“Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an.
Wer Meine Stimme hört und die Tür öffnet,
zu dem werde Ich eingehen.”
Mancher Leser wird sich vielleicht wundern, wie nah der himmlische Vater seinen Kindern im Alltag ist. Selbst in ganz trivialen Begebenheiten steht er ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Diese seine Gegenwart ist jedem Menschen bewusst, der sein Leben in der Liebe zu Jesus Christus gestaltet.
In der Fußgängerzone zwei Bettlern 5€ in die Hand gedrückt. Später reute es mich, nur so wenig gegeben zu haben.
Da sagte Jesus: “Nicht das Geld allein ist der Segen, sondern der Blick in die Augen der Hilfebedürftigen und der Händedruck, den man ihnen schenkt. Wann immer das Herz dabei ist, bin auch Ich dabei. Ich bin Segen und Befreiung. Ich bin der Geber und der Empfangende und du der Mittler.”
In der U-Bahn gab ich einem Flaschensammler einen Euro, sprach ein paar Worte und gab ihm zum Abschied die Hand. Danach musste ich Tränen unterdrücken, soviel Freude und Liebe verspürte ich.
Jesus sagte: “Nicht der geschenkte Euro erfreut Mein Herz, sondern deine Worte und deine Handgabe haben Mich erfreut. Denn damit hast du Mir die Hand gegeben, da Ich in den Geringsten zuhause bin. Wahrlich, jede noch so kleine Liebetat erfreut Mich aufs Unaussprechlichste und spendet göttlichen Segen dem Geber und dem Empfänger.”
Bekam den Impuls, für zwei Gäste unseres Hauses zu beten. Da ich jedoch in jenem Moment keine Nächstenliebe verspürte, sagte ich Jesus insgeheim, dass ich so jetzt nicht beten könne und wolle, da ohne Liebe und Zuneigung das Gebet ja keinen Sinn hätte.
Da sagte er: “Du hast schon des Öfteren voller Hingabe und Liebe gebetet. Diese deine damalige Liebe – also Mich – lege Ich in dein scheinbar gefühlloses Gebet, wenn du das möchtest. Dann ist es so, als ob du jetzt voller Liebe für deine Gäste beten würdest und dein Gebet wird göttliche Früchte tragen.”
Und er blickte mich mit freudig strahlenden Augen an, als ich erstaunt war, dass er dies auch so ermöglicht.
Meine Frau und ich verbrachten zwei Tage im Gebirge. In meiner Besserwisserei sagte ich zu Jesus, dass meiner Meinung nach gerade jetzt zwei Wochen Zurückgezogenheit nötig wären, um mich weiter von seinem Geist erfassen und durchdringen zu lassen.
In seinem Verständnis für mein mangelndes Vertrauen erwiderte er: “Gut, Ich mache für deine Seele aus den zwei Tagen zwei Wochen. Wenn du das Geschenk annimmst und den Inhalt liebetätig umsetzt, ist es so, als ob du tatsächlich zwei Wochen mit Mir in den Bergen verbracht hättest und wir uns dadurch ein großes Stück näher gekommen wären. Doch musst du auch ungezweifelt glauben, dass es geschieht und dass Mir alle Dinge möglich sind im Himmel und auf Erden.”
Manchmal wünschte ich, dass Jesus leiblich erscheint und ich ihn auch körperlich umarmen kann.
Er sagte daraufhin: “Natürlich könnte Ich dir in einem festen Körper erscheinen. Doch Meine Wesenheit erkennst du nur in Meinem auferstandenen Leib, den du mit deinen geistigen Augen erschaust. Eine geistige Umarmung, wie du sie bereits kennengelernt hast, ist unvergleichlich intensiver als eine körperliche – und im Grunde ist eine körperliche Umarmung immer eine seelisch-geistige.
Je mehr du Mich liebst, umso inniger wird unsere Begegnung werden. Wenn du einst ganz in Mir verwurzelt bist in all deinen Tagen und Nächten, wird dir unsere Vereinigung eine Glückseligkeit bereiten, die in der Materie nicht vollziehbar ist. Dann wirst du auch Meine Wundmale sehen und darin Meine Barmherzigkeit in einer dir bisher unerkannten Tiefe erfassen. Deshalb habe Geduld und arbeite weiter an dir mit Mir, und habe Vertrauen, dass unser Plan gelingen wird.”
