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GEJ 1.36

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 36 von 161

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GEJ 1.36.1

Darauf fragte Mich Johannes: «Herr, dies muss ich doch aufzeichnen, oder? Das ist mehr als das Zeichen zu Kana! Dies ist wahrhaftig ein Zeichen dafür, woher Du gekommen bist.»

GEJ 1.36.2

Ich sagte: «Auch das lass bleiben; denn was du aufzeichnest, ist ein Zeugnis für die Welt. Diese besitzt jedoch nicht das Verständnis, um es zu erfassen. Wozu wäre dann deine Mühe? Meinst du, die Welt würde so etwas glauben? Siehe, die hier Anwesenden glauben es, weil sie es sehen. Die Welt aber, die in der Finsternis wandelt, würde niemals glauben, dass dies hier geschehen ist; denn die Nacht kann sich die Werke des Lichtes unmöglich vorstellen. Würdest du ihr von den Werken des Lichtes erzählen, würde sie dich auslachen und schliesslich zu verspotten beginnen. Darum, wie gross es auch sein mag, zeichne es nur in dein Herz, nicht aber auf die glatte Tierhaut.

GEJ 1.36.3

Es wird jedoch eine Zeit kommen, in der alle diese geheimen Dinge der Welt offenbart werden sollen. Zuvor aber werden noch sehr viele Bäume ihre unreifen Früchte von den Zweigen fallen lassen müssen. Denn siehe, die Bäume haben vieles angesetzt, doch davon wird wohl kaum ein Drittel reif werden. Die beiden abgefallenen Drittel müssen zuvor zertreten werden, verfaulen und verdorren, damit ein Regen sie auflöst und ein mächtiger Wind sie zur zweiten Geburt in den Stamm treibt.»

GEJ 1.36.4

Johannes sagte: «Herr, das ist zu tief. Wer kann es erfassen?»

GEJ 1.36.5

Ich sagte: «Das ist auch gar nicht nötig. Es genügt, dass du glaubst und Mich liebst. Das tiefere Verständnis von all dem wird kommen, wenn der Geist der Wahrheit über euch ausgegossen wird. Bevor dies jedoch geschieht, werden sich trotz all dieser Zeichen noch manche von euch an Mir und Meinem Namen stossen.

GEJ 1.36.6

Denn ihr alle habt noch eine völlig falsche Vorstellung vom Messias und Seinem Reich, und es wird viel brauchen, bis ihr darüber Klarheit erlangt.

GEJ 1.36.7

Das Reich des Messias wird kein Reich dieser Welt sein, sondern für ewig ein Reich des Geistes und der Wahrheit im Reich Meines Vaters; und es wird niemals ein Ende haben. Wer in dieses Reich aufgenommen wird, wird das ewige Leben besitzen, und dieses Leben wird eine Seligkeit sein, von der noch nie jemand etwas gesehen, gehört oder in seinem Herzen empfunden hat.»

GEJ 1.36.8

Petrus, der lange geschwiegen hatte, sagte: «Herr, wer wird wohl einer solchen Seligkeit fähig werden?»

GEJ 1.36.9

Ich sagte: «Lieber Freund, siehe, es ist heute schon spät, und unsere Körper brauchen Ruhe, damit sie morgen kräftig für die Arbeit sind. Deshalb wollen wir den heutigen Tag beenden und morgen im guten Licht wandeln. Jeder soll sich nun einen Ruheplatz suchen und sich dort vollständig ausruhen; denn morgen werden wir viel zu tun haben.»

GEJ 1.36.10

Darauf kehrte jeder in seinen natürlichen Zustand zurück und sah wieder die Wände des Saales, an denen sehr gute Ruhelager — eine Art Diwane — schön aufgestellt waren. Die Jünger, von denen einige sehr müde waren, dankten und legten sich sogleich nieder.

