Namibia ist ein weites Land mit vielen unterschiedlichen Landschaften. In Windhoek, unserer ersten Station, erfahren wir, dass es in diesem Land 50% Arbeitslosigkeit gibt und dadurch viel Armut und Kriminalität. Alle Touristenunterkünfte und auch die Häuser der gehobeneren Schicht sind mit Mauern und Stromzäunen gesichert, in gewisse Stadtteile sollte man nachts nicht gehen. Mit unserem Guide fahren wir durch die Townships und Slums … soviel Armut … die Menschen hier leben in meist halbverfallenen Wellblechbaracken und am absoluten Existenzminimum, man sieht neben starren Blicken aber auch fröhliche Gesichter und freundlich winkende Hände.
Die Regierung ist korrupt, notwendige Gelder für Unterstützungen und Versorgungen im medizinischen Bereich und im Alter fließen in die Taschen gewissenloser Beamter und Regierungsmitglieder, die sich teure Autos leisten und in mondänen Häusern wohnen, während das Gros der schwarzen Bevölkerung kaum Einkommen hat und in für uns unvorstellbaren Verhältnissen lebt. Zumeist besser geht es den Mischlingen (hier darf man das noch sagen), meist gut geht es der weißen Gesellschaftsschicht, Nachkommen der damaligen Kolonialisten mit heute noch deutschen Namen, aber auch hier sieht man gelegentlich heruntergekommene Armut.
Wir fahren in die Kalahari zur ersten Lodge. Sie ist sehr gut eingerichtet; wie in allen Lodges gibt es fließend Wasser, Toiletten, weiche Betten und sogar einen Pool zum Erfrischen. Zum Essen gibt es immer Fleisch mit Beilage, meist Springbock, aber auch Krokodil und Zebra.
Am späten Nachmittag geht es mit dem Jeep auf Safari und zum `Sundowner´. Wir sehen Nashörner, Giraffen, Strauße, Antilopen. Hier ist alles friedlich und still. Ich betrachte den roten Sand und in mir spricht es: `Der rote Sand der Kalahari zeugt vom Blut der geschändeten und ermordeten Eingeborenen, die von den Deutschen in die Wüste gedrängt wurden, um hier zu verenden.´ Dann sehe ich, dass sowohl Seelen der damals getöteten Schwarzen als auch die der weißen Mörder sich noch hier befinden. So viel Elend nach so langer Zeit … ich bete für beide Parteien, bete für das Land Namibia, das weiterhin leidet unter den vergangenen Taten verblendeter und hochmütiger Eroberer, und gegenwärtig leidet unter einer korrupten Regierung.
In der Stille und Weite der Wüste überkommen mich folgende Gedanken: Als Jesus im Leib bis zu seinem Wüstenfasten auf dieser Erde verweilte, hatte Er ständig mit negativen Energien zu kämpfen, um diese nicht einzulassen in Seine Seele. Dazu zog Er sich meist zurück in die Einsamkeit und kämpfte einen stillen Kampf um die Liebe und für die Liebe.
Allein in Gethsemane traf Ihn ein letztes Mal die ganze Wucht der Weltensünde. Die Macht des geistigen Todes durfte Ihn, der in diesem Kampf ohne Beistand göttlicher Allmacht war und dem allein Seiner Seele Stärke zur Verfügung stand, bis ins Mark erschüttern. Nun musste Er aus eigener Kraft göttliche Gerechtigkeit der Liebe und Barmherzigkeit unterordnen: Dem Vater in Ihm. Diesen Kampf, göttliches Hoheitsrecht von Ewigkeit in die niedrigste und leidvollste Demut zu führen, können wir als Geschöpfe nicht ermessen. Hier waren Gewalten am Werk, welche die Schöpfung aus den Angeln gehoben hätten, wenn der Vater nicht die Feste gehalten hätte, wenn der Vater dem Schöpfungsgrunde nicht eisernen Halt gegeben hätte, um eine Unterbrechung der kosmischen Ordnung zu verhindern. Denn diese lag und liegt in der Weisheit, welche ist der Sohn, der jedoch erschüttert ward im Innersten.
