Als die Armen dies alles hören, eilen sie voller Dankbarkeit und Glauben in ihre halb zerstörten Wohnhäuser. Sie können sich nicht genug wundern, als sie die Tische mit guter und ausreichender Nahrung gedeckt finden und ebenso Kleidung aller Art für Alte und Junge, Grosse und Kleine, unterschiedlich für beide Geschlechter. Eines bittet das andere um eine Erklärung.
Als sie auch ihre Vorratskammern gut gefüllt finden, sagen die Frauen und Kinder zu den Männern: »Das hat Gott getan. Er liess in der Wüste vierzig Jahre lang Manna regnen und ernährte Seine Kinder auf Steinen und Sand, auf denen kein Gras wuchs. Wie hätte Er uns nun verschmachten lassen wollen, da wir wie immer zu Ihm gefleht haben? Oh, das ist gewiss: Gott verlässt diejenigen niemals, die zu Ihm flehen.
David, der grosse König, flehte zu Gott, als er ins Elend geriet, und Gott half ihm aus seiner grossen Not. Noch nie hat man gehört, dass Gott diejenigen nicht erhört hätte, die bei Ihm Hilfe suchten. Es wäre vielmehr ein noch nie dagewesenes Wunder, wenn Gott uns in unserer grössten Not nicht erhört hätte. Denn Gott ist stets voller Liebe zu denen, die zu Ihm rufen: Abba, lieber Vater! Darum wollen auch wir Ihn von nun an über alles, alles, alles lieben. Er allein ist unser Retter. Aus den Himmeln hat unser heiligster Vater uns dies alles durch Seine heiligen Engel geschickt.«
Der alte Mann gehörte gerade zu dieser Familie, bei der sich immer das ganze Dorf versammelte, um seine Weisheit zu hören; denn er kannte sich wahrscheinlich in der Schrift aus. Er sagt: »Meine Kinder, Freunde und Brüder! In der Schrift heisst es: Aus dem Mund der Kleinen und Unmündigen will Ich Mir ein Lob bereiten. Seht, hier haben wir es vor Augen und Ohren. Der liebe Vater hat uns in Seiner grossen Barmherzigkeit angesehen und dies an uns getan. Ihm gebühren daher unsere ganze Liebe und alles Lob aus dem Mund unserer Säuglinge. Das Lob aus unserem Mund ist nicht rein genug, um dem Allerheiligsten zu gefallen; deshalb hat Er Selbst den Mund unserer Säuglinge bereitet. Nun aber gehen wir hinaus zu dem jungen Mann, der uns in unsere Häuser geschickt hat und gewiss wusste, was Gott an uns getan hat. Er muss ein grosser Prophet sein — vielleicht sogar Elia? Dieser soll noch einmal vor dem erhofften und seit Langem verheissenen Messias kommen.«
Ein kleines Kind, das kaum zu sprechen begonnen hatte, sagt: »Vater, was wäre, wenn dieser Mann selbst der grosse Verheissene wäre?«
Der Alte sagt: »O Kind, wer hat deine Zunge nun so klar gelöst? Du hast nicht wie ein Kind gesprochen, sondern wie ein Weiser im Tempel zu Jerusalem.«
Das Kind sagt: »Das weiss ich nicht, lieber Vater; aber ich weiss sehr wohl, dass mir das Sprechen früher schwerfiel und nun überaus leichtfällt. Wie kann dich das wundern? Wir stehen doch inmitten lauter Wunder Gottes.«
Der Alte drückt das Kind an sein Herz und sagt: »Ja, ja, du hast recht. Nun ist alles ein Wunder, und du hast dich gewiss nicht geirrt, wenn du den jungen Mann sogar für den Messias hältst. Für uns ist Er es bestimmt. Nun gehen wir hinaus zu Ihm und wollen auch Ihm im Namen Jehovas den gebührenden Dank darbringen. Denn Er ist offenbar von Gott zu uns gesandt worden. Eilen wir also zu Ihm hinaus!«
Nun eilen alle zu Mir hinaus. Die kleinen Kinder sind die Ersten, die zu Meinen Füssen niederstürzen und sie mit ihren unschuldigen, reinsten Tränen des Dankes und der Freude benetzen.
Ich aber schaue zum Firmament empor und sage laut: »Ihr Himmel, blickt herab und lernt von diesen kleinen Kindern, wie euer Gott und Vater gelobt werden will. O Schöpfung, wie unendlich gross und alt bist du, und wie unzählbar gross ist die Menge deiner weisen Bürger; und doch konntest du den Weg zum Herzen deines Schöpfers, deines Vaters, nicht so finden wie diese kleinen Kinder. Darum sage Ich euch: Wer nicht wie diese Kleinen zu Mir kommt, wird den Vater nicht finden.«
Darauf setzte Ich Mich, segnete die Kinder und drückte sie ans Herz. Das kleine Kind sagte zu dem Alten, der sich überhaupt nicht zurechtfand und ausrief: »Wie ist das möglich? Wie sollen wir das begreifen?« — »Vater, hier ist mehr als Elia, mehr als dein Messias. Hier ist der Vater Selbst, der gute Vater, der uns Brot, Milch und Kleidung gebracht hat!«
Der Alte beginnt zu weinen. Das Kind legt jedoch sein Köpfchen auf Meine Brust, beginnt sie zu küssen und zu streicheln und sagt nach einer Weile: »Ja, ja, ich höre es. Hier in dieser Brust schlägt das wahre, gute Vaterherz. Oh, wenn ich es nur auch küssen könnte!« Der Alte sagt: »Aber Kindchen, sei doch nicht unartig!«
Ich sage: »Werdet alle so unartig; sonst werdet ihr dem Vaterherzen niemals so nahe kommen wie dieses liebste Kind.«