Früchte vom Baum des Lebens

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

“Ich bin das Brot des Lebens;
wer zu Mir kommt, wird nicht hungern,

und wer an Mich glaubt,

wird nie mehr dürsten.”

Geistige Felder öffnen sich, daraus kann die Seele schöpfen, so viel sie möchte. Die Aspekte des Göttlichen sind unermesslich, die Zahl der Äste und Verzweigungen des Lebensbaumes ruht im Schoße der Unendlichkeit, deshalb er nie zu überblicken ist. Jeder Zweig trägt eine andere wunderschöne Blüte, jeder Ast eine andere köstliche Frucht. Je mehr man von diesem Baum entdeckt, je mehr Früchte man genießt, umso reicher und umfangreicher, umso begreiflicher und zugleich unbegreiflicher, umso berührbarer aber auch unberührbarer wird er.

Der Baum des Lebens eröffnet unablässig neue Ausblicke und Erkenntnisse. In jeder Lebensfrucht offenbaren sich Inhalte und Auswirkungen weiterer Früchte, denn jede Frucht ist in der anderen enthalten. Man könnte sich tatsächlich in Ewigkeit von einer einzigen Frucht ernähren. Und so ist es eigentlich, denn jegliche Frucht des Lebens entspringt der Urfrucht: Dem Wort Gottes.

In den Schriften berichte ich von der Vielfalt und Schönheit des Lebensbaumes. In Demut reiche ich seine Gaben zur Verkostung dar, um ihn dadurch auf die Erde zu verpflanzen, auf dass hungernde und dürstende Seelen daran Sättigung finden. Doch bin ich nur Mittler und Überbringer – mit leeren Händen stehe ich vor Gott, reich beschenkt gehe ich von dannen, um seine Geschenke zu verteilen.


Die Frucht der Zeit entstammt

dem Baum der Erkenntnis,

die Frucht der Ewigkeit

dem Baum des Lebens

Es gibt zwei Wege, die zu gehen sind. Der erste ist der zeitliche zu und mit Gott, worauf die Seele sich mit den Früchten des Baumes der Erkenntnis speist, jedoch unterworfen Vergänglichkeit und Sterblichkeit. Hier ist der Weg nicht das Ziel, er führt bei christlicher Lebensweise zum Ziel. Bei rechter Beschreitung wartet die Gewissheit, dass Gott in der eigenen Seele wohnt. Daraus hervor geht das Kennenlernen und die Ergründung seines Herzens, darin man die Beschauung seiner Liebe findet, woraus sich Wahrheit offenbart. Geht der Mensch entschlossen diesen Pfad, wird er schließlich vom göttlichen Geist erfasst und erfüllt.

Jetzt betritt er den zweiten, ewigen Weg in Gott, ernährt von den Früchten des Baumes des Lebens. Hier ist der Weg das Ziel, denn der Mensch ist eingegangen in das: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.” Nun lebt er in der Gegenwart der alleinigen Wahrheit und Wirklichkeit. In dieser seiner himmlischen Existenz wird er immer tiefer eindringen ins göttliche Dasein. In alle Ewigkeit wird der himmlische Vater mit seinem Kind seinen vollkommenen Lebensraum durchwandern. In unermesslicher Glückseligkeit werden sie Hand in Hand und Herz in Herz Universen von unvorstellbarer Schönheit erschaffen und erhalten, versehen mit von Liebe und Licht erfüllten Wesenheiten ohne Zahl, unendlich verschieden und verschieden unendlich.


Da der Menschheit die göttliche Wahrheit verlustig gegangen ist, erschuf sie sich ihrem irdischen Verständnis dienliche `Wahrheiten und Wirklichkeiten´. Diese bestimmen ihr Denken und Handeln sowohl im Diesseits als auch im Jenseits.

All diese Bewusstseinsgebäude, seien sie individuell oder kollektiv, sind relative und somit veränderliche Scheinrealitäten, da sie auf gottlosen sowie abergläubigen Meinungen errichtet sind.

Unabhängig davon existiert die unveränderliche und absolute Wahrheit/Wirklichkeit als Ursache allen Seins. Gäbe es sie nicht, erhielten die relativen Welten kein Leben.

Das bedeutet: Ohne Wahres gibt es kein Falsches, Wahres jedoch existiert ohne Falsches, denn göttliches Leben ist Wahrheit an und in sich. Ohne Vollkommenheit gibt es keine Unvollkommenheit, Vollkommenheit hingegen existiert ohne Unvollkommenheit. Ohne Absolutheit gibt es keine Relativität, Absolutheit indes existiert ohne Relativität. Daraus folgt: Der materielle Kosmos ist ein vergängliches Bildnis der Wirklichkeit.

In biblischer Sprache: Der Baum des Lebens (zeitlose Wirklichkeit) verleiht dem Baum der Erkenntnis (zeitlich bedingte und somit relative Erfahrungswelt) in feste Form gebundene und dadurch verschlossene Lebendigkeit, die sich demjenigen, der die Früchte der Erkenntnis nach Gottes Ratschlag zu sich nimmt, offenbart, ihn durchdringt und zum Verkoster der Früchte des Lebensbaumes macht.


