Fragen und Antworten

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

“Der Glaube fordert die Seele dazu heraus,

weiter zu gehen als sie sehen kann.”

Die folgenden Texte sind über viele Jahre entstanden. Sie behandeln sowohl Themen, die mich zu Beginn des geistigen Pfades bewegt haben, als auch solche, die mich kontinuierlich berühren. Dadurch ergibt sich ein breites Spektrum an Antworten von Seiten jenseitiger Begleiter, die allesamt recht gute Einblicke in verschiedenste Bereiche des Lebens und des Todes bieten. Manche Fragen habe ich stellvertretend für die Allgemeinheit gestellt, was man an den Formulierungen leicht erkennen kann.


Ist man Ungerechtigkeiten und Beleidigungen ausgesetzt, reagiert das weltliche Denken mit Unverständnis und Aggression. Der Mensch gleicht dann oft einem Vulkan, der gewalttätig ausbricht und vernichtendes Feuer und Lava über seine Umgebung speit. Wie können wir am besten mit diesen Situationen umgehen? Welches Bewusstsein muss man entwickeln, um die Fehler der Mitmenschen nicht persönlich zu nehmen, um nicht beleidigt oder aggressiv gegen andere und gegen sich selbst zu reagieren?

“Jedes Verständnis hat seine Grenzen und weltliches Denken grenzt sich immer ab, es reagiert im Rahmen seelischen Befindens und seelenspezifischer Beschaffenheit. Friede ist ein Seins-Zustand, ein bewusst sein, nicht kontrolliert von egoistischen Gedanken und Emotionen, nicht beeinflusst von weltlichen Ängsten und Begierden. Der Mensch kann sich diesem Herzensbewusstsein zur Verfügung stellen. Es wohnt in ihm, unabhängig von seiner irdischen Identität.

Das Tor dazu ist die Hingabe an die Liebe. Man tritt sozusagen zurück und lässt der Liebe den Vortritt. Dann empfängt und berührt sie diejenigen, mit denen man in Kontakt tritt. Dies hat mit weltlichem Denken und Handeln nichts gemein. Anstelle der menschlichen Reaktion handeln göttliche Liebe und Weisheit, handelt eigentlich Gott selbst.”

Wie ist eine vollkommene Seele beschaffen in Bezug auf Beleidigung und Verletzung?

“In ihr ist kein Widerstand, deshalb geschieht kein reflektierendes Denken und Handeln. In dieser Unberührbarkeit erwacht Schritt für Schritt ein neues Berühren. Verletzende Worte, Verleumdung, Strahlung von Hass und Wut, alles zerstörend auf sie Einwirkende wird von göttlicher Liebe empfangen und darin unmittelbar selbst zu Liebe.

Jetzt berührt die Seele jegliches Geschehen von innen heraus. Was bleibt, ist klarstes Schauen und Erleben in Gottes Gegenwart. Wird ein Gotteskind angegriffen, geht dieser Angriff zuvor durch das Herz des Vaters, darin das Kind sieht, warum er etwas zulässt oder nicht. So steht es jedem Geschehen furchtlos gegenüber.

Dieses Leben ermöglicht es, ganz und gar für Gott da zu sein, da er jetzt im Kind lebt und alles, was mit dem Kind geschieht, eigentlich Gott geschieht. Die Erfüllung seines Willens ist nun des Kindes größte Freude. Dies ist höchste Vollkommenheit auf Erden. Das zu erreichen ist möglich für jeden Menschen, der es wahrhaftig will.”


Solange ich mich zurückerinnern kann, leide ich unter Angstzuständen. Noch als Erwachsener hatte ich Angst vor alltäglichen Abläufen und Begegnungen. Ich fragte nach der Wurzel der Angst.

“Angst hat verschiedene Ursachen. Oft ist es die Angst vor Enttäuschung, vor der eigenen Unberechenbarkeit, vor der eigenen Verletzlichkeit. Im Grunde ist es jedoch die Angst der Seele in und vor ihrem Tod. Diese Angst ist in jedem Menschen mehr oder weniger vorhanden – teils bewusst, teils unbewusst – und benützt verschiedenste Gegebenheiten zur Entladung.

Dieser Umstand zwingt zu ständiger Aktivität und Ablenkung, denn diese verdecken die Angst. Aber gerade die irdische Überreizung lähmt die Seele und hindert sie, sich ihrer göttlichen Identität anheimzugeben, die sie dem geistigen Tod – und somit der Furcht – entreißen könnte. So ist hier ein Teufelskreis entstanden, den der Mensch nicht alleine durchbrechen kann.

Jesus hat für seine Kinder einen Ausgang aus diesem Gefängnis geschaffen. Ihre Herzens-Hingabe führt sie in die Freiheit des Geistes und befreit sie von jeglicher Furcht. Wenn du dich für Gottes Liebe öffnest und darin das Wagnis der Verletzlichkeit riskierst, wirst du gewahr, dass dich das Gespenst der Angst für immer verlassen hat, ja, dass Angst nur ein Phantom der Vergänglichkeit und des Todes war und ist.”


Wie kann man mit dem Herzen denken, ja schauen?

