Musik und Ton – Das Lied der Vollendung

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

“Die Seele ist das Instrument des Geistes,

auf dem er sein göttliches Lied spielt.”

Einst war ich ein verlorenes Kind, ein toter Schrei, der nach Halt rief und nach Leben. Aber der Tod gibt keinen Halt, und meine Schreie versanken in den unersättlichen Begierden dieser Welt. Doch nun ist aus dem Schrei ein Lied geboren, das Lied meines Herzens, welches besingt für immer und ewig die Liebe Gottes.

Und der Tod wich von mir, erlöst in diesem Lied, das die Welt nicht singen kann; dem einen Lied, das alle verlorenen Lieder sammelt und in sich vereint. Und im Licht der Liebe Gottes sehe ich: Im Innersten meines Schreis war dieses Liebeslied seit jeher gegenwärtig, denn aus diesem Lied bezieht der Schrei sein Leben und seine Energie. Jeder Schrei ist im Grunde ein verwundetes und verzerrtes Echo der göttlichen Melodie.


Höllische und himmlische Musik

Im irdischen Menschsein benötigt man ständig neue Melodien und Klangfarben, um der Seele Sehnsucht nach emotionaler Berührung und Erfüllung zu stillen. Das musikalische Repertoire ist breit gefächert, es gibt verschiedenste Stilrichtungen. Gegenwärtig erfolgen die Inspirationen zumeist aus den niederen Geisteswelten, entsprechend dem allgemeinen gottlosen Zustand.

Doch nicht nur die aggressiven und seelenlosen Rhythmen und Klänge geben Zeugnis von dämonischem Treiben; auch in den Texten, oft verfasst von durch Drogenkonsum um- oder besessenen Musikern, verleihen sich Wesenheiten aus den höllischen Regionen lautstark Gehör.

Es gab und gibt aber auch immer wieder wunderbare, aus den himmlischen Sphären inspirierte Kompositionen. Sie versetzen Herz und Seele der Zuhörer in harmonische Schwingung und öffnen sie für Geistesgaben aus dem Licht.

Mit irdischen Instrumenten und Stimmen ist es jedoch nicht möglich, die Töne so aufzuschließen, dass göttliche Vollkommenheit daraus sprechen kann. Die in der materiellen Welt verankerte Seele kann das himmlische Schaffen nicht so erfahren, wie der freie Geist es erlebt. Vielmehr hören wir nur die Oberfläche der Musik, wie sich auch in der Hülle des Wortes lediglich der materielle Sinn offenbart.

Erst im geistigen Erwachen oder in einer Entrückung erfährt man der Musik göttlich-geistigen Inhalt. In den lichten Sphären besteht kein Abstand zu den wundervollsten und reinsten Klängen, die so vollkommen mit der Seele zusammenwirken, dass man es sich nicht vorstellen kann. Man ist gleichsam im Herzen synchronisiert mit göttlich-schöpferischer Lebendigkeit. Und dies von innen heraus und nicht, wie in der materiellen Einbildung, von außen nach innen.

Im Himmel kann ein Lied in Ewigkeit Freude und Glückseligkeit spenden, denn dessen unerschöpfliche Tiefe ist den Bewohnern offenbar. Ja, ein einziger geöffneter Ton Gottes würde alle Schöpfung in Zeit und Ewigkeit ernähren und erhalten. Und so ist es eigentlich. Denn der Ton ist das Wort, das war am Anfang und war bei Gott und in Gott und ist Gott selbst.


Die Seele ist das Instrument des Geistes, darauf er sein göttliches Lied darbietet. Die Saiten der Seele sind ihre Eigenschaften, die, in Demut und Hingabe gespielt, Lieder und Kompositionen in vollkommener Harmonie erzeugen. So ist im Grunde jeder Mensch in seinem erwachten Geistesleben ein perfekt gestimmtes Instrument in Gottes Hand.