Nach dem Blick in Jesu Augen richtete ich die anmaßende Bitte an ihn, dass er mir einen Blick wie seinen schenken möge, denn es ist der vertrauenswürdigste und treuherzigste Blick, den man sich nur vorstellen kann.
Er antwortete: “Erst muss dein Herz zu Meinem Herzen werden, dann wirst du mit Meinen Augen schauen und Ich werde zusammen mit dir die Welt betrachten. Dann wird Mein Licht durch deine Augen scheinen und deinen Blick vergöttlichen. Und unser beider Augenpaare werden zu einem Augenpaar verschmelzen und so mancher Mensch wird Meinen Blick in deinem erkennen.”
In und mit diesen Worten berührte mich Jesus so tief und innig, dass ich körperlich fast zusammenbrach vor Liebe zu ihm.
Ich habe ein Abkommen mit Jesus: Immer wenn ich auf eine spezielle Befriedigung verzichte und diese für einen Tag aufopfere, kommt ein Mensch auf den Erlösungspfad, und einst darf ich ihn in der geistigen Welt in geschwisterlicher Umarmung begrüßen. Eines Tages wurde mir dieses Vorhaben wieder ins Herz gelegt und ich erwartete den Namen oder das Gesicht der dafür vorgesehenen Person.
Da sprach Jesus: “Heute sollst du das Opfer für Mich bringen.” Ich war überrascht, doch nach kurzer Besinnung wurde mir bewusst, dass er so meine Liebe zu ihm vertiefen möchte. Seine Worte verliehen meinem Herzen Kraft, es wurde stark in der Liebe und schenkte mir das Gelingen.
Und er sagte: “Ja. Mir ist alle Macht eigen im Himmel und auf Erden!”
Stets durfte ich das Opfer des Verzichts für angenehme Mitmenschen bringen. Eines Tages teilte mir Jesus mit, dass es auch und vor allem für schwierige und boshafte Personen Gültigkeit hat. Solche, die einem Schaden zufügen, die hintergehen, beleidigen oder betrügen, die einen nicht mögen und das auch zeigen. Diese Liebe muss man sich erst zu eigen machen. So wie sich der Mensch Jesus seine alles verzeihende göttliche Liebe zurück erobern musste, müssen sich auch seine Nachfolger diese Liebe erkämpfen. In der Feindesliebe werden die Schwächen der Seele zu ihren stärksten Waffen.
Der Geist führt mich zum jugendlichen Jesus. Ich darf in seine Seele schauen und sehe, wie er einsam mit den niederen Begierden gefallenen Menschseins ringt. In seinem göttlichen Bestreben ist jedes unvollkommene Tun eine unendliche Last für ihn. Still leidet er, doch beklagt sich nie. Nicht selten dauern die Kämpfe Tage. Man kann es nicht in Worte fassen, welche Kräfte hier am Werk sind und sein müssen, auf dass der von seiner Liebe sich getrennt habende Gott wieder eins wird mit sich, auf dass die göttliche Seele wieder eins wird mit dem göttlichen Geist, auf dass der Sohn wieder eins wird mit dem Vater. Immer wieder schafft es Jesus, sich ganz von himmlischer Liebe erfüllen zu lassen, nicht ein böser Gedanke kann ihn erobern. Schritt um Schritt geht es voran, immer stärker wird seine Seele, göttliches Bewusstsein ergreift von ihm Besitz.
Vatertag
An diesem Tag bin ich bei unserem Vater im Himmel. Hingebungsvoll wende ich mein Bewusstsein zu ihm, bringe mich dar mit ganzer Seele. Tief spüre ich seine Nähe und innige Verbundenheit – immer wärmer wird es im Herzen, bis meine Seele spürbar in Flammen steht. Fast habe ich das Gefühl, dass mein Körper sich auflöst in dieser Einswerdung mit Gottes Liebe.
Er spricht: “Nicht viele widmen Mir diesen Tag wie du. Deine Hingabe und deine Liebe zu Mir erfreuen mich gar sehr. Bald wird jeder deiner Tage sein wie dieser. Dann wird dein Leben zu einem einzigen großen Vatertag und jeder Pulsschlag deines Herzens ein Pulsschlag Meines Herzens. Amen, das sage Ich, Gott der Unendlichkeit, Bräutigam deiner Seele.”