“Die Augen des Herzens sehen nicht mit den fleischlichen Augen. Es ist ein anderes Schauen, denn die Liebe des Herzens existiert unabhängig vom Körper. Mit dem Herzen blickt man jenseits der Stofflichkeit und sieht die Welt und alles Leben in deren seelisch-geistiger Gestalt. Unbeschreiblich liebevoll ist dieser Blick, dieses göttliche Geschehen im wahrhaftigen Erkennen, diese Schau mit Gottes Augen.”

Wie aktiviert man diese Herzensliebe?

“Man konzentriert sich in liebenden Gedanken an den Vater frei und leicht auf die Gegend des materiellen Herzens, dadurch öffnet sich der Zugang zum geistigen Herzen. Es wird warm in der Brust, die Liebe bewegt sich, ganz zart und leicht ist diese Bewegung, wie ein “sanftes, leises Säuseln”, das die Seele in ihrer Tiefe berührt und sich wie ein warmer Liebesstrom über sie ergießt.

Da diese Liebe in jedem Menschenherzen vorhanden ist, berührt sie sich selbst im Nächsten, verbindet sich mit sich selbst und nimmt den Liebenden dabei mit. Die eigene Liebe ist dann im Herzen des Mitmenschen gegenwärtig. Im eigentlichen Sinne jedoch berührt sich Gott selbst von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz.

Das geht nicht sofort und erfordert Übung wie alles im Leben. Doch es ist die beste aller Meditationen; in der stillen Herzensliebe zu Jesus Christus macht die Seele die größten Fortschritte.”


Der schlummernde Geistesfunke im Herzen der Seele entzündet sich vor allem in der Liebe zum himmlischen Vater in Jesus Christus. Doch nicht immer geht im Glaubensleben vertrauensvolle Liebe vorneweg, um Gotteserkenntnis zu bewirken. Gerade in der verstandesgeprägten Welt steht das Bedürfnis der Erkenntnis vor kindlichem Gottvertrauen. Wie kann man Gott erkennen und wo findet man ihn?

“Eine Begegnung mit Gott kann nur stattfinden, wenn man ihm die Türe öffnet. Selbst mittels äußerer Erkenntnismöglichkeiten kann die Einsicht in seine Wesenheit nicht ohne Herzensöffnung geschehen. Die Seele erkennt und findet ihn

– in der Natur, in allem Leben, wenn man das Dasein nicht einem blindem Fatum zuschreibt, sondern einem liebenden Schöpfergott.

– im Lesen göttlicher Offenbarungen. Hier muss man aufrichtig um die rechte Literatur bitten, da man sonst Irrglauben und Lügengeistern aufsitzen kann.

– im stillen Herzensgespräch, wobei man den Vater in Demut um Befreiung aus der weltlichen Gefangenschaft, um Vergebung der Sünden und um ein Herz voller Liebe bittet.

– in der Nächstenliebe, denn hier offenbart und manifestiert sich göttliche Liebe im praktischen Tun des alltäglichen Lebens.

Ist der Liebefunken im Herzen entflammt, gilt es, diesen zu hegen und zu pflegen, denn noch ist es ein kleines verletzliches Feuer, welches das Gewicht der Welt schnell wieder ersticken kann. Durch tägliche Verinnerlichung, in der man sich im weltabgewandten Herzenskämmerlein Jesus Christus zuwendet, wird das Feuer der Liebe immer wieder von neuem entfacht, mit der tätigen Nächstenliebe gibt man das passende Brennholz hinzu. Demut ist der Sauerstoff, der das weitere Entflammen ermöglicht.

Beständig wächst nun die Freude in der Begegnung mit der göttlichen Liebe. Kommt die Seele vom geraden Weg ab, hilft ihr der Vater und führt sie zurück in sein Herz. Dies kann öfters geschehen, doch der Vater gibt sein wieder gefundenes Kind nimmermehr her. Das Kind erkennt solch geduldige Liebe und Barmherzigkeit, dadurch bekommt das Feuer seiner Liebe stets von neuem Nahrung. Bald wird die Liebe zum Geliebten zu einem lodernden Brand. Schließlich geht die Seele vollends ein ins liebefeurige Herz Gottes.”


Auf dem spirituellen Pfad kommt man immer wieder in Kontakt mit Berichten über Erleuchtung und Bewusstseinserweiterung – sowohl in östlichen Religionen als auch bei spirituell Erwachten der westlichen Welt. Diese Menschen sind frei von irdischen Bindungen, sie haben sich wiedergefunden in ihrer geistigen Identität. Warum erkennen sie nicht ihre göttliche Vater-Kind-Beziehung? Warum sehen sie nicht den Weg ins Herz des Vaters? Warum berichten sie von endgültiger Wahrheit und Realität, obwohl sie erst am Beginn des Weges stehen?

“Meditatives Dasein und Herzensliebe erleuchten den Verstand der Seele. Diese Einstrahlung zeitigt, je nach weltlicher Prägung und Religiosität, verschiedene Auswirkungen. Zumeist wird der Mensch frei von irdischen Beschränkungen und Bindungen. Die Last des Todes fällt von ihm ab, denn er sieht sich in seinem unvergänglichen und allverbundenen Dasein – was allgemein als Eingehen in das `Höhere Selbst´ bezeichnet wird.

