Jenseits

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

“Die Seele kann nur auf dem Boden stehen,

den sie sich selbst bereitet hat.”

Der geistige Tod gebiert die irrtümlichsten und abartigsten Vorstellungen außerkörperlicher Existenz. Vielfach wird an ein allgemein gültiges Aufgehen in ein übergeordnetes Bewusstsein oder in ein `höheres Selbst´ geglaubt. Manche freuen sich auf das Eingehen ins Licht oder gleich auf den Freischein in den Himmel. Andere erwarten ernsthaft ein Paradies mit Ess- und Trinkgelagen oder zu Diensten stehenden Jungfrauen. In fernöstlichen Religionen wird der Reinkarnations-Glaube an schier endlos viele irdische Wiedergeburten mit anschließendem Eingehen ins Nirwana oder Moksha verbreitet. In einigen Glaubensvereinen wird man sogar wieder zum Tier. Und so gibt es noch eine Vielzahl weiterer verkehrter und absurder Vorstellungen jenseitiger Verhältnisse.

Viele Menschen sind der Meinung, dass das Jenseits so beschaffen ist, dass man es nicht beschreiben kann. Die meisten glauben aber nicht an ein Leben nach dem Tod. Sie sagen, dass man das überhaupt nicht wissen kann, denn: “Es ist ja noch keiner zurück gekommen!” Für sie ist tatsächlich keiner zurück gekommen. Für die, die aufrichtig eine Antwort suchen, schon. Die folgenden Texte wollen all den verkehrten Ansichten jenseitiger Existenz entgegenwirken und die dortigen Verhältnisse so gut es geht wahrheitsgetreu darstellen.

Vorweg soll über das in vielen Jenseitsberichten geschilderte Eingehen ins Licht aufgeklärt werden, das aufgrund sogenannter Nahtod-Erfahrungen in der Öffentlichkeit Verbreitung gefunden hat:

Bis auf wenige Ausnahmen haben nur Personen mit guter Gesinnung und geistiger Offenheit eine konkrete Rückerinnerung an ihre Jenseitsweltwelt. Da im Zustand des Nahtodes das Bewusstsein noch an den Körper gebunden ist, sehen sie ihre lichte Sphäre wie von ferne – das `Licht am Ende eines Tunnels´. Gemäß ihrer geistigen Wachheit offenbaren sich ihnen ihre in der Seele gespeicherten Erinnerungen. Sie empfinden das zumeist so, als ob ihr irdisches Leben in Sekundenschnelle an ihnen vorbei ziehen würde. Doch in Wirklichkeit erleben sie einen unmittelbaren Gesamteindruck seelenspezifischer Prägungen mitsamt deren wahrheitsgetreuen Auswirkungen.

Je heller das Herzenslicht, umso klarer das Verständnis für alles vergangene und jetzige Geschehen. Manche dürfen `weitersehen´, sie haben Kontakt mit Verstorbenen oder Engeln. Dies ist vornehmlich bei liebegläubigen und herzensguten Menschen der Fall.

Äußerst selten erinnern sich sehr materiell oder böse gesinnte Personen nach einem irdischen Wiedererwachen an ihr jenseitiges Erleben – und wenn, dann nur in einzelnen Sequenzen und albtraumhaft. Das liegt in der Natur der Sache, denn ihre seelische Sphäre ist finster und entbehrt jeglicher Klarheit und Lebendigkeit. Hätten sie eine deutliche Rückerinnerung und berichteten von ihrer trostlosen Erfahrung, wir würden vermutlich ein geistorientierteres und liebevolleres Dasein vollbringen.

(Anmerkung: Licht im Jenseits versteht sich natürlicherweise geistig, es offenbart geistige Verhältnisse in einer geistigen Welt. In den Himmelswelten ist es die geistige Sonne, die alles Leben zuinnerst in Liebe vereint und daraus in Weisheit erleuchtet.)


Wechselwirkungen und Zusammenhänge Diesseits – Jenseits

“Wo ist das Jenseits eigentlich?” fragt sich so mancher. “Gibt es Örtlichkeiten irgendwo im Universum, an denen die verstorbenen Seelen sich befinden? Ist das Jenseits überhaupt ortsgebunden?”

Im Verlauf der kosmischen Evolution entstanden in allerlei gedanklichen `Einbildungen´ sowie den unterschiedlichsten Interpretationen von Leben und Tod trennende Bewusstseinsräume. Diese relativen Sphären bilden das zeit- und raumgebundene und somit veränderliche Fundament diesseitiger und jenseitiger Existenz, das von ihren Gläubigern vor und nach dem Verlassen des Körpers bewohnt wird.

Da im derzeitigen Schöpfungsgeschehen eine Entwicklung vom materiellen ins geistige Dasein erfolgt, bestehen eine bewusstseinsbedingte Wechselwirkung und Anziehungskraft zwischen Materie und Geist, zwischen Diesseits und Jenseits. Aus diesem Grund findet sich alles nicht im Gottesgeist wiedergeborene Leben zunächst in, auf und über den jeweils zuvor bewohnten Sternen, Planeten und deren Trabanten wieder und verweilt dort je nach Intensität der seelisch-materiellen Verstrickung über eine kurze oder längere Zeitspanne.

Dass sich das Jenseits der Bürger des Universums vorerst zumeist in deren jeweiliger Weltensphäre befindet, ist demnach in der individuellen Verhaftung an die vorangegangene Inkarnation begründet.

