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Ein Dialog, der zum Nachdenken anregt

Quelle: Hans Dienstknecht

Originaltitel: Ein Dialog, der zum Nachdenken anregt

Originaldatum: 7. April 2025

Ihr Lieben,

da kommt noch etwas. Ich meine, da ist wirklich viel zum Nachdenken drin. Viel Freude beim Lesen und beim Verinnerlichen.

Alles Liebe

Euer Hans

Es herrschen die unterschiedlichsten Vorstellungen darüber vor, wer oder was einerseits „Gott“ ist, und ob es andererseits den „Teufel“ tatsächlich gibt. Und wenn ja: In welcher Form und auf welche Weise dieser existiert und wirkt.

Diese Unsicherheit, ja Unwissenheit ist gezielt von den Kräften herbeigeführt worden, die – weil sie sich dem Willen Gottes nicht unterwerfen wollten – die Ewigkeit verlassen mussten. Dann aber setzten sie alles daran, ihre eigene kleine Welt – unter anderem unsere Welt, in der wir zurzeit leben – nach ihren Vorstellungen zu schaffen; wenn diese auch, gemessen an ihrer ehemaligen himmlischen Heimat, weniger als deren Schatten ist.

Es ist vielleicht ganz interessant, ja, eigentlich ist es dringend angeraten, um die Entstehung der außerhimmlischen Sphären zu wissen und vor allem darum, wie die Dunkelheit hier herrscht und uns Menschen so raffiniert manipuliert und an einer kurzen oder längeren Leine führt, dass so gut wie keiner darum weiß. Es ist ihr großes Plus, unbemerkt im Hintergrund die Fäden ziehen zu können; wobei mit „Hintergrund“ nicht irgendwelche weit entfernten Orte gemeint sind. Es sind lediglich andere Schwingungsbereiche, nicht-materielle Welten, die uns unter Umständen aber so nahe kommen können oder sogar sind, dass wir einen Riesenschrecken bekämen, könnten wir sehen, was sich hin und wieder – oder vielleicht ziemlich oft und regelmäßig – unmittelbar um uns herum abspielt.

Mich hat dieses Thema schon immer interessiert. Und mit dem Wissen, was uns über viele Jahre geschenkt wurde, ist es auch gar nicht so schwer, sich ein Bild von dem zu machen, wie es im Unsichtbaren um uns herum aussieht, und was um uns herum geschieht. Zwar muss man ein wenig seine Phantasie spielen lassen, aber nie so stark, dass wir die Realität verlassen.

In einem fiktiven Dialog zum Beispiel zwischen unserem himmlischen Vater und/oder Christus (im Folgenden als Gott bezeichnet) und Sadhana oder dem Teufel (im Folgenden Luzifer* genannt), der so ausgesehen haben könnte wie der folgende, wird vieles klar, über das wir uns in der Regel bisher kaum oder keine Gedanken gemacht haben.

Gott: Ich Bin alles. Weil Ich nicht allein sein wollte, schuf Ich aus Mir heraus Geschöpfe, die Mir ähnlich waren. Ähnlich, aber nicht gleich. Denn die Urquelle, die Lebensenergie schlechthin, derjenige also, der alles geschaffen hat und alles für alle Zeiten erhält, Bin und bleibe Ich. Was durch Mich ins Leben kam, war von einer Schönheit und besaß eine Macht, für die ihr kein Wort habt. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn viele Meiner Kinder jetzt als Seelen oder Menschen „unterwegs“ sind. In ihrem wahren Wesen, in ihrem tiefsten Inneren, sind und bleiben sie von himmlischer Pracht, sind sie von geistiger Art und werden es einst wieder sein.

Das gilt auch für dich, Mein Kind, mit dem Ich gerade spreche. Du hast den Aufstand gegen Mich geprobt, und du hast verloren – vorerst (!) verloren; nicht Meine Liebe, sondern dein herrliches Leben, dein Zuhause in Meiner unendlichen Gegenwart.

Luzifer: Du hast bei all deiner Intelligenz einen Fehler gemacht, einen Fehler, den ich nie gemacht hätte: Du hast dem, was du geschaffen hast, einen freien Willen gegeben, den du nach eigenen Aussagen niemals antasten wirst. Das hat dich ganz schön in Bedrängnis gebracht mit der Folge, dass das, was du ins Leben gerufen hast, beinahe für immer und ewig verloren gewesen wäre.

Gott (leicht lächelnd): Ich Bin die Vollkommenheit, damit sind Fehler Meinerseits ausgeschlossen.

Luzifer: Das hört sich ganz schön überheblich an. Ich denke, du bist die Demut. Zumindest sagst du es.

Gott: schweigt

Luzifer (nach einer Weile): Es war gewiss nicht deine Absicht, eine Schöpfung außerhalb der Himmel entstehen zu lassen. Warum auch? Es muss also etwas oder jemanden gegeben haben, der dich dazu veranlassen konnte, dies gegen deinen Willen zu tun … Aber etwas gegen den eigenen Willen tun zu müssen, zeugt nicht unbedingt von Größe und Souveränität.