Nach schweren Kämpfen
“Komm wieder zur Ruhe, Meine Seele. Besinne dich, du hast gestern guten Willen gezeigt, dies zeugt von deiner Bereitschaft zur Überwindung. Verfolge weiter deine Ziele in geistiger und beruflicher Hinsicht. Bemühe dich, werde ruhig, lass dich nicht zerstören in deinen Visionen und Plänen. Ich mache gut, was du verwirkst. Meine Worte sind immer bei dir, benütze sie, höre Mich, doch dazu sind innere Stille und Hingabe nötig. Vertraue Mir ganz in jeder Hinsicht.
Mein Segen ist mit euch, du weißt es. Ich bin dir nah, näher als du es jemals gedacht. Sieh zu Mir, du spürst Meinen Blick, Meine Güte und Fürsorge, Meine unendliche Geduld mit deinen Fehlern und Schwächen. Du brauchst Mich, ohne Mich gibt es nur Irrwege und Täuschungen. Deshalb besinne dich während des Tages immer wieder aufs Neue, fühle dich geborgen in Mir in deiner so oft wiederkehrenden Dunkelheit. Stoß Mich nicht weg, wenn Satan anklopft. Ich gebe dir Macht, ihm zu befehlen, zu weichen. Doch nur mit Mir zusammen kannst du es.”
Als ich mich wieder einmal schwer an der Liebe versündigt hatte, kamen mir die Kreuzesworte Jesu in den Sinn: “Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!”
Er sagte: “Ja, auch für dich habe Ich diese Worte gesprochen, wie für jedes Meiner verirrten Kinder. Jedes Meiner Worte hat Gültigkeit für alle Zeit und Ewigkeit.”
Daraufhin bat ich um das Verständnis des Satzes: “Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen!” Er antwortete: “Mein Göttliches musste sich ganz aus Mir zurückziehen, denn Sterben konnte und sollte allein Mein Leib. Meine Seele spürte unsagbare Schmerzen und Qualen – doch nicht nur des Fleisches wegen, sondern auch aufgrund der Verlorenheit Meiner Kinder. Der Hilferuf Meines im Sterben vom Vater verlassenen Ichs – also Meiner von der göttlichen Liebe im Todeskampf getrennten menschgewordenen Persönlichkeit – steht somit für den unaufhörlichen Hilferuf aller gepeinigten Körper und Seelen dieser Welt. Meine Kreuzigung steht für Meinen an die Materie geschlagenen Willen, welcher das stoffliche Universum bildet und erhält. Mein Tod am Kreuz zeugt vom baldigen Tod der alten Erde, die drei Tage im Grab offenbaren die kommenden drei Tage der Finsternis, Meine Auferstehung steht für die Erstehung der neuen Erde – und für die Auferstehung der gesamten gefallenen Schöpfung ins ewig-geistige Leben.”
Auf die Frage, ob ihn seine Wundmale immer noch schmerzen, erwiderte Jesus, ich müsse erst begreifen, was seine Wundmale bedeuten, und er fuhr fort:
“Unendlich ist das Erlösungswerk Gottes in sich und außer sich für alle Ewigkeit und somit auch die Tiefe der Wundmale. Für die jetzige Zeit symbolisiert der Schmerz Meiner Wunden die Handlungsunfähigkeit der Liebe in der Abkehr Meiner Kinder Herzen. Darin bluten Meine Wunden noch immer und Mein Herz wird täglich durchbohrt von den verblendeten und erblindeten Menschen dieser Erde. Doch jeder liebende Gedanke zu Mir ist Balsam für Meine Wunden und mildert das Leid Gottes in dieser Zeit. O wie sehr sehne Ich Mich nach der Liebe Meiner Kinder, es ist nicht auszusprechen.
Erst wenn alle Materie, alles Leben im endlosen Raum erlöst und vergeistigt sein wird, wird Mein Liebeschmerz sich endgültig auflösen in der Eintracht allen je geschaffenen Lebens. Und Freude wird sein und ein Leben, wie noch nie eines war in Ewigkeit und Unendlichkeit.”
Als ich Jesus bat, mir die Schwachstellen dieses Buches aufzuzeigen, damit ich sie verbessern oder entfernen kann, sagte er: “Du bist die Schwachstelle dieses Buches.”