Erst wenn eine Seele sich von allen Schlacken und Abhängigkeiten ihres planetarischen Aufenthaltsortes gelöst, beziehungsweise alles ihr Angehörige von dort erlöst wieder in sich aufgenommen hat, verlässt sie dessen Umkreis und steigt auf in lichtere Sphären, die sich, je nach dem Grad ihrer Liebe, stetig näher am Ursprung und Lebensmittelpunkt des geistigen Kosmos befinden: Der Himmel. Dieser hat aber nur als gemeinsame Wohnstatt glückseliger Geister eine örtliche Bestimmung. Da himmlisches Bewusstsein allgegenwärtig ist, ist ein im Geiste wiedergeborener Mensch, gleich wo er sich aufhält, stets im Himmel, da er diesen in sich trägt.

Göttliches Leben ist also überall zugegen, da es über, beziehungsweise außerhalb von allen Abgrenzungen und Trennungen wirkt und nicht an relative Welten gebunden ist. Der erwachten Seele zeigt sich die Schöpfung als lichterfüllte, allerlebendigste, wahrhaftigste Wirklichkeit, in die sie nun eingeboren ist. Das Herz Gottes ist die Quelle der Liebe, die den Himmel bildet und nährt. Dieses belebende Zentrum übt, sowohl im stofflichen als auch im geistigen Kosmos, eine starke Anziehungskraft auf alles geschaffene Dasein aus. Jeder Mensch ist in seinem Herzen mit dieser Quelle verbunden und wird gemäß seiner Hingabe von ihr belebt und ernährt. Nur hier kann jeden erschaffenen Lebens Sehnsucht wahrhaftig und ewig gestillt werden.


Während mein Körper gemütlich im Stuhl sitzt, existiere ich als von ihm unabhängiges Bewusstsein. Dergestalt knie ich vor Jesus. Tief berührt mich seine Liebe – er reicht mir seine Hand und eine innige Umarmung entrückt mich in die geistige Welt.

In der Liebe zu Gott ist das Verlassen des Körpers ein angstfreies und selbstverständliches Eingehen ins jenseitige Dasein. Der Tod kann seinen Schrecken allein in der Identifikation mit der Materie verbreiten; sie bindet die Seele an Zeit und Vergänglichkeit. Dies erzeugt zum einen Todesangst, zum anderen verhindert es den freien Übergang ins Jenseits.

Ist ein Mensch erwacht, richtet sich das seelische Bewusstsein nach innen aus, die Verhaftung an die äußere Welt löst sich. Der Tod ist dann nichts weiter als ein naturgemäßes Ausziehen des Leibes, ohne dass man das Sterben fühlt – eine Todesohnmacht ist nicht unbedingt erforderlich. Man geht einfach endgültig durch die Herzenstür in seine geistige Sphäre.

Indem man sein Jenseits in sich betritt, geht man auch zugleich nach außen weg, denn Bewusstsein bildet sich immer von innen nach außen – so auch alles Leben.

Dem materiegebundenen Verstand verschließt sich die logische Einsicht in dies übersinnliche Geschehen. Da es sich dabei um rein geistige Vorgänge handelt, können diese allein mit dem Herzensgeist begriffen werden. In ihm verborgen ruht der Beweis der hier dargestellten Einsicht in das Wesen des Lebens und des Todes.


Immer wieder liest oder hört man, dass Seelen vorübergehend ihre leibliche Wohnstatt verlassen: Yogis treten aus ihren Leibern, geistig Fortgeschrittene berichten von Astralreisen; manche Personen bezeugen, sie befanden sich in einer speziellen oder prekären Situation plötzlich neben respektive über ihrem Körper.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies durchaus möglich ist. Bei begrenzten Körperaustritten bleiben alle Leibesfunktionen erhalten; Glücksgefühle sowie Angst oder Traurigkeit, die die Seele in den geistigen Welten erlebt, erzeugen energetische Wellen, die von den diesseits Umstehenden wahrgenommen werden können. Verweilt eine Person im Jenseits, ist ihre Lebenskraft also nach wie vor im Leib vorhanden, ein `Energieband´ erhält ihn lebendig.

Auch Seelen, deren Körper künstlich am Leben erhalten oder wiederbelebt werden, bleiben an diesen gebunden, obwohl sie sich in ihren jenseitigen Sphären befinden. Erst beim letztendlichen Austritt wird die Verbindung getrennt – die Seele geht durch ihr Herz hinein und hinaus in ihre selbstgeschaffene Sphäre, was ein und dasselbe ist. Da sie den Leib endgültig verlässt, kann dieser nun in die Verwesung übergehen und sie wird sich im Verlauf dieses Prozesses ihre erdgebundenen Anteile wieder zurückholen.

(Anmerkung: An dieser Stelle könnte man von den verschiedenen Funktionen des Äther- und Astralleibes sprechen. Ohne praktische Einsicht kann man jedoch nur theoretisch in die entsprechenden Bereiche vordringen, was lediglich zu einer abstrakten Betrachtung befähigt. Dem liebenden Gotteskind eröffnen sich geistige Verhältnisse ohnehin zur rechten Zeit wahrheitsgemäß und umfassend.)

Es ist von enormer Wichtigkeit, sich bereits im körperlichen Dasein als Seelenwesen zu begreifen. Denkt und handelt man gemäß dieser Einsicht, verliert der geistige Tod an Einfluss und der leibliche Tod seinen Schrecken. Lebt man in Liebe zu Jesus Christus, wird der Austritt aus dem Körper gar zum Freudentag.