Dieser Zustand erzeugt wohl ein graduelles Gefühl von Glückseligkeit; die menschlich-göttliche Existenz beinhaltet jedoch unendlichmal mehr als solch freiheitliches Erleben. Mit dem Erwachen in den Christus-Geist ist diese Art der Spiritualität nicht vergleichbar, denn in der Liebe zu Jesus Christus geschieht die Vereinigung von Schöpfer und Geschöpf, von Vater und Kind -um die geht es eigentlich im Ablauf allen Geschehens. Sodann erlebt der Mensch Gottes Selbst-Bewusstsein und hat Anteil an dessen ureigener Lebendigkeit.

Dies ist der unmessbare Unterschied zwischen sogenannter Erleuchtung im Sinne östlicher Traditionen zur wahrhaftigen Gotteskindschaft.”


Warum kommen viele Seelen von anderen Welten zur Erlangung der Gotteskindschaft auf diese Erde, wo sie doch auf ihren Welten ebenfalls eine geistige Entwicklung erfahren, die sie in die himmlische Glückseligkeit führt?

“Ja, den Weg in den Himmel gibt es auch über viele andere Gestirne der materiellen Schöpfung, der Weg über diese Erde aber ist der kürzeste – und der gefährlichste. Diese Erde ist ein besonderer Planet, denn hier west das satanische Zentrum, hier schlägt das Herz des Bösen und der Falschheit. Und hier hat Gott Fleisch angenommen und ist Mensch geworden, um einen unmittelbaren Zugang in den Himmel zu bereiten.

Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus mit der für alle Ewigkeit gültigen Offenbarung seines Herzens, sowie der in der Welt namens Erde gebundene Geist Satans ermöglichen die absolute Gegensätzlichkeit von Gut und Böse, von Wahrheit und Lüge, die nötig ist, um diesen kleinen Planeten zum wirksamsten und wertvollsten Erlösungsinstrument der Unendlichkeit zu erheben.

Auf anderen Gestirnen ist zwar ebenfalls der freie Wille vorherrschend, jedoch ist dieser je nach Beschaffenheit der dortigen Bewohner in enge oder weitere Grenzen gefasst. Ihr Handlungsbedarf bewegt sich in der Regel im Rahmen einer Art geistig-instinktiver Vernunft, die genährt ist mit verschiedenen Aspekten göttlicher Eigenschaften, vorwiegend sind dies Weisheit, Willenskraft, Ordnung und Liebeernst.

Sternenbewohner, die ihr Dasein auf ihren Gestirnen vollbringen und vollenden, erreichen wohl auch eine ihrer seelischen Gestaltung entsprechende Glückseligkeit, die ihnen eine Wohnstatt im Himmel bereitet; in des Vaters eigenem Hause wohnen aber nur die Geister, die ihm auf eurer Erde nachgefolgt sind.

Regelmäßige Besuche himmlischer Geister auf allen Gestirnen des Kosmos weisen die dort ansässigen Bewohner auf die Möglichkeiten hin, die auf eurer Erde gegeben sind, aber auch auf die vorherrschenden Gefahren. Aus diesem Grund sind es, im Vergleich zur endlosen Zahl kosmischer Wesenheiten, verhältnismäßig wenige Seelen, die die Reise ins irdische Vergessen wagen. Zumeist sind die Völker anderer Gestirne glücklich und zufrieden mit ihrer Daseinsform und wünschen keine Veränderung. Allein die Kraft der Liebe zum Vater und die darin enthaltene Sehnsucht, ihn in Jesus Christus in Person anzutreffen und ewiglich bei und mit ihm zu sein, vermag sie aus ihren heimischen Gefilden wegzulocken in die Ungewissheit und tödliche Umarmung eurer Welt.

Seid euch dessen stets bewusst: Ihr lebt im tiefsten Tal dieser Schöpfung. Von dort führt ein Weg direkt ins Herz Gottes, das am Kreuz geöffnet wurde für alle Zeit und Ewigkeit. Was für ein Vorrecht! Nützt diese einmalige Gelegenheit!”


Warum werden Menschen in ärmlichen und andere in reichen Verhältnissen geboren? Warum wachsen manche Kinder in kriminellem und andere in ehrlichem Umfeld auf? Warum werden Menschen mit Behinderungen geboren? Warum treffen eine Krankheit oder ein Unglück den einen und den anderen nicht? Was ist die Ursache allen Leids und aller Ungerechtigkeit? Und die Hauptfrage dabei ist: Warum lässt Gott das alles zu?

Diese Fragen werden immer wieder gestellt. Theoretische Antworten gibt es zwar zur Genüge, doch eine befriedigende Erklärung findet man nicht. Leid mit Karma aus früheren Leben zu begründen behandelt die Thematik nur einseitig und hilft einem in der Not auch nicht weiter. Die eigentlich für diese Fragen zuständige Priesterschaft findet ebenfalls keine erleuchtende Antwort und stellt ratlos fest: “Gottes Wege sind unergründbar!” oder “Gott wird schon wissen, warum er das alles zulässt.” Das ist in ihrer Umnachtung auch die einzig mögliche und richtige Antwort. Ich stelle die Frage von Leid und Ungerechtigkeit an die geistigen Geschwister.

