Fasten – Lichtnahrung

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

“Wenn der Bräutigam da ist,
braucht die Braut nicht zu hungern.“

Je nachdem, welches Ziel man mit dem Fasten verfolgt, gestaltet sich das Ergebnis. Erstrebt man nur eine Reduktion des Gewichtes sowie Entschlackung und Reinigung des Körpers, erlebt man das auch so; ein bewusstes Eindringen in unerforschte seelische Bereiche findet nicht statt. Das Fasten dient dann allein einem physischen Zweck – mit stets guten Auswirkungen auf Leib und Seele.

Befindet sich ein Mensch auf dem geistigen Pfad und hat Probleme, seine Begierden und Leidenschaften zu überwinden, kann er das Fasten unterstützend anwenden, um gewisse Vorhaben und Vorgaben zu verwirklichen. Hier spielen die in der Enthaltsamkeit vom Essen erfolgende körperliche Reinigung und Abnahme lediglich eine untergeordnete Rolle.

Beim Fasten werden nicht nur Schlacken und Giftstoffe in den Körperzellen frei und verbrannt, auch das in der Seele abgelagerte Gift – dies sind eingeprägte Verhaltensmuster und Konditionierungen verschiedenster Art, die den geistig Strebenden am Vorwärtsschreiten hindern – wird freigesetzt und will verarbeitet werden. Dadurch wird die Fastenzeit zu einem Prozess, der den Menschen ganz und gar herausfordert. Er dringt nun in die tieferen Schichten seines nach außen gerichteten Verlangens vor. Er betritt den Raum, darin sich ihm die Bindung an die vergänglichen Dinge der Welt auftut. Hier sind die beständig in der Seele tobenden egoistischen Energien schonungslos geöffnet, da ihnen der Deckmantel irdischer Befriedigung entzogen wurde.

Deswegen ist diese Bewusstwerdung erst einmal sehr unangenehm und demütigend – der Mensch gerät aus seinem Gleichgewicht. Doch gerade diese Demütigung erschließt dem geistig Strebenden bislang verborgene Seelenbereiche. Das vertrauensvolle Fasten an der Hand des Vaters öffnet die Türe zu Erkenntnisräumen weitab weltlicher Schein-Selbsterkenntnis.

In der Bibel wird die optimale Dauer des Fastens mit 40 Tagen beziffert. Einmal sollte jeder Christ, der tatsächlich erwachen möchte, ein langes Fasten durchleben, wenn es seine Verfassung und Konstitution erlauben.


Beim längeren zurückgezogenen Fasten offenbart sich die Lust am weltlichen Konsum. Hier sieht man seinen Hang zum übermäßigen und ausschweifenden Essen und Trinken. Man wird sich seiner Abhängigkeit von jeder Art von Unterhaltung und Zeitvertreib in den Medien gewahr. Man vermisst Fernsehen, Smartphone und Computer, worin und woraus man ständig neue Informationen erhält, die einen Standpunkt und dadurch eine Meinung ermöglichen, um in den unterschiedlichsten Identifikationen und Betrachtungsweisen scheinbare Lebendigkeit zu erzeugen. Und über alldem thront die (Sehn-)Sucht nach Anerkennung der beruflichen und privaten Tätigkeiten, welche die Illusion von Bedeutung verleihen.

Für die gottlose Welt sind egozentrische Motivation und Wertschätzung existenzielle Notwendigkeit, doch da diese in der Regel auf äußeren Betätigungen und Bestätigungen ohne geistigen Halt beruhen, kann man Sinn und Zweck seiner Existenz niemals finden. Im steten Streben nach irdischen Erfolgs- und materiellen Verwöhn-Erlebnissen lebt man an seiner eigentlichen Daseinsaufgabe, der Selbstfindung in Gott, vorbei.

Fasten bietet die Möglichkeit, in verborgene Bewusstseinsbereiche vorzudringen. Enthält man sich über einen längeren Zeitraum von den allgegenwärtigen Befriedigungsmöglichkeiten, kommt man in einen Zustand, darin die Seele nackt in der Haltlosigkeit ihres irdisch-vergänglichen Strebens steht. Bleibt man in dieser Wüste standhaft und läuft nicht vor sich davon, offenbart sich in der Folge der Halt eines bisher unbekannten Fundaments: Abseits allen weltlichen Treibens tut sich eine Lebendigkeit auf, die unabhängig von äußeren Geschehnissen existiert. Hier findet sich der Mensch in seiner geistigen Identität, hier schenkt der himmlische Vater der Sehnsucht seines Kindes bleibende Erfüllung, hier findet das Gotteskind seinen Wert in der Liebe Jesu Christi.