Wir Menschen sind im Grunde nichts anderes, als für einen kurzen Zeitraum mit Materie umhülltes, unvergängliches, göttliches Selbstbewusstsein. Dies ist keine theoretische Aussage, sondern Offenbarung aus dem Erleben im Gottesgeist.


Jenseitige Verhältnisse und das traurige Los materieverfallener und liebloser Seelen

Vorab zum besseren Verständnis: Obwohl sich Verstorbene in ihren Sphärenwelten aufhalten, nehmen sie die irdische Umgebung, in der sie sich aufgrund ihrer materiellen Verhaftungen weiterhin befinden, auf die eine oder andere Weise wahr. Es kommt zu einem beständigen Ineinandergreifen von Diesseits und Jenseits.

Praktisch sieht das so aus: Eine verstorbene Seele durchwandert ihr lichtloses und karges Jenseits auf der Suche nach Nahrung oder Kontakt. Ihre mitgebrachten Abhängigkeiten und Begierden binden sie zugleich an die entsprechenden irdischen Orte. Dies können die frühere Behausung sein, die Wohnstatt einer geliebten, aber auch gehassten Person, oder Aufenthaltsorte von Erdenbürgern mit analogen Verhaltensweisen und Begehrlichkeiten. Je nach Zustand verbindet sie sich passiv instinktiv oder aktiv entschieden mit ihrem Verlangen entsprechenden diesseitigen Gedankenbildern. Dadurch nimmt sie unterschwellig am weltlichen Geschehen teil und ist zugleich Gefangene ihrer gottlosen Sphäre.


Stirbt ein Mensch, bildet die geistige Verfassung, die er im Laufe seines irdischen Daseins erzeugt hat, seine jenseitige Wohnstadt. Im Jenseits erschafft er seine Umgebung also komplett aus sich selbst, während ihm in den stofflichen Inkarnationen Sterne und Planeten als existenzielle Grundlagen gegeben sind, auf der die verschiedensten Bewusstseinswelten ständig ineinander greifen.

Wie bei Gott ist auch im Menschen Liebe die Schöpferkraft, die seine Existenz inhaltlich und umfassend bestimmt. Im Diesseits erzeugen Hingabe und Hilfsbereitschaft freilich nicht unbedingt ein entsprechendes Umfeld, die liebevolle Seele verliert aber auch in misslichen Umständen ihre herzgeistige Verbindung nicht -in ihrer Sphäre schwingt sie stets in Resonanz mit der Liebe Gottes, wodurch ihr die unvollkommene Welt im göttlichen Licht ersichtlich ist. Diese ihr bereits auf Erden zu eigen gewordene Lebensqualität mündet in der jenseitigen Vollendung in eine Existenz von unvorstellbarer Schönheit, immerwährendem Frieden und grenzenloser Glückseligkeit.

Hat man während des Erdenaufenthalts seinen Herzensgeist nicht ansatzweise erweckt, ist man geistig gestorben. Nach dem Ableben bleiben der Seele lediglich die Einprägungen ihrer egoistischen Inkarnations-Tätigkeiten, die nun ihre sphärische Umgebung bilden. Darin fristet sie nicht selten ein klägliches Dasein, denn diese Landschaften sind zumeist nicht sehr ansehnlich – in den geistigen Gefilden spendet allein Liebe Licht und Schönheit. Da der Seele Zustand ihr Jenseits bildet, hat sie nicht die Möglichkeit die Örtlichkeit zu wechseln, denn `drüben´ gibt es nur bewusstseinsbedingtes Weiterkommen (geistiger Fortschritt). Solange sie ihrem verkehrten Wollen verhaftet ist, ändert sich die Qualität der Umgebung nicht.

Aufgrund gegebener Gesetzmäßigkeit zieht sich gleich und gleich an, übereinstimmende Bewusstseinsfelder vereinigen sich zu seelischen Sphären mit gleicher Ausrichtung, deshalb kommen die Verstorbenen bald in Kontakt mit Ihresgleichen und erleben ihr liebloses und verkehrtes Verhalten wiederholt an sich selbst.

Regelmäßig betreten hilfebedürftige Geister die dunklen Sphären. Dieser Umstand ermöglicht den selbstsüchtigen Bewohnern barmherzige Nächstenliebe, die in der Tat zu einer Verbesserung ihrer verwahrlosten Gestalt und zur Erhellung ihrer Welt führt. Dadurch kommen sie zu einer klareren Einsicht ihres armseligen Zustandes, was in ihnen das Verlangen nach Wahrem und Gutem verstärkt. Dies Begehren eröffnet ihnen den Weg ins Licht, der sich gemäß der Sehnsucht nach reiner Liebe gestaltet.

Bei arg verfinsterten Individuen sind jedoch nicht selten Jahrhunderte, ja Jahrtausende nötig, um deren seelische Betonierung aufzubrechen. Ein Heer von Geistern ist dabei behilflich. Ihre größten Stärken sind Geduld und göttliches Erbarmen.


Hängt jemand krampfhaft an seinem weltlichen Status, seinem irdischen Besitz und seinen körperlichen Begierden ist der Todeskampf oft ein erbärmlicher – der Mensch stemmt sich mit aller Kraft gegen den Leibesaustritt, der zum verzweifelten Kampf ums scheinbare Überleben wird. Drüben kommt er blind und armselig an. Dergestalt bereist er seine Bewusstlosigkeit auf der Suche nach Nahrung und Licht. Allerdings sucht er nicht nach geistigem Gut, sondern sehnt sich weiterhin nach den früheren Besitztümern und irdischen Genüssen. Ihm steht ein beschwerlicher Weg bevor, bis er die irdischen Prägungen und Verhaftungen wieder los wird – falls er überhaupt frei werden will, denn das verkehrte Wollen und Lieben ist ja das eigentliche Problem auf dem Weg in die Freiheit.