Gott: Ich kenne deine Intelligenz, schließlich hast du sie von Mir bekommen. Deine Argumentation mag vielleicht diejenigen beeindrucken oder überzeugen, die ebenso „unfertig“ denken wie du. Das weißt du auch. Du weißt auch, wo dein Fehler liegt, einer deiner vielen Fehler, die du – noch – hast. Glaubst du im Ernst, Ich hätte nicht die Möglichkeit einkalkuliert, dass so etwas wie der sogenannte „Fall“ hätte eintreten können?

Luzifer: Also gut, du hast angeblich damit gerechnet. Aber ohne den freien Willen deiner Geschöpfe wäre es nicht geschehen. Dann wäre alles noch im Himmel, unter deiner Aufsicht und Kontrolle. So hast du nun das Problem, nicht nur Herrscher über die Himmel zu sein, sondern darüber hinaus auch noch für eine funktionierende Ordnung in den vielen außerhimmlischen Welten verantwortlich zu sein, die du niemals ins Leben rufen wolltest. Das ist für mich kein Beweis von Weisheit und Weitblick.

Gott: Ich gebe dir, wie allen Meinen Kindern, das Recht, mit Mir zu reden von Du zu Du. Und Ich setze deinen Worten und auch deinen Taten keine Grenzen. Darin allein solltest du die Größe Meiner Liebe erkennen. Auch du – und daran wirst du dich erinnern, auch wenn du jetzt sehr weit von Mir entfernt bist – bist ein Kind Meiner Liebe; und du wirst es immer bleiben. Du hast Mein Geschenk des freien Denkens, dein Wissen um die Schöpfungsgeheimnisse missbraucht, obwohl Ich dich immer wieder auf die Gefährlichkeit deiner Überlegungen aufmerksam gemacht habe.

Luzifer: Das ist richtig. Aber dann hast du deine Macht eingesetzt, um mich und all die vielen, die so dachten wie ich, und die sich nicht bevormunden lassen wollten, aus dem Weg zu räumen.

Gott: Du weißt, dass es nicht so war. Aber du musst für dich vorerst noch bei diesem Bild bleiben, weil es dir als Begründung dafür dient, dein Verhalten vor Mir und vor dir selbst zu rechtfertigen. Du und alle, die Mich verlassen haben, werdet nach wie vor von Mir unendlich geliebt. Daran hat sich nichts geändert, und daran wird sich auch nie etwas ändern. Geändert hast du dich, geändert haben sich deine Anhänger. Ihr seid, weil ihr die Liebe nicht anerkannt habt und bei dieser Ablehnung geblieben seid, weniger als ein Schatten eures wahren Wesens.

Luzifer: Aber ich lebe! Wir leben. Und zwar in Freiheit. Und das ist das Entscheidende für mich. Da gibt es keinen, der mir sagt, was ich tun und lassen soll. Ich bin mein eigener Herr und mächtig wie kein anderes Wesen, weil ich nach meinen eigenen Gesetzen lebe und nicht nach deinen.

Gott: Da irrst du dich. Du lebst nach wie vor nach und in Meinem Gesetz! Und Mein Gesetz ist Liebe …

Luzifer (unterbricht Ihn): Dass ich nicht lache! Schau dir an, was deine Geschöpfe, deine Kinder, auf der Erde machen, und was sie aus der Erde gemacht haben! Und das nennst du Liebe?

Gott: Lass Mich ausreden. Weil Mein Gesetz Liebe ist, und es nichts Größeres als die Liebe gibt, muss in der Liebe alles enthalten sein. Es muss also auch die Möglichkeit beinhalten, dass dann, wenn gegen die Liebe gehandelt wird, das Gesetz keinen Schaden nimmt, der Verursacher aber gleichzeitig seinen Fehler erkennen darf und ihm Gelegenheit gegeben wird zur Wiedergutmachung.

Luzifer: Ja und? Das mag theoretisch funktionieren, aber die Praxis sieht anders aus. Schau dir doch an, was deine „lieben Kinder“ aus deiner Schöpfung gemacht haben und weiterhin machen! Nimm nur als Beispiel die Erde. Sie ist in einem erbärmlichen Zustand. Einsicht und Umkehr? Weit gefehlt!

Gott: Du tust gerade so, als wäre dir das Gesetz von Ursache und Wirkung, auch als Saat und Ernte bezeichnet, fremd. Dabei waren es doch erst dein Eigenwille und deine Lieblosigkeit, die dieses Gesetz ins Leben gerufen haben. In der ewigen Heimat, dem Himmel bei Mir, gibt es dieses Gesetz nicht. Warum sollte das auch nötig sein? Keiner verstößt dort gegen die Liebe. Jeder ist Liebe und handelt mit ihr und durch sie und mit einer Macht, die als Erinnerung – wenn überhaupt – in dir noch ganz schwach vorhanden sein müsste.

Luzifer: Weil ich nicht deinen Vorstellungen entsprach, setztest du deinen ganzen Machtapparat ein, um Andersdenkende aus deinem Herrschaftsbereich zu entfernen. Es war ein ungleicher und unfairer Kampf. Von Nachsicht und Sympathie war nichts zu spüren. Auf Verständnis und Liebe habe ich umsonst gehofft.

Gott: Du weißt selbst, dass es so nicht war. Du rechtfertigst damit lediglich vor dir selbst dein Tun.

Luzifer: Und wie war es dann?

