Nach dieser erklärenden Rede, von der Kisjonah sagte, sie lasse ihm keine weitere Frage offen, beginnt der kommende Tag im Osten zu dämmern. Ein sehr kühler Morgenwind streicht über die Spitze unseres Berges, auf der wir uns noch immer recht wohl befinden. Kisjonah schlägt vor, dass wir inzwischen zur nächsten Almhütte hinabgehen sollten, bis die Sonne aufgegangen sei.
Ich sage: »Lassen wir das. Diese morgendliche Kühle auf dieser Höhe schadet niemandem, sondern stärkt die Glieder eines jeden. Ausserdem dauert sie nicht lange, und es muss so sein. Sonst würde eine bestimmte Art von Geistern, die hier nicht näher bezeichnet werden soll, dem Tag schlechtes Wetter bringen, wenn sie jetzt beim Aufgang nicht von starken Friedensgeistern daran gehindert würde, in die Luft aufzusteigen.«
Damit gibt sich Kisjonah zufrieden, und wir bleiben noch bis zum Mittag des anbrechenden Tages auf der Bergspitze. Nach dem Mittag gehen wir wieder zur Almhütte hinab und verbringen dort noch einige Tage mit verschiedenartigen Gesprächen über die Lebenspflichten des Menschen, die Natur der Erde und der Sterne sowie vieler anderer Dinge.
Vieles leuchtet dem noch immer etwas finstereren Teil der Juden und den bei Mir gebliebenen Pharisäern nicht ein; dennoch widersprechen sie nicht. Denn jene Juden und Pharisäer, die sich schon am ersten Tag Meines Besuchs im Haus des Zöllners Kisjonah Mir zugewandt haben, sind tatsächlich wachere und bessere Geister sowie nüchterne Denker. Sie schätzen Mich inzwischen sehr und nehmen Mein Wort als göttlich an. Daher sind sie weder mit jenen zu vergleichen, die nach Kapernaum zurückgetrieben wurden, noch mit denen, die das Beben des Berges etwas mehr als vier Tage zuvor wieder in die Tiefe hinabtrieb.
Obwohl sich die erwähnten besseren Juden und Pharisäer inzwischen fest an Mich halten, zucken sie bei manchen Meiner Erklärungen über die wirkliche Entstehung — oder genauer gesagt die stufenweise Schöpfung — der Erde, aller Dinge in und auf ihr sowie aller zahllosen anderen Weltkörper mit den Schultern und denken: »Das ist doch geradezu gegen Mose gerichtet! Wo bleiben die sechs Schöpfungstage und der Sabbat, an dem Gott geruht hatte? Was ist dann mit dem, was Mose über die Entstehung all dessen berichtet, was nun in allen seinen Teilen die Welt ausmacht? Wenn uns dieser Wundertäter aus Nazareth darüber eine ganz andere Lehre gibt, die die mosaische völlig aufhebt, was sollen wir dazu sagen? Hebt Er Mose auf, hebt Er dadurch auch alle Propheten und am Ende Sich Selbst auf. Denn wenn Mose nichts ist, sind auch die Propheten nichts, und dann ist auch der zu erwartende Messias, der eigentlich Er Selbst sein soll, nichts.
Aber im Grunde ist Seine Lehre richtig, und bei der Schöpfung kann es sich wohl eher so zugetragen haben, wie Er es jetzt erklärt hat, als so, wie Mose davon berichtet!«
Da kommt einer zu Mir und sagt: »Herr, wenn es so ist, was soll es dann mit Mose und all den Propheten auf sich haben?«
Ich sage: »Ihr sollt sie im richtigen Sinn und mit rechtem Verständnis verstehen und begreifen.
Mose stellt in seiner Darstellung der Schöpfung nur Bilder auf, die das Entstehen der ersten Gotteserkenntnis bei den Menschen der Erde kundgeben, nicht aber die materielle Schöpfung der Erde und aller anderen Welten.«