“Die Hintergründe für das Geschehen auf dieser Erde sind dem Verstandesmenschen nicht ersichtlich, ihm eine Erklärung zu geben ist daher schwierig. Gerne schenken wir jedoch aufrichtig suchenden Seelen Licht in dieser sehr wichtigen Lebensfrage:

An erster Stelle steht stets der freiheitliche Wille des Menschen, der das Fundament seines Daseins in Zeit und Ewigkeit bildet. Diese seine Freiheit bleibt unter allen Umständen unangetastet, denn sie ist Grundvoraussetzung für die freie Wiedergeburt in den göttlichen Geist. Die Ausübung des freien Willens eröffnete die Möglichkeit der Gottferne und führte den Menschen aus seiner Vollkommenheit an die äußerst mögliche Hemisphäre unvollkommenen Daseins. An dieser kritischen Oberfläche herrscht die Willkür der gottlosen Freiheit, die eigentlich eine Gefangenschaft ist. Hier ist der Mensch seinem Tod mit Leib und Seele ausgeliefert.

Obwohl in dieser äußersten Glaubens- und Gottlosigkeit aufgrund der göttlichen Allgegenwärtigkeit auch Vollkommenheit präsent ist, kann diese ohne die aktive Hingabe an den Gottesgeist nicht offensichtlich wirken, ja nicht einmal wahrgenommen werden. Erst das geistige Erwachen gebiert die Erkenntnis allgegenwärtiger Vollkommenheit, die alles Leid letzten Endes und im Grunde vergöttlicht.

Je tiefer eine Seele eindringt ins Vaterherz, umso erkenntlicher werden ihr die Wege Gottes und dadurch die der Menschheit. Hier werden Gründe und Hintergründe für die verschiedensten Geschehnisse in Zeit und Ewigkeit offenbar. Hier sieht man, dass

– den Seelen zur Verkörperung nahezu ausnahmslos nur die in der gottlosen und leidvollen Welt gegebenen Verhältnisse zur Verfügung stehen, die aufgrund der Willensfreiheit der Menschen zustande kommen.

– den embryonalen Seelchen im triebhaften und ungezügelten Geschlechtsakt der Eltern und in mit entsprechenden Gedanken und Taten begleiteten Schwangerschaften bereits im Mutterleib großer Schaden zugefügt wird.

– das sündhafte Treiben der Eltern und deren Vorfahren lange Schatten auf die Nachkommen wirft. – der aufgrund des gottlosen Verhaltens ermöglichte Einfluss der dämonischen Welt viel Leid und Elend bewirkt. – die vorgeburtliche Existenz eines Menschen eine gewichtige Rolle spielt, wie sich sein Erdenleben gestaltet und man sieht, was vor der Inkarnation abgesprochen wurde.

– eine Seele zu ihrem Schutz und zum geistigen Fortschreiten oftmals schmerzhafte Korrekturen benötigt und scheinbare Willkür als Instrument dafür dient.

– der körperliche Tod nur eine untergeordnete Rolle spielt im Ablauf menschlichen Daseins.

Hier offenbart sich die mitleidende Liebe des Vaters und seine uneingeschränkte Hilfsbereitschaft – und es wird ersichtlich, dass nahezu kein Mensch sie in Anspruch nimmt. Und hier sieht man das Ziel jedes Menschen: Die Erlangung der Gotteskindschaft.

In diesem Ursprungs-Ziel verborgen liegt die endgültige Erlösung allen Lebens. Von diesem Ursprungs-Ziel aus handelt Gott und handelt die gesamte geistige Arbeiterschaft. Das Erreichen dieses Ziels steht bedingungslos über allem Geschehen in Zeit und Ewigkeit, und jeder göttliche Handlungsbedarf ist davon motiviert.

Im Erreichen seiner Gotteskindschaft bekommt der Mensch schließlich Einsicht in alle Vorkommnisse seiner bisherigen Existenz. Er erkennt, dass alles, was mit und um ihn geschieht und geschehen ist, Werkzeug zur Erlangung dieses hehren Zieles war und ist. In der Vollkommenheit der Liebe dient jedes Geschehnis, sei es ein freud- oder leidvolles, einem göttlichen Zweck; dies sieht man jedoch erst im Gnadenlicht unseres Vaters.”

Ich bat um eine ausführlichere Erklärung.

“An der Oberfläche allen Lebens herrschen scheinbare Willkür und Ungerechtigkeit. Da Leben aber in und aus sich göttlichen Ursprungs ist, ist jegliches Geschehnis von Gottes Geist durchdrungen

– und dieser schafft darin und daraus im Grunde immer Gutes. In Gottes Vollkommenheit greifen alle Leben ineinander und ergeben einen vollkommenen Ablauf allen Geschehens. Tritt aufgrund von Gottlosigkeit Unvollkommenes in Erscheinung, ist dies nur an der Oberfläche der Materie-Identifikation der Fall. Lebt man allein für materielle Belange, ist man fester Bestandteil materiellen Geschehens, darin man Tod und Vergänglichkeit unterworfen ist. Man ist blind für jegliche geistige Tiefe – Zufall und Willkür sind die schicksalsbestimmenden Elemente.