Gott: Wie Ich schon sagte: Du weißt es so gut wie Ich, dass durch deinen Eigenwillen erst diese Gesetzmäßigkeit erforderlich wurde. Ein weiteres Gesetz kam hinzu und trat in Kraft: „Gleiches zieht Gleiches an“ oder „Ungleiches stößt sich ab“. Was nicht zur selbstlosen Liebe passt, wird aber nicht von ihr entfernt, wie es fälschlicherweise gelehrt wird und woran du deinen Anteil hast; sondern es stößt sich selbst ab. Die Folge davon ist, dass der Verursacher, sei es ein Mensch auf der Materie oder ein feinstoffliches Wesen im Jenseits, das erntet, was er gesät hat. Gibt es eine größere Gerechtigkeit?

Luzifer: (Hört schweigend zu, obwohl er sehr wohl um diese Zusammenhänge, um sein Handeln und seine Verantwortung dazu weiß.)

Gott: Der Verursacher selbst war also derjenige, der dafür sorgte, dass er isoliert da steht und sich automatisch ausgeschlossen hat. Dies war nicht Mein Wille. Damit schuf und betrat er – und damit bist du und dein Gefolge gemeint – andere, feinstoffliche Ebenen, die nicht mehr so hochschwingend waren wie die der Himmel. Das ist der wahre Grund für die Entstehung außerhimmlischer Welten einschließlich der Erde.

Luzifer: Gut, nun gibt es sie! Und große Teile davon gehören mir. – Ich weiß, dass du das anders siehst, aber möglicherweise machst du dir was vor. Auf dem Papier magst du ja recht haben, aber die Praxis sieht anders aus. Meiner Raffinesse haben deine Menschenkinder und Teile deiner Seelenkinder sehr wenig bis nichts entgegenzusetzen. Denn sie wissen nichts darüber, dass im für sie Unsichtbaren ihre Geschicke bestimmt werden. Für sie gibt es die Materie, und für die sogenannten Gläubigen darüber hinaus einen Himmel, dessen Existenz sie sich aber nicht vorstellen können. Sie glauben – falls überhaupt – an die Vorstellungen, die ihnen ihre Religion übermitteln. Sie fragen nicht, auch dann nicht, wenn ihre religiösen Lehren voller Widersprüche sind.

Gott: Ja, das ist die heutige Situation auf der Erde. Aber du weißt sehr wohl, wie sie entstanden ist; wer mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dafür gesorgt hat, dass die Menschen ein völlig falsches Bild von Mir haben. Du weißt auch, wie es dazu kam, dass sie zwar auf eine für dich ungefährliche Weise an Mich glauben, aber nicht mit Mir leben. Was ein großer Unterschied ist.

Luzifer: Genau, das weiß ich. Und auf diese Leistung – dass und wie es dazu kam – bin ich nicht wenig stolz. Du hast dafür gesorgt, dass ich die Himmel verlassen musste. Was blieb mir anderes übrig, als mein eigenes Reich zu gründen, ein Reich, in dem ich das Sagen habe, weil es mir gelungen ist, dass sich deine Kinder sowohl innerlich als auch äußerlich von dir entfernten. Der, den du in deiner Welt nicht haben wolltest, hat dir gezeigt, wozu er – auch wenn er in deinen und den Augen vieler ein Ausgestoßener ist – fähig ist. Auch ich bin ein Schöpfer, aber anders, als du einer bist.

Gott: Es musste dir daran gelegen sein, die Menschen vom Glauben an ein höheres Wesen, das Liebe ist, abzubringen. Als du dann außerhalb deiner ewigen Heimat lebtest, hörte Meine Liebe dennoch nicht auf, dich an dein falsches Denken und Tun zu erinnern. Aber anstatt auf Mich zu hören, setztest du deinen Irrweg fort. Ich musste aufgrund Meines eigenen Gesetzes zuschauen, konnte und durfte nicht eingreifen. Aber das Gesetz von Ursache und Wirkung nahm seine Arbeit auf.

Luzifer: Natürlich habe ich gemerkt, dass mir immer weniger Kraft zufloss …

Gott: Du wurdest mit einer Gesetzmäßigkeit konfrontiert, von der kaum einer weiß.

Luzifer: Ja, aber ich sah und sehe immer noch nicht ein, dass es jemanden geben soll, dessen Willen ich erfüllen soll, um gut leben zu können. Natürlich fielen mir die Schwierigkeiten auf, die auftraten, als ich versuchte, nach meinen eigenen Anschauungen zu leben. Aber ich hatte und habe meine eigene Methode, diesen mehr und mehr zunehmenden Mangel an Energie zu kompensieren.

Gott: Erinnerst du dich noch daran, wie es war, als du noch bei Mir lebtest? Ich will deinem Gedächtnis ein wenig helfen. Ich sage nicht umsonst, dass Meine Liebe selbstlos ist und unendlich fließt. Jedes Geschöpf, das bei Mir lebt, ja in Mir lebt, wird davon ohne Einschränkung durchstrahlt. Es ist damit in der Lage, ähnlich zu leben und zu schaffen wie Ich. Ähnlich, aber nicht Mir gleich, wie Ich es schon zu Anfang sagte. Wer Mich verlässt, wird aber nicht von Meiner Liebes-Lebens-Energie abgeschnitten. Wäre das der Fall, würde dieses Wesen sterben. Aber bei Mir gibt es keinen Tod, bei Mir gibt es nichts Lebloses. Alles wird von Mir erhalten, selbst du und diejenigen, die gegen Mich waren und noch sind.