Gott bestimmt den Tagesablauf der Menschen nicht, doch ist alle Zeit in ihrem Ewigkeitsgrund in Vollkommenheit gehüllt. Behutsam formt er jeden Augenblick, indem er ihn in allen Belangen den sich dauernd verändernden individuellen und globalen Zuständen anpasst. Anhand der negativen oder positiven Verfassungen jedes Einzelnen, jeden Volkes, als auch der Menschheit insgesamt verändert sich der Weltentag entsprechend. Dies schließt auch die verstorbenen erdgebundenen Seelen mit ein. Insgesamt sind das mehr als zehn Milliarden verschiedene, sich mit jedem Gedanken und mit jeder Tat verändernde Verhältnisse, die unter ihrem oberflächlichen Chaos wie Puzzleteile ineinander greifen und so immer einen vollkommenen Tag erzeugen.

Darin und daraus erhält man stets, was man gemäß seiner Verfassung benötigt, um zu erkennen und zu reifen. Alle Geschehnisse und Begegnungen dienen dem seelisch-geistigen Fortschritt, auch scheinbar unwichtigste und unnötigste Umstände sind Teil dieser in allem enthaltenen Vollkommenheit. Selbst im Bösen und insbesondere im Leid ist sie als Tür ins Licht vorhanden. Doch nur wenn diese im Glauben und Vertrauen an des Vaters Beistand geöffnet wird, kann göttliche Liebesmacht ihre Wirksamkeit offenbaren.

Dass der Mensch dies nicht sieht, liegt daran, dass er sich selbst nicht kennt. Er kennt nur seine Oberfläche -und oft nicht einmal die. Erst wenn man die verborgenen Schichten des Bewusstseins durchdringt, eröffnet sich die tatsächliche Beschaffenheit der Seele, und erst dann wird einem mithilfe des göttlichen Liebelichts das grundlegende Zusammenspiel von Leben und Tod eröffnet.

Ein im Geiste Erwachter erlebt sich beständig in dieser Vollkommenheit. Ist er in Gottes Geist eingeboren, sieht er, dass die ihn und alles umgebende und durchdringende Vollkommenheit eigentlich aus ihm selbst erschaffen wird, sprich aus Gottes Herzen in seinem Herzen. Er ernährt sich vom Baum des Lebens.


Dreieinheit Körper-Seele-Geist

Vergänglichkeit und Tod regieren die materielle Umhüllung seelisch-geistigen Lebens, die wir Körper nennen. Materie ist eigentlich zu Leblosigkeit erstarrte Seelensubstanz, ist als und in feste Form gebundenes Bewusstsein, das einst eigenmächtig aus der lebenspendenden Wärme göttlicher Liebevollkommenheit trat.

Das im universellen Erlösungsprozess wieder aus der materiellen Gefangenschaft befreite Seelenleben ist als wesenhaft feinstofflich näher der ursprünglichen geistigen Beschaffenheit. Es ist fortwährendem Wandel unterworfen, denn alles aus der göttlichen Ordnung Getretene unterliegt notgedrungen Veränderung und Erneuerung. Das feinstoffliche Seelenleben ist selbstverständlich weitaus freier in seiner Ausübung als das als Materie gefestete, denn es hat die Möglichkeit der Fortbewegung im Rahmen seiner planetarischen Existenz, wobei es den feststofflichen Körper als notwendige Umhüllung mit sich führt.

Die menschliche Seele ist stets hin und her gerissen zwischen dem Gefühl der Sterblichkeit und der Unsterblichkeit. Welches überwiegt, ist der Bewusstseins-Ausrichtung geschuldet. Materiehöriges Gedankengut bindet an Tod und Vergänglichkeit und dies erzeugt Todesangst, gottgeistige Orientierung schenkt die fortschreitende Gewissheit ewigen Lebens.

Der Gottesgeist im Herzen des Menschen ist vollkommen. Er ist rein und unbefleckt. Er unterliegt weder Zeit noch Raum. Er ist ohne Anfang und ohne Ende. Er beinhaltet alles Wissen, das man für seine nimmer endende Existenz benötigt. Mit und in diesem Geist schenkt der himmlische Vater seinen Kindern sein göttlich Leben.

In seiner passiven Auswirkung ist der Gottesgeist das freiheitliche Prinzip der Seele, er erlaubt ihr Selbstbestimmung in jeglichen Daseinsbereichen, sei es im Leben, sei es im Tod. In seiner aktiven Funktion als Instrument zur Vergöttlichung ist der Herzensgeist zwar vorerst gebunden, mithilfe verschiedenster irdischer Gegenkräfte hat der Mensch jedoch die Möglichkeit diesen freizusetzen, um sich von ihm erfassen und durchdringen zu lassen. Dadurch verliert die Seele ihren zeitgebundenen Status, sie verlässt den Kreislauf der Vergänglichkeit und des Todes, sie wird eingeboren in Gottes ureigenes Sein – und ist sodann vollendet.

(Anmerkung: Mancher fragt sich vielleicht, wie die menschenähnlichen Wesen vor Adam beschaffen waren, da sie ja den Gottesgeist noch nicht innehatten. Sie erhielten ihre Lebendigkeit von der Seele ureigenem Belebungsgeist, wie es auch bei den Tieren der Fall ist (tierische Intelligenz). Unter seiner Regentschaft kann nur in seelenspezifischer Gesetzmäßigkeit gehandelt werden, was wir als (Überlebens-)Instinkt bezeichnen. Erst seit Adam gibt es einen individuellen Zugang zum freien Gottesleben, den der Herzensgeist im eigentlichen Sinne darstellt. Dieser Eingang wurde durch der Menschheit verkehrten Lebenswandel allerdings verschüttet. Um ihn wieder zu öffnen, musste unser Vater in Jesus Christus selbst zur Erde kommen.)


