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GEJ 1.51

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 51 von 161

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GEJ 1.51.1

Der Oberpriester sagte: «Herr, sollen wir nun wieder zu essen beginnen? Wir haben uns doch gleich zu Beginn des Abendmahls mit Speise und Trank gestärkt, obwohl wir uns während des Essens fortwährend über vieles unterhalten haben. Ich bin ein für alle Mal vollkommen gestärkt und kann weder mehr essen noch trinken.»

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Ich sagte: «Du hast richtig geantwortet, denn du bist erfüllt von Speise und köstlichem Wein aus den Himmeln. Aber hier sind noch viele, die weder zu essen noch zu trinken wagten. Sie hielten noch nichts von Meinem Namen und Meinem Wort und fürchteten sich wie vor einer Zauberei. Nachdem sie nun unsere Gespräche gehört und deren klare Wahrheit verstanden haben, verschwand ihre törichte Furcht, und Hunger und Durst traten an ihre Stelle. Nun möchten sie essen und trinken, wagen es aber aus lauter Ehrfurcht erneut nicht. Meinst du, man solle sie so gehen lassen? Das sei fern. Sie sollen jetzt nach Herzenslust essen und trinken. Denn von dieser Küche werden sie künftig nicht mehr essen und trinken, ausser einst in Meinem Reich in den Himmeln.»

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Nach dieser Richtigstellung forderte Ich die Menge erneut auf, zu essen und zu trinken, und sagte zu den Jünglingen: «Lasst es ihnen an nichts fehlen.» Die Jünglinge brachten wieder reichlich Brot, Wein und allerlei köstliche Früchte.

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Einige hatten Bedenken, ob sie die ihnen unbekannten Früchte essen sollten. Da sagten die Jünglinge: «Liebe Brüder, esst alle diese Früchte ohne jede Furcht, denn sie sind rein und von köstlichem Geschmack. Auf dieser Erde gibt es allerdings manche Früchte, Gräser und Tiere, an deren Gestaltung unreine Geister mitwirken, weil es so in der Ordnung des Herrn festgelegt ist. Denn auch die Teufel müssen dem Herrn dienen, obwohl sie es aus freiem Willen niemals wollen. Wie ein Sklave in Ketten seinem Herrn dienen muss, so müssen auch die Teufel dienen; doch auf ihrer Arbeit ruht kein Segen.

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Deshalb gibt es auf der Erde, auf der Menschen, Tiere und Teufel nicht selten unter einem Dach wohnen und ihrer Art gemäss tätig sind, viele schlechte Taten, Werke und Früchte unreiner Art und Gattung. Die Menschen sollen sie nicht gebrauchen, wenn sie von den möglichen Übeln dieser Erde verschont bleiben wollen. Darum liess der Herr durch Seinen Knecht Mose bestimmen, welche Dinge rein und gut sind, und riet den Menschen vom Gebrauch unreiner Dinge ab, an denen böse Geister mitwirken. Das ist eine herrliche Ordnung. Alles aber, was euch hier zum Genuss angeboten wird, ist vollkommen rein, weil es auf wunderbare Weise aus den Himmeln zu euch gebracht wurde. Daher könnt ihr alles ohne Scheu geniessen. Denn was der Vater aus den Himmeln gibt, ist vollkommen rein und gut und fördert für ewig das Leben der Seele und des Geistes.»

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Diese Belehrung durch die weisen Jünglinge erfreute alle Gemüter, und alle lobten Gott wegen der freundlichen Weisheit dieser Jünglinge. Einige schrieben diese Lehre später aus dem Gedächtnis nieder, und sie blieb viele Jahre in dieser Stadt und Gegend erhalten.

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Als später verschiedene Feinde diese Stadt und Gegend schwer heimsuchten, ging vieles zugrunde und damit auch diese Belehrung. Paulus erwähnt sie einmal in etwas mystisch formulierten Worten in seinen Briefen, als er von allerlei Geistern spricht.

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Die ganze grosse Gesellschaft war nun in bester Stimmung und unterhielt sich bald über Mich, Meine Lehre und dieses Mahl aus den Himmeln. Auch die Jünglinge sprachen mit den Gästen über vieles.

