnung sehe ich meinen Wesenskern: Ein winziger Punkt in der Unendlichkeit, wiederum Unendlichkeit in sich enthaltend; ein Augenblick der Ewigkeit, der Ewiges in sich trägt.

Ein Impuls steigt aus der Tiefe der Seele empor. Nein, kein Gedanke, ein zeitloses Gewahr-sein, getragen vom ewigen Wort `Ich bin´. Und obwohl die Antwort gegenwärtig ist, stellt sich die Frage: Wer ist Schöpfer allen Seins? Wer hat Wahrheit und Liebe geboren?

In der Ferne sehe ich eine Gestalt in weißem Gewand. Längst weiß ich, wer es ist, denn sie kommt auch in meinem Herzen auf mich zu. “Vater!” spricht es in mir, “mein Jesus!” Und die Umarmung will nicht enden. Hier darf ich meinen armseligen Zustand verlassen, darf endlich leben!

Nur in seinem Herzen findet der Mensch hierher, nur hier findet er die Geborgenheit, die er sein Leben lang ersehnt hat.


Der Vater rührte mich an, worauf ich mich unvermittelt in geistiger Gestalt erblickte. Zu meinem Erstaunen war da ein von Liebe und Licht durchdrungener Mensch, in dem kein Böses ist und kein Falsch. Verwundert dachte ich: `Oh, ich bin gut! Wo ich auch hinschaue ist Liebe, Sanftmut und Güte! Hier ist keine Verstellung möglich, keine Lüge, hier gibt es nur Wahres und Gutes!´

Unter Tränen saß ich da ich in meiner Sündhaftigkeit und konnte gar nicht glauben, dass ich so sein darf. Und sah, dass ich dieser mit Liebe und Licht erfüllte Mensch eigentlich immer bin, allerdings gefangen in vielerlei sinnlichen Begierden und Abhängigkeiten und dem damit verknüpften Denken und Handeln. Und sah, dass eigentlich jeder Mensch in seinem innersten Grunde ein vollkommener Geist in und aus Gott ist.

Und erkannte, dass dieser Geist Gott selbst ist in allem Leben und dass in der in ihm und aus ihm wirkenden Liebe jede Trennung endet. Und dass der endgültige Eintritt eines Menschen in seine göttliche Identität die Vereinigung von Schöpfer und Geschöpf, von Vater und Kind, von Seelenbraut und Gott-Bräutigam bedeutet. Und sah immer tiefer hinein in diese Liebe und wurde immer entrückter und sprachloser und war nicht mehr und war doch – und war angekommen, von wo ich einst ausging.


Freude, Freude, Freude

Unverlierbare Freude, was auch geschieht, gleich ob Leben, gleich ob Tod. Und wenn eine geliebte Person stirbt, so weinen die Augen die Tränen der Seele. Doch diese Tränen fließen im Gleichstrom mit der im Herzen erwachten Glückseligkeit und sind getaucht in göttliche Geborgenheit. Und in dem Maße, indem die Freude wächst, wächst auch die Hingabe. Welche Seligkeit, Jesu Hand zu halten, an seiner Brust zu ruhen, von ihm eingeführt zu werden in seine Schöpfungspläne.

Diese geistige Neugeburt gebiert eine Liebe und einen Frieden unbeschreiblich. Nur das kann als Leben bezeichnet werden. Dies ist das Erbe Gottes für jeden Menschen, der sich ihm in vorbehaltloser Demut zuwendet.

Mein Leben in Deiner Hand, o Jesus, Du mein Gott! Immer öfter darf ich Dich in mir und mich in Dir erleben. Glückseligkeit ohne Ende, Liebe ohne Maß und Ziel! Was für ein Geschenk ist dieses Gottesleben!


Von Zeit zu Zeit werde ich unversehens entrückt. Inmitten großer Menschenmassen, fast erschlagen von den verschiedenen Energien, wird meine Seele entflammt, brennt im Liebefeuer Gottes. Tiefer Friede überkommt mich, zeitlos und raumlos betrachte ich das geschäftige Treiben. In Jesu Herzen geborgen erkenne ich, dass alle Welt nichts ist, dass es außer seiner Liebe nichts gibt, was von Wert wäre. Ich möchte vergehen in dieser Liebe, schmiege mich an sie, ganz sanft und zärtlich, unendlich zärtlich ist sie. Gottes Herz, es ist heilig, es ist die Quelle der Reinheit, Sanftmut und Güte. Ja, hier ist der Himmel, hier offenbart der Vater seinen Kindern seine Herzenskammer.

In seinen Armen bin ich gestorben und bin erwacht in seinen Armen. In seinen Augen bin ich ertrunken, darin hat er mich wiederbelebt. In meinen Adern fließt sein Erlöserblut, mein Herz pocht mit seinem Herzschlag. Ich sehe mich als göttlicher Funke, als Teil seines Wesens … war ich immer, werde ich immer sein!

Dort draußen steht, unsichtbar für die Umgebung, ein Mensch in Flammen. Mein Äußeres vergeht förmlich in der Ausstrahlung der göttlichen Liebe. Ich bleibe hier, verweile als Geist in unsagbarer Glückseligkeit bei meinem Vater.