Feste Körper bieten dem seelischen Bewusstsein evolutionäre Existenzgrundlagen zur Rückkehr ins göttliche Sein. Die Seele bildet und belebt ihr Materiekleid nach ihrem Ebenmaß, hat also selbst pflanzliche, tierische oder menschliche Gestalt. Ihr freies Menschsein erhält sie vom ihr innewohnenden Geist Gottes. Dieser wiederum benötigt die ihn umhüllenden menschlichen Individualitäten, will er als und durch eigenständige personale Wesenheiten seine schöpferisch-göttliche Wirksamkeit realisieren.

Der Geist im Herzen der Menschenseele ist ein vollkommener Gott im scheinbar kleinen Maßstab. Scheinbar deshalb, da dieser, als in, an und außer sich unendlich, nicht in klein oder groß sowie zeitlichen Begrenzungen bemessen werden kann. In seiner Absolutheit gibt es keine Vergleichsmöglichkeit von und zu Zeit und Raum.

(Anmerkung: Himmlische Geister haben natürlich ebenfalls eine wesenhafte Form, da sie sich ansonsten in der Unendlichkeit verlieren würden. Ihre Gestalt ist jedoch nicht der Allseele entnommen, sondern ist ihnen aus der göttlichen Vollkommenheit angetan, beziehungsweise gestaltet ihre göttliche Charakteristik ihr formales Äußeres.)

Hat jemand den Gottesgeist verwirklicht, stehen ihm alle seine Eigenschaften zur Verfügung – er oder sie wird in der Tat selbst zu diesem Geist. Erfolgt dies im Erdenleben, wird auch der Körper in die Vergeistigung mit einbezogen. In und zugleich außerhalb der Zeit ist der Mensch nun am Ziel allen Schöpfungsgeschehens. In und bei Gott erfährt er die Unvergänglichkeit jeglichen zeitlichen Erlebens.

Tiefer betrachtet: Im Geiste Wiedergeborene erleben die in der Zeit Veränderung und Vergänglichkeit unterworfenen Bewegungen der göttlichen Gedanken in deren unvergänglicher und wahrhaftiger Ursache. Noch essentieller: Ohne Zeit existiert alles wesenhaft Geschaffene im Hier und Jetzt seiner gottgültigen Erfüllung und Bestimmung.

Das Ende der Zeit bedeutet jedoch keinen Stillstand. Da der Gottesgeist Unendlichkeit in sich birgt, betritt man mit und in ihm einen völlig neuen Erlebnisweg. Als göttlich freie Vollkommenheit ist man in der Lage, in alle Ewigkeit immer tiefer einzudringen in das zeitlose und unerschöpfliche Sein unseres himmlischen Vaters.


Form, Wort und Sprache

Wie das Wort den Träger Ton braucht, um hörbar zu werden, der Sinn darin aber ohne die Lautsprache nicht nur existiert, sondern weitaus realer ist ohne das ihn umhüllende Gewand irdischer Akustik, so benötigt die kosmische Schöpfung den Trägerstoff Materie, um als und durch stoffliche Verdichtung eine räumlich-zeitliche Manifestation zu erhalten, ist jedoch ohne die vergängliche Ummantelung in ihrer freien geistigen Existenz weitaus wirklicher und wahrhaftiger. Das eigentliche Leben innerhalb und somit außerhalb jeglicher an Zeit und Raum gebundenen Erfahrungswelt ist demnach unvergleichlich lebendiger, in einer Klarheit und Intensität erlebbar, wie man es sich in der Materie wesend nicht vorstellen kann.

Obwohl Geist raum- und zeitlos und somit frei von allen Banden ist, hat in ihm wirkendes Leben einen konkreten Wesenskern, ein Herz, einen Liebegrund, von dem alles aus- und in den alles eingeht, ansonsten Individualität nicht möglich wäre. So ist Gott beschaffen – und wir als seine Kinder ebenso.


Wie alles Geschaffene bestehen auch Wort und Sprache in und aus einer Dreieinheit. Die Hülle des Wortes als hör- und sichtbare Form, die Seele als Sinn und Zweck des Wortes und der das Wort erschaffende Geist, der als Urgrund allen Lebens dem Wort Kraft und Lebendigkeit verleiht. Worte sind also geäußertes Leben an und in sich.

Im stofflichen Universum muss der Mensch eine Sprache erlernen um Inhalte zu erfassen, beziehungsweise entsteht für ihn durch die akustische Umhüllung erst erfahr- und erlebbare Wahrnehmung. Kommunikation braucht also eine sicht- oder hörbare Verpackung, darin und daraus eine indirekte seelische Verständigung über die sprachliche sowie bildliche Ausprägung stattfindet. Das ist in dieser Schöpfungsepoche bei den meisten kosmischen Völkern der Fall.

So wie die Seele im Ableben ihren vergänglichen Leib verlässt, legt auch das Wort im Jenseits die Hülle ab. Dies führt dazu, dass sich in der geistigen Welt Inhalte – sowohl in personaler als auch in sprachlicher Ausdrucksform – immer wahrhaftig offenbaren. Im Geisterreich erfolgt also eine unmittelbare Kommunikation.

