Simon von Kana fragt: »Herr, möchtest Du uns nicht mitteilen, wo genau der Himmel ist, in dem die Engel wohnen, wie gross er ist und wie gross wohl die Sinnenwelt sein mag, die Du erwähnt hast?«
Ich sage: »Freund, du bist blind, wenn du das nicht siehst und begreifst. Wenn Ich sagte, dass der Himmel unendlich gross ist, wie kannst du noch nach seiner Grösse fragen? Das Himmelreich erstreckt sich geistig überall ewig fort und ist ebenso endlos wie dieser unendliche Weltraum, von dem du mit deinem Auge nur einen unaussprechlich kleinen Teil überschaust.
Diese Erde, die grosse Sonne, der Mond und alle Sterne, die an ihrem Ort lauter übergrosse Welten sind — manche viele Tausend mal Tausend Millionen Mal grösser als diese Erde —, sind alle zusammen im Verhältnis zur endlos grossen Schöpfung der Sinnenwelt nach Grösse und Ausdehnung bei Weitem nicht das, was der kleinste Tautropfen im Vergleich mit dem gesamten grossen Weltmeer ist. Dieses ist doch so gross, dass ein guter Schiffer es selbst in der doppelten Lebenszeit Methusalems nicht auf seiner ganzen Fläche befahren könnte. Doch die bisher erschaffene Sinnenwelt hat dennoch eine Grenze. Jenseits davon befindet sich ein endloser, ewiger Raum, und im Vergleich mit dessen in alle Richtungen allerunendlichster Ausdehnung verhält sich die ganze zuvor erwähnte Schöpfung der Sinnenwelt wie ein Augenblick zur Ewigkeit.
Die Geisterwelt aber ist in sich ebenso unendlich wie der ewig nirgends endende Raum.
Obwohl der Raum ewig nirgends ein Ende hat und daher im vollsten Sinn nach allen Seiten hin unendlich ist, gibt es selbst in seinen endlosesten Tiefen und Fernen keinen noch so kleinen Punkt, an dem der Geist der Weisheit und Macht Gottes nicht ebenso gegenwärtig wäre wie jetzt hier an dieser Stelle unter euch. Die wahren Kinder Gottes, die sich durch die rechte Liebe zu Gott, dem heiligen Vater von Ewigkeit, und ebenso durch die reine Liebe zu ihren Nächsten auszeichnen werden, werden jenseits im grossen Vaterhaus Macht und Gewalt erhalten, den ewig unausfüllbaren Raum immer mehr mit neuen Schöpfungen zu erfüllen.
Aber ihr seid jetzt noch viel zu beschränkt und könnt nicht erfassen, was Ich zu euch gesagt habe. Dennoch sage Ich euch: Kein sterbliches Auge kann es schauen, kein Ohr es vernehmen und kein irdischer Sinn es jemals erfassen, was diejenigen jenseits im Himmelreich erwartet, die würdig werden, Kinder Gottes zu heissen.
Denn vor den Augen der wahren Kinder Gottes werden die Erden, Sonnen und Monde wie schimmernder Staub schweben.
Darum seid nicht nur Hörer, sondern vielmehr Täter Meines Wortes.
Erst aus der Tat werdet ihr erkennen, ob die Worte, die Ich zu euch gesprochen habe und noch spreche, aus dem Mund eines Menschen oder aus dem Mund Gottes zu euch gekommen sind.
Wie ihr selbst vor allem wahre und vollständige Täter Meines Wortes sein sollt, wenn ihr in euren Herzen lebendig erfahren wollt, Wer euch diese Lehre und das Gebot der Liebe gegeben hat, so sollt ihr auch alle, denen ihr Mein Wort verkünden werdet, zur Tat antreiben. Denn solange das Wort nur im Gehirn haften bleibt, hat es keinen höheren Wert als das leere Geschrei eines Esels, das ebenfalls von anderen gehört wird. Nur —
wenn das Wort ins Herz dringt, wird es lebendig, bemächtigt sich bald des Willens, der den Schwerpunkt der Liebe bildet, und treibt von dort aus den ganzen Menschen zur Tat an.
Durch solches Tun entsteht dann im alten Menschen ein neuer Mensch, und Mein Wort wird zu wahrhaft neuem Fleisch und Blut.
Erst dieser neue Mensch in euch wird euch laut kundtun, dass Meine Worte wahrhaft Gottesworte sind, die heute und zu allen Zeiten dieselbe Macht, Kraft und Wirkung besitzen wie vor Ewigkeiten der Ewigkeiten. Denn alles, was ihr seht, fühlt, riecht, schmeckt und vernehmt, ist im tiefsten Grund nichts anderes als das Wort Gottes.
Derjenige, Der vor Ewigkeiten aus Sich heraus den Welten, Sonnen und Monden gebot zu sein und sie in ihre weiten Bahnen setzte, Der setzt nun auch euch auf neue Bahnen des ewigen Lebens.
Ich füge aber noch hinzu: Wer euch aufnimmt, nimmt auch Mich auf; und wer Mich aufnimmt, nimmt auch Den auf, Der Mich zu euch gesandt hat. Das sollt ihr wohl verstehen.«