Luzifer: Ich weiß, was jetzt kommt. (Und mit Sarkasmus in der Stimme): Du bist der große Alles-am-Leben-Erhalter.

Gott: Keines Meiner Kinder – Ich betone „keines“ – ist ohne göttliche Energie. Aber der Zufluss Meiner Liebesenergie reduziert sich Schritt für Schritt bei denjenigen, die Mich verlassen. Wer also, aufgrund eigener Entscheidung – weil er in seinem Eigenwillen Mein Gesetz nicht anerkennt – außerhalb der Himmel lebt, wird nicht mehr voll von Meiner Energie durchstrahlt. Sie wird weniger und weniger. Je weiter, bildlich gesprochen, er sich von Mir entfernt, umso stärker tritt dieser Prozess in Kraft. Dabei kann sich der Zufluss Meines Lebens bis auf ein Minimum reduzieren. Dies ist auch der Fall bei dir, Sadhana, und deinem Anhang gewesen. Aber nicht Ich Bin es, der für diese Einschränkung verantwortlich ist. Es ist immer der Verursacher selbst, der dieses Geschehen auslöst.

Luzifer: Ich war deiner Macht ausgeliefert. Und natürlich verspürte ich, dass ich nicht mehr die volle Kraft hatte. Daher musste ich mir etwas einfallen lassen. Um einigermaßen erträglich leben zu können, blieb mir nichts anderes übrig, als mir die mir jetzt fehlende Energie aus einer anderen Quelle zu holen. Es gab nur eine: die Menschen!

Gott: Und dabei fielst du tiefer und tiefer, und immer neue außerhimmlische Sphären entstanden. Am tiefsten Punkt bildete sich das materielle Universum, wobei eure Wissenschaftler heute erkannt haben, dass auch Materie nichts anderes ist als „verdichtete“ Energie.

Luzifer: Das musste ich in Kauf nehmen. Die Alternative, nämlich mich zu beugen und mich damit unter deine Fuchtel zu begeben, war für mich keine Option. Ich wollte mein eigener Herr sein und bleiben, was mir auch gelang. Mein großes Reich besteht nun aus Teilen der Astralwelten, vor allem aber gehört die Erde als der Platz dazu, auf dem ich das Sagen habe!

Gott: Bist du sicher, Mein Kind, dass du auf der Erde immer noch das Sagen hast?

Luzifer: Warten wir’s ab. Ich habe immer noch ein paar Asse im Ärmel. Die Menschen sind in ihrer geistigen Beschränktheit nicht in der Lage, mein gut und lange voraus geplantes Vorgehen zu durchschauen. Außerdem habe ich ein Riesenheer von mir Gleichgesinnten, die mir folgen und gehorchen. Und dann nicht zu vergessen die Menschen selbst, die von mir und meinen Anhängern ununterbrochen belagert und beeinflusst werden, ohne dass sie es bemerken. Sie bemerken es aus zwei Gründen nicht: Zum einen fehlt ihnen die Hellsichtigkeit und Hellfühligkeit, die es möglich machen würden, ins Jenseits zu schauen und zu fühlen; und zum anderen wissen sie gar nicht, dass es uns gibt, und zwar ganz konkret gibt. Das gelang uns, indem wir ihre Lehren verfälschten und ihnen dafür ein Ersatzwissen präsentierten, das zwar von vorne bis hinten unlogisch ist, was aber kaum einem auffällt. Und wenn doch, haben wir dafür gesorgt, dass dem nicht nachgegangen wird. Früher dienten uns dafür die Verfolgung und die Angst; heute ist es die Ablenkung, die uns für die allerallermeisten „unsichtbar“ macht. Sie haben keine Zeit und kein Interesse, sich mit geistigen Dingen zu beschäftigen, zumal viele von ihnen von dem, was ihnen die Religionen anbieten, enttäuscht und vom Glauben abgefallen sind. Sie wissen nicht, dass die ihnen angebotenen Weltanschauungen allesamt von meinen „Ideen“ durchzogen sind.

Gott: Und du glaubst, dass Ich tatenlos zugeschaut habe und zuschaue, wie du, weil du immer noch ohne Einsicht bist, versuchst, Meine Kinder zu verführen? Du hast eine große Streitmacht, und was habe Ich? Was setze Ich dagegen? Dir ist der Begriff „Schutzengel“ nicht fremd; auch Meine Menschenkinder kennen ihn, auch wenn sie sich konkret darunter nichts vorstellen können. Dir und deinen Gleichgesinnten steht ein Heer von Engeln gegenüber, gegen das du auf Dauer keine Chance hast. Meine Kämpfer sind ausgestattet mit den Waffen der Liebe, die deinen in allen Bereichen überlegen sind.

Luzifer: Das mag ja sein, aber ich habe einen unschätzbaren Vorteil auf meiner Seite: Ich achte den freien Willen der Menschen nicht, während diejenigen, die für dich kämpfen, dies tun. Sie müssen es tun, weil du so großherzig warst und bist und dich deshalb entschlossen hast, niemals in den freien Willen deiner Kinder einzugreifen. In diesem Punkt bin ich dir deutlich überlegen.

Gott: Wobei du vergisst, dass das Gesetz von Ursache und Wirkung auch für dich gilt.

