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GEJ 1.137

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 137 von 161

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GEJ 1.137.1

Ich sage: »Weil du ein Mensch von dieser Erde bist, redest du auch wie ein Mensch von dieser Erde. Wer aber von oben herab ist, redet anders, weil nur Er erkennt und sehr wohl weiss, was der Mensch zu jeder Zeit braucht, damit dessen Geist von der Allgewalt und vom Zorn Gottes frei wird und für ewig zur wahren Selbstständigkeit gelangt.

GEJ 1.137.2

Denn das Leben dieser Erde gibt dem Geist weder Leben noch Freiheit, sondern den Tod. Der Tod dieser Erde aber ist die Ausgeburt des Geistes zum ewigen Leben und zu seiner wahren, ewigen Freiheit.

GEJ 1.137.3

Wenn Ich aber schon menschlich reden will, sage Ich dir: All dies und noch weit mehr ist mit der Menschheit bereits unternommen worden. Sage du Mir selbst, wo nach deiner Meinung die goldenen Früchte davon sind.

GEJ 1.137.4

Was geschah zur Zeit Noahs, und um wie viel wurden die Menschen dadurch auf dieser Erde besser, als sie vor Noah gewesen waren? Was geschah bald danach in Sodom und Gomorra?

GEJ 1.137.5

Sieh, alle heutigen Heiden bis hin zu den Mohren und Siniten im äussersten Morgenland sind Nachkommen Lots, ebenso viele ganz tierisch und wild gewordene Skythen, die die nördlichen Länder der Erde bewohnen. Wie findest du sie trotz der Lektion, die ihr Vater Lot erfahren hat?

GEJ 1.137.6

Geh nach Ägypten und prüfe die Völker: Um wie viel sind sie durch die sieben Plagen besser geworden? Was hatte Mose nicht alles getan, und was hatten so manche Propheten getan?

GEJ 1.137.7

Vierzig Jahre lang liess Jehova die allzu schlecht gewordenen Juden in der babylonischen Gefangenschaft auf elendste Weise schmachten. Sie wurden wie die schlechtesten Lasttiere behandelt und mit der Nahrung von Schweinen und Hunden gefüttert. Die lieblichen Töchter der Juden wurden unter Geisselung und allerlei Foltern von den übermütigen Babyloniern bei Tag und Nacht bis zum Tod geschändet, ebenso die Knaben und jungen Männer, die zuvor entmannt worden waren.

GEJ 1.137.8

Geh hin und frage alle hohen und stolzen Juden, um wie viel besser sie durch eine solche Lektion geworden sind. Zeige Mir eine Zeit, ein Jahr, einen Monat, eine Woche oder einen Tag, an dem der Herr die allzu schlechte Menschheit nicht im Einzelnen wie im Allgemeinen gezüchtigt hätte.

GEJ 1.137.9

Darum kommst du mit deinem Rat viel zu spät zu Mir. All dies ist schon dagewesen und hat für den geistigen Weg auch das bewirkt, was es bewirken sollte. Für die äusseren, diesirdischen Lebensverhältnisse der Menschen kann und darf daraus im tiefsten Grund keine merkliche Wirkung hervorgehen, weil von oben niemals allein zu diesem Zweck etwas zugelassen wurde.

GEJ 1.137.10

Wollte Ich den Menschen das Evangelium vom Reich Gottes auf Erden nun erneut mit Donner und Blitz verkünden, bräuchte Ich euch dazu nicht. Denn im Himmel gibt es eine übergrosse Menge der mächtigsten Engel, die eine solche Verbreitung des Gottesreiches auf Erden viel besser verstünden als ihr.

GEJ 1.137.11

Aber nun ist die Zeit gekommen, die Elia gezeigt wurde, als er verborgen in der Grotte auf dem Berg lag. Jehova zog weder im Sturm noch im Feuer, sondern im sanften Wehen vorüber. Die Zeit des sanften Wehens Jehovas vor der Grotte dieser Welt ist nun da. Deshalb wollen und dürfen wir weder mit Sturm noch mit Feuer ausziehen, sondern nach der ewigen Ordnung Gottes mit aller Liebe, Sanftmut und Geduld. Die Klugheit sollt ihr dabei nicht ausser Acht lassen. Denn Ich sehe wohl, dass ihr als Lämmer unter reissende Wölfe zieht; wenn ihr aber klug seid, werdet ihr dennoch vieles bewirken.