Durchschaut ein Mensch die weltliche Oberfläche mitsamt deren Blendwerk und blickt hinter die Kulissen scheinbarer Unvollkommenheit, erkennt er, je tiefer er sieht, immer mehr Vollkommenes im Ablauf allen Geschehens. Er ist zwar weiterhin Betroffener der leidbringenden irdischen Vorkommnisse, auf festem Geistes-Fundament stehend sieht er jedoch, dass immer alles durchwirkt ist von Gottes vollkommener Liebe.”

Aber was sollen Eltern, deren Kind ermordet wurde oder schwer erkrankt unter großen Schmerzen leidet und schließlich hinweg genommen wird, mit so einer Aussage anfangen?! Für sie heißt das, dass eigentlich Gott verantwortlich ist für ihr namenloses Leid … und in der Konsequenz eigentlich für alles Leid dieser Erde … !

“Das ist das Dilemma dieser Welt. Durch den Glaubensabfall erblindete die Menschheit – die Welt wurde finster, abgrundtief finster. In dieser Dunkelheit herrscht Chaos. Man ist den tödlichen Stürmen an der materiellen Oberfläche hilflos ausgeliefert. Die grausamen Verbrechen zeugen von dieser geistigen Blindheit.

Gottlosigkeit ist Gottlosigkeit. Man ist Gott los. Gott kann nur helfend eingreifen durch den Glauben an ihn. Da wahrhaftiger Glaube und Gottesliebe verloren gegangen sind, ist unsagbares Leid entstanden. Das ist sehr traurig.

Man kann es so zusammenfassen: In der gottlosen Welt herrscht das Böse, denn die Menschheit steht durch die Anbetung der Materie und alle damit verbundenen Umstände auf satanischem Boden. Dadurch nimmt sie Gott das Recht über ihre Lebensverhältnisse und übergibt diese an satanische Mächte, die die Menschheit weiter ins Verderben führen. Kriege, Mord und Verbrechen aller Art sind an der Tagesordnung. Krankheit und Sterben werden zur Normalität. Ein Teufelskreis.

Betritt ein Mensch göttlichen Boden, gibt er Gott Macht über sein Leben. Zufall und blindes Schicksal haben auf diesem Fundament keinen Platz. In seiner Innenwelt herrscht das Gute, auch wenn er sich äußerlich in der Hölle befindet. Sein bisher unvollkommenes Leben wird in der Hingabe an des Vaters Liebe göttlich wirksam und somit erlöst.

Mit anderen Worten: Alles, was man in seiner Unvollkommenheit erlebt und bewirkt, hat einen verborgenen und verschlossenen göttlichen Kern. Gibt sich ein Mensch in Demut und Vertrauen dem Vater anheim, nimmt dieser die begangenen Sünden und das an Leib und Seele erfahrene Leid seines Kindes an sich und legt diese in seine Barmherzigkeit. Sodann entfaltet sich im sündhaften Tun göttliche Liebe, durchdringt es und bewirkt Erlösung. So wird letztendlich alles Böse zum Instrument der Liebe – was aber nicht heißt, dass Böses an sich gut ist.

Zu einer klaren Schau dieser innersten und umfassenden Vollkommenheit kommt man aber erst durch die Wiedergeburt in den Gottesgeist, dann erschließen sich einem alle Lebensprinzipien von selbst.

Der Lebens-Weisheit letzten Schluss können jedoch weder die hier geäußerte Offenbarung noch eine andere geben, noch eröffnet sich dieser in der Eingeburt in den Geist Gottes, da Weisheit in sich unendlich ist. Allein unser himmlischer Vater in Jesus Christus ist im Besitz der Unendlichkeit und ist selbst Anfang und Ende allen Wissens. Er ist die Quelle aller Weisheit und ist das unendliche Meer, darin alle Weisheit mündet.

Apropos Unendlichkeit: In der Materie wohnhaft denkt der Mensch natürlicherweise in materiellen Entfernungen, weshalb er versucht ist, Unendlichkeit zeitlich-räumlich zu erfassen. Da wir eigentlich in einem geistigen Universum leben, kann Unendlichkeit in Wirklichkeit nur geistig verstanden werden. Geht ein Mensch ein in seine göttliche Identität, wird er der geistigen Dimension der Unendlichkeit gewahr. Er erkennt, dass er sich in Gottes unendlichem Bewusstseinsraum befindet, darin er, fortwährend von göttlicher Willenskraft gehalten, als gedankliche Wesenheit existiert.

Für geschaffenes Leben ermöglicht dieser grenzenlose Kosmos unendliches Wachstum – für den Vater als absolute Vollkommenheit gibt es kein Wachstum, denn er ist in sich umfassend und erfüllend gegenwärtig. Allerdings bedingt das ewige Fortschreiten seiner Kinder in Liebe und Weisheit für ihn eine völlig andere Glückseligkeit als die in und an der eigenen Vollkommenheit – aus diesem Grunde man doch von einer Zunahme göttlich-väterlicher Glückseligkeit, also göttlichem Wachstum sprechen kann.”

Ich bedanke mich für diese Ausführungen.


Die Erfahrung zeigt: Wenn ein Mensch Gott nahe kommen möchte, benützt der satanische Geist der Seele weltgebundene Schwächen und Verirrungen, um sie zu Fall zu bringen. Ich empfinde das bildlich gesprochen so, dass man an Gummiseilen vorwärtsgeht, die sich immer mehr spannen. Schließlich reicht die Kraft des Willens nicht mehr aus, um standhaft zu bleiben – die Seele schnellt zum Ausgangspunkt ihres sündhaften Daseins zurück.