Erstaunt fragte ich: “Wie meinst Du das?” Er antwortete: “Du sollst dich aus diesem Buch entfernen. Doch nicht deine Erkenntnisse und Erlebnisse sollst du herausnehmen, sondern entäußere dich deiner Bindung zum Geschriebenen. Bilde dir nichts darauf ein, du bist nur Verwalter der geistigen Gaben. Wenn das Buch fertiggestellt ist, lass es los, binde dich nicht daran, dann werden die Worte frei und haben eine ganz andere Kraft, als wenn du eigenen Platz darin beanspruchst. Wenn du zurücktrittst und Mir das Buch schenkst, kann Ich in den Worten leben und Mein Licht und Meine Liebe darin und daraus entfalten.”
Ich hatte Sorge, dass das Buch den passenden Verlag und die nötige Verbreitung findet.
“Jesus sagte: Warum bist du so kleingläubig! Warum sorgst du dich? Glaubst du nicht, dass Ich selbst Sorge trage für das, was Ich in Auftrag gebe? Überlass beruhigt alles Mir. Die, die es lesen sollen, werden es lesen. Diejenigen, die sich nicht für diese Botschaft eignen, werden die Seiten aufschlagen, die ihnen nicht munden – und das Buch bald wieder schließen. Viele werden aber auch darüber herziehen und sich daran ärgern und dich angreifen. Doch damit greifen sie Mich an, denn Ich trage die Verantwortung für das Tun Meiner Kinder. Vertraue Mir noch mehr, kümmere dich allein um die Liebe, lass dein Herz fallen in Mein Herz – und alles ist gut.”
Jesus führte mich zu folgenden Zeilen eines Romans:
“Von jetzt an, mein Sohn, ist diese Wohnung dein, und kein Gemach dir verschlossen. Dich hat die Vorsehung erwählt. Noch nie ging alles so leicht wie diese Nacht. Von jetzt an bist du mein Sohn, auch wider deinen Willen. Die Vorsehung hat etwas Großes mit dir vor. Dir blühet der Baum, der nur wenigen blühete je zuvor.”
Im Bewusstsein, dass diese Worte auch für mich Gültigkeit haben, sagte ich: “Ja, das ist schon etwas Großes, was Du mit mir vor hast.”
Daraufhin erwiderte er: “Da hast du recht, du bist aber nur einer unter vielen. Und je größer deine Aufgabe, umso kleiner musst du werden. Die Größe der geistigen Aufgaben richtet sich stets nach der Kleinheit Meiner Kinder. Willst du selbst in deiner Bestimmung groß sein, verdrängst du Mich daraus und verdunkelst Meinen Geist in den Worten. Auch wenn du bereits viele deiner göttlichen Möglichkeiten siehst, diese realisieren sich allein deiner demütigen Hingabe gemäß.
Vieles habe Ich dir bereits geschenkt, doch ist dies nichts im Vergleich zu deinen noch unentwickelten Talenten, und es kann ein wahrhaftiges Erscheinen Meiner Wesenheit in dir und durch dich geschehen. Gehst du jedoch nicht mit und in Mir weiter auf deinem vorgezeichneten Pfad, dich ganz und gar Meiner Liebe überlassend in jedem Aspekt deines Lebens, und bleibst selbst groß in deinen Worten und Taten, wird es ein Kleines bleiben in deiner Bestimmung. Von Meinen Dienern muss Ich alles fordern, auf dass Ich alles geben kann. Und denke stets daran: Der Schmerz demütigt dich gewaltsam und scheinbar unbarmherzig, die Liebe jedoch durchdringt dich zärtlich mit Demut.”
Ich sagte zu Jesus: “Es gibt so viele Menschen, die wesentlich liebevoller und gereifter sind als ich, wären die nicht besser geeignet für diese Endzeit-Aufgabe? Und ich entspreche meinem Äußeren nach auch überhaupt nicht dem vorgestellten Bild eines Propheten … !?”
Er erklärte: “Tatsächlich könnte Ich jeden Menschen zum Propheten machen, doch er müsste es auch wollen. Ich nehme jeden, den Ich bekommen kann. Denn im Grunde ist jeder Mensch berufen, Mein Wort zu verkünden – doch wer möchte Mir dienen? Frage sich jeder selbst, ob er bereit ist, sein Leben Mir zu opfern und sich wahrhaftig in Meinen Dienst zu stellen. Ich sage es dir: Da gibt es nicht einen unter Hunderttausend. Auf der ganzen Erde finde Ich heute nur wenige Mir ergebene Kinder, und um die muss Ich noch kämpfen, auf dass sie endlich ihre Fesseln loslassen und Mir nachfolgen in Demut und Hingabe – du bist das beste Beispiel dafür.
