← Jakob Lorber

GEJ 1.3

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 3 von 161

Español English
GEJ 1.3.1

Joh. 1,14. Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater voll Gnade und Wahrheit. —

Wenn der Mensch auf diese Weise durch die Wiedergeburt zur wahren Kindschaft Gottes gelangt, in die er von Gott dem Vater oder von der Liebe in Gott förmlich hineingeboren wird, gelangt er zur Herrlichkeit des Urlichts in Gott. Dieses Urlicht ist das göttliche Urgrundsein selbst, und dieses Sein ist der eigentliche eingeborene Sohn des Vaters. Ebenso ruht das Licht im Inneren der Wärme der Liebe verborgen, solange die Liebe es nicht erregt und aus sich hinausstrahlen lässt. Dieses heilige Licht ist daher auch die eigentliche Herrlichkeit, die ewig voll Gnade – des Lichtes Gottes – und voll Wahrheit ist; diese Wahrheit ist die wahre Wirklichkeit oder das Fleisch gewordene Wort.

GEJ 1.3.2

Joh. 1,15. Johannes zeuget von Ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, Der vor mir gewesen ist; denn Er war eher, denn Ich.

Davon gibt wieder Johannes ein rechtes Zeugnis, und macht die Menschen gleich nach der Taufe im Flusse Jordan darauf aufmerksam, dass eben der Mensch, den er nun getauft, Derjenige ist, von dem er schon die ganze Zeit seiner Predigt zur Busse, der würdigen Aufnahme wegen zu dem Volke geredet hatte, dass Er, der nach ihm (Johannes) kommen werde, vor ihm gewesen, also eher war denn er. – Was im tiefern Sinne wieder so viel heisst, als: Dies ist das Urgrundlicht und Urgrundsein alles Lichtes und Seins, das allem Sein voran war und alles Sein aus diesem Sein hervorging.

GEJ 1.3.3

Joh. 1,16. Von Seiner Fülle haben wir Alle genommen Gnade um Gnade.

Dieses Urlicht aber ist auch die ewig grosse Herrlichkeit; diese Herrlichkeit war von Ewigkeit Gott Selbst in Gott, und von der Fülle Dieser Herrlichkeit haben alle Wesen ihr Sein und ihr Licht und freies Leben genommen.

GEJ 1.3.4

Alles Leben ist daher eine Gnade aus Gott und erfüllt die lebentragende Form durch und durch; – das Urleben in jedem Menschen ist daher, weil es in sich eben die gleiche Herrlichkeit Gottes ist, eine erste Gnade Gottes; diese aber hatte Schaden gelitten durch die bekannte Schwächung des Hoheitsgefühles mit dem niederen Gefühle des Werdens und der dadurch erfolgten notwendigen Abhängigkeit von dem Urlichte und Urgrunde alles Seins. —

GEJ 1.3.5

Als diese erste Gnade im Menschen beinahe völlig unterzugehen drohte, kam das Urlicht selbst in die Welt. Es lehrte die Menschen, diese erste Gnade wieder dem Urlicht zu überlassen oder vielmehr vollständig in dieses Ursein zurückzukehren und dort statt des alten Lichtes ein neues Leben zu empfangen. Dieser Tausch ist das Empfangen von Gnade um Gnade: gleichsam die Hingabe des alten, geschwächten und unbrauchbar gewordenen Lebens, um dafür ein neues, unzerstörbares Leben in Gott und aus Gott in seiner Fülle zu erhalten.

GEJ 1.3.6

Die erste Gnade ist eine Notwendigkeit gewesen, in der keine Freiheit, daher auch keine Beständigkeit waltet; die zweite Gnade aber ist eine volle Freiheit, jeder Nötigung ledig, und daher – weil durch nichts gedrängt und gezwängt, – auch für ewig unverwüstbar; denn wo es keinen Feind gibt, da gibt es auch keine Zerstörung, – unter Feind aber wird Alles verstanden, was auf ein freies Sein wie immer gestaltig hemmend einwirkt.

Diese Seite teilen
WhatsApp Telegram E-Mail
Öffnet in einem neuen Tab.