Die Beschaffenheit der jenseitigen Sphäre ist also nicht fremdbestimmt; es ist der Mensch selbst, der sich mit und in seiner fehlgerichteten und verirrten Liebe seiner göttlichen Identität beraubt oder sich in wahrer Liebe damit beschenkt.

Gott ist fürwahr kein Richter. Er stellt seinen Geschöpfen die Räumlichkeiten für alle Lebens- und Todesweisen zur Verfügung, damit sich in deren freiem Willen alle möglichen Bewusstseinszustände erfüllen können, seien sie gottfern (lichtlos) oder gottnah (lichterfüllt). Eine größere Freiheit kann es nicht geben.


Wie der Baum im Diesseits fällt, so bleibt er im Jenseits liegen.

In ihrer jenseitigen Sphäre ist die Seele alles sie Umgebende eigentlich selbst. Ein Verlassen ihrer Unwissenheit und Verkehrtheit kann nicht leichtlich vonstatten gehen, da sie sowohl in sich als auch außer sich nur ihren eingebildeten Zustand sieht und kennt. Wirklichkeitsgetreue Einblicke in ihren und wahrhaftige Ausblicke aus ihrem trügerischen Kosmos bleiben ihr verwehrt – Selbsterkenntnis ist so nicht möglich.

Oft kann erst in langwierigen Läuterungsphasen (quasi Entziehungskuren) eine schrittweise Abschwächung der auf Erden erzeugten Leidenschaften und Abhängigkeiten, die ständig in Resonanz mit der sphärischen Umgebung schwingen, stattfinden, auf dass das Bewusstsein allmählich an Licht und Liebe zunimmt.

Nicht so im Körper. Was der Erdengeist gegeben hat, muss er wieder zurücknehmen. Deshalb ist das Ablegen und Überwinden seelischer Unzulänglichkeiten im Diesseits wesentlich leichter als im Jenseits.

Lebt ein in Sünde gefallener Mensch im Licht dieser Erkenntnis, verwendet er all seine Kräfte dahingehend, seiner Seele widergöttliche Neigungen und Fehlhaltungen bereits im irdischen Dasein in der Gottesliebe zu befreien. Seine Unvollkommenheiten sind und bleiben somit Eigentum der Erdenwelt.

Darum ist es von enormer Wichtigkeit, an sich zu arbeiten und dem Geist der Liebe und der Wahrhaftigkeit das Zepter seines Lebens zu übergeben. Dann ist nach dem Verlassen des Leibes der Weg in die himmlische Heimat schnell gegangen.


Wie bereits ausführlich dargestellt, ist sowohl der Bewusstseinszustand als auch das daraus hervorgehende Handeln für Inhalt und Beschaffenheit jenseitiger Sphären verantwortlich.

(Anmerkung: Da wir nur oberflächlich im Diesseits existieren, als Seelen-Menschen uns im Grunde fortwährend in der geistigen Welt befinden, tragen wir in einer planetarischen Inkarnation natürlich ebenfalls eine Jenseitswelt in und um uns, die wir durch verschiedenste Lebensumstände wahrnehmen, welche wir in der Regel als Schicksal und Zufall bezeichnen.)

In den jenseitigen Gefilden erschaffen die mitgebrachten Prägungen und Verhaltensweisen aber nicht nur die landschaftliche Umgebung, auch diverse Wesenheiten werden als zeugnisgebendes Bildnis wahnhafter Begierden sichtbar, die von der Seele verirrter Liebe in ihren Erscheinlichkeiten gehalten werden. Dem Sehenden offenbaren sich hier wahrlich groteske Vorführungen und Auswüchse. Die abartigen Fegefeuer-und Höllendarstellungen entspringen solchen Jenseitsvisionen. Es sind dies aber nur schaubare Analogien seelischer Zustände und Vorgänge, keine Wirklichkeiten.

Die Bewohner solch gefallener Seelen-Welten nehmen ihre Nöte und Qualen zumeist nicht als solche wahr. Sie kennen sich nur so – für ihr wahnhaftes Bewusstsein ist es ihr Normalzustand, wodurch sie ihr Verhalten gerechtfertigt finden. Erst im Erwachen wird ihnen ihre Geisteskrankheit ersichtlich.


Die tatsächlichen Gemütsverfassungen und Befindlichkeiten eines Menschen sind nur im göttlichen Licht spür- und schaubar. Im Standpunkt des Diesseits erlaubt diese Sichtweise dem erwachten Betrachter eine leise Wahrnehmung der psychischen Beschaffenheit einer Person bis hin zur klaren Einsicht in deren Sphäre, sprich Seele.

In der geistigen Welt ist der seelische Zustand formal ersichtlich, denn dieser bildet die wesenhafte Gestalt und natürlicherweise auch die entsprechende Umgebung. Ist ein Mensch bereits im Erdenleben derart erwacht, dass er in beiden Welten lebt, sieht er die Verfassung einer Person falls erforderlich auch in deren jenseitiger bildhaften Offenbarung.

