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GEJ 1.99

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 99 von 161

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GEJ 1.99.1

Als die Priester und Schriftgelehrten eine solche Sprache von ihren Glaubensgenossen vernehmen, ziehen sie sich schnell zurück. Denn diejenigen, die zu ihnen gekommen sind, zählen an die hundert, und aus ihren Augen sprüht äusserster Ernst. Sie haben nämlich schon lange erkannt, wer hinter den jüdischen Priestern und Schriftgelehrten steckt, und hassen sie längst mehr als jede Pest.

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Die Priester, Pharisäer und Schriftgelehrten erkannten jedoch, dass die Juden sie nur einer geschickten Prüfung unterzogen, um etwas gegen sie in die Hand zu bekommen und dadurch einen umso triftigeren Grund zu haben, Mir nachzufolgen. Denn damals war es noch schwerer, aus der jüdischen Kirche in eine andere überzutreten, als es in der heutigen Zeit ist, aus der römisch-katholischen in eine reformierte Kirche zu wechseln. Daher beobachteten sie Mich nun scharf und begannen bereits, ganz heimlich miteinander zu beraten, wie sie Mich verderben könnten.

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Der Oberste, in dessen Haus Ich nun einige Tage lang in Kapernaum verweilte, teilte Mir im Geheimen mit, was vorging: Die jüdische Priesterschaft sei nun gegen Mich aufgebracht und trachte Mir heimlich sogar nach dem Leben.

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Da sagte Ich: »Sie werden ihr böses Ziel an Mir wohl noch erreichen; doch jetzt ist die Zeit dafür noch nicht gekommen. Damit sie nun aber nicht allzu viel Gelegenheit erhalten, ihre Rache auszuüben, werde Ich diese Stadt für kurze Zeit verlassen und Mich in eine andere begeben. Später, wenn sich diese Gottesleugner in ihrer Wut mehr abgekühlt haben, werde Ich wieder hierherkommen.«

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Obwohl der Oberste Mich unendlich gern bei sich behalten hätte, billigte er Mein Vorhaben. Denn auch ihn ergriff vor diesen Priestern, Schriftgelehrten und Pharisäern eine nicht unbeträchtliche Furcht, weil er nur zu gut wusste, wie geschickt diese Natternbrut darin war, heimlich Anzeigen nach Rom zu erstatten.

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Am kommenden Morgen verliess Ich sehr früh mit der ganzen Gesellschaft, die Mir folgte, das überaus gastfreundliche Haus des Obersten und begab Mich in das Haus des Simon Petrus. Es lag in der Nähe von Bethabara, wo Johannes früher gewirkt hatte. Als Ich das einfache, aber keineswegs kleine Haus des Petrus betrat, lag dessen Schwiegermutter — eine gute, sonst sehr arbeitsame und sittsame junge Frau von etwa zwanzig Jahren — mit hohem Fieber im Bett und litt grosse Angst und Schmerzen. Da trat Petrus zu Mir und bat Mich, ihr zu helfen.

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Ich trat sogleich an ihr Bett, nahm sie bei der Hand und sagte zu ihr: »Töchterchen, steh auf und bereite uns lieber ein Mittagsmahl, anstatt hier im Bett zu leiden!«

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Augenblicklich verliess sie das Fieber. Die junge Frau stand sofort auf und bediente uns mit grossem Fleiss und grosser Aufmerksamkeit.

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