Eigentlich. Denn eine aus dem stofflichen Universum ins Jenseits gegangene Wesenheit erfasst ihren eigenen sowie des Wortes Sinn nur ihrer mitgebrachten planetarischen Konditionierung gemäß. Ist diese fern der Wahrheit, kann sie sich allein im Irrtum oder in der Lüge verständigen. Weder ihre eigene, noch die Gestalt des Wortes sind ihr in Realität ersichtlich. All ihre `Wahrnehmung´ geschieht durch die Brille ihrer verkehrten Ansichten und Vorstellungen.

Der erwachte Geist hingegen existiert wahrhaftig. Er empfängt und verwendet das Wort wirklichkeitsgetreu. Er spricht und hört nicht nur die seelische Bedeutung, er erlebt das rein Geistige jeden formalen Ausdrucks, also dessen göttlich existenzielle Aussage. In dieser Verfassung sind sowohl seine eigene als auch des Wortes Seelenform ausführende Individualitäten himmlischer Lebensart, wie auf Erden bei rechter Lebensweise die körperliche Hülle sachdienliches Instrument der Seele ist.

Was geschieht nun, wenn ein Mensch in seinen Gottesgeist eingeboren ist? Er nimmt das Wort innerhalb dessen Umkleidung wahr. Er erfasst dessen Sinn unmittelbar im Herzen, darin es nur eine Sprache gibt. Das bedeutet, dass die verschiedenen sprachlichen Ausdrucksweisen dieser Erde für ihn kein Hindernis darstellen – und dass er jede Lüge sogleich erkennt. Gleichermaßen erlebt er die Bedeutung der Tierlaute sowie die sinnbildende Außenlebenssphäre der Flora als offenkundige Bewusstseinsbotschaften.

Im Umkehrschluss wird die Verschiedenheit göttlicher Offenbarungen verständlich, denn das im Herzen sich manifestierende Wort Gottes muss eine kleidsame Begrenzung annehmen, um sich in der Welt der Stofflichkeit ausdrücken zu können; die wird ihr von der Persönlichkeit beziehungsweise seelischen Prägung des Mittlers angetan.

In der geistigen Ausgeburt findet also eine Umkleidung statt, während in der Eingeburt in den Geist eine Entkleidung vonstatten geht. Das ist auch der Fall im Ablauf allen Schöpfungs-Geschehens.

So kann man feststellen, dass Mensch und Wort vollkommen identisch sind und sowohl im Diesseits als auch im Jenseits den gleichen Verhältnissen und Bedingungen unterliegen. Ja, die gesamte Schöpfung ist in ihrer Struktur eine Dreieinheit aus Materie, Seele und Geist.

Das Endziel allen geschaffenen Daseins ist die Vergeistigung und somit die Auflösung aller Materie, ist das Eingehen aller kosmischen Völkerschaften in den Geist Gottes. Wobei die seelischen Umhüllungen als notwendige Individualitäts-Plattformen bestehen bleiben, jedoch nicht mehr agierend als selbsttätige Lebensprinzipien, sondern als ausführende Organe göttlicher Wesenheit.


Vater und Gott

Wenn man Gott sagt, meint man eigentlich den Vater, denn nur als Vater ist Gott für seine Kinder zugänglich. Der Vater ist die Liebe und somit das Leben der Gottheit; der Sohn ist der für uns schau- und berührbare Ausdruck des Vaters, also der Vater in Person, der da heißt Jesus Christus; der Heilige Geist ist der in aller Unendlichkeit machtvoll wirkende Wille Gottes.

Da die Menschheit ihren himmlischen Vater aus ihren Herzen verstoßen hat, ist sie ihrer Gotteskindschaft verlustig gegangen – nun regelt der allmächtige Herr der Schöpfung unser Dasein. Jetzt haben wir es mit der gesetzlichen Willenskraft der Gottheit zu tun, die nicht nur alles geschaffene Leben im ewigen Dasein erhält, sondern jegliche Unvollkommenheit gemäß Ursache und Wirkung unabdingbar und schicksalshaft mit schmerzlicher Krankheit und Tod ahndet. Das klingt nicht besonders vertrauenserweckend, und doch ist das offensichtlich und eindeutig der Fall, was man auf dieser Erde leicht feststellen kann, wo verschiedenste leidvolle Gegebenheiten die menschliche Existenz bestimmen.

Aus diesem Grund heißt es, dass wir nicht wider den Heiligen Geist sündigen sollen. Was wiederum sagt: Allein in der Liebe zu unserem himmlischen Vater ist Leben ohne Sünde wider den Heiligen Geist möglich.

Die Heiligkeit Gottes ist unantastbar. Nichts Unreines und Unvollkommenes kann in ihr bestehen. Ihre endgültige und absolute Weisheit duldet nur sich selbst. Allein die Liebe in der Gottheit ist unser aller Vater. Erst in der Hingabe an seine Herzensliebe kann uns Gott fürsorglicher Vater sein und uns aus dem Kreislauf von Vergänglichkeit und Tod herausführen.