Doch im Laufe der kommenden Jahre werden viele göttliche Samen aufgehen, und auf dem Feld der Liebe werden zahlreiche lichte Seelen zu keimen und zu sprießen beginnen und kostbare Früchte werden zum Vorschein kommen. Und Ich werde Ernte halten und die Früchte in Körbe sammeln und den Menschen zur Nahrung darreichen – und wer davon kosten wird, wird erlangen das ewige Leben. Im Übrigen spielt das Äußere eines Menschen überhaupt keine Rolle. Ich sehe allein auf die Seelengestalten Meiner Diener.”
Ein anderes Mal teilte mir Jesus mit, dass er mir frei stellt, ob ich den von ihm angetragenen apostolischen Dienst antreten möchte. Es soll kein Zwang sein. Mein Amt kann auch jemand anderem übertragen werden. Ich soll nochmal überlegen, ob ich es wirklich will. Diese Frage stellte er mir wegen meiner fehlenden Ernsthaftigkeit und Lauheit in so manchen geistigen Verpflichtungen.
“Auf jeden Fall möchte ich es. Ich kann mir ein Leben ohne diesen Dienst gar nicht mehr vorstellen!” antwortete ich.
Jesus: “Dann musst du dich mehr anstrengen. Die Zeit drängt. Bald ist es soweit. Ich brauche fertig ausgebildete Boten und Verkünder, die stark und unerschütterlich im Weltensturm stehen. Auch müssen Meine Diener alle Verlockungen der Welt überwunden haben, sonst fallen sie beim ersten Angriff und geben als vermeintliche Gotteskinder der Welt ein Zeugnis von Schwäche und Furcht. Meine Kraft ist zwar in den Schwachen mächtig, doch nur, wenn sie sich in ihrer Schwäche ganz Mir anheimgeben. Verstehst du das?”
Dies sagte er voller Liebe und Sanftmut, ohne jeden Vorwurf, doch fühlte ich die Bedeutsamkeit der Situation und die mir unangenehme Wahrheit seiner Worte. Daraufhin stellte er mir noch einmal den Ernst der Lage und meine Zukunft vor Augen. Da sah ich, wie sich Verwandte und Freunde abwenden, sah die Ächtung der Diener Christi, sah das Gelächter über ein kommendes Weltgericht, sah Hohn und Spott. Da wurde mir Angst und Bange und mich überkamen große Traurigkeit und Verzagen ob meiner Berufung.
In Jesu Gegenwart
Man kann sich kein sympathischeres und liebenswürdigeres Antlitz vorstellen. Die aufrichtigsten, wahrhaftigsten, lebendigsten, liebereichsten Augen, die sagen: “Du bist frei von jeglicher Schuld, du bist angenommen und angekommen.” Der offenherzige Blick, der jede Sehnsucht im Augenblick stillt und mit den Worten einlädt: “Komm! Ich zeige dir, was dein ist in Mir.” und “Du bist zuhause.”
Jesus spricht: “Die Seelen, die Mich schauen dürfen, sehen Mich in verschiedener Kleidung, Gestalt und Antlitz, je nachdem, welches Bild sie sich von Mir gemacht haben oder welche Vorstellung sie von Mir haben. Deshalb gibt es die vielen unterschiedlichen Beschreibungen von Mir. Mein Aussehen verändert sich auch danach, welche Eigenschaften Mir eine Seele vorrangig zuschreibt. Du hast dir kein Bild von Mir gemacht, weder von Meiner äußeren Erscheinung, noch und vor allem von Meiner Wesenheit, deshalb siehst du Mich wahrhaftig.
Je demütiger und hingebungsvoller ein Geist in der Liebe, umso klarer ist seine Erkenntnis von Mir. Wie seine Umgebung in seiner Vervollkommnung stets schöner und liebevoller wird, so wird auch Mein Aussehen für ihn immer lieblicher und wahrhaftiger. So bin Ich auch in Meiner äußeren Gestalt Meister der Unendlichkeit.
Meine Brautseelen, deren Wesen nur noch Liebe ist und die eigentlich Ich selbst bin gemäß ihrer demutsvollen Hingabe, sehen Mich, wie Ich Mich selbst sehe und sehen sich, wie Ich sie sehe. Allein diese gehen ein in die Geheimnisse Meines Herzens. Wahrlich, kein Ohr hat es je vernommen, kein Auge gesehen, was Ich denen bereitet habe, die Mich über alles lieben!”