Im Durchleben dieses Prozesses fließen viele Tränen, oft habe ich vor Gott geweint in meiner Erbärmlichkeit. Doch stets spürte ich seine Freude über das aufrichtige und ehrliche Eingeständnis meiner Falschheiten, und diese Zuneigung schenkte allzeit Trost und Zuversicht.


Auf dem geistigen Pfad kann man gewisse Vorgaben nicht immer gleich oder überhaupt nicht umsetzen, wodurch der Wille zeitweise sehr geschwächt wird. Fasten bringt die Seele nach anfänglichen Widerständen wieder ins Gleichgewicht. In der Fastenwüste wird sie gereinigt und kann erstarkt aus der selbst auferlegten Enthaltsamkeit hervortreten. So ist Fasten stets ein Neubeginn.

Gerade im Kampf mit dem sexuellen Trieb ist Fasten eine mächtige Waffe. Während dieser enthaltsamen Zeit zieht sich die genusssüchtige Seele aus dem Körper zurück, wodurch die sinnlichen Begierden an Einfluss verlieren. Das fühlt sich manchmal etwas seltsam an, da die Bindung zum Körper sich lockert. Die Atmung wird flacher, die Sauerstoffaufnahme ist vorübergehend reduziert. Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen sind bisweilen die Folge. Bereits vorhandene leibliche Beschwerden können sich erst einmal verschlimmern.

Nimmt man die jeweiligen Zustände an, entwickelt sich daraus großer Segen. Bereits in den ersten Wochen reduziert sich das Bedürfnis nach körperlicher Befriedigung. Das weitere Fasten von der 3. bis zur 6. Woche schenkt völlig neue Einblicke in geistige Verhältnisse. Ein Gefühl von Freiheit, Leichtigkeit und Demut erfüllt die Seele. Darin kann sie sich ganz in Gott fallen lassen, die Vaterliebe bringt das Herz erneut zum Erblühen.


Fastenerlebnisse

Seit Tagen ringe ich mit den niederen Trieben und Lüsten, die mir ohne Unterlass vor Augen gestellt sind. Ich sehe meine Unersättlichkeit an guten Speisen und Leckereien, sehe die Abhängigkeit von den Massenmedien, sehe die unbändigen sexuellen Begierden, sehe das Verlangen nach Anerkennung von weltlicher Seite, sehe Bequemlichkeit und Faulheit, Rechthaberei, Überheblichkeit und Anmaßung. Und sehe, wie diese seelisch-materiellen Verwachsungen die Freiwerdung verhindern, wenn ihnen immer wieder nachgegeben wird.

Innere Unruhe, Überempfindlichkeit und Aggression wechseln sich ab mit Resignation und dem Bedürfnis, sich den Schwächen der Seele zu beugen. Rückzug und Stille wären öfters notwendig, doch diesmal faste ich im beruflichen Alltag. Wiederholt versuche ich zu beten, kann mich aber nicht sammeln. Dennoch weiß ich, dass Jesus da ist und mir beisteht, auch wenn ich seine Gegenwart nicht spüre.

Fällt die Seele auf dem Pfad der Entbehrungen, hilft ihr der Vater auf mit den Worten: “Komm, Mein Kind, steh wieder auf und geh weiter. Schau nach vorne und nicht zurück! Wer zurück sieht fällt gleich wieder über die bevorstehenden Hindernisse. Achte immer auf den Weg und hab stets dein Ziel vor Augen.“


Ich bat Gott inständig um eine Möglichkeit zum Rückzug in die Einsamkeit, um mich betend und fastend weiter von irdischen Zwängen lösen zu können. Nun hat sich eine Gelegenheit aufgetan: Das Haus einer Bekannten in einem Bergdorf hoch über dem Gardasee ist dafür perfekt geeignet. In den Sommermonaten herrscht dort reger Betrieb, doch jetzt im November sind nur Einheimische anwesend. Von der Dachterrasse reicht der Ausblick über weite Teile des Sees, der von oben betrachtet friedlich und still im Tal liegt. Lange werde ich da sitzen, die Seele wird ruhig werden und klar.