Jeden Tag sind wir etwa 4-5 Stunden auf staubigen Schotterstraßen unterwegs und sehen dabei verschiedenste Wüstenlandschaften, doch außer Springböcken und Strauße kaum Wildtiere. Die gibt es tatsächlich nur in den Farmen und Nationalparks. Hier begegnen wir auch Elefanten, die ganz nah an uns herankommen und im Vorbeigehen unseren Jeep streifen. Auch Gnus bekommen wir zu sehen und immer wieder Giraffen, die sich würdevoll und scheinbar in Zeitlupe fortbewegen.
Auf der Fahrt über Land werde ich so von Liebe erfüllt, dass mir Tränen in die Augen steigen. Sie spricht: „Oh ihr Menschen, was habt ihr mit mir gemacht. Ihr habt mich in den tiefsten Schmutz gezogen. All eure Liebe dient der Welt und somit dem Tod. Verlassen und verstoßen friste ich ein einsames Dasein in euren Herzen. Dabei sehne ich mich so sehr danach, mich zu verschenken. Seht doch meine Schönheit, seht meine Demut, seht mich in euch! Leben gibt es nur mit mir und in mir. Ich allein bin Wahrheit, bin die Quelle allen Seins. Öffnet euch für mich, so öffne ich mich für euch.“
In Sossusvlei erleben wir einen Kälteeinbruch, nachts gehen die Temperaturen auf null Grad herunter und auch tagsüber ist es empfindlich kalt. Wir ziehen alles an Kleidung an, was wir dabei haben, denn darauf waren wir nicht vorbereitet. Erst nach 3 Tagen, als wir von Swakopmund aus in die Namib fahren, wird es wieder wärmer.
Die Namib ist eine beeindruckende Wüste, die über eine Strecke von ca. 700 Kilometern direkt ins Meer mündet. Wir fahren mit dem Jeep am Meeressaum entlang, links die mächtigen roten Dünen, rechts das tosende Meer … ein Traum geht in Erfüllung. Dann geht’s mit dem V8 Allrad-Landrover hinein in die Wüste, steile Dünen hinauf und wieder herunter. Auf der Rückfahrt sehen wir noch Geckos und, wieder am Meer, tausende Flamingos, die das Ufer pink färben, wobei die Sonne die Farben noch verstärkt … „lieber Vater, wie schön hast du die Natur gemacht!“
Während der Fahrt zur nächsten Lodge spricht der Vater in mir folgende Worte, die ich später aufgeschrieben habe:
„Mein Kind, schreibe dies, denn wie du zu Mir habe auch Ich zu dir ein Mitteilungsbedürfnis, sogar ein dringendes, doch es ist für alle diejenigen, die Ich gerufen und berufen habe. So höret denn alle: Ihr wisset, dass ihr in der Phase der Zubereitung seid, welche ist die Phase der Vorbereitung. Worauf bereite Ich euch vor? Ich bereite euch vor auf den Empfang des Heiligen Geistes, so wie es geschah einst mit Meinen Aposteln und Jüngern und im Laufe der Zeit denen, die Mich über alles liebten und lieben.
Ihr steht also im wichtigsten Zeitraum nicht nur dieser Inkarnation, sondern eurer gesamten Existenz, ihr steht im Zentrum eures Lebensweges. Bedenket dies zutiefst! Ich bereite euch vor und zu als Bräute im Einzelnen und als Braut im Gesamten zur Hochzeit mit Mir, welche ist die wahrhaftige Entrückung, welche ist der bleibende Empfang Meines Geistes. All diese Benennungen meinen dasselbe, meinen das Einswerden mit Mir, meinen das `Nun lebe nicht mehr ich, sondern Jesus Christus lebt in mir´.
