Sexualität

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

“Wir müssen jederzeit bereit sein, das, was wir sind,

aufzugeben für das, was wir werden können.”

Ich möchte mich hier nicht als Moralapostel aufspielen. Über Jahrzehnte habe ich Seele und Körper mit abartigen sexuellen Praktiken gemartert. Nichtsdestotrotz gehört es zu meinen Aufgaben, Hintergründe und Gefahren von Sexualität verschiedenster Art aufzuzeigen.

Zügellose und hemmungslose Wollust ist mitverantwortlich dafür, dass die Menschheit tief in die Materie herabgesunken ist. Wird der Akt fortwährend zur sinnlichen Befriedigung vollzogen, führt er nicht nur zu einer übersteigerten Körperidentifikation, sondern zu einer Abzehrung und Missbildung der seelischen Gestalt, was sich schließlich in leiblichen Gebrechen äußert. Viele Krankheiten haben ihre Wurzel in der sexuellen Maß- und Tabulosigkeit, die in der heutigen `Zeit der Aufklärung´ freizügig praktiziert wird.

Für nach geistiger Verwirklichung Strebende ist Sexualität ein unumgängliches Thema, das sie auf ihrem Weg intensiv begleitet. Je nachdem, wie tief man ins Geistesleben eindringen möchte, muss man bereit sein, seine leiblichen Lustbedürfnisse hintan zu stellen.

Auch `spirituelle Erotik´ ist kein Weg zur göttlichen Liebe, denn ihre Motivation entspringt versteckter sinnlicher Begierde und körperlicher Leidenschaft. Wobei die bewusste Verlagerung zu seelischen Berührungspunkten im geschlechtlichen Akt, also mittelbare Berührung der Seele des Partners durch sanfte Zärtlichkeit in aufrichtiger Liebe zueinander, bisweilen eine Reinigung der Sinnlichkeit und der daraus hervorgehenden Fleischeslust bewirken kann.

Das hohe Ziel der Wiedergeburt in den Gottesgeist ist jedoch allein in der sexuellen Enthaltsamkeit zu erreichen. Dies funktioniert nicht durch äußeren Zwang oder unwilligem Gehorsam – der Mensch muss das in der Erkenntnis dieser Notwendigkeit auch wirklich wollen. Möchte der berufene Arbeiter im Weinberg des Herrn seinen Dienst allen Ernstes antreten, kommt er nicht umhin, seine sinnlichen Begierden sukzessive loszulassen und abzulegen. Sein Ziel ist es, den Beischlaf nur zu vollziehen, um einer Seele die Inkarnation zu ermöglichen.

Um diesen Akt der Selbstüberwindung zu vollbringen, muss die Liebe zu Gott über allen irdischen Bedürfnissen stehen. Dann erfährt man seine `Höhepunkte´ in der Vereinigung mit dem göttlichen Geist. Dies ist das Geschenk des Vaters an sein Kind, das mit diesem Opfer seinem Glauben die notwendige Tiefe gab, um das Höchste zu erreichen.


Wird jemand mit einer anormalen sexuellen Seelenstruktur geboren oder verändert sich auf dieser Erde dazu, wird er oder sie von Gott genauso bedingungslos geliebt wie jeder Mensch. Die Mär von der Verdammung sich körperlich gleichgeschlechtlich Liebender oder einer sexuellen Abart Verfallener ist eine Erfindung der Kirche.

Gott sieht allein auf das Herz und nicht selten tragen homosexuelle Paare eine größere Liebebereitschaft in sich als heterosexuelle. Es spielt also für Gott und den Menschen vorerst keine Rolle, ob man schwul oder lesbisch oder einer anderen sexuellen Besonderheit verfallen ist, wenn diese Vorlieben und Praktiken in beiderseitigem Einvernehmen geschehen. Sie stellen zu Beginn des geistigen Weges kein Hindernis dar.

Doch eigentlich wurde Sexualität weder für gleichgeschlechtliche Partner noch zur lustvollen (Selbst-)Befriedigung begründet. Sie ist für Mann und Frau vorgesehen und soll allein der Zeugung von Nachkommen dienen. Allein in der Polarität positiv (Mann – gebend) und negativ (Frau – empfangend) findet der göttliche Lebensfluss statt.