Die geistigen Geschwister teilten mir mit, dass sie vor Ort sein werden, um den Prozess begleitend zu unterstützen. auch finstere Mächte werden zugegen sein. Sie werden mich mit ihrer zerstörerischen Energie bedrängen und in Angst und Zweifel zu versetzen versuchen. Das kenne ich und bin vorbereitet. In Jesu Namen gebiete ich ihnen zu weichen – das ist bereits in der Vergangenheit geschehen, daher kenne ich das Verhältnis der Kräfte, die aufeinander treffen.

So eine Auszeit ist immer ein Sprungbrett in einen neuen Lebensabschnitt. Das Geistesgut, das sich in enthaltsamer Abgeschiedenheit eröffnet hat, muss anschließend liebetätig in den Alltag integriert werden, wodurch es zum Eigentum der Seele wird. Dies ist das A und O im Vorwärtsschreiten auf dem geistigen Pfad. Hier beweisen sich Ernsthaftigkeit und Treue. Und hier macht man die großen und festen Schritte in des Vaters Herz.


Fasten in der Einsamkeit der Schweizer Berge. Es fällt schwer loszulassen. Die Trennung von der Familie kostet Überwindung. Die plötzliche Stille, die Enthaltsamkeit von den weltlichen Annehmlichkeiten und Genüssen versetzen die Seele in Unruhe. Doch deswegen bin ich hier, um der Welt noch mehr zu entsterben und Gott näher zu kommen, auf dass ich ein brauchbares Instrument seiner Liebe sein kann.

Innere Kämpfe und tiefer Friede wechseln sich ab. Selten habe ich so viel geweint und gebetet. Eines Abends spüre ich die Liebe zu meiner Frau und den Kindern so sehr, dass der Trennungsschmerz mir fast den Atem raubt. Dieser Zustand will nicht enden – ich stehe vor der Entscheidung: Nach Hause fahren oder bleiben. Doch das ist eine Prüfung: Jesus oder Familie. Obwohl mein Herz blutet, beschließe ich abzuwarten und nicht wegzulaufen. Die Seele wird gereinigt. Die Achtsamkeit erhöht sich, Ruhe kehrt ein. Nach anfänglichen Schwächegefühlen bin ich bald voller Energie und Tatendrang und werde zum Wanderer in den Bergen.

Nicht ich habe nach der Auszeit auf der Alm gerufen, Jesus hat diesen Wunsch in mich gelegt und die Ausführung ermöglicht. “Ich liebe Dich, Jesus!“ – Jetzt ist er da. Ich drücke mich an seine Brust und die Umarmung soll nicht enden. Der Blick in seine Augen macht mich sprachlos und gedankenlos. Jesu Liebe ist nun meine Nahrung, mein himmlisches Brot, mein himmlischer Wein. Ohne ihn nichts, mit ihm alles. Wenn der Bräutigam da ist, braucht die Braut nicht zu hungern. Er nährt die Seele und auch den Körper. Er zeigt mir, dass mein familiärer Trennungsschmerz sein Liebeschmerz in meinem Herzen war und ist – und wie sehr er sich danach sehnt, bei und mit seinen Kindern zu sein.

Während einer Wanderung werde ich plötzlich von mir getrennt und durchschaue mein gefallenes Menschliches: “Oh Gott! Das bin ich!? Dahin will ich nicht wieder zurück! Das ist ja furchtbar! Dieses hektische und chaotische Gewirr von Gedanken und Gefühlen mag ich nicht mehr sein!“

Die Seele ist ernüchtert und erschüttert, fällt förmlich in sich zusammen, ringt nach Atem, sucht Halt. Da nimmt mich der Vater in seine Arme, in seine Augen, in sein Herz. Unsagbares Angenommen-sein überkommt mich. Alles ist gut. Endlich Zuhause. Liebe, Liebe, Liebe.


Der Lichtnahrungsprozess

Lichtnahrung bedeutet, dass man die Lebensenergie nicht mittels fester Nahrung zu sich nimmt, sondern unmittelbar – ohne den Trägerstoff Materie. Ein Weg dazu ist der sogenannte Lichtnahrungsprozess, der Anfang der 90er Jahre in Australien bekannt wurde. Dieser dauert drei Wochen, wobei man in der ersten Woche weder isst noch trinkt und in den zwei weiteren Wochen nur verdünnte Säfte zu sich nimmt. Das hört sich ziemlich heftig an – und das ist es auch.