“Das geht vielen Menschen so. Doch nur wenige sehen diesen Umstand. Den meisten ist dieser Vorgang verborgen, da ihnen das Bewusstsein des radikalen Gottesweges fehlt und sie eine kontinuierliche Selbstüberwindung nicht in Betracht ziehen. Für die Mehrheit sind Fehler und Schwächen ganz normale Gegebenheiten, die zum Leben dazu gehören.”

Ja, aber der Gotteskrieger sieht das anders. Und doch ist er nicht in der Lage, seine Berufung zu realisieren. Es besteht also kein Unterschied zwischen einem theoretischen und einem praktischen Christen – beide können aus verschiedenen Gründen Gott in sich nicht verwirklichen. Was kann man da tun? Wie ist ein Eingehen in den Gottesgeist unter den gegebenen Umständen möglich? “

Es gibt nur einen gangbaren Weg. Der eigene Wille muss in der Liebe zu Jesus Christus in den Gotteswillen eingehen. Nur dieser hat die Kraft und die Macht, die Stricke der Gebundenheit zu durchtrennen, um die Seele frei in Empfang zu nehmen.”

Aber die eigene Liebe ist ja gerade das Problem! Sie begehrt irdisches Vergnügen und Zerstreuung – und bindet somit den freien Willen an materielle Umstände aller Art. Richtet der Mensch seine Liebe zu Gott und geht anfangs mutigen Schrittes voran, ziehen ihn die versteckten Willensteile wieder zurück.

“Ja, der Gottesweg kann tatsächlich zu einem Teufelskreis werden. Der Mensch muss in der Tat all seine Kraft aufwenden, um die schmale Demutstüre der Anheimgabe des Eigenwillens zu durchschreiten. Es ist eigentlich ein gleichzeitiges Loslassen und Ergreifen: Das Hinweggeben der Eigenliebe mit dem gleichzeitigen Erfassen und nicht mehr Loslassen der Liebe des Vaters. Da gibt es keine halben Sachen, denn Halbherzigkeit bedingt, sowohl in der materiellen als auch in der geistigen Welt, allezeit das Misslingen eines Vorhabens.

Man kann nicht zwei Herren dienen, der Welt und Gott. Will ein Mensch wirklich das Höchste erreichen, muss er alles abgeben, was ihn in den seelischen Niederungen festhält. Er muss in der Welt stehend die Welt verlassen, nur dann kann er die Hand des Vaters ergreifen. Alles andere ist halbes Tun und zeitigt wenig oder keinen Erfolg. Deshalb musst du dich mehr bemühen, denn deine Lauheit und Sinnesbefriedigungssucht ist dir stets ein Stolperstein und wird dich niemals ans Ziel bringen. Amen, das sage Ich dir, dein himmlischer Vater.”

Die letzten Worte überraschten mich, da es Worte des Vaters waren. Sein Bei-mir-sein erfüllte mein Herz mit Freude, denn es linderte die Bedrückung ob meiner andauernden Nachlässigkeit in der Liebe zu ihm.


Zum Thema Anfechtung und Versuchung kam auch folgende Antwort:

“Steht ein Mensch in Gottes Gnaden, erhält er geistige Geschenke, die er in sein Dasein integrieren muss. Diese können nur in wiederholten Prüfungen bleibend in der Seele `verankert´ werden. Oft sieht er aber nur die verstärkten Anfechtungen und meint, Satan hat die Macht, jeglichen Fortschritt sogleich wieder zunichte zu machen. Doch tiefer eingesehen oder von einer höheren Warte aus betrachtet wartet die Erkenntnis, dass die widergöttlichen Kräfte ein notwendiges Instrument sind. Denn die vorgeführten Geistesgaben sind erst dann seelisches Eigentum, wenn man die dazugehörige polare Gegenkraft überwunden hat. Und das nicht nur einmal, immer wieder müssen die Seelenmuskeln gestärkt werden, auf dass man in der Folge nicht mehr fällt und den Gottesgeist recht und gerecht in sich tragen kann.

In diesem Licht stehend kann der Christ die mit den niederen Instinkten einhergehenden Anfechtungen und Verführungen des satanischen Geistes als Instrument zur geistigen Wiedergeburt einsetzen. Verfällt er aber dieser egozentrischen Kraft, wird ihn der Geist Satans zerren in die Abgründe der Vergänglichkeit und des Todes.”


Es kommt vor, dass sich in einer noch nicht ausgereiften Seele die Tür zum Vaterwort öffnet. Dann wird dieses von persönlichen Ansichten entstellt. Diese Nahrung ist vergiftet – wer sie zu sich nimmt, dessen Seele wird krank. Warum lässt Gott das zu?