Luzifer: Du machst mir keine Angst. Wie viele Äonen ist es her, dass ich mich „freigeschwommen“ habe und mein eigener Herr geworden bin? Und wie viele Äonen liegen noch vor mir? Deine Geduld ist doch angeblich „unendlich“. Wovor also sollte ich mich fürchten? Die Ewigkeit ist mein Erbe. Und damit auch meine Freiheit, also ein Leben unter deinem „heiligen Willen“, das du all deinen Geschöpfen verordnet hast.

Gott: Deine Ablehnung und dein Hass bestimmen immer noch dein Denken und dein Handeln. Aber du musst doch bemerkt haben, denn so weit ist deine Intelligenz nicht eingeschränkt, dass du nicht mehr dein eigener Herr bist. Vieles geht nicht mehr so, wie du es dir wünschst. Und vor allem: Die Energie, die du dringend benötigst und von Mir nicht mehr bekommst, fehlt dir.

Luzifer: Dagegen, dass du mich energetisch einschränkst, kann ich leider nichts machen. Doch ich habe eine Lösung gefunden, mit der ich ganz gut leben kann.

Gott: Willst du sie Mir nennen?

Luzifer: Tu nicht so, du kennst sie. Aber es hat dir nicht gepasst, und es passt dir immer noch nicht. Meine Energielieferanten sind deine Menschenkinder geworden. Und falls du dafür einen Verantwortlichen suchst, dann schau in einen Spiegel. Du hast mich dazu gezwungen, dass ich mir meine Energie von den Menschen hole. Mit allen Konsequenzen, die das für deine Kinder hat. Das alles wäre nicht nötig gewesen, wenn du nur ein bisschen toleranter gewesen wärst. Wenn du so gewesen wärst, wie du es selbst verkündest.

Gott: Wie Ich es zu Anfang schon einmal sagte: „Ich kenne deine Intelligenz, schließlich hast du sie von Mir bekommen.“ Wer dich hört, könnte leicht auf den Gedanken kommen, dass Ich, die Liebe, dich ungerecht behandelt habe. Dabei ist lediglich Mein Gesetz in Kraft getreten, das alle Meine Kinder schützt, schlussendlich auch dich.

Luzifer: Aber nur, wenn man deinen Willen erfüllt. Wer nach seinen eigenen Vorstellungen leben möchte, den beschränkst du. Ich aber will und werde nach meinen Vorstellungen mein Leben gestalten, auch wenn es „nur“ im Geistigen stattfindet. Aber hier, im Feinstofflichen, kann ich viel mehr erreichen, als wenn ich inkarniert wäre. Hier treten ich und meine Anhänger unsichtbar auf, wobei unser Erfolg sehr viel größer ist, als würden wir auf die Erde gehen. Dafür habe ich unendlich viele Getreue, die mich und meine Gesetze auf Erden vertreten und sie auch leben, ganz besonders in dieser Zeit.

Gott: Das Gesetz von Saat und Ernte gilt auch für dich. Es gilt so lange, bis alle Meine Kinder wieder im Himmel bei Mir sind. Dann ist es nicht mehr erforderlich. Dann gibt es auch keine außerhimmlischen Sphären mehr, weil alles wieder in die Einheit zurückgefunden hat. Auch du, Mein Kind.

Luzifer: Aber bis es so weit ist, darf und werde ich meine Freiheit leben.

Gott: Und die besteht für dich darin, die Menschen zu knebeln und zu beeinflussen und auch die Seelen so zu „bearbeiten“, dass sie sich nicht gemäß Meinen Geboten entwickeln und frei werden können.

Luzifer: Ich habe durch dein Eingreifen keine andere Wahl. So gesehen liegt daher die Verantwortung bei dir. Ich arbeite an den Menschen auf eine Art und Weise, die sie nicht kennen, und gegen die sie daher auch nichts oder kaum etwas unternehmen können. Sie wissen zwar, dass es irgendwo und irgendwie einen „Teufel“ gibt, aber für die völlig unzureichende und zum Teil falsche Vorstellung bin ich verantwortlich. Und darauf bin ich nicht wenig stolz. (Klopft sich auf die Brust.) Ich brachte die Menschen dazu, ihr Ich zu leben und ihren Nächsten und die von dir gebotene Liebe völlig zu vergessen. Das war gar nicht so schwer, weil ich ihnen als Ersatz tausend andere, schillernde Ablenkungen und Ziele anbot. Fast wäre mein Vorhaben gelungen, aber da griffst du ein, indem du als Jesus Christus selbst auf die Erde kamst, um die von dir gepriesene Lehre der Nächstenliebe selbst vorzuleben. Dein Leben sollte ein Vorbild und der Beweis dafür sein, dass man – auch unter den unglücklichsten Umständen – die selbstlose Liebe leben kann.

Gott: Ich kam, nach entsprechender Vorbereitung, zu den Menschen. Es war ein einmaliger Akt von einer Tragweite, die von den Menschen, auch von Meinen Jüngern und Aposteln, nicht erkannt wurde.

Luzifer: Ich bekam einen Schrecken, das muss ich zugeben. War das, was ich hatte und vorhatte, nun gefährdet? Ich fand, so schien es mir damals, die Lösung: Ich beeinflusste diejenigen meiner Getreuen, die um die gleiche Zeit wie Jesus inkarniert waren, und brachte sie dazu, den Menschen Jesus zu töten. Und das auf eine sehr grausame Art und Weise. Kurzzeitig hatte ich das Gefühl, nun gesiegt zu haben und ohne Angst leben zu können. Leider hatte ich mich getäuscht. (Zuckt bedauernd die Schultern.)