Eine geistig tote Seele nimmt sich jenseits jedoch nicht in ihrer analogen Entstellung wahr, denn sie sieht ihre reale Beschaffenheit nicht. Macht man sie auf ihre Verwahrlosung aufmerksam, wird sie darüber spotten oder verärgert von dannen ziehen. In ihrer Verblendung sieht sie sich nicht in der Manifestation ihrer Bewusstseinsstörung, sondern in ihrer eingebildeten Erscheinung. Das ist auch im Diesseits zumeist der Fall.


Vor Gott zählt allein der Beweggrund einer guten Tat. Das Ausmaß einer Hilfeleistung spielt keine Rolle. Selbst der Welt größte Gönner, die `freigiebig und mildtätig´ (vielleicht auch aus steuerlichen oder anderen eigennützigen Gründen?) ihre überflüssigen Millionen in sogenannte Wohltätigkeits-Organisationen und Hilfsprojekte stecken, stehen im Jenseits recht klein da neben einem Armen, der in barmherziger Liebe sein letztes Stück Brot mit einem Bruder oder einer Schwester geteilt hat.

Was die Welt bewundert und bejubelt, ist oft sehr klein vor Gott und was die Welt belächelt und kaum beachtet, ist wahrlich groß vor Gott.

Ist jemand zuvorkommend und freundlich zu seinen Mitmenschen und hat dazu noch ein einnehmendes Äußeres, wirkt dieser Mensch nett und sympathisch. Doch kann seine jenseitige Gestalt dunkel oder missgebildet sein und seine Sphäre kalt und leer, wenn er aus verborgenem Eigennutz oder Selbstgefälligkeit handelte.

Eine uneigennützig liebende Person kann in einem unansehnlichen Körper wohnen und für die Welt verschlossen oder verschroben wirken, ihre Seelengestalt und Sphäre sind jedoch bereits im Diesseits erfüllt von Licht und Liebe.


Den Himmel kann der Hochmut nicht betreten, “eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr.” Nicht die Reichen und Mächtigen, die bekannten Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, die Prominenz aus Schauspielerei und bildender Kunst, die Stars aus Musik und Sport sind es, die im Jenseits eine besondere Position darstellen. Sie wurden nur auf Erden von der manipulierten Masse verehrt und bewundert.

Diese hochgestellten Personen tun sich `drüben´ schwer, ihren Status loszulassen und sich in den Dienst der Nächstenliebe zu stellen. Unter einen Bettler wird sich ein reicher und hochgeachteter Künstler oder Wirtschaftsmagnat nur schwer beugen, um diesem mit all seinen Kräften zu dienen. Jemand, der hohe Ämter bekleidete und stets in feinen Kreisen verkehrte, wird nur schwerlich von seinem Thron herabsteigen und seinen minderbemittelten Nächsten in Liebe und Geduld zur Seite stehen. Aber auch Kirche und Geistlichkeit, die gerne im Gewand der Demut auftreten, finden im Jenseits selten Eingang in die himmlische Glückseligkeit, denn die Zurschaustellung ihres Glaubens war zumeist auf dem Thron von Machterhaltung und Selbstdarstellung errichtet.

Wahrlich, Gottes Herz schlägt vor allem für die Schwachen und Erniedrigten und nicht für die Reichen und Mächtigen, die sich ihre Hände nicht schmutzig machen – außer an den Geldscheinen, die sie mit aller Macht festhalten, und an den Lobhudeleien, mit denen sie ihre schwarzen Herzen übertünchen. Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

Die sich liebevoll aufopfernden Pflegekräfte in den Altenheimen und Krankenhäusern; der unansehnliche Hilfsarbeiter, der, obwohl wegen seiner geringen Intelligenz oftmals belächelt, den Mitmenschen sein Herz nicht verweigert; die allzeit hilfsbereite Nachbarin, die sonst niemand beachtet; die kinderreiche Familie, hausend in einer Baracke und trotzdem nicht im Neid verbittert – das sind Beispiele wahrer Helden, für die Gott einen Platz in seinem Herzen bereitet hat.

Doch setzt der Himmel nicht unbedingt Armut oder schwierige Lebensverhältnisse voraus. Auch ein wohlhabender Mensch, der seinen bedürftigen Geschwistern herzlich zur Seite steht, hat sich bereits im Erdendasein eine jenseitige Welt aus Licht und Liebe errichtet. Allein der Zustand des Herzens öffnet oder verschließt die Tür zur Heimkehr ins Vaterhaus.


Das jenseitige Kinderreich Aufgabenbereiche im Jenseits

Es gibt nichts Schlimmeres für Eltern, als wenn ihr Kind leidet und stirbt. Verständlicherweise versuchen Mutter und Vater alles Erdenkliche, um ihr Kind am Leben zu erhalten. Auch eine Organtransplantation kann man in der Eltern Hinblick auf die scheinbare Endgültigkeit einer tödlichen Trennung nachvollziehen.

Ganz anders sieht so eine Situation aus, wenn man sie von geistiger Warte aus betrachtet. Die von der Erde genommenen Kinderseelen werden im Jenseits offenherzig erwartet und liebevoll gesund gepflegt. (In diesen Kinderheimen herrscht eine unvergleichliche Lebendigkeit. Die Unschuld und Reinheit der Kinderaugen dringen tief in mein Herz.)

Danach werden sie gemäß der individuellen Talente in den Liebe-Ausbildungsstätten in die göttliche Lebensweise eingeführt. Ihr weiteres Wachstum wird sie nun stetig näher zum Vater hinführen, bis er schließlich selbst auf den Plan tritt. Behutsam offenbart er sich seinen Kindern – manchen rein im Geiste, anderen auch persönlich. Jetzt haben sie ihre Bestimmung erreicht.

