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GEJ 1.12

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 12 von 161

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GEJ 1.12.1

Joh. 2,12. Danach zog Er hinab nach Kapernaum. Seine Mutter, Seine Brüder und Seine Jünger zogen mit Ihm, blieben dort aber nicht lange.

Sieben Tage nach dieser Hochzeit verliess Ich Nazareth und zog mit Maria, Meinen fünf Brüdern, von denen zwei zu Meinen Jüngern gehörten, und mit den bis dahin aufgenommenen Jüngern hinab nach Kapernaum. Das war damals eine ziemlich bedeutende Handelsstadt an der Grenze zwischen Zebulon und Naphtali, also mitten zwischen diesen beiden Gebieten am Galiläischen Meer. Sie lag nicht weit von dem Ort entfernt, an dem Johannes am gegenüberliegenden Jordanufer in der Gegend von Bethabara taufte, solange dieser oft völlig wasserlose Fluss reichlich Wasser führte.

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Man könnte hier fragen, was Ich eigentlich in dieser fast vollständig heidnisch gewordenen Stadt suchte. Man lese nur den Propheten Jesaja 9,1 und folgende; dort findet man: «Das Land Zabulon und das Land Naphtali am Weg des Meeres, jenseits des Jordans, und das heidnische Galiläa: Dieses Volk, das in der Finsternis sass, hat ein grosses Licht gesehen, und allen, die am Ort und im Schatten des Todes sassen, ist ein mächtiges Licht aufgegangen.»

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Wenn man das bei Jesaja gefunden hat und weiss, dass Ich die Schrift von A bis Z erfüllen musste, wird man leicht erkennen, warum Ich Mich von Nazareth nach Kapernaum begeben hatte. Ausserdem waren in dieser Gegend noch zwei Jünger aufzunehmen: Jakob und Johannes, die Söhne des Zebedäus. Auch sie waren Fischer und fischten im Galiläischen Meer, nicht weit von der Jordanmündung und ebenfalls nicht weit vom Fischereiplatz des Petrus und Andreas, die beide auch im See fischen durften.

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Nachdem auch diese Jünger aufgenommen waren und Mich durch Meine Worte und das mächtige Zeugnis derer, die bei Mir waren, erkannt hatten, begann Ich sofort, die Menschen in geordneter Weise zu lehren. Ich ermahnte sie zur Umkehr, weil das Reich Gottes nahe gekommen war. Ich ging in ihre Synagogen und lehrte dort. Mehrere glaubten, viele aber nahmen Anstoss, wollten Mich ergreifen und von einem Berg ins Meer stürzen. Doch Ich entkam ihnen zusammen mit allen, die bei Mir waren. Ich besuchte einige kleine Orte am Galiläischen Meer, verkündigte das Reich Gottes und heilte viele Kranke. Die Armen und einfachen Leute glaubten, nahmen Mich wohlwollend auf, und mehrere von ihnen schlossen sich Mir an und folgten Mir überallhin wie Lämmer ihrem Hirten.

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In Kapernaum hielt Ich Mich daher nur kurze Zeit auf, weil dort fast kein Glaube und noch weniger Liebe zu Hause waren. Diese Stadt war nämlich ein Ort des Handels und des Krämertums. Wo aber Handel und Krämergeist herrschen, haben Glaube und Liebe vollständig Abschied genommen. Wo diese beiden verabschiedet sind, gibt es für Mich wenig oder nichts zu tun.

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Joh. 2,13. Das Passahfest der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.

Das Passahfest der Juden war ohnehin herangekommen, und Ich zog mit allen, die bei Mir waren, hinauf nach Jerusalem. Man darf sich das Passahfest der eigentlichen Juden aber nicht zu der Jahreszeit vorstellen, in der heute in den verschiedenen christlichen Gemeinden das entsprechende Fest angesetzt wird, manchmal schon im März, sondern fast ein ganzes Vierteljahr später. Beim Passahfest dankte man Jehova für die erste Ernte des Jahres, die aus Gerste, Korn und Weizen bestand. Man ass bereits das neue Brot, das nach dem Gesetz ungesäuert war, und niemand im Land durfte zu dieser Zeit gesäuertes Brot essen.

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Daher konnte dieses Fest der ungesäuerten Brote erst dann stattfinden, wenn das neu geerntete Getreide – dem Wortlaut von 1871 zufolge – sozusagen erst gesät wird. Zwar wird das Getreide in Judäa, wenn das Jahr günstig ist, vierzehn bis zwanzig Tage früher reif als hier; doch selbst in Ägypten werden Korn und Weizen vor Ende Mai selten vollständig eingebracht, geschweige denn in Judäa, wo es schon deutlich kühler ist als in Ägypten.

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Die Zeit der ungesäuerten Brote war also gekommen, und wie oben gezeigt, zog Ich mit allen, die bei Mir waren, hinauf zur Hauptstadt der Juden, die auch «Stadt Gottes» hiess; denn Jerusalem bedeutet übersetzt «Stadt Gottes».

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Da zu jener Zeit stets viele Menschen nach Jerusalem kamen, darunter auch viele Heiden, die allerlei Waren kauften und verkauften, etwa Geräte, Webwaren, Vieh und Früchte jeder Art, hatte das Fest damals sein geheiligtes Ansehen völlig verloren. Die Gewinnsucht brachte sogar die Priesterschaft dazu, für diese Zeit die Höfe und Vorhallen des Tempels gegen einen sehr beträchtlichen Betrag an Händler zu vermieten, ob Juden oder Heiden. Eine solche Tempelmiete belief sich für die Dauer des Festes auf mehr als tausend Silberlinge. Das war damals eine ungeheuer grosse und bedeutende Summe und besass, gemessen am Wert der Waren, mehr Kaufkraft als hunderttausend Gulden in der Gegenwart.

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In dieser späteren Zeit, unter dem Hohenpriester Kaiphas, zog Ich hinauf nach Jerusalem. Er hatte es verstanden, dieses natürlich sehr einträgliche Amt länger als ein Jahr an sich zu bringen. Denn die Beachtung des mosaischen Gesetzes war damals zu einer völlig leeren Zeremonie herabgesunken, und kein Priester achtete in Wahrheit mehr darauf als auf Schnee, der vor hundert Jahren gefallen war. Die allerleersten Zeremonien dagegen hatten ihren Höhepunkt erreicht, um das arme Volk damit gewaltig zu betrügen.

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Er vermietete sogar im inneren Teil des Tempels bestimmte Plätze an Taubenhändler und einige kleine Geldwechsler. Diese besassen kleine Münzen wie Groschen und Stater und wechselten sie gegen ein bestimmtes Aufgeld für Silberlinge, römische Goldstücke und das römische Viehgeld, die pecunia, an diejenigen, die kleinere Münzen benötigten. Die Römer hatten nämlich für den Viehkauf ein eigenes Geld. Je nachdem, welches Tier auf einer solchen Münze geprägt war, musste man für eine solche Münze dasselbe Tier kaufen können, vorausgesetzt, der Besitzer wollte das Vieh verkaufen. Für dieses Viehgeld konnte man bei den grossen und kleinen Wechslern auch andere gültige Münzen erhalten; das Aufgeld war jedoch höher als bei anderen Geldsorten.

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