Für jeden Mann, für jede Frau gibt es ein ergänzendes andersgeschlechtliches Pendant. Diese zwei Seelen, die ihre Entwicklung meistens voneinander getrennt vollbringen, werden zu gegebener Zeit zusammengeführt. In ihrer geistigen Vervollkommnung bilden sie eine vollkommene Ehe; sie werden zu einer seelisch-göttlichen Einheit, bleiben jedoch zwei eigenständige Personen. Eher selten geschieht so ein Zusammenschluss im irdischen Dasein, und auch nicht allzu oft in den jenseitigen Wachstumsbereichen (zumindest hat das Paar seine Dualität hier und dort noch nicht erkannt), die bewusste Vereinigung findet zumeist erst in den Himmelssphären statt.

Für alle die Gotteskinder, die sich keine Beziehung oder Ehe mit einem Partner des anderen Geschlechts vorstellen können, oder ihre (sexuelle) Erfüllung nur unter bestimmten fetischistischen Voraussetzungen erleben können, kommt also einmal der Zeitpunkt, in dem ihnen Gott diesbezüglich ein Licht entzündet, wodurch ihnen die mutierte Wurzel ihrer verirrten Liebe ersichtlich wird. Kraft ihres freien Willens können sie dann wieder in die göttliche Ordnung eintreten. Und wenn sie einst mit ihrer Dualseele zusammentreffen, können sie sich vor Dankbarkeit und Freude nicht fassen – und gehen mit ihrem anderen Ich ein in die himmlische Glückseligkeit.


Jeder Mensch, der mit einer übersteigerten Triebhaftigkeit oder abnormen geschlechtlichen Neigung behaftet ist, hat die Möglichkeit, mit Gottes Hilfe frei zu werden und zu gesunden. Keine medizinische oder psychologische Maßnahme kann diese Erkrankungen wirklich heilen. Ja, diese werden in der heutigen `aufgeklärten´ Zeit nicht einmal als Verirrung oder Krankheit bezeichnet, sondern erhalten durch das Toleranz- und Zeitgeistgewicht den Status fortschrittlichen Sexuallebens.

Jede körperliche Entartung ist eigentlich seelischer Natur, denn in der Welt der Materie werden seelisch-geistige Gegebenheiten und Vorgänge in ihre sinnbildliche Ausdrucksweise verkehrt. Jede materielle Verirrung spricht somit auch eine geistige Sprache.

Diese Entsprechungen kann man von verschiedenen Standpunkten aus beleuchten, wobei die folgenden Betrachtungsweisen nur einige von vielen zeigen.

Sadomasochismus hat eine sehr komplexe Struktur:

– Immer mehr Menschen nehmen das schmerzliche Ausgeliefertsein sowie die Hörigkeit ihrer gottlosen Seele an die materiellen Gewalten unterschwellig wahr. Im Zusammenschluss mit den triebhaft sinnlichen Begierden verführt sie diese Wahrnehmung zum Ausleben lustvoll-peinigender Praktiken.

– Die göttliche Eigenschaft der Demut kann sich unter der irdischen Last in Unterwürfigkeit verkehren, die Gier zu herrschen und zu unterdrücken manifestiert sich in sadistischer Gewaltanwendung. Diesen Umstand benützt das inkarnierte Böse, um Kinder Gottes in schmerzlicher Lust gefangen zu halten.

– Gründe für eine devote oder masochistische Veranlagung können auch tiefsitzende Schuldgefühle sein, dann lässt sich der Mensch auf die eine oder andere Art und Weise bestrafen. Missbrauch oder ein anderes traumatisches Erlebnis sind ebenfalls Auslöser für abnormales (sexuelles) Verhalten. Diese sind -neben Besessenheit – auch verantwortlich für das Bedürfnis, seinen Körper zu verstümmeln.