Deshalb hat sich allein Gottes Liebe in Jesus Christus verkörpert. Hätte die Gottheit sich in ihrer absoluten Heiligkeit auf die Erde gesandt, die sündige Welt wäre augenblicklich im `Feuerlicht´ Gottes vernichtet worden. Gottes barmherzige und duldsame Liebe versöhnt unsere Unvollkommenheit allzeit mit seiner Absolutheit und macht ihn dadurch zum berührbaren Vater allen Lebens.

(Anmerkung: Als das von Gottes Liebefeuer ausgehende Licht ist der Sohn aber auch des Vaters Weisheit, die der Liebe untertan ist. Des Feuers Wärme, Licht und Kraft als Vater, Sohn und Heiliger Geist sind im Grunde untrennbar eines. Ein Feuer – ein Gott.)


Einst gab es in der Gottheit einen Kampf zwischen ihrer absoluten Weisheit und ihrer sich nach freien Kindern sehnenden Liebe. Die Liebe errang den Sieg. Daraufhin übergab die unberührbare Absolutheit Gottes das königlich-göttliche Zepter der für alles Leben berührbaren Liebe – gültig für alle Ewigkeit.

Sucht man Wahrheit und Verwirklichung mittels verstandesrechtlicher Wissenschaft und stellt dabei die Liebe hintan, begegnet man jedoch der unantastbaren Vollkommenheit der Gottheit. Sie verstößt alles Unvollkommene in die Abgründe der Vergänglichkeit, was heißt: Der kalte Verstand bringt den Tod – der beste Beweis ist diese Erdenwelt.

Allein das Herz des Menschen sucht und findet das Herz Gottes. Nur das kindliche Gemüt findet die barmherzige Liebe des himmlischen Vaters, der nicht nur alles Leben vor dem Tode bewahren, sondern seine Kinder mit allem erfüllen möchte, was er selbst hat und ist.

(Anmerkung: Der Tod bei Pflanzen und Tieren hat eine andere Ursache. Hier nötigt die seelische Evolution zu Vergänglichkeit, wodurch alles erstarrte Seelenbewusstsein durch die verschiedensten Lebensformen bis hin zum Menschen gebracht wird, der, als Krone der Schöpfung, alles Gefallene wieder der Göttlichkeit zuführt beziehungsweise zuführen sollte.)


Ohne die Liebe Gottes, welche heißt der Vater, wäre niemals freies Leben ins Dasein gerufen worden. Die Gottheit wäre trotz oder gerade wegen ihrer Vollkommenheit in alle Ewigkeit in ihrer und an ihre unantastbare Heiligkeit gebunden. Allein in Gott gefestetes und demzufolge unfreies Leben wäre möglich, da dieses sich nicht aus Vollkommenheit entfernen kann. Doch darin ist Gott immer alles selbst, denn allein sein Wille bestimmt solch geoffenbarte Gedanken.

Würde Gott nicht denken beziehungsweise sich nicht betrachten und somit sein Bewusstsein nicht konkretisieren und realisieren, gäbe es keine schöpferische Offenbarung. Kein Sein würde sich je mit einem Wort umkleiden, keine geäußerte Idee würde Zeit und Raum eröffnen. Die Unendlichkeit wäre ein formloses, unbestimmtes, in sich geschlossenes Nichts und Alles ohne Namen, ohne Sinn und Zweck. Doch da Gott keinen Anfang hat und kein Ende, da er war, ist und wird sein immerwährend tätige Lebenskraft, ist auch sein Erschaffen ohne Anfang und ohne Ende. In der Unendlichkeit ist genug Platz dafür.


Die freien Willenstaten der Menschen stehen nicht im Widerspruch zur Allwissenheit Gottes, da dieser aufgrund seiner vollkommenen Weisheit ihr Handeln voraus sieht und nicht vorherbestimmt.

Oder anders beleuchtet: Die Absolutheit des göttlichen Bewusstseins gebiert Allwissenheit = Allgegenwärtigkeit. Daraus und dadurch greift Gott aber nicht in unseren Willen ein – als von ihm unabhängige Wesenheiten können wir jederzeit selbstbestimmt über unser Leben entscheiden. Eine göttliche Offenbarung ist Bedingung und Ursache jedweden Erschaffens. Im derzeitigen Schöpfungsgeschehen trat Gott wesenhaft aus seinem innersten Grunde. Das ermöglicht ihm, nicht unablässig bewusst allwissend zu sein – er wendet sich quasi von seiner Allwissenheit ab, indem er unbeeinflusste und unberührte Liebe zu seinen Kindern in den Mittelpunkt stellt. (So wie auch ein reifer Mensch im liebevollen Zusammensein mit seinen Kindern sein Wissen hintanstellt – also gleichsam `vergisst´, sich in deren Entwicklungsstand hinein begibt und vorwiegend mit dem Herzen agiert.) Dies erlaubt ihm und uns ein freudvolles und unvoreingenommenes Mit- und Zueinander.

Gott kann also jederzeit allwissend sein, er kann aber auch zeitliche und räumliche Abfolgen betreten und zusammen mit seinen Kindern Zukunft eröffnen, die, da sie eine zeitliche Verkörperung der ewigen Gegenwart ist, in und aus sich sukzessive Allwissenheit und Allgegenwärtigkeit gebiert.

Mittels dieser Vorgehensweise schenkt der Vater seinen Kindern Früchte des Baumes der Erkenntnis in der raum- und zeitgebundenen Dimension (Länge der Zeit), während in der himmlischen Dimension der Baum des Lebens (Tiefe der Gegenwart) Nahrung für und in alle Ewigkeit spendet.