Als junge Erwachsene treten sie sodann in die verschiedensten Berufe ein. Einige gehen als Schutzgeister wieder zur Erde, um Kindern und Jugendlichen in den irdischen Flegeljahren mit ihrer ausgeprägten Geisteskraft beizustehen und sie wenn möglich vor dem Schlimmsten zu bewahren. Manche begleiten eine Person ein paar Jahre – manche ein Leben lang. Andere empfangen die im Jenseits Ankommenden; sie sind hilfreich beschäftigt, dass vom rechten Weg Abgekommene sich in ihren Sphären zurecht finden und sich nicht noch tiefer in ihren Irrtümern verlieren. Wieder andere besuchen als göttliche Gesandte zur Reife gekommene Welten und bringen die frohe Botschaft vom zugänglichen Vatergott in Jesus Christus. Etliche ordnen und organisieren die Naturreiche von Planeten, weiter Fortgeschrittene lenken in Gottes Willen die Bahnen von Gestirnen im materiellen und geistigen Kosmos.

Und so gibt es vielerlei Tätigkeiten im großen Jenseits, die sowohl von den früh als auch spät Abberufenen ausgeführt werden. Da die Betätigungen ihren Veranlagungen ganz und gar entsprechen, vollbringen sie die jeweiligen Aufgaben mit ganzer Hingabe und in großer Glückseligkeit.

Im Hinblick auf solch wundervolles jenseitiges Dasein ist es für Eltern vielleicht leichter, ihr dem Leibestod geweihtes Kind freizugeben und es liebevoll auf die Reise in die wahre Heimat vorzubereiten, anstatt mit allen erdenklichen Mitteln eine künstliche Lebensverlängerung zu erwirken. Ja, große Freude zieht ein in die Elternherzen, im Wissen, dass ihr Kind im Geisterreich eine besondere Betreuung erhält, auf dass es sein Schöpfungsziel sicher erreicht. Und voller Freude wird es als vollendeter Geist seine Eltern eines Tages an der Pforte zum Jenseits in Empfang nehmen, um ihnen den Weg ins Vaterland zu zeigen und sie dorthin zu geleiten.


Gegebenheiten der lichten Jenseitswelt

Der Himmel

Diejenigen, die im Erdendasein nicht allein ihren niederen Instinkten folgten und nicht nur zum Selbstzweck lebten, insgesamt aber doch mehr oder weniger fern wahrhaftiger Gottesliebe dem Wohlleben dienten, kommen je nach Zustand früher oder später in die Kranken- und Schulungsheime des Zwischenreiches, wo sie gepflegt und unterrichtet werden, und woraus anschließend die schwere Arbeit des Nachholens von Versäumtem beginnt (Körper).

Diejenigen, die auf Erden das Gute und Wahre liebten und lebten, kommen im Jenseits leichter voran, da sie die Voraussetzungen für die göttliche Liebe-Einstrahlung mitbringen. Angeleitet von Führungsgeistern schreiten sie zügig vorwärts, wobei sich ihre Umgebung kontinuierlich lichterfüllter und paradiesischer gestaltet. Nach Ablegung noch vorhandener Mängel werden sie für eine ihrer Liebefähigkeit entsprechende Himmelsregion vorbereitet (Seele).

Diejenigen, die auf Erden aus Liebe zum Vater in seinem Willen leben, befinden sich bereits im Leib in der geistigen Heimat. Sie haben sozusagen abgekürzt und sind den schmalen, aber direkten Pfad gegangen, den die Welt nicht kennt. Sie erwarten den Übertritt voller Freude und sind mit ihrem ganzen Sein bereit dafür. Sie erleben keinen Tod, sondern gleiten schon aus dem Körper, bevor dieser seinen letzten Atemzug aushaucht. Drüben geleitet sie Jesus in ihre himmlische Wohnstatt, wo sie von ihren Geschwistern jubilierend empfangen werden (Geist).


Wie zuvor eingehend beschrieben, sind die jenseitigen Wohnstätten zustandsgeformt und unterliegen der Relativität ihrer Bewohner. So viele Seelenbeschaffenheiten es gibt, so viele Jenseitswelten gibt es.

Erwacht eine Seele aus ihrem jenseitigen Wahntraum, sieht sie ihre Welt ganz anders als zuvor. In der Einstrahlung des göttlichen Liebelichts schaut sie jetzt die Missstände ihrer Gestalt und ihrer Umgebung, sprich ihres fehlgerichteten Bewusstseins. In der Ferne sieht sie das Licht, das ihre Sphäre nun erleuchtet und das sie gleichsam magnetisch anzieht. Freudig weist sie ihre Mitbewohner auf diesen Umstand hin. Einige schenken den Worten Glauben, erwachen darin und schließen sich an, andere bleiben lieber in ihrer gewohnten Örtlichkeit. Hier gibt es keinen Unterschied zum diesseitigen Aufzeigen des Gottesweges.

