Liebe Geschwister,
jedes Wort aus Gottes Mund im Herzen des Menschen muss das Seelenland der jeweiligen Person durchwandern. Diese seelisch-geistige Landschaft färbt die göttliche Offenbarung und gibt ihr eine mehr oder weniger menschlich geprägte Form und Ausdruckskraft. Dies ist bei allen Vaterwortträgern der Fall.
Ist eine offenbarende Seele zum Teil noch im menschlichen Denken gefangen, scheint es bisweilen so, dass die Worte nicht vom Vater kommen sondern ein Produkt des Menschen sind. Das kommt vor, doch in der Regel sind Grund beziehungsweise Anlass Gottes Wort zu offenbaren stets Gott selbst, der sich im Herzen der Seele ausspricht.
Es gibt wenige Seelen, die derart auf dieses Erdenleben vorbereitet wurden und es währenddessen weiter werden, dass sie die Worte Jesu rein offenbaren, allein ihr Sprachgebrauch ummantelt das Gotteswort, der Sinn bleibt erhalten (z.B. Jakob Lorber). Alle anderen Offenbarer umhüllen beziehungsweise tränken das Wort Gottes mit ihrer seelischen Konditionierung und Struktur. Dabei kann es bei ein und demselben Gotteskind neben reinen Botschaften zu Verkehrungen/Verfälschungen kommen. Der Kern der Aussagen bleibt dabei aber stets erhalten, also unberührt.
Selbstverständlich gibt es auch absichtliche Verfälschungen (Lüge-Wahrheit-Lüge) oder es wird eine Falschaussage eines Propheten zur zentralen Aussage und die „Anhänger“ verirren sich in Fanatismus, der immer dann zustande kommt und sich fortpflanzt, wenn eine Lüge mit allerlei Scheinargumenten verteidigt wird.
Nun ist es so, dass, je tiefer ein Gotteskind in Jesu Herz eingedrungen ist, es näher an der Kernaussage sich (be)findet und so in allen Kundgaben stets den Wahrheitsgehalt herausfiltert beziehungsweise das wesentliche Göttliche in allen Kundgaben erkennt. Ihm ist also alles rein. Es kann alles lesen und sehen und erkennt in allem den göttlichen Grund und Plan. Es erkennt die Wahrheit in der Falschheit, das göttliche Licht ihres Herzens durchdringt und erhellt die Finsternis.
Für uns Gotteskinder und solche, die es werden wollen ist es wichtig, stets mit dem Herzen zu lesen und zu hören, um zu erkennen, ob die Kundgabe mit den zwei Geboten Jesu übereinstimmt, ob Gottes selbstlose Liebe die Offenbarung trägt. Das kann jeder Mensch, auch wenn er sich noch zu Beginn des Weges befindet.
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Auch ein Kind der Esoterik kann als Channeling-Medium eine gute Botschaft senden. Als Kinder Gottes stehen wir im Licht der Wahrheit, können unterscheiden und aussondieren, was uns weiterhilft oder uns vom rechten Weg abbringt. Der Vater schenkt uns ja auch ein stückweit Selbstverantwortung, denn wir sollen lernen, auf eigenen geistigen Beinen zu stehen.
Warum lässt der Vater unterschiedliche geistige Botschaften zu? Sind das alles Antichristen und falsche Propheten? Sicher nicht. Es sind verschiedene Zugänge für allerlei geistige Seelenzustände. Viele Kundgaben sind meist gut gemeint, doch vermischen sich göttliche Eingebungen mit eigenen Ansichten und angelesener Spiritualität – so wie auch die Hörer und Leser im entsprechenden Fahrwasser sich befinden. Gleiches für Gleiches, der Zweck heiligt das Mittel. Dass eine Gefahr in solchen Kundgaben liegt wissen wir. Auch unsere Inkarnation in diese Welt des Scheines und Truges barg und birgt eine große Gefahr, doch auch hier heiligt der Zweck Gotteskindschaft das Mittel Erde.
Wir können nicht ermessen, in welcher Gnade wir hier stehen. Wir kennen sowohl die irdische als auch die göttliche Wahrheit. Ja, wir kennen die übergeordnete Wahrheit Jesus Christus, die uns in diesen Zeiten der Wandlung und Erneuerung vereint. Die untergeordnete Wahrheit über die tatsächlichen Zustände dieser Erdenwelt in all ihren Facetten und Verzweigungen kann uns wegen unterschiedlicher Sichtweisen aufgrund divergenter Seelenzustände irre machen und spalten. Deshalb sollen wir stets auf Jesus schauen, Er ist die Wahrheit in ihrer ganzen Liebefülle, Er ist der Wahrheit sammelnder und alles in sich vereinigender Grund. Mit Ihm und in Ihm dürfen wir das große Ganze sehen, dürfen wir an Seiner Hand gehen, dürfen wir in Sein Herz sehen; dort sind wir gerufen und berufen, Ihm zu dienen. Nur wenigen Menschen ist dies geschenkt.
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Eine große Gefahr für Vaterwortmedien tritt auf, wenn sich der Vater einmal zurückzieht und aus weisheitsvollen Gründen dem Kind keine Botschaften mehr zukommen lässt. Dann ist das Gotteskind versucht, die Geschwister, die sich um es versammelt haben, weiter mit Kundgaben zu versorgen, um den Erwartungen gerecht zu werden beziehungsweise den Anforderungen zu entsprechen. Es will nicht wahrhaben, dass die Tätigkeit vorbei sein soll und verkennt in verstecktem Hochmut die göttliche Prüfung, in die es der himmlische Vater gesetzt hat – und offenbart dann aus dem eigenen Seelischen.
So geschehen bei so manchen kleinen und großen Propheten des vorangegangenen Jahrhunderts, die immer noch viele Anhänger haben, die den Kundgaben ausnahmslos Glauben schenken, wobei hier meist der Botschafter im Vordergrund stand und steht und nicht Jesus Christus. Da hilft zumeist auch keine Korrektur in Jesu Namen durch ein von Ihm gesandtes Kind, denn ein Ablassen von einer verkehrten Sichtweise würde viele, die ihren Glauben an einer falschen Botschaft festhalten, den geistigen Boden unter den Füßen wegziehen oder zumindest eine große Verunsicherung bewirken. Dabei wäre gerade das der Schlüssel zur Freiwerdung aus der willensstarken Persönlichkeit und Sphäre eines aus Selbstüberschätzung oder Selbstbetrugs irregegangenen Propheten oder einer Prophetin.
Anders verhält es sich bei zurückgezogenen Wortempfängern, die im stillen Stübchen schreiben, ohne zu wissen, ob die Kundgaben jemals an die Öffentlichkeit gelangen. Dies war bei Jakob Lorber der Fall, weshalb das Wort durch ihn durchwegs göttlichen Ursprungs war und ist. Armut und Bedürftigkeit hielten ihn in Demut und Gehorsam zu Gott. Seine Sphäre ist reine Demut und Hingabe an Jesus Christus, er ist ein wahrer Bruder im Herrn.
Deshalb prüfe sich jedes Gotteskind, denn wir sind jederzeit den Gefahren geistigen Hochmuts ausgesetzt. Lieber einmal sich für längere Zeit zurückziehen und im Angesicht Gottes sich betrachten ob man noch in der Wahrheit steht, als im Eigendünkel ins gefallene Seelische abzugleiten und den Menschen falsches Zeugnis zu geben, auch wenn es gut gemeint ist.
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