Kein geschaffenes Leben kann und wird das göttliche Bewusstsein je umfassend ergründen können, denn Gott ist ohne Anfang und ohne Ende und ist zugleich Anfang und Ende, wobei im ewigen Wesensgrund Gottes Anfang und Ende als energetischer Lebensmittelpunkt und Lebenswillenskraft untrennbar eines sind. Hier betrachtet sich das fundamentale Nicht-offenbare, das Unendlichkeit und alles darin Befindliche unmittelbar in sich vereint. Hier geschieht alles, was jemals war und ist und sein wird in dimensionsloser Gegenwärtigkeit und höchster Vollkommenheit selbstbewussten Gottseins.

Aus diesem Grund entspringt die Quelle, die allem Dasein ewiges Leben und unbegrenztes Wachstum in Liebe und Weisheit verleiht. Diese Quelle ist gleichzeitig Ursprung und Ziel aller Schöpfung, sie ist das Alpha und das Omega jeglicher Existenz.

Trinkt man von dieser Quelle, wird man gewahr, dass niemand Gott jemals etwas geben kann, denn er ist alles selbst. Nur Gott kann geben, entweder aus sich unmittelbar als Schöpfer, oder aus sich mittelbar durch seine Schöpfungen. So ist Gott immer alles in allem in Ewigkeit und Unendlichkeit.

Um sein Bedürfnis nach freier Liebe im Zusammenleben mit seinen Kindern zu verwirklichen, trat Gott aus seinem innersten Sein. Das ist der Vater in Jesus Christus. Nur in und durch ihn können wir uns als von Gott geliebt begreifen. Mit seiner Menschwerdung hat er sich für alle Ewigkeit eine personale Umkleidung geschaffen. Seit diesem Zeitpunkt ist die ursprünglich unzugängliche Gottheit als himmlischer Vater schau-und berührbar.

Für uns geschaffene Wesenheiten zählt also nur die göttliche Vaterliebe. Sie schenkt uns allzeit die nötige fassbare Portion Weisheit, auf dass Liebe und Licht uns in rechtem Maße durchdringen, erfüllen und vervollkommnen.

(Anmerkung: So mancher wird sich vielleicht wundern oder daran stoßen, dass Gott stets als Vater dargestellt wird. In seiner allumfassenden und alles erfüllenden Liebe ist Gott selbstverständlich auch Mutter. Für uns zählt aber in erster Linie das gebende, schöpferische Prinzip Gottes – das ist der Vater. Aus diesem Grund verkörperte sich Gott als Mann Jesus Christus und nicht als Frau.)


Wunder

Nicht die Schöpfung ist ein Wunder. Die (Ent-)Materialisation von Gegenständen, auf dem Wasser zu wandeln oder Wasser in Wein und Steine in Brot zu verwandeln sind ebenfalls keine Wunder. Auch eine jungfräuliche Geburt ist kein Wunder. Selbst die augenblickliche Heilung eines Kranken durchs Wort oder die Erweckung eines Toten, was einem vom Gottesgeist erfüllten Menschen tatsächlich möglich ist, sind keine Wundertaten.

Das wahrhaftige und einzige Wunder ist die Rückkehr eines in der freien Liebe wiedergeborenen Menschen zu seinem himmlischen Vater. Dieses Geschehen steht über allen göttlichen Handlungen in Zeit und Ewigkeit. Nur dieses hat vor Gott einen Wert, denn es ist nicht mit seiner Allmacht geschrieben. Allein für dies Wunder wurde die Welt erschaffen.


Die Kreuzigung

Diese Erde wird in alle Ewigkeit Zeugnis und Wahrzeichen der göttlichen Liebe sein. Auf diesem verkommensten und verwahrlosesten aller Planeten des Universums nahm Gott Menschengestalt an. Hier ließ er sich aufs Grausamste misshandeln und kreuzigen. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, dies zu verhindern, und eine dermaßen qualvolle Marter und Hinrichtung war auch nicht unbedingt notwendig, um den Tod zu durchbrechen und der Welt Sünde zu erlösen. Doch um den freien Willen seiner Geschöpfe zu bewahren, ließ er all dies mit sich geschehen.

Da jeglichem Tun Gottes Vollkommenheit innewohnt, wurde seine grausame Ermordung zur Verherrlichung der Liebe. Wer sehen kann, dass es Gott war und ist, der von seinen Geschöpfen ans Kreuz geschlagen wurde, wird Erlösung erlangen, denn er sieht das Herz des himmlischen Vaters bluten für seine Kinder.

So wurde die Muschel Materie von Jesus Christus geöffnet, und bald wird sie ganz aufgehen. Und die gefallene Erde wird sichtbar werden als wertvollste Perle des Alls und wird erstrahlen und erleuchten die Unendlichkeit. Ja, alles Leben im Universum blickt auf diesen kleinen, unscheinbaren Planeten, der sich in einer von unzähligen Galaxien befindet, wobei jede aus Milliarden und Abermilliarden von Planeten und Sternen besteht, der aber geistigerweise im Allerinnersten des Herzens Gottes wohnt und thront. Der Schauplatz des größten geistigen Kampfes aller Zeit und Ewigkeit ist, und schließlich und endlich die Krone Gottes als schönste aller Perlen schmücken wird.