Gemeinsam machen sie sich auf in lichtere Gefilde, treffen auf andere, die auch diesen Pfad beschreiten. Immer heller wird es in ihnen, gar schön sind sie schon anzuschaun. Bald erkennen sie das ferne Licht als Sonne der Liebe, das sie jetzt mehr und mehr durchdringt. Da sie sich in dieser Erfüllung zunehmend der Beschaffenheit der Sonne angleichen, können sie sich ihr beständig nähern. Schließlich werden sie zu Bewohnern des Landes, welches von der geistigen Sonne erwärmt und erleuchtet wird. Je nach Liebeskraft gehen sie ein in die dort herrschenden seligmachenden Zustände und Befindlichkeiten. Die Geister, die sich ganz und gar in der Vaterliebe gefunden haben, gelangen schließlich zu den Toren einer Stadt aus Licht und Liebe: Das himmlische Jerusalem.

Hier offenbart sich unveränderliche und unumstößliche Wirklichkeit. Hier löst sich jede noch vorhandene Projektion auf, jede Vorstellung wird hier zunichte. Erst im Himmel verlässt der Mensch endgültig die vergängliche und relative Zustandswelt und tritt ein in die unveränderliche Wahrhaftigkeit absoluten Seins. Hier bezeugt sich Wahrheit im Licht der alles erfüllenden Liebe Gottes: Jesus Christus ist Schöpfer und Erhalter allen Lebens in Ewigkeit und Unendlichkeit. Er allein ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.


Genauso wie sich im Jenseits Umgebung und Behausung gemäß des Zustandes einer Seele gestalten, so wird sie auch mit der ihrer Beschaffenheit entsprechenden Bekleidung umhüllt. Diese bildet sich gewissermaßen aus ihrer Herzensliebe heraus. Man muss also nicht wie auf Erden nach einem passenden Gewand suchen und typgerechte Farben und Formen finden, es wird einem als Bildnis der Liebe-Wahrhaftigkeit angetan.

Je liebevollkommener ein Geist, desto strahlender ist seine Gewandung. Gar herrlich sind die Himmelsbewohner anzusehen, wenn sie sich in ihrer Engelspracht offenbaren. Dies können sie allerdings lediglich bei Personen, die entweder in einer Schau `nur´ den bildhaften Eindruck himmlischen Glanzes wahrnehmen, oder, selbst zu Licht geworden, beim Anblick dieser Sonnen keinen Schaden nehmen. Ein verweltlichter Mensch würde in der Liebe-Licht-Strahlung dieser Geister erblinden und förmlich verbrennen.

Um sich allenthalben zeigen zu können, sind vollkommene Wesenheiten in der Lage, sich jeglicher Sphäre anzupassen beziehungsweise ihre Lichtgestalt nach Bedarf zu verhüllen. Das ist unumgänglich nötig, da sie ansonsten nicht in der Lage wären, Hilfebedürftige aufzuklären und aus ihren Schattenwelten herauszuführen.


Da Vorwärtskommen in der geistigen Welt allein in der Liebe möglich ist, muss die Mehrzahl der Hinübergegangenen die Fortbewegung dort erst erlernen. Viele Verstorbene kommen zunächst nicht von der Stelle (es gibt nur geistigen Fortschritt), auch wenn sie das bisweilen in ihrem traumatisch-eingebildeten Zustand nicht so empfinden.

Sobald sie mithilfe liebevoller Unterweisung seitens hilfreicher Geister aus ihrer Umnachtung erwachen, erhellt sich ihre Umgebung. Sie erhalten ein Heim, das exakt ihrem Innenleben entspricht respektive sich entsprechend ihrem geistigen Gewahrsein manifestiert. Mit der weiteren Reife gestalten sich ihre Sphären zunehmend liebreicher und harmonischer, darin sie sich frei bewegen können.

Wie auf ihren Welten tun sie das zunächst schrittweise. Im weiteren `Näher mein Gott zu Dir!´ bemerken sie, dass sie mit wenigen Schritten große Entfernungen überwinden. Das kommt daher, dass sie das Ziel mit mehr Liebe im Herzen erfassen. Das Licht der Liebe schenkt ihnen Klarheit über eine Person, ein Objekt oder eine Gegebenheit.

Da im Geisterreich logischerweise Einsicht und Erkenntnis Abstand und Entfernung bestimmen, überbrückt eine entsprechende Erleuchtung jede Distanz augenblicklich. Die Geister sind im Nu an Ort und Stelle ihres Begehrens, sie bilden eine licht- und liebevolle Einheit mit dem gesetzten Ziel.

(Anmerkung: Genauso verhält es sich mit dem irdischen Verständnis in einem Sachverhalt. Versteht man ein Thema vom Grunde aus, erschließt sich dessen Inhalt eindringlich und umfassend; im fundierten Wissen wird man eins mit der jeweiligen Thematik.)

Doch erkennen sie noch nicht, dass sie, als im Gottesgeist lebendig, eigentlich überall gegenwärtig sind und ihr Bewusstsein sich an jedem beliebigen Ort der Schöpfung öffnen kann.

Die Geister der oberen Himmelsregionen haben bereits Anteil an Gottes Allgegenwart. Sie überblicken jegliche Gefilde der materiellen und geistigen Welt, da die in ihnen wirksame göttliche Lebendigkeit allesdurchdringend und allumfassend ist – eigentlich: Da der in ihnen sich verwirklichende Liebewille Gottes das bildende, erhaltende und elementare Fundament der Schöpfung ist.

Ihre Fortbewegung ist im Grunde eine uneingeschränkte Gegenwärtigkeit. Allein in Begleitung unvollkommener Geister passen sie sich deren Fortschreiten an und bewegen sich erscheinlich in zeitlicher und räumlicher Dimension.