GEJ 1.36.11

Nur Ich, der Arzt und die Frau blieben noch wach. Als die Jünger bald fest schliefen, fielen beide vor Mir auf die Knie und dankten Mir inbrünstig für die unaussprechlich grossen Gnaden, die Ich ihnen und ihrem ganzen Haus erwiesen hatte. Zugleich baten sie Mich, ihnen zu gestatten, sich Mir anzuschliessen und Mir folgen zu dürfen.

GEJ 1.36.12

Ich sagte zu ihnen: «Um eurer Seligkeit willen ist dies nicht nötig. Wenn ihr Mir aber folgen wollt, genügt es, dass ihr Mir in euren Herzen folgt. Ihr sollt hier in diesem Land als Meine Zeugen bleiben. Denn in kurzer Zeit werden viele Zweifler aufstehen und zu euch kommen; diesen sollt ihr dann ein gutes Zeugnis über Mich geben.

GEJ 1.36.13

Und du, Mein lieber Joram, sollst von nun an ein vollkommener Arzt sein. Wem du in Meinem Namen die Hände auflegen wirst, dem soll es sogleich besser gehen, wie krank er auch sein mag. Zugleich aber müsst ihr miteinander eine vollkommene und unauflösliche Ehe eingehen; denn sonst wäre euer Zusammenleben ein Ärgernis für die Blinden, die nur auf das Äussere sehen und vom Inneren keine Ahnung haben.

GEJ 1.36.14

Du, Joram, brauchst dich nun nicht mehr vor Irhael zu fürchten; denn sie ist jetzt an Leib und Seele vollkommen gesund. Und du, Irhael, hast in Joram einen Mann aus den Himmeln und sollst mit ihm völlig glücklich sein; denn er ist kein Geist aus der Erde, sondern ein Geist von oben herab.»

GEJ 1.36.15

Die Frau sagte: «O Jehova, wie gut bist Du! Wann wäre es Dein Wille, dass wir uns öffentlich vor den Augen der Welt verbinden?»

GEJ 1.36.16

Ich sagte: «Ich habe euch bereits verbunden, und allein dieses Bündnis ist im Himmel wie auf Erden gültig. Ich sage euch: Seit Adam gab es auf dieser Erde kein vollkommeneres Ehebündnis als das eure, denn Ich Selbst habe euer Bündnis gesegnet.

GEJ 1.36.17

Morgen früh werden zahlreiche Priester sowie andere Leute und Bürger dieser Stadt hierherkommen. Zeigt ihnen dies an, damit sie wissen, dass ihr nun vor Gott und aller Welt ein rechtmässiges Ehepaar seid. Wenn ihr Kinder bekommt, erzieht sie in Meiner Lehre und tauft sie in Meinem Namen. Morgen werdet ihr sehen, wie Meine Jünger viele Menschen auf dieselbe Weise taufen, wie ein Johannes im Jordan tauft, von dem ihr gehört haben werdet. Dir, Mein Joram, werde Ich morgen die Vollmacht geben, danach jeden zu taufen, der an Meinen Namen glauben wird.

GEJ 1.36.18

Begebt euch nun zur Ruhe. Solange Ich jedoch in diesem Haus verweile, sollt ihr euch der Zucht wegen nicht berühren. Sorgt euch während dieser Zeit auch nicht um Tisch und Keller; denn solange Ich in diesem Haus bleibe, werden Tisch und Keller wie heute von oben versorgt werden. Sagt aber vorzeitig niemandem, dass dies so geschieht, denn die Menschen würden es nicht verstehen. Wenn Ich fortgegangen bin, könnt ihr es den Einsichtigeren durchaus bekannt machen. Begebt euch nun zur Ruhe; Ich aber werde hier allein wachen. Denn der Herr darf weder schlafen noch ruhen; der Schlaf und die vollständige Ruhe wären Tod und Verderben der Wesen. Auch wenn die ganze Welt schliefe, wacht der Herr dennoch und erhält alle Wesen.»

GEJ 1.36.19

Nach diesen Worten dankten die beiden und begaben sich — jeder in ein anderes Gemach — zur nötigen Ruhe. Ich aber blieb bis zum Morgen auf Meinem Stuhl sitzen.

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