“Wie immer und überall steht auch hier der freie Wille im Vordergrund, denn nur in ihm und durch ihn ist das Erreichen der Gotteskindschaft möglich. In der Freiheit seines Willens kann jeder Mensch im Rahmen seiner irdischen Inkarnation tun und lassen, was immer er möchte. Dies betrifft sowohl das Wort als auch die Tat. Und auch hier ist aufgrund der uneingeschränkt wirkenden Vollkommenheit im scheinbar Üblen Gutes verborgen:

Jeder Mensch steht auf einer ihm eigentümlichen Entwicklungsstufe, auf der ihn nackte Wahrheit nicht erreichen würde beziehungsweise ihm sogar Schaden zufügen könnte. Deshalb bedarf es unterschiedlicher Methoden geistiger Darstellung. Neben bildlichen Entsprechungen beinhaltet dies auch eine, den verschiedensten seelischen Mißgestaltungen gemäße Verkleidung göttlicher Lebensinhalte, die sich je nach Glaubensstand offenbaren. Hat ein Mensch den rechten Pfad betreten, wird er schrittweise zu immer klarerer Einsicht geführt – Wahrheit entblättert sich nach und nach.

Da es nur eine Wahrheit gibt, kann ihre Umhüllung nur Nicht-Wahrheit sein. Da Nicht-Wahrheit keine Realität besitzt, ist die Umhüllung im Grunde nicht, beziehungsweise nur scheinbar vorhanden. Das bedeutet: Der Mensch durchschaut entsprechend seines geistigen Potentials die Täuschung oder Lüge, die sich im weiteren Erwachen schließlich auflöst. Zu guter Letzt offenbart sich ihm Wahrheit an sich. Alle aus der Wirklichkeit gefallene Existenz ist demnach mit Nicht-Wahrheit umhüllte Wahrheit, ist mit Materie umhüllter Geist, ist mit Vergänglichkeit umhüllte Unvergänglichkeit, ist mit Unvollkommenheit umkleidete Vollkommenheit, ist mit Eigenwillen umkleideter Gotteswille.

In einem anderen Grund stellt das verfälschte Wort eine Prüfung dar: Bleibt man wirklich in der Nachfolge Jesu, wenn einem ein bequemerer Weg angeboten wird? Hier beweisen sich Ernsthaftigkeit und Treue. Verlässt der Mensch aufgrund einer ihm dienlichen `Wahrheit´ seinen ursprünglichen Gottesweg und begibt sich auf scheinbar leichtere und wohltuende Pfade, hätte er auch in den weiteren Prüfungen, die in der Folge nötig sind für das geistige Wachstum, nicht standgehalten und wäre in verstandesrechtliche Denkstrukturen zurück gefallen.

So bedient sich der Vater verschiedenster Hilfsmittel, um seine Kinder zu formen und zu führen. Diese Führungen sind sehr vielschichtig und weitsichtig angelegt; viele dem Menschen unverständliche Vorgänge reichen weit hinein in seine jenseitige Existenz.”


Eine Endzeit ohne Kriege und Katastrophen als sanfter Übergang in ein neues Zeitalter wäre nicht nur der Wunsch vieler gläubiger Menschen, sondern auch der Herzenswunsch unseres himmlischen Vaters. Aufgrund des Zustandes der Welt ist das jedoch kaum mehr möglich. Die Lawine der Finsternis hat bereits zu viel Fahrt aufgenommen. Die Erdbevölkerung stürzt unaufhaltsam auf den Abgrund der Vernichtung zu. Zwar sind die satanischen Gegenkräfte notwendig zur Erstarkung der Seele im Geist, doch haben diese angesichts des allgemeinen geistigen Verfalls solch mächtige Einflussnahme erhalten, dass eine gottgemäße Lebensart nur schwer noch möglich ist. Würde der Vater diesen Absturz nicht verhindern, wäre die Menschheit verloren. Warum hat er nicht schon früher etwas dagegen getan?

“Hat er das nicht?! Hat er nicht immer wieder Menschen erweckt, um die Welt auf ihr verkehrtes Treiben aufmerksam zu machen? Und tut er das nicht auch heute? Doch wie ernst nahm und nimmt man die Warnungen der Seher und Propheten? Sie wurden allzeit entweder totgeschwiegen oder als religiöse Fanatiker verspottet oder gar getötet.

Und war Gott nicht selbst auf Erden, um Augen und Herzen zu öffnen? Doch was machte die Welt mit ihm? Was machte sie aus seiner Lehre? Diese wurde zur todbringenden Waffe eines fanatischen und machthungrigen Systems umfunktioniert und brachte unsägliches Leid über die Menschheit!

Heutzutage wird die christliche Wahrheit verwässert und verdunkelt durch die Vermischung mit zeitgeistigem Humanismus und den darin enthaltenen verstandesphilosophischen und ethischen Sichtweisen, sowie mit dem in falsch verstandener Toleranz blindem Eingeständnis, dass alle Religionen gleich sind. Vor allem aber mit der Entgöttlichung Jesu Christi und das dadurch für die Menschheit nicht mehr erfass- und greifbare Erlösungswerk seiner Menschwerdung, Kreuzigung und Auferstehung.”

Will die Menschheit überhaupt zurück zu Gott?

“Wer erkennt sich heute noch als Seelenwesen, als Kind Gottes? Wer entäußert sich der vergänglichen Befriedigungen der materiellen Welt und ist bereit, ein unvergängliches Leben in Gott zu beginnen? Wer wendet seine Augen ab von der Welt Blendwerk und richtet sie auf das göttliche Vaterherz? In zeitgeistiger Gefangenschaft ist dies nicht möglich. In der Gebundenheit des im materiellen Denken erstarrten Verstandes kann die Seele den Abgrund zu Gott nicht überwinden, eine freiwillige Umkehr kann somit nicht erfolgen.

