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GEJ 1.161

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 161 von 161

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GEJ 1.161.1

Solange der Mensch Geschöpf ist, ist er zeitlich und vergänglich und kann nicht bestehen; denn jeder Mensch ist in seiner natürlichen Erschaffenheit nur ein geeignetes Gefäss, in dem sich erst durch beständige göttliche Mitwirkung ein wirklicher Mensch entwickeln kann.

GEJ 1.161.2

Wenn das äussere Gefäss den erforderlichen Ausbildungsgrad erreicht hat — wozu Gott es mit allen notwendigen Bestandteilen und Eigenschaften mehr als ausreichend eingerichtet hat —, dann erweckt oder vielmehr entwickelt Er Seinen ungeschaffenen ewigen Geist im Herzen des Menschen. Dieser Geist ist nach dem Mass seiner Auswirkung das, was Mose unter den zwei grossen Lichtern versteht, die an das Firmament des Himmels gestellt werden, und so verstanden es auch alle Patriarchen und Propheten, niemals anders.

GEJ 1.161.3

Dieses ewige, ungeschaffene und für alle Ewigkeit vollkommen lebendige Licht am Himmelsfirmament im Menschen ist dann der vollkommen wahre Lenker des wahren Tages im Menschen. Es lehrt das frühere Gefäss, sich völlig in sein ewig ungeschaffenes göttliches Wesen umzugestalten und dadurch den ganzen Menschen zu einem wahren Gotteskind zu machen.

GEJ 1.161.4

Jeder geschaffene Mensch hat jedoch eine lebendige Seele, die ebenfalls ein Geist ist und die notwendige Fähigkeit besitzt, Gutes und Wahres sowie Böses und Falsches zu erkennen, sich das Gute und Wahre anzueignen und das Böse und Falsche aus sich zu verbannen. Dennoch ist sie kein ungeschaffener, sondern ein geschaffener Geist und kann als solcher aus sich selbst niemals die Kindschaft Gottes erreichen.

GEJ 1.161.5

Wenn die Seele aber nach dem ihr gegebenen Gesetz das Gute und Wahre in aller Demut und Bescheidenheit ihres Herzens und ihres ihr von Gott eingepflanzten freien Willens angenommen hat, dann ist dieser demütige, bescheidene und gehorsame Wille — um es ganz anschaulich auszudrücken — zu einem wirklichen Himmelsfirmament geworden. Denn er hatte sich nach dem Himmlischen gebildet, das in die Seele des Menschen gelegt ist, und ist daher vollkommen geeignet, das rein ungeschaffene Göttliche in sich aufzunehmen.

GEJ 1.161.6

Das rein Göttliche oder der ungeschaffene Geist Gottes, der für ewig an dieses Himmelsfirmament gestellt wird, ist — dem Zusammenhang entsprechend — das grosse Licht. Die Seele des Menschen ist das zweite, kleinere Licht. Sie wird nun ebenso wie das ungeschaffene grosse Licht an dasselbe Himmelsfirmament gestellt und vom ungeschaffenen Licht zu einem mit-ungeschaffenen Licht umgestaltet. Dabei verliert sie nichts von ihrer natürlichen Beschaffenheit, sondern gewinnt in einem vollkommen geistig geläuterten Sinn unendlich vieles hinzu. Denn die Seele des Menschen könnte aus sich selbst Gott in Seinem reinsten Geistwesen niemals erschauen; umgekehrt könnte der reinste ungeschaffene Gottesgeist das Naturmässige niemals erschauen, weil es für Ihn keine materielle Naturmässigkeit gibt. In der erwähnten vollkommenen Verbindung des reinsten Geistes mit der Seele kann die Seele nun durch den neuen Geist, der ihr zuteilgeworden ist, Gott in Seinem urgeistigen reinsten Wesen erschauen, und der Geist kann durch die Seele das Naturmässige erschauen.

GEJ 1.161.7

Das ist es, was Mose sagt: Ein grosses Licht regiere den Tag und das kleine Licht die Nacht und bestimme die Zeichen, das heisst in aller Weisheit den Grund aller Erscheinungen und aller geschaffenen Dinge. Es bestimme ebenso die Zeiten, Tage und Jahre; das bedeutet, in allen Erscheinungen die göttliche Weisheit, Liebe und Gnade zu erkennen.

GEJ 1.161.8

Die Sterne aber, die Mose ebenfalls erwähnt, sind die zahllosen nützlichen Erkenntnisse über alle einzelnen Dinge. Diese einzelnen Erkenntnisse kommen natürlich aus der einen Haupterkenntnis und sind daher ebenso wie die zwei Hauptlichter an dasselbe Himmelsfirmament gestellt.

GEJ 1.161.9

Und seht: Das ist schliesslich der vierte Schöpfungstag, den Mose in seiner Genesis erwähnt. Er ist jedoch, wie leicht zu begreifen ist, ebenso wie die früheren drei aus demselben Abend und Morgen des Menschen hervorgegangen.»

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