– In seltenen Fällen kann eine Neigung zum S/M in einem früheren Leben wurzeln, in dem jemand gefoltert wurde oder selbst folterte. Diese Prägung drängt oder zwingt die jeweilige Person, sich abermals so auszuleben. Dieser Umstand gibt ihr in der erneuten Inkarnation die Möglichkeit, ihr Trauma zusammen mit Gott zu überwinden und davon frei zu werden.

– Der allgemeine Sadomasochismus wird gemeinhin nicht als solcher bezeichnet, doch ist er gefährlicher und verletzender als der in der Folterkammer praktizierte: Da die meisten Menschen sich in der Welt der Reizüberflutung nicht mehr spüren, benötigen sie Schmerz, um ihre Betäubung zu durchdringen – je nach Veranlagung an sich selbst oder anderen zugefügt. Dies kann subtile oder tyrannische Gewalt an der Seele sein oder körperliche Gewaltanwendung. Das nötige Aufputschmittel dafür liefern Massenmedien und Filmindustrie.

Sadomasochismus wird zumeist in Kombination mit disziplinarischem Bondage praktiziert: In einer Inkarnation ist die Seele an den Leib gefesselt. In ihrem gottlosen Tun und der damit verknüpften Verwickelung in die Welt der Materie wird sie auch geistig zunehmend bewegungsunfähiger – bis hin zur völligen Erstarrung. Im Bondage lebt sie dieses Gefühl der Körpergebundenheit und seelisch-geistigen Regungslosigkeit zusätzlich aus. Bondage kann auch ein Sich-binden-wollen an die Materie darstellen, wenn das Bewusstsein die irdischen Inkarnationskräfte nicht verbindlich akzeptiert. Dann hat der Mensch das für seine Selbstwahrnehmung notwendige Bedürfnis einer äußeren Bindung.

Fetischismus gibt es praktisch unbegrenzt; dabei sind die absonderlichsten Affinitäten und Handlungsweisen entstanden. Sehr verbreitet ist die Liebe zu und in hautenger Lack-, Leder- und Gummibekleidung. Mit dieser zweiten Haut ahmt die sensitive Seele Mensch die Umhüllung durch den Körper unbewusst nach.

Inzest kann verschiedene Ursachen haben. Eine mögliche besteht darin, dass sich zwei Personen, die in einer anderen Welt ein Liebes- oder Geschwisterpaar waren, diesseits in familiären Banden wiederfinden. Dann kann es der Fall sein, dass die in der Seele verankerte vorgeburtliche Zuneigung nun auf Erden auch die körperliche Liebe bestimmt. Ebenso kann sich Homosexualität aus einer ehemaligen kosmischen oder himmlischen Bruder- oder Schwesterliebe gestalten.

Von den hier angeführten Abarten betroffen sind hauptsächlich hellfühlige Personen, die von ihren übersinnlichen Wahrnehmungen in eine folgenschwere Abhängigkeit getrieben werden. Sämtliche Veranlagungen können auch durch Um- oder Besessenheit zutage treten. Hier waren die Abnormitäten anfangs nur latent vorhanden, sie würden ohne das Gewicht der bedrängenden Wesenheiten nicht oder nur ansatzweise ausgelebt.

Jede Verirrung kann mit Gottes Hilfe besiegt werden. Jede seelische Wunde heilt an des Vaters Herzen. Jeder Mensch, der mit einer sexuellen Perversion oder unkontrollierbarer Triebhaftigkeit belastet ist, hat die Möglichkeit, diese zusammen mit Jesus Christus zu überwinden und in seinem Geiste zu gesunden.


Der sexuelle Akt ist die größtmögliche körperliche Vereinigung von Mann und Frau, wobei die Libido der Frau zumeist mehr als die des Mannes vom Aspekt seelischer Einheit geprägt ist.

Vorgesehen ist dieser Akt eigentlich zur Zeugung von Nachkommen und dient somit dem Fortbestand und der Vermehrung der Menschheit. Dies ursprüngliche Motiv ist aber oft unerwünschte Nebenerscheinung. Die sexuelle Begierde hat das Zepter fest in der Hand, sie hat den Vorgang der Zeugung zur hemmungslosen Befriedigung auf jede nur erdenkliche Art und Weise degradiert.