Während der ersten Woche wird man angeblich in der Nacht vom 3. auf den 4. Tag von geistigen Wesenheiten operiert, wobei ein ätherischer Tropf ins Rückenmark eingesetzt wird, um den Tod durch Nierenversagen oder Verdursten zu verhindern. Dadurch wird der Umstellungsprozess eingeleitet und man fühlt sich am Ende der ersten Woche bereits ernährt.

Zweck der Lichtnahrung ist nicht das Nicht-mehr-essen, sondern sie ist ein Werkzeug zur Loslösung aus dem festgefahrenen Kollektiv-Bewusstsein, um frei zu sein für neue Geistes-Erfahrungen. Laut Anleitung soll man den Lichtnahrungsprozess nur durchführen, wenn man seelisch stabil ist und bereits Erfahrung mit Fasten hat (Genaue Hinweise und wichtige Informationen zu diesem Thema gibt es im Buch von Michael Werner `Leben durch Lichtnahrung´. Von anderen Themenbüchern rate ich ab, da man darin größtenteils mit spirituellem Unsinn konfrontiert wird).

Ich will mich in diesem Prozess nicht mit fremden Wesenheiten einlassen, sondern den Kontakt zu Jesus Christus vertiefen. Obwohl ich nicht sicher bin, ob er mein Vorhaben gutheißt oder sich nur aus Achtung vor meinem freien Willen zurückhält, werde ich meinen Plan durchführen, in der Hoffnung, mich dadurch weiter von seelischen Fehlhaltungen und irdischen Verhaftungen lösen zu können.

Erster Tag:

Vor 12 Stunden den letzten Schluck Wasser getrunken. Da mir die Symptome des Fastens bekannt sind, bin ich auf körperliche Missstände wie Kopfschmerzen, leichte Schwäche- und Schwindelgefühle und Konzentrationsstörungen vorbereitet.

Zweiter Tag:

Nütze diesen Tag zur Besinnung und tieferen Einstimmung. Die Seele betet. Ich fühle mich transparent und leicht. Vom Fasten weiß ich, dass Gelüste oft als Hunger verkleidet auftreten. Tatsächlichen Hunger kennt man in unserer Welt des Überflusses kaum mehr.

Dritter Tag:

Fühle mich heute etwas schwächer. Das Atmen strengt an. Mich friert, da der Organismus ohne Nahrung wenig Wärme produziert. In der kommenden Nacht steht angeblich eine seelische Operation bevor, um den Tod zu verhindern und den Körper auf Lichtnahrung umzustellen. Vertrauensvoll begebe ich mich in Jesu Hände.

Vierter Tag:

Von einer nächtlichen Operation habe ich nichts mitbekommen. Das Schwächegefühl nimmt zu, kann nicht mehr klar denken, fühle mich wie betäubt, zugleich aber sehr gereizt. Dies ist das Extremste, was ich bisher gemacht habe. Vier Tage nichts essen ist kein Problem, nicht trinken schon. Ich kämpfe jetzt um diesen Prozess.

Durch die erhöhte seelische Transparenz haben eigene sowie Gedanken und Worte anderer eine direkt ins Herz dringende Intensität. Die Seele öffnet ihre dunkelsten Kanäle, alles Unterdrückte drängt an die Oberfläche, in den Abgründen des Bewusstseins gespeicherte Erinnerungen und Traumata werden frei. Der Durst wird übermächtig. Ich habe Nierenschmerzen und hyperventiliere. In vier Tagen hat mein Körper bereits 7 kg abgenommen.

Fünfter Tag:

Bei einer Größe von 188 cm und einem regulären Gewicht von etwa 88 kg bin ich eigentlich recht kräftig, und durch das Marathonlaufen gut trainiert. Doch nun kann ich vor Schwäche nicht mehr aufstehen. So muss ein behinderter Mensch empfinden, dem der Körper nicht gehorcht. Das fühlt sich nicht gut an. Dies ist die Todeszone. Totaler Rückzug ist jetzt wichtig. Frau und Kinder machen sich große Sorgen und das ist verständlich. Sie sehen mein Elend, befürchten das Schlimmste, bitten mich inständig, den Prozess zu beenden – doch ich bleibe stur wie ein Esel.

