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GEJ 1.59

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 59 von 161

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GEJ 1.59.1

Der Kaufmann sagte auf dem Weg zum Schloss: «Mein Herr und mein Freund, ich sehe, dass aus Dir eine rein göttlich-fromme Weisheit spricht, und zwar auf eine so sanfte Weise, wie ich sie noch nie aus dem Mund eines Menschen vernommen habe. Doch zur Befolgung Deiner Lehre gehört ein starkes Vertrauen auf Jehova, das mir trotz meines sicheren Glaubens fehlt. Ich weiss, dass Er es ist, der alles erschaffen hat und nun alles leitet, regiert und erhält. Aber ich kann mir nicht lebendig genug vorstellen, dass Er als der allerhöchste Geist sich auf private Verhältnisse einlassen könnte, möchte und wollte. Denn Er ist für mich über alle Massen heilig, sodass ich kaum Seinen allerheiligsten Namen auszusprechen wage, geschweige denn von Ihm zu erwarten, dass Er mir in meinen schmutzigen Geldgeschäften Seine allmächtige, heilige Hand zur Hilfe reichen werde.

GEJ 1.59.2

Ich gebe auch den Armen, die zu mir kommen, und halte keinen Hund, der einen Bettler anbellt und ihn dadurch davon abschreckt, meine Türschwelle zu betreten. Nur diesen Hain, den ich besonders liebe, lasse ich ungern von Fremden und Armen betreten. Denn sie beschädigen die Anlagen und neuen Pflanzungen oft mutwillig und finden darin als Hungrige und Durstige auch nichts, womit sie sich sättigen und ihren Durst stillen könnten. Dafür habe ich etwa zwanzig Feldwege von hier einen grossen Feigen- und Pflaumenwald zurückgehalten. Er steht allen Fremden und Armen zur Verfügung; nur dürfen sie die Bäume nicht beschädigen. Deshalb habe ich dort auch mehrere Aufseher eingesetzt.

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Daran siehst Du, dass ich durchaus an die Armen denke. Aber dass ich deshalb mit der Bitte zum erhabensten Geist kommen sollte, Er möge meine Geldsumme entweder irdisch oder nur himmlisch verwalten, das sei fern von mir. Wenn Er etwas tun will und auch wirklich schon etwas getan hat, woran ich nicht zweifle, dann geschieht dies aus Seinem freien, heiligsten Willen. Ich habe vor Ihm jedoch eine so grenzenlose Ehrfurcht, dass ich es kaum wage, Ihm dafür zu danken. Denn es scheint mir, dass ich Ihm durch einen solchen rein materiellen Dank eine übergrosse Unehre antun würde. Damit würde ich Ihm gewissermassen zeigen, dass ich glaube, Er könne mir wie ein Handlanger gedient haben. Ich lebe und handle daher aus den mir von Gott verliehenen Kräften nach dem Gesetz als ein möglichst rechtschaffener Mensch. Auch binde ich dem Ochsen und dem Esel nicht das Maul zu, wenn sie mein Getreide austreten. Den grossen Geist verehre ich jedoch nur an Seinem Tag; denn es steht geschrieben: ‹Den Namen deines Gottes sollst du niemals leichtfertig aussprechen.›»

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Ich sagte: «Hätte Ich nicht schon lange gewusst, dass du ein rechtschaffener und überaus gottesfürchtiger Mann bist, wäre Ich nicht zu dir gekommen. Doch sieh: Dass du Denjenigen fürchtest, den du eigentlich lieben solltest, ist nicht völlig richtig. Darum bin Ich zu dir gekommen, um dir zu zeigen, wie du Gott künftig mehr lieben als fürchten sollst. Dann wird sich Gott zu dir herablassen und dir in allem der sicherste, kräftigste und zuverlässigste Helfer sein.»

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