Schöpfungs- und Menschheitsgeschichte

O Gott, keinen Anfang hast Du und kein Ende. Du bist die Unendlichkeit selbst. Sie ist Dein geistiger `Raum´, darin Du Dich betrachtest. Was hast Du schon alles erlebt? Was tatest Du all die Ewigkeiten hindurch? In Deinen zahllosen Schöpfungen stelltest Du die wunderbarsten Gedanken in Dich, Wesenheiten ohne Zahl, jedes vollendet in seiner Gestaltung, erfüllt mit Licht und Liebe. Doch warst Du selbst immer dieses Licht und diese Liebe. Kein von Dir unabhängiges Gegenüber sagte: “Ich liebe Dich!” Keiner Deiner Schöpfungen wohnte die Selbstständigkeit der Liebe inne – Liebe geschah stets in fortwährender Gebundenheit an Deinen heiligen Willen.

Da sprachst Du wieder einmal das Schöpfungswort, und aus Dir heraus traten unzählige lichterfüllte Gedanken. Aber diesmal sprachst Du ein Wort wie keines zuvor. Du schenktest ihnen eigenes, von Deinem Willen unabhängiges Leben. Diese Freiheit gab ihnen die Möglichkeit der Entscheidung für oder gegen Dich. Du eröffnetest die gegenwärtige Schöpfung einzig und allein der freien Liebe wegen.

Und die Geschöpfe erkannten sich in Dir und waren glücklich in ihrer vollkommenen Freiheit und freiheitlichen Vollkommenheit. Doch einer von ihnen, der da war Träger Deines Urlichtes und hieß Luzifer, ging Kraft seines von Dir losgelösten Willens eigene Wege, und zahllose Geister folgten ihm und entfernten sich von ihrer Lebensquelle.

In der Folge verschloss sich die Türe namens Demut zum Empfang der göttlichen Attribute – Starrsinn, Stolz und Hochmut wurden zu ihren vorherrschenden Wesenszügen. Ihre Liebe erkaltete, ihre Herzen verdunkelten, sie konnten Dich in sich nicht mehr erkennen. Schließlich erblindeten und erstarrten sie vollends in ihrer selbstgeschaffenen Finsternis und Kälte. Denn trotz der Willensunabhängigkeit von Dir benötigen Deine Geschöpfe unablässig Deine Lebenskraft, -wärme und -licht, um sinngemäß existieren zu können.

Aus dieser fallenden Geisterschar formtest Du das materielle Universum. Deine barmherzige Liebe fing das haltlos in die Tiefen der Unendlichkeit stürzende Geistesbewusstsein auf, gab der zunehmenden Verdichtung Zusammenhalt (konkrete Seelensubstanz) und der finalen Erstarrung Ordnung und Struktur (feststoffliche Seelensubstanz = Materie = Kosmos). Somit war für die gefallene Schöpfung ein Fundament geschaffen zum Wiederaufstieg ins göttliche Sein.

Oder in natürlicher Abfolge betrachtet: Aus dem ursprünglich freien Geistesbewusstsein entstand der ätherische Lebensgrundstoff. Im Laufe von Jahrmilliarden verdichtete sich dieser, bekam zunehmend Festigkeit und bildete eine erste substantielle Form. Die Urzentralsonne wurde geboren, daraus unzählige weitere Sonnen entstanden und daraus wiederum flammende Planeten (vermeintlicher Urknall). Diese kühlten schließlich in der Abnabelung von ihren Gebärerinnen ab und begannen in geordneten Bahnen um ihre Muttersonnen zu kreisen. Unzählige Galaxien mit zahllosen Sternen und Planeten erfüllten nach und nach den zu diesem Zweck bereitgestellten Weltenraum.

Auch unsere Erde ward so geboren und auch hier wurde, so wie auf allen Gestirnen des Universums, die Rückführung der mit Luzifer gefallenen Wesenheiten eröffnet, wobei das Willenszentrum Luzifers diesem Planeten zugeteilt wurde.

(Anmerkung: Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass der Geist Luzifers / Satanas – Satan ist ein zweigeschlechtlicher Geist, ursprünglich vorherrschend weiblich agierend als empfangende Wesenheit von Gottes Liebe, nun vorrangig in und aus seinem männlichen Prinzip wirkend – zuerst in einem anderen Planeten (Mallona) unseres Sonnensystems eingebunden war. Dessen Bewohner haben ihre Wohnstatt jedoch mutwillig zerstört, was nicht zuletzt auf Satans Einfluss zurückzuführen ist. Ihr Planet brach auseinander -seine Einzelteile verloren sich in den Weiten des Alls. Satans Machtzentrum wurde daraufhin in unsere Erde gebannt.)

Aus der zu Materie gefesteten Seelensubstanz ließest Du Pflanzen wachsen, erstes Leben aus dem Tod, erstes Weichwerden des Erstarrten. Dann ließest Du Tiere jeglicher Art erstehen, wodurch Seelenleben nicht mehr an Ort und Stelle gebunden war, die jeweiligen Kreaturen sich im Rahmen ihrer Bestimmung frei bewegen konnten.