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Nathanael erhob sich und sagte zu den Gästen: «Liebe Freunde und Brüder, noch vor wenigen Monden war ich Fischer in der Gegend von Bethabara am Jordan, nicht weit von seiner Mündung ins Meer. Da kam ein ganz anspruchsloser Mann zu Johannes und liess sich von ihm taufen. Johannes legte sofort Zeugnis von Ihm ab, obwohl er Ihn zuvor niemals körperlich auf der Erde gesehen hatte, und sagte: ‹Seht das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.› Weiter bezeugte Johannes: ‹Dieser ist es, von Dem ich Zeugnis abgelegt habe: Der vor mir war und nach mir kommt, Dem ich nicht würdig bin, die Schuhriemen zu lösen.›

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Ich hörte dieses Zeugnis des Predigers in der Wüste und wurde nachdenklich. Ich ging fort und erzählte es zu Hause meiner Frau und meinen Kindern. Sie wunderten sich sehr darüber, dass der strenge Prediger einem Menschen ein solches Zeugnis gab.

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Denn es war schwer, mit dem Prediger zu sprechen. Wenn er sprach, waren seine Worte rau, und er schonte niemanden, ob Pharisäer, Priester oder Levit. Bei ihm musste jeder auf Leben oder Tod über das scharfe Schwert seiner Zunge springen.

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Als aber Derjenige kam, Der nun als Herr unter uns ist, wurde Johannes zu einem Lamm unter Lämmern und sprach so zart, wie eine Lerche ihr Frühlingslied singt. Kurz, meine Familie glaubte meiner Erzählung kaum, denn sie kannte nur zu gut die Art, wie Johannes sonst zu sprechen pflegte.

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Zwei Tage später ging ich früh an meine Arbeit, sass unter einem Baum und besserte mein Fischereigerät aus. Da kam Derselbe, Dem Johannes das sanfte Zeugnis gegeben hatte, mit einigen Seiner bereits vorhandenen Nachfolger zu mir, rief mich beim Namen und forderte mich auf, Ihm zu folgen. Ich wunderte mich darüber, wie Er mich kennen konnte, obwohl ich Ihn zuvor nie gesehen hatte. Da sagte Er: ‹Wundere dich nicht so sehr darüber, denn du wirst noch Grösseres sehen. Von nun an wirst du die Himmel offen und die Engel über dem Sohn des Menschen auf- und absteigen sehen.›

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Und seht: Was der Herr damals zu mir sagte, erfüllt sich nun hier auf herrlichste Weise. Alle Himmel stehen offen, die Engel steigen herab und dienen Ihm und uns allen. Welchen grösseren Beweis brauchen wir noch dafür, dass Er allein Derjenige ist, Der nach der Verheissung kommen soll, die von Adam an bis zu uns allen Kindern Israels bekannt gemacht wurde? Deshalb halte ich Ihn auch für mehr als nur den Messias. Er ist —»

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Hier unterbrach Ich ihn und sagte: «Mein lieber Freund und Bruder, vorläufig nur bis hierher und nicht weiter. Erst wenn dieses Fleisch von den Juden erhöht wird, sollst du ganz offen alles sagen, was du von Mir weisst, aber auf keinen Fall früher. Denn die Menschen sind dazu noch nicht fähig.»

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Nathanael begnügte sich damit, verstand aber noch nicht klar, was Ich mit der Erhöhung Meines Fleisches meinte. Viele glaubten, Ich würde in Jerusalem den Thron Davids besteigen. Der Oberpriester dagegen verstand, was Ich mit der Erhöhung Meines Fleisches sagen wollte. Er schwieg jedoch und wurde traurig. Ich tröstete ihn darüber und erinnerte ihn an das, was Ich zuvor in dieser Hinsicht mit ihm besprochen hatte. Da wurde er wieder heiter und lobte Mich in seinem Herzen.

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Bei dieser Gelegenheit wurde bereits der Morgen des nächsten Tages sichtbar. Niemand verspürte jedoch Müdigkeit oder Schläfrigkeit, denn alle waren so gestärkt wie nie zuvor, selbst nicht nach dem besten Schlaf. Deshalb baten Mich alle, diesen Tag vollständig bei Mir verbringen zu dürfen. Ich gewährte ihnen diesen frommen Wunsch.

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