← Jakob Lorber

GEJ 1.82

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 82 von 161

Español English
GEJ 1.82.1

Joh. 4,43. Nach zwei Tagen zog Er von dort nach Galiläa weiter.

Ich sagte: «Ich werde im Geheimen noch einmal zu euch kommen. Dann soll jedoch nicht der ganze Ort von Meiner Anwesenheit erfahren. Denn wegen der hohen Steuerbelastung in Judäa und Galiläa werden sich hier immer mehr Menschen ansiedeln, weil dieses Land am wenigsten bedrückt wird und Mein Jairuth für die Armen nahezu alle Steuern bezahlt.»

GEJ 1.82.2

Joh. 4,44. Denn Jesus selbst bezeugte, dass ein Prophet in seiner Heimat nichts gilt.

Wo sich aber viele Menschen aus dem eigenen Ort befinden, hat ein Prophet nur geringen Wert, es sei denn, er wäre ein Greis. Nur was ein Greis sagt, halten die Narren für Gottes Wort. Die Weisheit eines jungen Mannes betrachten sie dagegen nur als ein Spiel der erhitzten Fantasie, dem zeitweise etwas Vernunft beigemischt sei. Und mögen die Wunderzeichen noch so aussergewöhnlich sein, werden sie dennoch ausnahmslos dem Bereich der Magie zugerechnet, die in dieser Zeit leider sehr verbreitet ist. Die Menschen sind nun aber blind genug, das Falsche nicht vom Wahren unterscheiden zu können, und verwerfen deshalb ohne Unterschied alles.

GEJ 1.82.3

Deshalb ist es besser, wenn ein Prophet in die Fremde zieht; denn dort, wo man ihn nicht kennt, kann er unter den Menschen noch am meisten bewirken. Darum werde Ich euch nun mit Meinen Jüngern verlassen, euch aber, wie Ich es dir versprochen habe, in Kürze wieder besuchen.

GEJ 1.82.4

Einen Mann namens Matthäus, der hier als Zöllner angestellt war, nehme Ich wegen seiner schnellen und guten Schrift von hier mit, damit er Meine Lehren und Taten aufzeichnet. Stelle du ihm für die weltlichen Behörden einen Reiseschein aus.»

GEJ 1.82.5

Der Oberste tat dies sofort und dankte Mir aus der ganzen Tiefe seines Herzens für alles. Durch sein Beispiel angeregt, taten alle übrigen Gäste dasselbe. Mehrere, die von der Tagesreise etwas stärker ermüdet waren, waren jedoch an den Tischen und Bänken eingeschlafen. Die Wachenden wollten sie wecken, Ich aber sagte: «Lasst sie bis zum Tag ruhen. Mir ist es lieber, nun um Mitternacht in aller Stille fortzugehen, damit der Aufbruch kein Aufsehen erregt. Bleibt auch ihr alle bis zum Tag hier. Niemand soll weder Mir noch denen, die mit Mir ziehen, ein Geleit geben, ausser in euren Herzen.

GEJ 1.82.6

Du aber, Mein Jonael, sorge dafür, dass Meine Lehre hier Wurzeln schlägt und dann als ein neuer Lebensbaum viele gute Früchte trägt. Durch Meinen Namen gebe Ich dir auch eine übernatürliche Macht aus den Himmeln. Lass dich jedoch in deinem Eifer nicht dazu hinreissen, sie zur Unzeit und dadurch unweise zu gebrauchen; denn damit würdest du mehr schaden als nützen. Für eine gewisse Zeit werde Ich dir einen Engel in dein Haus geben. Von ihm sollst du den weisen Gebrauch der himmlischen Macht lernen. Sagt aber keinem Fremden, dass im Haus Jonaels ein Engel aus den Himmeln wohnt.»

GEJ 1.82.7

Nun kamen Irhael und Joram weinend zu Mir. Vor Liebe und Dankbarkeit konnten beide nicht sprechen. Ich segnete sie jedoch und sagte: «Seid getröstet. Ich komme in Kürze wieder zu euch.»

GEJ 1.82.8

Beide umfassten Meine Füsse und benetzten sie mit ihren Tränen. Joram rief: «O heilige Zeit, eile und bringe den Herrn der Herrlichkeit für immer zu uns in Sein Haus. O Herr, gedenke unser, die wir Dich aus der Fülle unserer Herzen lieben, und komm und bleibe dann fortan bei uns.»

GEJ 1.82.9

Ich sagte: «Ja, Ich werde wiederkommen, aber, wie gesagt, nur ganz im Geheimen. Denn künftig darf niemand durch Meine Gegenwart dazu genötigt werden, an Meine Sendung von oben und deshalb an Mein Wort zu glauben.»

Diese Seite teilen
WhatsApp Telegram E-Mail
Öffnet in einem neuen Tab.