Nachdem der Bürger fortgegangen war, rief Ich Jonaels Frau und Töchter. Als sie den Bürger bei Mir gesehen hatten, waren sie aus Furcht vom Hausflur wieder ins Haus zurückgewichen.
Auf Meinen Ruf kamen sie alle eilig hervor, gingen mit überaus freundlicher, heiter-frommer Miene rasch auf Mich zu und dankten Mir mit Tränen in den Augen dafür, dass Ich ihnen ihre von dem schlimmen Menschen verleumdete Unschuld zurückgegeben hatte.
Ich legte Meine Hände auf ihre Häupter, segnete sie und sagte, sie sollten den ganzen Tag an Meiner Seite gehen. Sie aber entschuldigten sich und sagten: «O Herr, einer so grossen Gnade sind wir niemals würdig. Wir sind schon überglücklich, Dir als die Letzten dieser grossen Schar folgen zu dürfen.»
Ich aber sagte: «Ich kenne eure wahre Demut sehr wohl und berufe euch gerade deshalb dazu, in Meiner unmittelbaren Nähe den Weg zu gehen, den Ich heute in dieser Gegend gehen werde.»
Die Töchter dankten Mir für diese höchste Auszeichnung, die für sie kaum begreiflich war. Jonael aber fragte sie: «Meine lieben Töchter, woher habt ihr diese herrlichen Kleider, die euch wahrhaft himmlisch schön stehen?»
Jetzt erst bemerkten die Töchter, dass sie Kleider aus feinstem, echtem Byssus trugen und dass ihre Häupter mit den kostbarsten Diademen geschmückt waren, sodass sie wie Königstöchter aussahen.
Als die Sieben diese Pracht an sich bemerkten, waren sie völlig überwältigt. Ihre Herzen begannen vor Liebe und Bewunderung zu brennen, und in süssester Verwirrung wussten sie überhaupt nicht, was mit ihnen geschehen war. Erst nach einer Weile des Staunens fragten sie Jonael, wie dies geschehen sei; denn sie wüssten nichts davon, dass ihnen jemand solche königlich herrlichen Kleider und Diademe gebracht hätte.
Jonael selbst war von der grossen Anmut seiner Töchter ganz entzückt und sagte: «Dankt Dem, der euch gesegnet hat. Er hat es euch auf wunderbare Weise gegeben.»
Da warfen sich die Kinder auf Mich zu, weinten vor Liebe und Freude und konnten nicht sprechen. Die Jünger aber sagten hinter Mir: «Wenn so etwas nur in einem Haus geschähe! Doch hier auf offener Strasse vor den Augen einiger Tausend Zuschauer erregt es allzu grosses Aufsehen.»
Ich hörte sehr wohl, dass sie so redeten, wandte Mich um und sagte zu ihnen: «Ich bin schon lange bei euch, doch ihr habt Meinem Herzen noch nie eine solche Freude bereitet wie diese sieben Töchter. Ich sage euch: Sie sind bereits auf dem rechten Weg und haben den besten Teil erwählt. Wenn ihr diesen Weg nicht geht, werdet ihr kaum Eingang in Mein Reich finden. Denn die Kinder, die so zu Mir kommen, werden auch bei Mir bleiben. Wer aber nur mit blossem Lob und Preis zu Mir kommt, wird nur Meinen Abglanz, nicht aber Mich Selbst in seiner Mitte haben.
Mein wahres Reich ist nur dort, wo Ich Selbst in aller Wirklichkeit unmittelbar gegenwärtig bin. Begreift auch das! Der Herr ist vollkommen Herr über die ganze Welt und braucht nicht zu bedenken, was sich vor der törichten Welt schickt oder nicht. Habt ihr das verstanden?»
Petrus sagte: «Herr, habe Geduld mit unserer grossen Torheit. Du weisst ja, dass unsere Bildung nicht aus dem Himmel, sondern aus dieser Welt stammt. Es wird schon alles wieder gut werden; denn auch wir lieben Dich über alles, sonst wären wir Dir nicht gefolgt.»
Ich sagte: «Bleibt also in dieser Liebe und nehmt eure Erkenntnis nicht aus dieser Welt, sondern von Mir aus den Himmeln.» Damit waren die Jünger zufrieden und priesen Mich in ihren Herzen.