Die gegenwärtige Schöpfungsperiode stellt die Krone aller bisherigen Schöpfungen dar. Ihre Symphonie erzählt von der freiesten Hingabe und uneingeschränkten Liebefähigkeit der Kinder Gottes. In Begleitung der Gemeinschaft aller Lebensinstrumente besingt der himmlische Chor die Liebe, Güte und Barmherzigkeit unseres Vaters in Jesus Christus. Sein Blut durchdringt dieses gemeinsame Lied und trägt den Gesang in sein Herz, darin geboren wird eine neue Glückseligkeit auch für unseren Vater im Himmel, der ein Vater ist und bleiben wird seinen Kindern jetzt und für immerdar.


Im Herzen der Liebe wird alles zu Musik –

Musik wird im Herzen zu Liebe

Beim Anhören schöner Musik wird meine Seele von der Töne Oberfläche in die Wahrhaftigkeit der Stimmen und der Instrumente Klänge entführt und dabei manches Mal in den Himmel entrückt. Hier erlebe ich, was Musik eigentlich bedeutet:

Der himmlische Vater steht vor seinen Kindern. Mit seinen wohlwollend-liebenswerten, strahlend blauen Augen findet er jedes Kindes Blick. Sein Herz ist geöffnet, seine Liebe berührt uns zärtlich im Allerinnersten. Eine Jede und ein Jeder ist vollends angenommen und wird aufs Unaussprechlichste mit seiner Gegenwart erfüllt.

Ein flammender Engel beginnt in Demut die Liebe Gottes zu besingen. Sein Gesang atmet Anbetung in Vollendung. Dann stimmen wir mit ein, der Chor der Wiedergefundenen und Heimgekehrten. Im Gleichklang der Liebe erklingen unsere Stimmen wie eine Stimme, verbindend alle Herzen miteinander und mit Jesu Herz. Jede Faser unseres Seins ist nun durchdrungen von Liebe und Leben. Wir stehen in Flammen, die zu einer Flamme wird, einer Liebe, ein Verstehen.

Immer intensiver werden Gesang und Töne, tragend Liebe hinaus in die Unendlichkeit. Ja, es ist tatsächlich so, dass dies Lied alles Dasein durchdringt. Und zugleich trägt die Demut der Töne die Liebe zurück in Gottes Herz.

Hier geschieht, was keines Menschen Auge je gesehen, keines Menschen Ohr je vernommen und keines Menschen Mund je auszusprechen imstande ist.

Was bedeutet noch die Welt! Sie ist ein Traum, ein vergänglicher Schatten! Ich will bleiben und nicht länger diesen Körper bewohnen! Und doch drängt es mich zurück, um Gott zu dienen mit jeder Faser meines Seins, mit jeder Sekunde meines Lebens. In seiner Gnade darf ich diesen Ort hin und wieder besuchen und dort verweilen, während meine fleischliche Hülle Bäche von Tränen vergießt; doch der Geist dieser Tränen reinigt die Seele und spült alles ihr angehörige Dunkel in die barmherzige und alles verwandelnde Liebe Jesu Christi.


Ich sehe das Ende der Zeit

Das letzte Atom Materie ist vergeistigt. Die Unendlichkeit erfüllt von Geistern ohne Zahl. Aus den Tiefen des Alls dringt ein Ton. Er steigt an, aus sich heraus, wird zum Gesang. Es ist das Lied der Vollendung, denn es ist vollbracht – der Kreis der Schöpfung hat sich geschlossen. Alles Verlorene ist wiedergefunden, alles hat seine göttliche Bestimmung verwirklicht.

Immer intensiver wird der Gesang, der Chor der Glückseligkeit hat eingesetzt. Jegliches Leben stimmt ein in dieses Lied, besingend die Herrlichkeit Gottes, besingend die sanftmütige und barmherzige Liebe des Vaters. Die Geister stehen in Flammen, es ist nicht zu beschreiben, wie wahrhaftig, wie vollkommen erfüllt sie singen … jetzt werden alle zu einer Liebeflamme, die zu Ehren Jesu Christi brennt.

Hier erfüllt sich das Wort, das war im Anbeginn bei Gott und war Gott selbst. O Menschheit! Welches Ziel! Welche Glückseligkeit! Das Wort, das die Zeit eröffnete, findet seine Vollendung im Herzen Gottes. Etwas ganz Neues beginnt … doch darf ich nur erahnen,

was nicht sagbar

nicht sagbar

nicht sagbar ist.


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