← Jakob Lorber

GEJ 1.73

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 73 von 161

Español English
GEJ 1.73.1

Bei dieser Gelegenheit erreichten wir die Stadt und gerade das Haus der Irhael, das nun auch dem Arzt Joram gehörte. Jairuth, der Oberste, dessen Frau und die beiden Unterkommandanten konnten sich über seine neue Schönheit nicht genug wundern. Auch der genesene Gichtkranke staunte über alle Massen und sagte schliesslich laut: «So etwas ist nur Gott allein möglich. Als Knabe habe ich in den grösstenteils verfallenen Gemäuern dieses Schlosses oder Hauses, das Jakob für seinen Sohn Joseph errichten liess, oft mutwillig Eidechsen gefangen. Nun steht es so vollendet da, wie es selbst von Jakob nicht vollendeter hätte erbaut werden können. Keine menschliche Macht bringt dies über Nacht zustande. Nun weiss ich, woran ich bin und was ich tun werde. Mein Name ist Johannes; merkt euch diesen Namen.»

GEJ 1.73.2

Dies ist derselbe Johannes, den Meine Apostel später einmal bedrohten, als Ich sie im zweiten Jahr aussandte, das Volk zu lehren, weil auch er ohne ein ausdrückliches Gebot von Mir in Meinem Namen Menschen heilte und böse Geister austrieb.

GEJ 1.73.3

Jonael sagte: «Freund, dein Wille, deine Gesinnung und deine Worte sind gut. Doch eines fehlt dir noch: eine reine Erkenntnis des göttlichen Willens. Komm deshalb in den nächsten Tagen zu mir oder bleib gleich jetzt hier, und ich werde dich mit dem Willen Gottes, des Herrn, näher bekannt machen. Erst dann kannst du beginnen, all das, was du im guten Sinn vorhast, in guter Ordnung in die Tat umzusetzen.»

GEJ 1.73.4

Der Geheilte sagte: «Gott der Herr erleuchte dich dafür. Ich werde tun, wie du mir raten wirst; denn ich sehe, dass du ein wahrer Freund dieses grossen Propheten bist und deshalb auch ein rechtes Licht von Ihm haben wirst. Dieser Prophet steht jedoch über allen, und ich meine, dass gerade Er es ist, von Dem David folgendermassen sang und weissagte:

GEJ 1.73.5

‹Die Erde und was darin ist, der Erdboden und was darauf wohnt, gehören dem Herrn. Denn Er hat ihn, den Erdboden, an den Meeren gegründet und an den Wassern bereitet. Wer darf auf den Berg des Herrn gehen, und wer wird an Seiner heiligen Stätte stehen? Wer unschuldige Hände und ein reines Herz hat, keine Lust an falscher Lehre findet und nicht falsch schwört, der wird Segen vom Herrn und Gerechtigkeit vom Gott seines Heils empfangen. Das ist das Geschlecht, das nach Ihm fragt und Dein Angesicht sucht, Jakob.

GEJ 1.73.6

Macht die Tore weit und die Türen der Welt hoch, damit der König der Ehren einzieht. Wer ist der König der Ehren? Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Streit. Macht die Tore weit und die Türen der Welt hoch, damit der König der Ehren einzieht. Wer ist der König der Ehren? Es ist der Herr Zebaoth; Er ist der König der Ehren.›

GEJ 1.73.7

Und ich, Johannes, der von Ihm geheilt wurde, bezeuge hier offen, dass Dieser leibhaftig derselbe König der Ehren ist, von dem David so gesungen und geweissagt hat. Ihm gebührt daher alle Ehre in Ewigkeit.»

GEJ 1.73.8

Jonael sagte: «Freund, du stehst nun bereits auf dem rechten Boden. Doch vorläufig und unter uns gesagt, ist es noch nicht an der Zeit, unseren Mund in dieser Weise zu öffnen. Wenn Er nach Seiner eigenen Bestimmung von hier fortgeht, etwa nach Galiläa, dann wollen wir anfangen, das Volk über Ihn zu belehren. Wenn Er danach in Kürze wieder zu uns kommt, soll Er unsere Tore für Seinen Einzug weit geöffnet und die Türen der Welt hoch erhoben finden. Das heisst: Unsere Herzen sollen für Seine Aufnahme so weit wie möglich geöffnet und unsere Liebe zu Ihm über die Sterne hinaus erhöht sein. Denn unsere Herzen sind das Tor, das weit gemacht werden soll, und die reine Liebe zu Ihm ist die Tür, die über alles erhöht werden soll.»

GEJ 1.73.9

Hier trat Ich zwischen die beiden, legte ihnen Meine Hände auf die Schultern und sagte: «So ist es recht, Meine lieben Freunde. Wo immer ihr in Meinem Namen versammelt seid, werde Ich unter euch sein, wenn auch nicht sichtbar, so doch mit aller Kraft, um euch zu stärken. Nun höre Ich aber einen Aufruhr in den Gassen der Stadt. Verhaltet euch deshalb alle ruhig. Wir wollen sehen, von welchem Geist die Gemüter erfüllt und geleitet sind.»

GEJ 1.73.10

Jairuth trat sofort zu Mir und sagte: «Herr, dies ist ein bösartiger Lärm und deutet auf nichts Gutes hin. Wenn Du willst, lasse ich sogleich zwei Legionen hierher beordern, und die Ruhe wird sofort wiederhergestellt sein.»

GEJ 1.73.11

Ich sagte: «Lass es dabei bewenden. Sollte es nötig sein, habe Ich bereits die richtige Wache zur Hand. Du selbst solltest dich nur ein wenig im Haus verbergen, damit dich niemand sieht und erkennt. Denn unter den weltlich gesinnten Menschen dieser Stadt wohnt kein guter Geist, und sie könnten dir später auf deinen Besitzungen grossen Schaden zufügen.»

GEJ 1.73.12

Jairuth sagte: «Ich habe doch noch die beiden Jünglinge; sie werden meine Besitzungen gewiss schützen.»

GEJ 1.73.13

Ich sagte: «Mag es auch so sein, lass die Sache nun dennoch auf sich beruhen. Wenn Ich menschliche Hilfe benötigte, würde Ich den Obersten, der ebenfalls hier ist, darum bitten. Ich brauche eine solche Hilfe jedoch nicht. Sei deshalb ruhig und lass die Sache gut sein.» Damit zeigte sich Jairuth zufrieden und begab sich in Irhaels Haus.

Diese Seite teilen
WhatsApp Telegram E-Mail
Öffnet in einem neuen Tab.