Ich kann jetzt aus meinem Geist schöpfen ohne Ende. Ströme von Licht ergießen sich in die Seele. Immer tiefer darf ich eindringen in das göttliche Liebeleben, immer öfter nimmt Gott von mir Besitz. In der Liebe zu ihm bin ich eingegangen in meine zeitlose Identität. Hier trinke ich aus der Quelle der Liebe, hier eröffnet der Vater seinem eingeborenen Kind die Schatzkammer seines Herzens, hier führt er es ein in die Geheimnisse seiner materiellen und geistigen Schöpfung.

Wenn die Menschen nur wüssten, wer und wie Gott wirklich ist!


Die Quelle der Liebe ist die Lebendigkeit des göttlichen Herzens. Aus der Gottesbrust strömt unerschöpflicher Reichtum – hieraus trinken die Engelsgeister ewige Glückseligkeit. Gerne möchte ich diesen Zustand mitteilen, doch es geht nicht.

Ich befinde mich im unaussprechlichen Bewusstsein, bin nicht mehr und bin doch. Meine Seele weiß sich vor Freude und Dankbarkeit nicht zu helfen, ich zerfließe im Feuer der Gottesliebe, kaum kann ich mich noch zusammenhalten.

“Dein Zustand ist erst der anfängliche Seligkeitsgrad des Himmels!” höre ich in mir.


Mein Atem ist Friede. Mein Herz ist Liebe. Jeder Augenblick schenkt Erfüllung und grenzenlose Freude. Farben dringen in mich und leben in mir. Jeder Stein, jede Pflanze, jedes Tier, jeder Mensch strahlt Liebe aus und berührt mein Herz unmittelbar. Das Licht des Tages, ich kann es nicht beschreiben, es lebt. Welch wundervolle Harmonie in dieser Tiefe des Daseins! So existiere ich jetzt. Mehr braucht es nicht, wenn die Seele im Gottesleben erblüht. Keine irdische Befriedigung kann solche Erfüllung schenken. Erst in der Freiheit göttlicher Liebe findet der Mensch seine ewige Glückseligkeit.

Welches Bedürfnis habe ich noch? Ein einziger Wunsch steigt in der Seele empor: Mich mit dieser Liebe auf immer und ewig zu vermählen. Ganz eins zu sein mit dieser einzigen und wahrhaftigsten Lebendigkeit für immerdar.


Ich bin. Alles ist, wie es ist. Existenz – ich falle in die Wahrheit dieses Wortes und lebe darin. Sein, unendlich einfach und einfach unendlich – an sich, in sich und aus sich. Wie könnte man dies Erleben bezeugen? Hier endet jede weltliche Ausdrucksweise, jeder Beschreibungsversuch verliert sich in den Tiefen wahrhaftigen Daseins. Und doch möchte sich die Seele mitteilen …

… dieses Leben beinhaltet, nein, ist eine allerlebendigste Sicherheit, eine allersicherste Lebendigkeit. Leben, das sich als Liebe ewig aus sich selbst gebiert. Liebe, die sich immer wieder neu an alles Leben verschenkt. Liebe, die die Seele zärtlich durchdringt. Liebe ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Liebe, so unendlich kraftvoll, so unendlich verletzlich, so unendlich rein. Liebe, unberührbar – und doch alles berührend: Das Herz Gottes. Hier beginne ich vor Äonen, hier beginne ich gegenwärtig. Hier beginne und ende ich zugleich. Immerfort. Unendliche Geburt, durchpulst von unzerstörbarer Lebendigkeit. Hier bin ich nicht der Mensch, der geboren wurde auf Erden, hier bin ich der Geist, der ich bin seit Anbeginn.


So spricht die Liebe in mir:

“Ich bin das Leben in allem. Bin das Allerinnerste und der Grund jedes Menschen, bin seine Essenz. Ich durchdringe alles und umfasse alles und bin somit auch das Äußerste und darin bin Ich auch der Tod und darin wieder das Leben.

Ich bin das Sein im Werden. Bin die unveränderliche Beständigkeit im Vergehen. Nichts kann Mich berühren, doch bin Ich allesberührend.

Ich bin das allesverwandelnde Liebeprinzip der Schöpfung, bin ihr unendlicher Raum, bin ihre Kraft und Energie. Ich lenke die Bahnen aller materiellen und geistigen Welten. Ich bin auch die Fülle der scheinbaren Leere zwischen den Welten.

Ich bin die Unendlichkeit und die Ewigkeit selbst. Wo Ich ende, beginne Ich und wo Ich beginne, ende Ich.
Ich bin namenlos und bin der Name aller Namen, geschrieben auf dem Grunde deines Herzens.
Ich bin Liebe. Ich bin grenzenlose Liebe. Ich bin die Liebe selbst. Ich bin die Liebe Gottes. Ich bin Gott.

Nur lieben kann Ich, alles wird in Mir zu Liebe. Wer sich Mir überlässt, den verwandle Ich in Mich und mache ihn frei. Bedingungslos.”


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