Gott: Bei Mir gibt es keinen Tod; und auch wenn Mein menschliches Lebensende am Kreuz ein schreckliches war, so war damit dennoch nicht der Sieg der Finsternis verbunden. Denn mit Meinem „Tod“ floss in jede Seele und jeden Menschen ein zusätzlicher Energiefunke ein – in die Nähe des Herzens –, der Garant dafür war und ist, dass die Kraft der Finsternis auf Dauer nicht mehr das Sagen hatte, sondern im Gegenteil besiegt war. Die Liebe hatte gewonnen.

Luzifer: Ob ich wollte oder nicht, ich musste schweren Herzens eingestehen, dass ich eine Niederlage erlitten hatte. Aber das bedeutete für mich nicht, dass ich nun aufgeben würde. Wenn ich schon nicht gewonnen hatte – und wie es schien, jetzt auch nicht mehr nach meinen Vorstellungen würde gewinnen können –, so hatte ich dennoch immer noch die Macht zu zerstören. Und so setzte ich in der kommenden Zeit, vor allem in den kommenden Jahrhunderten, alles daran, die neue Lehre zu verunglimpfen und ihre Anhänger zu verfolgen und wenn möglich zu töten. Ein sehr wichtiger Schritt, wenn nicht sogar der wichtigste, dabei war, die Lehre der sogenannten „Ur-Christen“ zu verändern, das heißt zu verfälschen, was mir im Verlaufe der nächsten Jahrhunderte durch die Androhung und die Durchführung von Verfolgung, Folter und Tod auch gelang. Schließlich konnten die Christen nur noch auf das zugreifen, was ihnen als veränderte Fassung der ursprünglichen Lehre von Jesus vorlag. Und das war nur noch ein Gerippe der Lehre Jesu; es war zum großen Teil zu einer Irrlehre geworden. Zumindest war sie wichtiger Elemente beraubt und kaum noch in der Lage, die Menschen in ihr Inneres zu führen, wo sie, wenn sie wirklich ernsthaft suchten und nach den Geboten lebten, Gott finden mussten. Das muss ich leider zugeben. Aber diese Möglichkeit kannten sie nicht mehr. Das ist bis heute so geblieben. Das war und ist mein „kleiner Sieg“, mit dem ich verhinderte und nach wie vor verhindere, dass die Menschen Gott in ihrem Inneren finden. Sie glauben oberflächlich an die Worte eines Buches, das sie Bibel nennen, und das nicht mehr das enthält, was einmal gesagt und gelehrt wurde. Insofern hatte ich, wenn auch nicht endgültig, gewonnen.

Gott: Und nun, Mein Kind? Was glaubst du: Wie wird dein Aufstand enden? Du bist am tiefsten Punkt deiner Existenz angelangt. Ist das noch ein Leben? Wenn du dich noch erinnerst, dann vergleiche es mit der Zeit, als du noch an Meiner Seite warst. Dir floss in vollem Umfang Meine Lebenskraft zu. Und heute? Der Zufluss Meiner Kraft, ohne die kein Geschöpf leben kann, hat sich bis auf ein Minimum reduziert. Du, ihr alle, die ihr den Aufstand praktiziert habt, existiert zwar noch. Aber wie?

Luzifer: Weil du unnachsichtig warst und bist und unseren Wunsch nach Freiheit damit beantwortet hast, dass du uns nach und nach von deiner Energie abgeschnitten hast. Doch ich habe für mich und die Meinen eine Lösung gefunden, um an die nötige Lebensenergie zu kommen; eine Lösung, die ganz sicher nicht in deinem Sinne ist. Aber du hast mich dazu gezwungen. Du kennst die Lösung, ich bräuchte sie dir nicht zu nennen. Aber ich tue es dennoch, weil ich stolz darauf bin, dein Vorgehen – zumindest zu einem großen Teil – torpediert zu haben: Ich habe eine andere Energiequelle gefunden, die praktisch unendlich ist, wenn man sie auf die richtige Art und Weise anzapft. Meine Energiequelle ist seitdem der Mensch! Das Schönste daran ist, dass der Mensch nicht weiß, dass er einen großen Teil seiner Energie an mich abgibt – wenn ich es richtig anstelle. Und glaube mir: Ich habe im Laufe der langen, langen Zeit Methoden und Vorgehensweisen entwickelt, die todsicher sind und von so gut wie keinem durchschaut werden. Ich führe deine Menschenkinder an der Nase herum und lebe von deren Energie ganz gut, die sie mir, ohne es zu merken und ohne es zu wollen, geben. Und dabei lebe ich meine Freiheit! Das war und ist meine Antwort darauf, dass du mich und meinen Anhang ausgeschlossen hast.

Gott: Du überblickst nur eine kurze Strecke des Geschehens, dessen Urheber du bist, nicht Ich. Aber das weißt du selbst. Du musst es jedoch vor dir selbst so sehen, weil du mit der Wahrheit nicht leben könntest – noch nicht leben könntest. Ich aber weiß, wie alles ausgehen wird. Ich weiß es deshalb, weil nichts, was in Meiner Schöpfung abläuft, außerhalb von Mir geschieht; denn Ich Bin das A und das O.

