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GEJ 1.31

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 31 von 161

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GEJ 1.31.1

Joh. 4,39. Viele Samariter aus dieser Stadt glaubten an Ihn, anfangs wegen der Frau, die bezeugte: «Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.»

So ging es bis zum Abend weiter. Sehr viele von denen, die aus der Stadt zu Mir gekommen waren, glaubten nun an Mich: zuerst wegen des Zeugnisses der Frau, die den Einwohnern mit glühenden Worten erzählte, wie Ich ihr alles gesagt hatte, was sie je getan hatte; danach auch aufgrund dessen, was die Jünger über Mich bezeugten. Am festesten glaubten jedoch jene Samariter, die Mir so nahe waren, dass sie Meine eigenen Worte hören konnten.

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Unter ihnen waren einige, die sich in der Schrift gut auskannten. Sie sagten: «Dieser spricht wie David, der sagt: Die Weisungen des Herrn sind richtig und erfreuen das Herz; die Gebote des Herrn sind rein und erleuchten die Augen. Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewig, und die Rechte des Herrn sind wahrhaft und allesamt gerecht. Sie sind kostbarer als Gold und viel feines Gold; sie sind süsser als Honig und Honigseim. Deinen Willen, Herr, tue ich gern, und Dein Gesetz trage ich in meinem Herzen. Ich will Deine Gerechtigkeit in der grossen Gemeinde verkünden. Siehe, ich lasse mir den Mund nicht verschliessen, Herr; das weisst Du. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von Deiner Wahrheit und Deinem Heil rede ich. Deine Güte und Treue verschweige ich nicht vor der grossen Gemeinde. Wir aber wissen – und das ist unser Zeugnis voller Wahrheit und Kraft –, dass Derjenige, Der so spricht und handelt, wie David vor Ihm in Seinem Namen gesprochen und gehandelt hat, wahrhaftig der verheissene Messias ist. Seit David hat ausser Ihm niemand mehr so gesprochen und gehandelt wie David; daher ist Dieser unfehlbar Christus, der von Ewigkeit Gesalbte Gottes. Ihn wollen wir vollständig annehmen.»

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Joh. 4,40. Als die Samariter zu Ihm kamen, baten sie Ihn, bei ihnen zu bleiben. Darauf blieb Er zwei volle Tage dort.

Nachdem sich diese Samariter untereinander ein solches Zeugnis über Mich gegeben hatten, traten sie voller Ehrfurcht zu Mir und baten Mich, bei ihnen zu bleiben. Sie sagten: «Herr, Du bist wahrhaftig Christus, wie wir nun erkannt haben. Bleibe bei uns; denn in Jerusalem wirst Du wenig Aufnahme finden, dafür aber umso mehr Unglauben und Verfolgungen aller Art. Etwas Schlechteres als einen Pharisäer trägt die weite Erde weder zu Land noch zu Wasser. Hier aber sollst Du so aufgenommen werden, wie es Dir als Dem gebührt, Den uns Mose, David und die Propheten verheissen haben.»

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Ich sagte zu ihnen: «Liebe Männer aus Sichar! Es bereitet Mir grosse Freude, dass Ich auf eurem Feld eine so gute Ernte eingebracht habe. Doch es wäre nicht recht von Mir, dort zu bleiben, wo Ich die Kranken geheilt habe und sie nun gesund sind, und die vielen Kranken anderswo nicht mehr zu beachten. Dennoch werde Ich zwei Tage bei euch bleiben und erst am dritten Tag weiter nach Galiläa hinabziehen.»

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Joh. 4,41. Noch viel mehr Menschen glaubten an Ihn wegen Seines Wortes.

Darauf kamen noch viele hinzu, die zuvor noch nicht besonders fest geglaubt hatten, und bekannten nun ihren unerschütterlichen Glauben. Auch die Frau war in guter Kleidung anwesend und sagte zu den nun Gläubigen: «Liebe Freunde, ihr werdet mich doch jetzt ehrenvoll in eure Gemeinschaft aufnehmen? Denn ich habe euch zuerst den Weg hierher gezeigt, als ihr mich scherzhaft fragtet, wo es brenne.»

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Joh. 4,42. Sie sagten zu der Frau: «Von nun an glauben wir nicht mehr wegen deiner Rede; wir haben Ihn selbst gehört und erkannt, dass Dieser wahrhaftig Christus, der Heiland der Welt, ist.»

Da sagten die Samariter: «Wenn der Herr dich noch vor uns angenommen hat, bist du auch bei uns in Ehren aufgenommen, wie es in Sichar Brauch ist. Wir glauben aber von nun an nicht mehr wegen deiner Worte, denn wir haben Ihn selbst gehört und erkannt, dass Dieser wahrhaftig Christus, der Heiland der Welt, ist. Du wirst uns nun nicht noch gläubiger machen können, als wir bereits sind. Von jetzt an sollst du auch bei uns in rechter Ehre stehen, sofern du künftig nicht mehr sündigst.»