GEJ 1.137.12

Hütet euch deshalb vor bestimmten Wolfsmenschen und habt nichts mit ihnen zu tun. Denn sie sind es, die euch ausliefern, vor ihre Rathäuser ziehen und in ihren Schulen geisseln werden — und dies besonders dann, wenn ihr unverständig und zu wenig klug seid. Befindet sich ein Lamm auf dem Erker eines Hauses, den der Wolf nicht erreichen kann, wird ihm der Wolf trotz all seiner Blutgier nichts antun. Ist das Lamm aber vorwitzig und steigt vom sicheren Erker hinab, um sich den Feind näher anzusehen, muss es sich selbst die Schuld geben, wenn es vom Wolf zerrissen und verzehrt wird.

GEJ 1.137.13

Später aber, nachdem Ich wieder in die Himmel aufgefahren sein werde, um euch im Haus des Vaters ewige Wohnungen zu bereiten, wird man euch um Meines Namens willen vor Fürsten und Könige führen, zum Zeugnis gegen sie und gegen die Heiden. Dadurch soll nun auch erfüllt werden, was Jesaja, Mein Prophet, für alle Zeiten und für Mein jetzt auf Erden zu gründendes Reich über die törichten Könige geweissagt hat, als er sprach:

GEJ 1.137.14

»Ein Narr redet von Narrheit, und sein Herz beschäftigt sich mit Unheil, damit er Heuchelei anrichtet und Irrtum über den Herrn predigt, die hungrigen Seelen noch mehr aushungert und den Durstigen das Trinken verwehrt. Das Regieren des Geizigen ist lauter Schaden; denn er findet genug Tücke, um die Elenden mit falschen Worten zu verderben, wenn er das Recht des Armen vertreten sollte. Die rechten Fürsten dagegen würden fürstliche Gedanken haben und das Recht darüber bewahren.

GEJ 1.137.15

Steht auf, ihr stolzen Frauen, und hört meine Stimme. Ihr Töchter, die ihr euch so sicher fühlt, hört meine Rede. Nach einem Jahr und einem Tag werdet ihr Selbstsicheren zittern; denn wenn es keine Weinernte gibt, wird es auch keinen Segen geben. Erschreckt, ihr stolzen Frauen! Denn es ist höchste Zeit, die Lenden zu entblössen und zu umgürten.

GEJ 1.137.16

Man wird über die Felder klagen, ja, über die lieblichen Felder und die fruchtbaren Weinstöcke. Denn auf dem Feld Meines Volkes werden Dornen und Hecken wachsen, ebenso über allen Freudenhäusern der fröhlichen Stadt. Die Paläste werden verlassen sein und die Menge in der Stadt einsam, sodass die Türme und Festungen zu ewigen Höhlen werden, dem Wild zur Freude und den Herden zur Weide. Dies wird so lange dauern, bis der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird.

GEJ 1.137.17

Dann wird die Wüste zum Feld werden und das Feld als Wald gelten. Das Recht wird in der Wüste wohnen und die Gerechtigkeit auf dem Feld. Die Frucht der Gerechtigkeit wird Friede sein und ihr Nutzen ewige Stille und Sicherheit.

GEJ 1.137.18

Dann wird Mein Volk in Häusern des Friedens wohnen, also in sicheren Wohnungen und in erhabener Ruhe. Doch am Wald entlang wird weiterhin Hagel bleiben, und die Stadt hier unten wird niedrig sein.

GEJ 1.137.19

Wohl euch, wenn ihr nun fleissig an den Wassern sät. Dort könnt ihr die Füsse der Esel und Ochsen ruhig gehen lassen.«

GEJ 1.137.20

Wenn ihr also von den bösen Toren dieser Welt zu den von Jesaja bezeichneten Narrenkönigen geführt und ausgeliefert werdet, sorgt euch nicht darum, was ihr reden und wie ihr euch verantworten sollt. Denn in jener Stunde wird euch gegeben werden, was ihr reden und wie ihr euch verteidigen sollt. Nicht ihr seid es, die reden, sondern Mein Geist ist es, der in euch redet.

GEJ 1.137.21

Das gilt aber nur für die erwähnte zweite Aussendung, die ihr nach Meiner Auffahrt auszuführen haben werdet. Für jetzt sollt ihr es nicht allzu schwer haben. Denn wie der Prophet am Schluss sagt, so sage auch Ich euch nun:

GEJ 1.137.22

Wohl euch nun, die ihr an den Ufern des Sees auszusäen habt. Auf diesem Boden könnt ihr eure Esel und Ochsen — das heisst euren Fleiss für das Gute und Wahre, wofür Ich euch berufen und erwählt habe — ganz sicher umhergehen lassen. Dort werdet ihr weder auf einen Narrenkönig noch auf Frauen voller Stolz und Hochmut treffen, sondern auf Arme, Kranke, Besessene, Lahme, Taube und Blinde, von Natur aus und auch im Geist. Geht zu ihnen, predigt ihnen das Evangelium vom Reich Gottes, heilt jeden, der glaubt, und verschweigt ihm Meinen Namen nicht.«

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