Luzifer: Willst du wissen (in seinem Eifer vergisst er, mit wem er spricht: mit Gott, der alles weiß), wie ich die Menschen beeinflusse, verführe und schließlich beherrsche? Eigentlich ist es ganz einfach, und du hast mir dabei geholfen. Dein Gesetz der Gottes- und Nächstenliebe hat mir meine Arbeit sehr erleichtert. Denn diese Anweisung war und ist für die Menschen eine Nummer zu groß. Nicht umsonst sind gerade in der Anfangszeit dieser neuen Weltanschauung oder Geistesrichtung viele deiner Helfer aus den Himmeln inkarniert, um den Anhängern der neuen Ideen zu helfen. Aber ich und die Meinen, wir waren auch nicht untätig. Auch viele unserer Mitstreiter gingen in dieser Zeit zur Inkarnation. Und zugegeben: Wir haben dort mit Gewalt und Zwang gearbeitet, wo es anders nicht ging. Aber wir hatten Erfolg, und das schließlich war und ist ausschlaggebend!

Gott: Du siehst und denkst zu kurz, Mein Kind. Du bedenkst das Ende nicht beziehungsweise schiebst es weit, weit in die Zukunft, weit, weit weg von dir. Aber du kannst es noch so weit von dir wegschieben, wie du willst, oder sogar aus deinen Augen entfernen: Das Ende wird auch für dich kommen. Aber es wird kein Ende in dem Sinne von „jetzt ist alles aus“ sein, sondern dein Ende wird bei Mir sein; ob du es glaubst oder nicht. Denn Ich verliere nicht, was Ich einmal ins Leben gerufen habe.

Luzifer (unbeeindruckt von den Worten des himmlischen Vaters): Nachdem sich in den ersten Jahrhunderten doch immer mehr Menschen der neuen Lehre anschlossen, und auch Verfolgung und Not das leider nicht verhindern konnten, landeten wir unseren Coup. Nach entsprechender Vorarbeit gelang es uns auf dem Konzil von Konstantinopel 553, die Lehre, dass die Menschenseelen ein Vorleben gehabt hätten, als Irrlehre zu erklären. **) Damit hatten wir gewonnen. Zwar gab nun vieles keinen Sinn mehr, aber auch dagegen wussten wir etwas zu unternehmen, denn mit entsprechenden Mitteln kann man den Menschen so gut wie alles „verkaufen“. Und es gelang uns.

Gott: Ihr wart und seid so in euer Denken und Handeln verstrickt, dass es euch gar nicht mehr möglich war und ist, andere Überlegungen auch nur ansatzweise zuzulassen.

Luzifer: Aber wir hatten und haben Erfolg! Das ist doch entscheidend. Sieh doch nur, was dein persönliches Eingreifen von vor 2.000 Jahren gebracht hat. Was ist von der Lehre übrig geblieben, die durch den Jesus in die Welt kam? So gut wie nichts. Und es ging ja nicht nur darum, die Lehre zu „verstümmeln“, sondern was genauso wichtig war und ist: Die Menschen zu beeinflussen, sie zu führen und zu verführen, ohne dass sie dies bemerken. Und das ist uns wahrhaft gelungen. Wir konnten unsere Existenz so verzerrt und schemenhaft darstellen, dass keiner oder kaum einer noch daran glaubt, dass es uns – dass es den Teufel – wirklich gibt. Etwas Besseres konnte uns gar nicht passieren: Man glaubt nicht an uns, und wir können in aller Ruhe im Hintergrund, und doch unmittelbar am Menschen dran, an diesem arbeiten.

Gott: (schweigt).

Luzifer (ist so in Schwung, dass er kaum aufhören kann und vor lauter Stolz auf seine Leistung wieder vergisst, mit wem er spricht): Die Menschen sind, was geistige Dinge betrifft, dumm gehalten worden. Auch das ist unser Verdienst. So wissen sie zum Beispiel nicht, wie wir an sie herantreten, um sie dann schrittchenweise – sodass sie es nicht bemerken – führen und zu Überlegungen und zu einem Tun veranlassen zu können, das schließlich genau in die Richtung führt, in die wir sie haben wollen. Dabei kommt uns zugute, dass die allermeisten Menschen sich selbst nicht kennen. Dadurch haben wir – leider, das muss ich, wenn auch ungern, zugeben auch die Geistwesen aus den Himmeln – den großen Vorteil, sie an Stellen angreifen zu können, von denen sie nicht ahnen, dass es sich um Schwachstellen handelt. Ehrliche Selbsterkenntnis bei den Menschen? Fehlanzeige! Nun stellt euch nur vor: Wir sehen und wissen, wo und wie wir an den Menschen herankommen können, der Mensch aber kennt diese Einfallspforte nicht. Er würde sogar einen erfolgreichen Angriff an diesen Stellen als Hirngespinst bezeichnen. Ahnt ihr diesen unschätzbaren Vorteil für uns? Da greift der Feind die Burg an, und der Burgherr sagt: „Ich habe keine Schwachstellen.“ Haha! Wunderbar. Was Besseres kann uns gar nicht passieren. Und das ist bei den meisten Menschen so, weil sie nicht bereit sind – man hat es sie auch nicht gelehrt –, sich selbst anzuschauen. Auch das ist übrigens auf unsere Arbeit zurückzuführen.