Doch ihr wisset auch, dass nicht Jeder und Jede angenommen wird, dass nicht alle, die Ich gerufen habe, bereit sein werden, wenn Ich euch erhebe in Meinen Geist, so wie ihr auch jetzt nicht das seid, was ihr sein könntet und solltet in Mir. Die Nachlässigen, die Zauderer, die, welche Mir nicht ernsthaft nachfolgen, die ihre Liebe Mir nicht schenken ganz und gar – sie werden das Nachsehen haben.
Doch wisset, euch habe Ich alle zum Hochzeitsmahl geladen, Meine kleine Herde – seid euch dieser Gnade bewusst. Darum lasset ab von der Welt und schenket Mir eure Herzen, darum ladet Mich ein, zu lieben zusammen mit Mir eure Nächsten wie euch selbst, darum geht in die Demut und darin ins tiefe Vertrauen zu Mir und daraus in die Gewissheit, dass Ich es bin, Jesus Christus, Herr der Unendlichkeit und Vater Meiner Mich liebenden Kinder, und dass ihr Mein seid in Ewigkeit. Dazu spreche Ich Mein Amen, Meine Kinder, Amen.“
Die Pirschfahrt durch den riesigen Etosha-Nationalpark ist noch einmal ein tolles Erlebnis. Wir sehen neben unzähligen Zebras und Springböcken auch Elefanten, Löwen und Geparden und noch einmal die würdevollen Giraffen, über den weiten Ebenen kreisen Geier, die wohl ein Aas erblickt haben. Auf dem Weg zur Lodge begegnen uns entlang der Straße Paviane und Warzenschweine. Dort auf der Terrasse sitzend blicke ich zum Himmel und sehe Schleierwolken. An der Wolkenform kann man erkennen, welche Geister es sind. Es sind Engelwesen; sie sagen mir, dass sie segnend über dies Land ziehen. Ich freue mich, doch vernehme zugleich einen Seufzer von ihnen und frage mich warum. Die Antwort kommt sofort:
„Du bist der Grund. Wir sehen die Gnade, die über dich gekommen ist und sehen deine Unbeständigkeit und Lauheit in gewissen Dingen – streng dich mehr an. Wir segnen dich.“ Sie bleiben noch einige Stunden über der Lodge, es sind inzwischen mehr geworden, Friede und Liebe gehen von ihnen aus und erfüllen meine Seele. Danke Vater, dass Du mich nicht lässt in meiner Lauheit, sondern mich immer wieder aufrichtest und stärkst auf diesem schmalen Weg durch den reißenden Strom der Zeit, durch das Tal des Todes.
Bei uns in Europa können diese Geister nicht mehr wirken, denn tödliche Chemie, von Flugzeugen versprüht, hat sie vertrieben. Göttlicher Segen ist gewichen von den hochmutsverseuchten Industrienationen, verloren in Wahnsinn und gefangen in Selbstsucht. Dafür steht der Tod wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Verblendeten und Gottverlorenen, die nun und bald am harten Brot der Gerechtigkeit und des Gerichts nagen müssen, während die Kinder des himmlischen Vaters Sein Wort verkosten dürfen, welches ist das Brot des Lebens und ist das Fleisch Jesu Christi, und dürfen den Wein trinken, welcher ist das Erlöserblut Jesu Christi, welches ist die Lebendigkeit und Barmherzigkeit der Liebe.
An einem stillen Ort versetzt der Vater mich in den Himmel. Nun sehe ich lebendig, dass der Himmel zuallererst ein Zustand ist, der alles beinhaltet, denn ich bin darin und bin durch und durch lebendig. Nun sehe ich wahrhaftige Freiheit vom Tode und erlebe die Macht der Liebe. Ich bin alles und alles ist in mir, weil Gott in mir gegenwärtig ist und lebt. Jetzt gibt es nichts, was mich verletzend berühren kann, denn ich bin nur noch Liebe, und dadurch berühre ich alles und durchdringe alles mit Liebe und als Liebe. Jetzt erst lebe ich, jetzt bin ich zuhause. Und erst jetzt kann die Seele in die himmlische Gemeinschaft der von Gott Geheiligten eintreten, in den Liebehimmel, in das Herz Gottes.