Sechster Tag:

Die Stimmen der Menschen werden flüssig. Je heller die Stimme, umso reiner und klarer die Flüssigkeit. Ich höre Musik mit hohen Gesangsstimmen und trinke davon. Im Laufe des Tages fühle ich mich seltsamerweise zunehmend kräftiger. Etwas ist anders … und alles, was anders ist, ist gut. Am Abend habe ich einen Hustenanfall. Daraufhin fühle ich mich wie neugeboren – vielleicht wie ein Baby, bei dem sich nach der Geburt die energetischen Kanäle öffnen. Voller Energie renne ich vier-, fünfmal die Treppen ins Dachgeschoß hinauf und hinunter. Das Schwächegefühl ist gänzlich verschwunden.

Siebter Tag:

Obwohl der Körper ausgezehrt ist und das Gesicht eingefallen, bin ich weder schwach noch antriebslos, der Durst ist jedoch fast nicht mehr auszuhalten, Mund und Hals sind total ausgetrocknet. Ich habe Gedankenspiralen im Kopf und verstehe Wahnsinn, denn ich kann ihn sehen. Heute Abend um 22 Uhr darf ich trinken.

Zweite und dritte Woche:

Das Erlebnis des ersten Trinkens kann ich nicht beschreiben. Mein ganzes Sein war erfüllt von einem wundervollen Wort: DANKE!

Bereits zu Beginn der zweiten Woche habe ich die Empfindung, gut ernährt zu sein. Ich trinke verdünnte Säfte, bei den gemeinsamen Mahlzeiten essen meine Augen mit und erfreuen sich am Appetit der Mitmenschen. Im Gegensatz zu manch anderen `Lichtnahrungs-Menschen´, die sich von außen ernährt fühlen, empfinde ich das Ernährt-werden von innen heraus. Der Körper ist mir nun viel näher als zuvor; in dieser Nähe spüre ich seine unsagbare Entfernung, fühle, dass ich nicht er bin, sondern er mein Vehikel. Eine kunstvoll konstruierte Maschine, die der Seele irdische Existenz ermöglicht.

Der Prozess hat mich gedemütigt. Mein Gottvertrauen ist intensiver geworden. Jetzt sehe ich: Nur Gott erhält mich am Leben. Er ist die Energie in der materiellen Nahrung, er ist das Brot des Lebens. Ich habe nun Gewissheit, dass man ohne materielle Nahrung nicht unbedingt sterben muss. Eine unmittelbare Nahrungsaufnahme aus der Lebensenergie, in die wir eingebettet sind, ist auf jeden Fall möglich. Allerdings kann und möchte ich mir nicht vorstellen, keine Flüssigkeit zu mir zu nehmen. Diesen Widerspruch muss ich so stehen lassen.

Es wird einmal eine Zeit kommen, in der sich die Menschheit auf diese Art und Weise ernähren kann. Doch wie so einige andere, von übereifrigen Geistern vermittelte seelenöffnende Techniken, ist auch dieser `gechannelte´ Prozess – der bei einzelnen Personen funktioniert, bei den meisten aber nicht – nicht von Gott inspiriert. Deshalb rate ich dringend vom Lichtnahrungsprozess ab. Ich habe erkannt, dass es nicht Gottes Wille ist, dauerhaft keine Nahrung zu sich zu nehmen, geschweige diesen Prozess durchzuführen.

Fasten hat bisweilen seinen Platz auf dem geistigen Pfad, da es Leib und Seele reinigt. Doch essen und trinken in rechtem Maß ist ein göttlicher Akt, entsprechend der geistigen Speisung. Auch wird bei der Nahrungsaufnahme in Materie gebundenes Seelenleben befreit, da während des Verdauungsvorgangs feinstoffliche pflanzliche und tierische Substanzen freigesetzt und der menschlichen Seele zugeführt werden. Überdies eröffnet die Nahrungszufuhr die Möglichkeit der Dankbarkeit zu Gott, sowohl vor als auch nach dem Essen und Trinken.

Wenn einmal Lebensmittelknappheit und Hungersnot in unseren Breiten auftreten, wird der Vater die seinen auch ohne diesen Prozess speisen aus seinem Geist.


Diese Seite teilen
WhatsApp Telegram E-Mail
Öffnet in einem neuen Tab.