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Die Frau sagte: «Ich habe von jeher nicht so viel gesündigt, wie ihr leider noch immer meint. Bevor ich die rechtmässige Frau eines Mannes wurde, war mein Körper nie von einem Mann berührt worden. Als ich dann verheiratet war, lebte ich ganz ordnungsgemäss, wie es sich für eine Frau gehört. Dass ich keine Kinder bekommen konnte und dass jeder meiner fünf rechtmässigen Männer bald sterben musste, nachdem er mit mir die Ehe vollzogen hatte, war nicht meine Schuld. Schuld waren höchstens diejenigen, von denen ich einen solchen Körper erhielt, der einem Mann nicht zuträglich war. Nachdem meine fünf Männer gestorben waren und mir ein kaum erträgliches Herzeleid bereitet hatten, beschloss ich, mich nie wieder mit einem Mann zu verbinden. Doch nach Jahren kam, wie ihr wisst, ein Arzt mit Kräuterölen und Salben nach Sichar und heilte viele Menschen. Von meiner deutlich spürbaren Not getrieben, ging auch ich zu ihm, um zu sehen, ob er mir helfen könne.

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Er untersuchte mich und sagte: ‹Frau, ich würde eine Welt dafür geben, wenn ich dir helfen könnte; denn mein Auge hat wohl noch nie eine schönere Frau gesehen als dich. Wenn ich dir auch nicht völlig helfen kann, so kann ich dein Leiden doch lindern.› Dann zog er in meine ärmliche Wohnung, gab mir jeden Tag lindernde Mittel und sorgte für mich. Doch er hat meinen kranken Körper niemals in böser Absicht berührt, wie ihr es fälschlich anzunehmen scheint.

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«So bin ich vor Gott, wie auch ihr, jederzeit eine Sünderin. Doch in euren Augen bin ich meines Erachtens keine so grosse und schwere Sünderin, wie ihr mich gern darstellen möchtet. Fragt Den, Der hier am Jakobsbrunnen sitzt und mir zuvor alles gesagt hat, was ich getan habe; Er Selbst wird euch sagen, inwieweit ich die Bezeichnung einer öffentlichen Sünderin verdiene oder nicht.»

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Die Samariter sahen einander erstaunt an und sagten zu der Frau: «Nun, nun, sei wieder gut! So schlimm haben wir es wirklich nicht gemeint. Dafür sollst du nun Ehrenbürgerin von Sichar werden. Sage, bist du jetzt mit uns zufrieden?»

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Die Frau sagte: «Sorgt euch nicht um die Ehre einer armen Frau! Den grössten Teil der Ehre habe ich mir bereits genommen.»

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Die Samariter fragten: «Wie hast du das angestellt? Wir wissen nichts von einem Ehrenzeichen, das dir die Stadt verliehen hätte. Woher hast du es genommen?»

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Mit Tränen wahrer Liebe und aufrichtigen Dankes zeigte die Frau auf Mich und sagte: «Hier ruht Er noch! Er allein ist nun meine höchste Ehre – eine Ehre, die weder ihr noch die ganze Welt mir geben und ebenso wenig nehmen könnt. Er Selbst hat sie mir gegeben, und von Ihm habe ich sie angenommen. Ich weiss wohl, dass ich in meinem ganzen Sein nicht im Geringsten würdig bin, von Ihm, dem Herrn der Herrlichkeit, eine Ehre anzunehmen. Doch Er gab sie mir vor euch, und ich nahm sie vor euch an. Dann brachte ich euch Nachricht von Ihm, als ihr noch nichts von Ihm wusstet. Darin habe ich euch allen etwas voraus, das ihr mir nicht gegeben habt und mir, nachdem ich es einmal besitze, auch nicht nehmen könnt. Das ist ein Ehrenzeichen wahrer Art, das ewig gilt. Eure Auszeichnung gilt dagegen nur für eine begrenzte Zeit und allein in Sichar; auf sie kann ich verzichten, wenn man die ewige besitzt. Ich hoffe, ihr erkennt nun, wie und woher ich den grössten Teil der wahren Ehre genommen habe.»

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Die Samariter sagten: «Ist es denn ein Vorzug, dass du zufällig zuerst herauskamst und Christus hier trafst? Wir haben Ihn nun ebenfalls gefunden und loben und preisen Ihn in unserem Herzen wie du. Ausserdem versprach Er uns wie dir, zwei Tage in unserer Stadt zu bleiben. Wie kannst du dann von einer besonderen Ehre sprechen, die dir vor uns zuteilwurde?»

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Die Frau sagte: «Liebe Männer von Sichar, wenn ich mit euch streiten wollte, kämen wir nie zu einem Ende. Ich habe euch nun aber gesagt, wie es der vollen Wahrheit entspricht; ein zweites Mal werde ich es euch nicht sagen. Mehrere von euch haben das römische Gesetz studiert, sind nun Richter nach diesem Gesetz und nennen es weise. In diesem Gesetz, das auch ich gelesen habe, weil ich Latein verstehe, steht: Primo occupanti jus! Ich war die Erste hier, und daher könnt ihr mir mein gutes Recht nicht nehmen.»

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Da schwiegen die Samariter und wussten der Frau nichts zu entgegnen. Wegen der Juden waren sie grosse Freunde der Römer und schätzten die Weisheit und Ordnung des römischen Gesetzes hoch. Darum schwiegen sie, als die Frau sie auf das Gesetz der Römer verwies.

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Dass die Frau die römische Sprache gut beherrschte, ist nicht verwunderlich; denn die Samariter sprachen fast durchgehend Latein und teilweise auch Griechisch, um selbst durch ihre Sprache jede Gemeinschaft mit den Juden zu vermeiden.

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