Nun ist das Maß voll, das Gott gestellt hat. Das `Bis-hier-und-nicht-weiter´ ist erreicht.”


Wie kann man die unantastbare Willensfreiheit mit einem Gottes-Gericht vereinbaren?

“Wie handeln Eltern, wenn ihre Kinder blindlings auf einen Abgrund zustürmen? Zuerst warnen sie, auf dass die Kinder von selbst anhalten und umkehren. Sie zeigen ihnen die Konsequenzen des Absturzes auf, und, je näher diese dem Abgrund kommen, umso eindringlicher reden sie auf sie ein. Aus Achtung vor der Kinder Selbstbestimmung wollen die Eltern jedoch nicht in deren freien Willen eingreifen und Gewalt anwenden, deshalb halten sie sie nicht fest. Einige hören auf die Worte der Eltern und anderer Mahner und Warner und halten inne. In ihrem Innehalten sehen sie den tödlichen Abgrund vor sich und versuchen nun selbst, die blinde Horde zur Vernunft zu bringen.

Doch immer näher kommt diese dem Absturz, der den sicheren Tod bringt. Die erwachten Kinder und die Eltern stellen sich den Abtrünnigen in den Weg, doch diese drängen und stoßen, lärmend, tanzend und singend, berauscht von ihrer Eitelkeit und blind in ihrer Selbstgefälligkeit, die Eltern und auch die anderen Warner beiseite. Sie lachen über alle Warnrufe und werden ärgerlich und bösartig, weil sich ihnen jemand in den Weg stellt.

Da sehen die Eltern keinen anderen Ausweg: Sie packen die Kinder und halten sie fest, um den Absturz zu verhindern -und greifen dadurch in deren freien Willen ein.

So wird und muss auch Gott eingreifen, um die Menschheit vor dem Absturz in den Seelentod zu bewahren. Lange hat er gewarnt, doch seine Rufe blieben und bleiben unerhört. Wohl denen, die sich jetzt noch besinnen und innehalten, sie wird der Vater in seine barmherzigen Arme nehmen und heimführen. Die anderen wird Gottes langer Arm schmerzhaft berühren, um das Leben ihrer Seelen zu erhalten.”


Wie ist das zu verstehen: Den Eigenwillen aufgeben und in den Willen Gottes eingehen?

“Woraus und worin besteht der freie Wille? Er besteht allein darin, sich für die Liebe zur Welt oder für die Liebe zu Gott zu entscheiden, sein Herz der Materie oder dem göttlichen Liebegeist zu schenken.

In der Entscheidung für die Welt erlebt der Mensch keine wirkliche Freiheit, sondern eine vorgetäuschte. Er lebt in seiner begrenzten Erfahrungs- und Meinungswelt; sein Bestreben besteht hauptsächlich darin, ein Leben in äußerer Sinnesbefriedigung, Anerkennung und materieller Sicherheit zu führen. Da er nur seinem Weltverstand vertraut, kann er wahrhaftige Erkenntnis von Gut und von Böse nicht erlangen. Unvollkommenheit ist für ihn Normalität, Sterblichkeit sein Schreckensgespenst, eine geistige Welt kennt er nicht oder kann er sich bestenfalls theoretisch vorstellen. Wenn er damit glücklich ist und keine Sehnsucht hat nach unvergänglichen Schätzen und göttlichen Lebensinhalten, welche nicht vom Abgrund des Todes verschlungen werden, kann er Kraft seines freien Willens bei dieser Nahrung verbleiben.

Betritt ein Mensch den christlichen Pfad, schenkt ihm das göttliche Licht Einsicht in die Sinnlosigkeit vergänglicher und unvollkommener Lebensumstände. Er sieht, dass der blinde menschliche Wille geradewegs an den Rand eines todbringenden Abgrunds führt. In seinem steten Erwachen findet er immer tiefer in das Herz seines himmlischen Vaters – und bald hat er nur noch einen Wunsch: Sich dessen vollkommenen Willen ganz anheim zu geben. In der fortschreitenden Hingabe wird er ganz vom göttlichen Liebewillen erfüllt, bis schließlich sein unvollkommenes Wollen eingeht in seines himmlischen Vaters Wollen – er ernährt sich von den Früchten des Lebensbaumes.”

Was ist denn der Wille Gottes so ganz eigentlich?

“Er ist alles. Alles Geschaffene, sei es geistig oder stofflich, ist Gottes Wille. Gott will, dass es ist, und es ist. Ununterbrochen erhält sein Wille alles Sein im materiellen und geistigen Kosmos.”

Gibt es denn einen Unterschied zwischen dem Liebewillen und dem schöpferischen Erhaltungs-Willen Gottes?

“Nein, es gibt nur einen göttlichen Willen, eine erschaffende Quelle, ein lebenspendendes Herz, eine gültige Wirklichkeit und Wahrheit.”

Das bedeutet, wenn eine Seele in den Willen Gottes eingeht, ist sie Teilhaber der göttlichen Schöpferkraft?

“Ja. So ist Leben göttlich. Das ist der Glaube, der Berge versetzt. Das ist das lebendige `Dein Wille geschehe!´”


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