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GEJ 1.49

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 49 von 161

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GEJ 1.49.1

Der Oberpriester sagte: «Ich bin nun ganz in Ordnung und hoffe, dass es in kurzer Zeit auch diese ganze Ortschaft sein wird. Erlaube mir aber noch eine Frage. Sie lautet: Sollen wir weiterhin den Berg und Dein altes Haus ehren und dort Deinen Sabbat heiligen, oder sollen wir von nun an hier ein Haus bauen, in dem wir uns in Deinem Namen versammeln können? Wenn Letzteres Dein Wille wäre, könntest Du uns vielleicht morgen einen passenden Ort zeigen, der Dir besonders wohlgefällt. Wir würden dann alles daransetzen, auch darin Deinem Wunsch zu entsprechen.»

GEJ 1.49.2

Ich sagte: «Freund, was euch und allen Menschen nottut, habe Ich euch heute auf dem Berg verkündet.

GEJ 1.49.3

Um dies zu befolgen, braucht es weder das alte Haus auf dem Berg noch weniger ein neues in der Stadt, sondern allein euer gläubiges Herz und euren festen guten Willen.

GEJ 1.49.4

Als Ich gestern hierherkam, am Jakobsbrunnen Rast machte und Irhael begegnete, fragte sie Mich, nachdem sie Mich näher erkannt hatte, wo man Gott anbeten solle: auf dem Garizim oder im Tempel zu Jerusalem. Sie soll dir sagen, was Ich ihr darauf antwortete.»

GEJ 1.49.5

Darauf wandte sich der Oberpriester an Irhael, und sie sagte: «So sprach der Herr zu mir:

GEJ 1.49.6

Die Stunde kommt und ist schon da, in der die wahren Anbeter Gott weder auf dem Garizim noch im Tempel zu Jerusalem anbeten werden. Denn Gott ist Geist, und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Das sprach der Herr. Du bist Oberpriester und wirst wohl wissen, was nun zu tun ist.

GEJ 1.49.7

Ich meine: Da der Herr uns allen die übergrosse Gnade erwies und in diesem Haus Unterkunft nahm, das nicht mein, sondern Sein Haus ist und bleiben soll, soll dieses Haus für immer eine ganz besondere Erinnerungsstätte bleiben. Wir wollen uns darin jederzeit in Seinem Namen versammeln und Ihm zu Ehren den Sabbat heiligen.»

GEJ 1.49.8

Der Oberpriester sagte: «Ja, ja, du hast wohl recht, wenn wir schon alle gläubig wären. Aber man muss dennoch auch auf die Schwachen Rücksicht nehmen. Diese würden noch mehr Anstoss daran nehmen.»

GEJ 1.49.9

Ich sagte: «Irhael hat recht. Wer Anstoss nimmt, nun, der soll Anstoss nehmen und seinen Berg besteigen. Wenn er dort nichts mehr findet, wird er von selbst anfangen, sich eines Besseren zu besinnen.

GEJ 1.49.10

Ihr sollt Mir künftig keine Bethäuser bauen, sondern Gasthäuser und Herbergen für Arme, die euch nichts dafür bezahlen können.

GEJ 1.49.11

In der Liebe zu den armen Brüdern und Schwestern werdet ihr Meine wahren Anbeter sein. In solchen Bethäusern werde Ich oft unter euch sein, ohne dass ihr es sofort bemerkt. In Tempeln dagegen, die eigens zur Anbetung mit den Lippen erbaut wurden, wie es bisher der Fall war, werde Ich von nun an ebenso wenig wohnen wie der Verstand eines Menschen in seiner kleinen Zehe.

GEJ 1.49.12

Wollt ihr eure Herzen in einem erhabenen Tempel zu Mir erheben und vor Mir in wahre Demut eingehen, dann geht hinaus in den weiten Tempel Meiner Schöpfungen. Die Sonne, der Mond und alle Sterne, das Meer, die Berge, die Bäume, die Vögel in der Luft, die Fische im Wasser und die unzähligen Blumen auf den Feldern werden euch Meine Herrlichkeit verkünden.

GEJ 1.49.13

Sagt: Ist der Baum nicht herrlicher als alle Pracht des Tempels zu Jerusalem? Der Baum ist ein reines Werk Gottes, besitzt Leben und bringt nährende Frucht hervor. Was aber ist und bringt der Tempel hervor? Ich sage es euch allen: nichts als Hochmut, Zorn, Neid, den lautesten Eifer und die heftigste Herrschsucht. Denn er ist nicht Gottes Werk, sondern ein eitles Menschenwerk.

GEJ 1.49.14

Wahrlich, wahrlich, Ich sage es euch allen: Wer Mich ehrt, liebt und dadurch anbetet, dass er seinen Brüdern und Schwestern in Meinem Namen Gutes tut, wird seinen ewigen Lohn im Himmel erhalten. Wer Mich aber künftig durch allerlei Zeremonien in einem eigens dafür erbauten Tempel verehrt, wird auch seinen zeitlichen Lohn aus dem Tempel erhalten. Wenn er jedoch nach dem Tod des Fleisches zu Mir kommt und sagt: «Herr, Herr, sei mir, Deinem Diener, gnädig», werde Ich ihm sagen: «Ich kenne dich nicht. Weiche daher von Mir und suche deinen Lohn bei dem, dem du gedient hast.» Aus diesem Grund sollt auch ihr künftig nichts mehr mit einem Tempel zu tun haben.

GEJ 1.49.15

In diesem Haus könnt ihr jedoch immer zu Meinem Gedächtnis zusammenkommen, sei es an einem Sabbat oder an einem anderen Tag. Denn jeder Tag gehört dem Herrn, nicht nur der Sabbat, an dem ihr künftig ebenso Gutes tun könnt wie an jedem anderen Tag.»

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