Im weiteren Evolutionsverlauf gab es schon menschenähnliche Lebewesen, die wir heute Neandertaler nennen. Sie waren ausgestattet mit instinktiver Intelligenz, daher ihr Dasein bereits ein selbstständiges war. Doch waren sie nicht in der Lage, sich über ihr gefallenes Bewusstsein zu erheben, einen höheren Sinn und Zweck als den der Lebenserhaltung kannten sie nicht.

Und vor gar nicht allzu langer Zeit formtest Du aus der Erdenseele ein erstes Menschenpaar und hauchtest ihm Deinen Odem ein: Du anvertrautest ihm Deinen Geist, der göttliches Leben ermöglicht. Dadurch konnten sich Adam und Eva über die animalisch-instinktive Gesetzmäßigkeit erheben; sie waren in der Lage, Dich zu erkennen und selbstbestimmt in der Vollkommenheit Deiner Liebe zu handeln.

Doch sie und viele ihrer Nachkommen entfernten sich von Dir und fielen aus ihrer wiedergeschenkten Göttlichkeit. Daraufhin reinigtest Du die Wiege der Menschheit mit dem Wasser Deiner Erbarmung und ließest ein neues Geschlecht erstehen auf Erden. Aber auch deren Nachfahren verirrten sich in ihrer materiellen Verfallenheit, obwohl Du sie durch Propheten und Engel belehrtest und auf ihre Verirrungen hinwiesest.

Und dann kamst Du selbst zu Deinen gefallenen Kindern, auf dass Du sie führest aus ihrer Dunkelheit und ihnen schenkest ewiges Leben in Dir. Worauf sie Dich auf grausamste Weise töteten, was Du geschehen ließest, auf dass die Welt Deine unendliche Liebe erkenne.

O Gott, wie kann man das begreifen?! Deine Liebe macht es begreiflich. Der Weg zu Dir ist gebahnt von Dir durch Dein irdisches Wirken. Du sühntest des Todes Schuld mit dem Blut Deines gekreuzigten Herzens. Du stelltest die göttliche Allmacht hintan und übergabst Dein Leben der barmherzigen Liebe. So machtest Du Deine Wesenheit für Deine gefallenen Geschöpfe zugänglich und berührbar, ja, bewohnbar ewiglich. Wir brauchen Dir nur nachzufolgen, dann kommen wir dahin, wohin Du gegangen bist. Doch wie viele Deiner Kinder folgten und folgen Dir nach?

Ewigkeiten sind vergangen, seit Du freie Gedanken aus Dir stelltest. Doch wo stehen wir nun? Vergessen bist Du, o Vater – wieder sind wir gefallen! Die Erde wird beherrscht von der Finsternis der Gottverlorenheit! Deshalb kommst Du jetzt wieder. Die Samen, die Du ins Erdreich legtest, sind gekeimt und gewachsen. Bald wirst Du Ernte halten. Die Deinigen wirst Du heimholen, und die, die die Lust der Welt loben und preisen, werden andere beschwerliche Wege zu gehen haben.

Dies alles wusstest Du vor dieser einzigartigen Schöpfung. In Deiner Allgegenwärtigkeit sahst Du all die Möglichkeiten von Elend und Verlorenheit. Du sahst das namenlose Leid der Menschheit, sahst das grausame Sterben Deiner verirrten Kinder, hörtest die schmerzerfüllten Schreie der in den Sümpfen der materiellen Begierden versinkenden Seelen. Du sahst die Flüsse von Tränen und die Bäche von Blut, die ins Meer der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung münden. Und sahst die unendlichen Zeiträume dieses freiheitlichen Weges Deiner Schöpfung – bis zu ihrer Rückkehr in die göttliche Heimat.

Und die Liebe in der Gottheit sprach zur Gottheit: “Lass es uns vollbringen, lass uns dies einmalige Abenteuer wagen. Ich werde Dir alles wiederbringen. Ich übernehme die Verantwortung und nehme die Schuld allen gefallenen Lebens auf Mich. Kein Opfer wird Mir zu groß sein, auf dass sich der Liebewunsch unseres Herzens erfüllt. Und einst werde Ich das letzte geschaffene Licht heimführen und es wird uns als liebenden Vater erkennen. Dann werden alle Kinder sprechen mit einer Stimme: `Ich liebe Dich!´. Und es wird ein Fest sein und Freude ohne Ende. Dann ist es vollbracht!”

Die vorangegangene kurze Schilderung gibt in verständlichen Worten Entstehung, Zweck und Ziel allen Lebens wieder. In der fortschreitenden Geistesevolution wird der Mensch diese seine hehre Bestimmung immer tiefer und umfassender erkennen, denn alles göttliche Schaffen birgt Unendliches in sich.

Was mir unser Vater immer wieder vor Augen führt, ist das Ergebnis dieser Schöpfungs- Epoche. Denn dass er seinen Plan verwirklichte, schließt ein vollkommenes Ergebnis mit ein: Alles jemals erfolgte und noch erfolgende Leid wird unendlichfach aufgewogen im freien Liebeleben in und mit Jesus Christus mit unsagbarer Daseinsfreude. Dieses Leben wird niemals ein Ende finden; immer mehr werden wir durchdrungen werden vom Licht der Wahrheit, immer tiefer werden wir eindringen in das liebende Herz Gottes. Und unser über alle Maßen beglückendes Wachstum bedingt auch eine neue, unermessliche Glückseligkeit für unseren himmlischen Vater.


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