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GEJ 1.128

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 128 von 161

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Und nun weiter in der Geschichte des Evangeliums.

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Als wir das Haus des Matthäus verliessen, war der Vormittag bereits ziemlich weit fortgeschritten. Auf halbem Weg nach Kapernaum kam von hinten eine Frau, die Mir eilig nachfolgte. Wie schon zuvor eine andere griechische Frau litt sie seit etwa zwölf Jahren am Blutfluss, und niemand konnte ihr helfen. Diese Frau hatte von der früheren Griechin gehört, berührte nur den Saum Meines Obergewandes und wurde augenblicklich gesund. Vom Drang ihres innersten Gefühls bewegt hatte sie sich gesagt: »Wenn ich nur den Saum Seines Gewandes berühren könnte, werde ich genesen.« Und es geschah ihr augenblicklich so, wie sie geglaubt hatte. Sie spürte auch sofort, dass durch die gläubige Berührung Meines Gewandes die Quelle ihrer zwölfjährigen Leiden versiegt war.

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Ich aber wandte Mich um und sagte zu der Frau: »Sei getrost, Meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden.« Unter vielen Tränen der Dankbarkeit und Freude ging die Frau nach Hause und blieb von da an gesund.

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Diese Frau war eine Jüdin und keine Griechin. Sie wohnte jedoch unweit einer griechischen Ansiedlung, kam oft zu den Griechen und erfuhr vieles von ihnen, darunter auch von der Heilung der früheren Griechin, die Markus sowie der Maler und Dichter Lukas später erwähnen. Dadurch werden die beiden sehr ähnlichen Begebenheiten selbst von den gelehrtesten Theosophen für ein und dasselbe Ereignis gehalten. Das entspricht jedoch keineswegs der vollen Wahrheit und liefert den Zweifelsüchtigen reichlich Wasser auf ihre Mühlen.

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Sogleich fragte Mich auch Matthäus, der Schreiber, ob er diese Tat ebenfalls vermerken solle und was von all den Taten dieses Tages aufzuzeichnen sei.

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Ich sagte zu ihm: »Du sollst alles aufzeichnen, was heute geschah, mit Ausnahme der Versorgung des Hauses deines Namensgefährten; auch die vielen gewechselten Reden sollst du nicht aufzeichnen. Kurz gesagt: Noch heute kehren wir nach Hause zurück, und morgen werden wir genügend Zeit haben, genau festzulegen, was vom heutigen Tag aufgezeichnet werden soll.«

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Matthäus, der Schreiber, war damit völlig zufrieden. Gleich darauf erreichten wir das Haus des Obersten und begaben uns dort sofort in den Saal, in dem die verstorbene Tochter auf einem nach römischer Art geschmückten Bett lag.

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Dort waren viele Flötenspieler und andere Lärmmacher. Es war nämlich Sitte, um die Verstorbenen herum grossen Lärm zu veranstalten, damit sie entweder wieder erwachten oder, falls dies nicht mehr geschehen konnte, nach der Vorstellung des gewöhnlichen, blinden und zum grössten Teil heidnischen Volkes die Abgesandten ihres Höllenfürsten Pluto vertrieben würden. Gerade dieses Volk machte sich hier am meisten zu schaffen.

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Als Ich mit den Jüngern das grosse Zimmer betrat und ihr unsinniges Lärmen sah und hörte, gebot Ich ihnen, zuerst mit ihrem Lärm aufzuhören und das Zimmer und nun auch das ganze Haus vollständig zu verlassen, denn die Tochter sei nicht gestorben, sondern schlafe nur.

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Da begannen die gemieteten Lärmmacher — natürlich gegen Bezahlung, denn ohne Geld wurde für niemanden Lärm gemacht —, Mich auszulachen. Einer von ihnen sagte vertraulich zu Mir: »Bei dir wird es wohl kaum so gelingen wie bei Jairus. Sieh sie nur genauer an; als Arzt musst du sofort erkennen, dass ihr nach der Lehre des berühmten alten griechischen Arztes Hippokrates der vollkommenste Tod auf der Nase sitzt, und du behauptest, sie schlafe?«

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Als der Oberste sah, dass die Tumultanten nicht weichen wollten, befahl er ihnen unter Androhung strenger Strafe, den Ort zu verlassen, und gebot den wachhabenden Soldaten, das Volk hinauszutreiben. Darauf war das Zimmer bald von allen Lärmmachern frei;

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und als sowohl das Zimmer als auch das ganze grosse Haus von den lästigen Gästen befreit war, ging Ich erst ganz in das Zimmer hinein, zusammen mit Meinen Jüngern und den Angehörigen des Hauses des Obersten. Ich trat sofort an das Totenlager, fasste die Tochter, ohne ein Wort zu sprechen, nur bei der Hand, und sie stand im selben Augenblick völlig gestärkt und gesund auf, als hätte ihr niemals etwas gefehlt.

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Als die Tochter bemerkte, dass sie auf dem ihr wohlbekannten Bett gelegen hatte, auf das nur Tote gelegt wurden, fragte sie sogleich, was es bedeute, dass sie sich auf dem Totenbett befinde.

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Der Oberste trat zu ihr und sagte, übervoll von höchster Freude: »Meine über alles geliebte Cornelia! Du bist sehr krank geworden und an dieser schweren Krankheit vollständig gestorben. Du warst tot und wärest auch unrettbar tot geblieben, wenn dich nicht dieser wahrhaft allmächtige Heiland aller Heilande mit Seiner göttlichen Kraft erweckt hätte, so wie Er vor einigen Tagen das dir wohlbekannte Töchterchen des Synagogenvorstehers Jairus erweckt hatte. Freue dich deshalb nun wieder an diesem schönsten Leben und sei von jetzt an diesem Freund der Freunde überaus dankbar, denn Er allein hat dir das verlorene höchste Gut, das kostbarste Leben, zurückgegeben.«

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