Da ich im Verlauf meiner Existenz so manchen Daseinsweg von den lichten Höhen bis zu den tiefsten Abgründen geschaut und durchschritten habe, sind verschiedenste Sphären mehr oder weniger Eigentum meiner Seele geworden. Öffnet mein Geist diese, fühle und sehe ich die dazugehörigen Befindlichkeiten, darin und daraus sich bildliche Verfassungen entfalten. Denn im Jenseits gilt die Formel: Geistiger Zustand = schaubare Umgebung.

In der Hölle

Hier wohnen entstellte Kreaturen, gefangen in ihren wahnhaften Gedankenschöpfungen. Sie sind Sklaven von Hass, Neid, Geilheit, Gier und Gewalt; Selbstgerechtigkeit, Stolz und Hochmut erhalten diese satanischen Eigenschaften wirksam und beständig. Die Erbärmlichkeit ihres lieblosen Daseins ist ihnen bereits auf Erden zur Normalität geworden und diese Falschheit findet hier ihre konsequente Fortsetzung. Sie schauen sich als Trugbilder auf der Leinwand des Todes, die ihnen Leben vorgaukelt. Ihr bedauernswerter Zustand ist jedoch selbst gewählt – sie wünschen keine Veränderung.

In Abständen sendet der himmlische Vater Boten in diese Finsternis. Machen sie die Höllenbewohner auf deren Elend aufmerksam, werden sie zumeist verlacht und verspottet, und wenn die Möglichkeit bestünde, würde man ihnen Gewalt antun. Auch hier gibt es kaum einen Unterschied zwischen Diesseits und Jenseits.

“Liebster Vater, in Deinem Herzen sehe ich unablässige Liebe und Barmherzigkeit für diese Wesenheiten. Ein einziger lichter Gedanke von ihnen würde Dich wie ein Magnet anziehen und Du würdest in diese Gefallenen erneut den Samen Deiner Liebe legen. Und Du selbst wärest der allerliebevollste Gärtner ihres Seelen-Erdreiches, Du würdest es hegen und pflegen und nicht von ihnen lassen, bis Du sie in Dein Herz schließen könntest für immerdar.

So wie Du es bei mir getan hast, denn einst war auch ich Bewohner dieser Höllenwelt. Du hast mich darin angerührt und Deinen Samen in das Erdreich meiner Seele gelegt. In Deinem Liebelicht ist dieser Same aufgegangen, als wiedergefundenes Kind stehe ich nun vor Dir, meinem Gott und Vater, meinem über alles geliebten Jesus!”

Im Himmel

Wie bereits beleuchtet, ist das Jenseits eine in viele Räume strukturierte Bewusstseinswelt: “In Meines Vaters Haus sind viele Wohnungen.” Die Beschaffenheit einer Seele bedingt Inhalt und Größe ihres Wirkungskreises, bestimmt ihr Aussehen und die Mitbewohner entsprechen ebenfalls ihrer Verfassung und Ausrichtung. Je liebevoller eine Seele, umso lichter, sprich erkenntnisreicher ist ihre sphärische Wohnstatt. Diese bleibt jedoch solange relativ, bis sie in die Sphäre göttlicher Wirklichkeit eintritt.

Der Himmel ist die größtmögliche Realität geschaffenen Daseins. Hier erlischt jegliche Relativität, alles ist Wahrheit – an sich, in sich und aus sich. Der Himmelsbewohner Wonne ist nicht zu beschreiben. Sie schauen die Schöpfung vom Allerkleinsten bis ins Allergrößte mit den Augen Gottes.

Der Geist der Liebe, das Willens- und Lebensprinzip der Gottheit, ist ihr Eigentum geworden. Darin und daraus in alle Ewigkeit immer tiefer einzudringen in ihres himmlischen Vaters ureigenes Dasein ist ihre glückselige Bestimmung und Erfüllung.

Den obersten oder innersten Liebehimmel bewohnen die Brautseelen Jesu. Aus dem tiefsten Tal gefallener Schöpfung sind sie aufgestiegen zum höchstmöglich erklimmbaren Gipfel der geistigen Welt: Das Herz Gottes. In der Liebe zu ihm ist ihr Herz eingegangen in sein Herz. An diesem `Ort´, unendlich fern von aller Zeit und Vergänglichkeit – und doch näher als sich alles selbst ist, werden sie wohnen im Hause ihres Vaters immerdar.


Erklärungen zu Seelenwesen und Geistwesen:

– Seelen und Geister sind jenseitige Wesenheiten, wobei man die geistige Identität hinter einem Erdenmenschen auch als Seele bezeichnet (Er oder sie ist eine gute Seele).

– Verstorbene Seelen nennt man bei uns meistens Geister. Das kann man so machen, wenn man weiß, wer oder was gemeint ist.

– Bei rechtem Gebrauch bezeichnet Seele eine Wesenheit, die (noch) nicht vom Gottesgeist erfüllt ist -Geist sagt man zu vom Geist Gottes erfüllten Seelen.


Zum Abschluss

Das Jenseits mit dem Verstand zu begreifen ist eigentlich nicht möglich. Von den hier aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellten Zuständen und Gegebenheiten kann man sich zwar ein ungefähres Bild jenseitiger Verhältnisse zeichnen. Tatsächlich ersichtlich wird die geistige Welt aber erst im Licht der Liebe unseres himmlischen Vaters. Allein darin findet der Mensch den Schlüssel zur lebendigen Erkenntnis der (Schein-)Realität der materiellen Schöpfung sowie zur klaren Einsicht in die Beschaffenheit aller geistigen Sphären von der Hölle bis zum Himmel.


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