Je mehr geistige Gewichtung der Beischlaf bekommt, umso weniger wird die Seele dabei ins Fleisch gezogen und verunreinigt. Möchte das Paar in der Tat göttliches Leben verwirklichen, wird es den Geschlechtsverkehr nur ausführen, um einer zum Menschsein gereiften Seele die Erdentüre zu öffnen.

Zuvor bittet es den himmlischen Vater um seinen Segen. Das gebende Herz des Mannes und das empfangende Herz der Frau finden und berühren sich, fließen ineinander, werden eine Flamme, die zu ehren der Liebe brennt. Kinder, die aus einer solchen Zeugung hervorgehen, sind ausgestattet mit vielerlei Gaben des Himmels. Bei rechter Erziehung werden sie nicht nur zum Segen für ihre Eltern, sie beglücken ihre Mitmenschen mit Sanftmut, Liebe und Weisheit, die rein aus ihren Herzen kommen. In der neuen Zeit werden sie die Menschheit lehren und hineinführen in das Zeitalter des Friedens und der Liebe.

Den Geschlechtsakt gibt es auch im Jenseits. In den Sphären der Besessenheit offenbaren sich die mitgebrachten sexuellen Auswüchse in ihrer geistigen Entsprechung. Dabei kommen nicht selten groteske und abstoßende Vorstellungen zustande, die aber nur im göttlichen Licht wahrgenommen werden können -die Gefallenen selbst sind sich ihrer Entstellung nicht bewusst.

In den himmlischen Sphären beinhaltet der Liebesakt die Vereinigung von Mann und Frau mit dem Höhepunkt des Zusammenfließens der jeweils göttlichen geschlechtsspezifischen Eigenschaften. Unendlich zärtlich ist dieser Akt, voller Anmut und Würde, ein intimes Eintauchen in die ursprüngliche Einheit, eine Beschau der Göttlichkeit des Seelenpartners. Hier erkennen sich beider Herzen in einer nie geahnten Tiefe, hier berührt man die intimsten Bewusstseinsfelder des oder der Liebsten.

Hier vereint sich der Mann – der als ursprünglich zweigeschlechtlicher Geist in der Polarität universeller geistiger Schöpfung als einheitliches negatives Lebensprinzip die göttliche Liebe empfängt, als Abbild Gottes aber auch mit eigener Polarität ausgestattet ist und in seiner positiven geist-seelischen Wesenheit Überbringer der göttlichen Liebe – wieder mit der ihm entnommenen weiblichen Individualität, die nun, dem männlichen Part vollkommen gleichgestellt, von diesem die Liebe Gottes mittelbar, in ihrer gotteskindschaftlichen Eigenständigkeit unmittelbar von ihrem Vater und Bräutigam Jesus Christus empfängt.


Die Macht der Liebe der Frau

Anmut, Sanftmut, Güte und weisheitsvolle Geduld sind Werkzeuge, die, verborgen in der Tiefe des weiblichen Herzens, die Frau in ihrer demutsvollen Hingabe an die göttliche Liebe vervollkommnen. Sie sind auch mächtige Waffen, die das männliche Herz überwältigen. Härte und Strenge des Mannes entblößen und besänftigen sich in der unverhüllten Zartheit wahrhaftiger Weiblichkeit – so geöffnet finden beide Seelen ineinander. Die göttliche Liebe vereint ihre Herzen zu einem Herzen. Mann und Frau werden ein Wesen, bilden zusammen ein Bewusstsein – sie sind eins und sind doch zwei.

In des Vaters Gnade darf ich diese Einigkeit betrachten, und finde nur schwer noch Worte … Zu zweien eins zu sein in himmlischem Einklang, dieses gemeinsame Eintauchen in immer neue Erkenntnisebenen mit dem Erleben wundervoller göttlicher Lebensinhalte, dieses einhellige Beschauen unendlicher schöpferischer Realität – das sind Geschenke unseres himmlischen Vaters aus seiner unermesslichen Liebe, um seinen Kindern größtmögliche Glückseligkeit in alle Ewigkeit zu bereiten.


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