Erst kommt also der Zustand der endgültigen Vergöttlichung, der Verwirklichung der eigenen göttlichen Identität; diese ist Voraussetzung zum Eintritt ins himmlische Jerusalem. Ja, der Zustand ist das himmlische Jerusalem, in diesem Zustand befindet sich der Ort, darin der Vater wohnt. Ja, der Vater selbst ist der Ort, der kein Ort ist, denn es ist ein Zustand, es ist das Bewusstsein Gottes in Seiner Ursprünglichkeit, in Seiner innersten Liebe. Dort und hier zu wohnen in Ewigkeit ist die Bestimmung Seiner Kinder, ist unsere Bestimmung, die wir die Bedingungen wahrhaftiger Gotteskindschaft erfüllen.
Aber habt keine Sorge, liebe Geschwister, dass ihr es nicht schafft oder dessen nicht würdig seid. Der Vater sagt, dass wir uns in Hingabe zubereiten lassen sollen soweit unsere Liebe reicht, sodann wird Er uns erfüllen mit Seinem Geist und entrücken in Seinen Geist, dann werden wir als Braut Seiner Liebe eingehen in Sein Herz für immerdar.
Unser Jesus, wir reichen Dir unsere Herzen dar in Demut und Hingabe. Nimm unser schwaches Wollen gnädig an; lass nicht zu, dass wir den Weg verlassen, den Du für uns bereitet hast. O Vater, gib, dass keines von uns verloren gehe, sondern dass wir alle eingehen dürfen in Dein Herz. O Vater, wir sind willig, doch unser Fleisch ist oft schwach und unser Vertrauen schwankend. So bitten wir Dich, gleiche Du aus, wo wir uns vergeblich müh´n, denn bei Dir sind alle Dinge möglich. Du weißt, wir wollen ja, unsere Sehnsucht ist da, doch fehlt es zuweilen an der Beständigkeit der Treue und an der Liebe. Darum stärke Du uns, auf dass wir mutig und vertrauensvoll den Weg zu Dir weiter beschreiten, auf dass Dein Wort an uns in Erfüllung gehe: „Siehe, Ich mache alles neu!“ So mache auch uns neu, lieber Vater, erneuere uns in Dir, lass uns zu Liebe werden in Dir.
Mit dieser Bitte endet unsere Namibiareise. Zuvor hatte ich Jesus gefragt, ob wir diese Reise machen können und Er sagte zu. Sein Segen hat uns wahrhaftig begleitet und wir durften mit Ihm und durch Ihn Seinen Segen verbreiten. Es hat gut getan, die hochgezüchtete Welt, in der wir leben, von Namibia aus zu betrachten. Zu sehen, wie die Menschen hier unter zumeist erbärmlichen Umständen leben, hat unsere Herzen tief berührt. Die hohe Kriminalitätsrate ist hauptsächlich auf das korrupte Regime und die damit verbundene hohe Arbeitslosenrate zurückzuführen. Viele Menschen haben ja oft nicht einmal etwas zu essen, haben nur eine Hose und ein Hemd und leben in schmutzigen Wellblechhütten. Da nimmt es nicht Wunder, dass Überfälle und Raub auf diejenigen, die im Überfluss haben, überhand nehmen.
Doch warum lässt der himmlische Vater es zu, dass dies Volk solch eine Regierung hat und im Elend leben muss? Ja, auch hier ist der wahre Glaube abhanden gekommen, vor allem in den Städten herrschen Eigennutz und Sinnlosigkeit vor, während die Menschen auf dem Land trotz Armut zufriedener erscheinen. Wie auch immer, bald wird Gott allem üblen Treiben ein Ende bereiten, so oder so. Denn lange genug hat der Tod regiert auf Erden und sein schwarzes Tuch über Seelen und Körper ausgebreitet. Ja, bald wird es licht werden auf dieser Erde und in den Seelen der Menschen, und Liebe wird regieren die Herzen aller.
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