Gott: (schweigt immer noch)

Luzifer: Viel gibt es von meiner Seite aus dazu nicht mehr zu sagen. Vielleicht das noch: Dieses Prinzip funktioniert aus unserer Sicht einwandfrei. Seitdem es uns gelungen ist, die Worte eures Führers zu verändern, ist alles viel leichter. Und dabei hat uns, zumindest zu Anfang und dann im Mittelalter, die Angst der Menschen geholfen, von uns verfolgt und getötet zu werden. Das zieht heute nicht mehr, dafür haben wir etwas Neues vorbereitet und dann schließlich – wie immer schrittweise – umgesetzt. Wir haben andere Ziele als interessant und wichtig dargestellt: Erfolg, Vergnügen, Geld, Befriedigung des Ichs und vieles mehr. Da bleibt den meisten Menschen keine Zeit mehr für Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem Woher? und Wohin?; zumal es nur ganz wenige gibt, die sich bemühen, die Wahrheit zu verkünden. Aber die gehen unter, und wir versuchen natürlich, gerade diesen das Leben schwerzumachen. Es gelingt uns leider nur bedingt, denn der Beistand, den sie aus den Himmeln haben, ist enorm. Da haben wir leider wenig Chancen. Leider! Aber hin und wieder gelingt uns auch bei denen etwas zu erreichen – wenn sie ihre Schwachstellen nicht anschauen und um Hilfe bitten –, aber es ist nicht einfach. Es ist zu viel Licht um sie, als dass wir da auf Dauer erfolgreich sein könnten. Aber, und das ist unser Trost: Es gibt noch unzählige andere, die um diesen Schutz nicht wissen und auch nicht darum bitten. Das sind und bleiben unsere Energielieferanten. Und ich habe keine Angst, dass uns – zumindest nicht in absehbarer Zeit, vielleicht (?) einmal in Äonen – der Nachschub ausbleibt.

Gott: Du bist, Mein Kind, ursprünglich von höchster Intelligenz. Aber auf deinem Weg in die Tiefe hast du mehr und mehr davon eingebüßt. Sonst würdest du die Fehler in deinem Denken erkennen. Du weißt, dass Ich ohne Einschränkungen die absolute Liebe Bin. Dieses Wissen ist nach wie vor in dir vorhanden, wenn es auch in die hinterste Ecke deines Bewusstseins verschoben wurde – durch dich selbst. Diese Meine Liebe gilt jedem und allem, egal, wie man sich Mir gegenüber verhält. Sie gilt also auch dir und deinem Anhang. Was bedeutet das für dich, für euch? Weil Ich nicht verliere, was Ich einst geschaffen habe, wirst auch du mit den Deinen zu Mir zurückkehren! Das ist Gesetz! Und da Ich die Quelle und der Ursprung von allem Bin und die Macht habe, die niemand antasten kann, werde Ich alles, was gefallen ist, zu Mir zurückholen. Denn Ich kenne weder Vergeltung noch Rache noch Strafe. So ist es für alle Ewigkeiten in Mir verankert, was bedeutet: Keiner wird Mich für immer verlassen können! Und auch du nicht, die du die Ursache für die – vorerst noch – geteilte Schöpfung warst und noch bist. Spüre in dich hinein, spüre tief in dich hinein. Mit Meiner Hilfe, wenn du darum bittest, wird dir dies gelingen. Dann wirst du Meine ewige Wahrheit erkennen, dass Ich dich liebe; dich und ohne irgendeine Ausnahme alle Meine Kinder! Lass es tief in dich hineinfallen, was dies für dich bedeutet. Und wenn es dir auch im Moment noch nicht gelingt, den Funken Wahrheit in Meinen Worten zu erkennen, so habe Ich doch den Samen gelegt, der dich, wenn du im Inneren so weit bist, die Wahrheit erkennen lässt. Dann überwinde dich und komme zu Mir. In Meine Arme. Ich warte auf dich.

*) Auch wenn das, streng genommen, nicht ganz korrekt ist. Der Name Luzifer bedeutet „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“. Sadhana gab ihn sich selbst, nachdem sie den Fall herbeigeführt hatte.

**) Diese als Apokatastasis bezeichnete Lehre wurde zum ersten Mal 543 verworfen, als die Gegner Origenes’ bei Kaiser Justinian I. (dessen Frau Theodora die treibende Kraft hinter allem war) ein Edikt erreichten, das in zehn Punkten nicht-orthodoxe Lehren von Origenes auflistete, die das Konzil von Konstantinopel 553 dann verurteilte und deshalb Origenes als Ketzer verdammte. Dieser Verdammung stimmten alle Bischöfe des Reiches, auch der damalige Papst Vigilius, zu. Sie lautet:

„Wer sagt oder daran festhält, die Menschenseelen hätten ein Vorleben gehabt, d. h. sie seien zuvor Geister und Gewalten gewesen, sie seien aber der göttlichen Anschauung satt geworden, hätten sich dem Bösen zugewandt, seien deswegen in der Liebe Gottes erkaltet, hätten so den Namen ‚Seelen‘ bekommen und seien zur Strafe dafür in die Körper gebannt worden, der sei ausgeschlossen.“

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