Liebe Geschwister, als berufener Arbeiter im Weinberg des Herrn und Verkünder des Vaterwortes bekommt man geistige Autorität zugesprochen und als Diener Gottes ist man diese auch. Solche Anerkennung führt dazu, dass die geschwisterliche Leser- und Hörerschaft das gegebene Wort vertrauensvoll annimmt, denn dieses kommt ja vom Vater. Im weiteren Verlauf kann es zu einer gewissen Erwartungshaltung kommen, die den von Gott Erwählten herausfordert, alles wissen zu müssen und jeder Frage gerecht zu werden. Doch das können nicht einmal die Engel, wenn ihnen der Vater die Antwort nicht ins Herz legt.
Möchte das Wortkind unbedingt alle Erwartungen erfüllen, kann es im schleichenden Prozess passieren, dass es sich nicht mehr ausreichend prüft und selbst alles glaubt, was es denkt und spricht, auch wenn die Botschaft aus seinem eigenen seelischen Meinungsbild oder aus einer festgefahrenen Zeitgeistkonditionierung kommt, was selten mit göttlicher Wahrheit übereinstimmt. Im eigenen Werdungsprozess kann das jedem Kundgeber göttlicher Speise passieren; da ist es wichtig und notwendig, dass man sich einen Irrtum auch eingesteht. Dies ist eine allgemeine Aussage und betrifft niemanden im Speziellen.
Als Gottesdiener bin ich mir der Gefahr des Irrens sowie des versteckten Hochmuts bewusst. Der Vater macht mich immer wieder darauf aufmerksam und lenkt mein Bewusstsein in die Demut, ohne Ihn nichts zu können und alles, was ich geben darf, Seiner Gnade zuzuschreiben. Den Satz: „Wenn ihr alles getan habt, dann bekennt, dass ihr unnütze Knechte gewesen seid.“ habe ich tief verinnerlicht. In der Tiefe dieser Worte finde ich unsagbare Freiheit und Glückseligkeit, denn sie sprechen mich frei von mir. In ihnen gibt es keine Einbildung, in ihnen darf ich nichts sein – und dadurch ist der Vater alles in mir. Mit der wahrhaftigen Annahme dieses Satzes stelle ich mich in die Gnade der freien Gotteskindschaft.
Das bedeutet nicht, seine Verantwortung abzugeben, im Gegenteil: Als Verkünder von Gottes Wort trägt man Verantwortung, die Geschwister, die Er anvertraut hat und die sich anvertrauen, nach bestem Wissen und Gewissen in Jesu Herz zu führen, ohne einen Lohn, weder von Gott noch von Mitmenschen, dafür erhalten zu wollen, und auch nicht, um von Menschen Liebe zu erheischen. Allein in der Liebe zu Jesus Christus und für die selbstlose Liebe soll der Dienst geschehen. Das geht nur, wenn das Herz des Gottesdieners einig und eins ist mit Jesu Herz. Dann ist göttliche Liebe das Motiv des Dienens. Nur so geht es und nur so bleibt der Kundgeber in der christlichen Wahrheit, so ist nicht die Gefahr geistigen Hochmuts gegeben.
Die Sehnsucht, ganz und gar in Seinem Herzen aufzugehen, hat Jesus in mein Herz gelegt. In Ihm und mit Ihm der Menschheit zu dienen, auf dass viele Seelen errettet werden, ist meine Bestimmung und meine Glückseligkeit, ist Sinn und Zweck meines irdischen Daseins und darüber hinaus in Ewigkeit.
Der Vater hat mir auch die Aufgabe anvertraut, dass ich Ihm Selbstmörder nennen und ans Herz legen soll, wodurch sie Gnade und Befreiung erfahren. Schreibt mir bitte, wenn ihr solche Personen gekannt habt – mit Namensnennung. Zudem liegt in mir die Macht der Fürbitte bei seelischer oder körperlicher Not. Hierzu könnt ihr mir euer Anliegen gerne mitteilen, ich lege es dann in Jesu Herz. Kontaktmöglichkeit findet ihr am Ende des Buches.
Möge der Geist Jesu Christi unsere Seelen immer mehr durchdringen und unsere Herzen erfüllen mit Wahrheit, Licht und göttlicher Liebe.
Samuel
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