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GEJ 1.23

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 23 von 161

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GEJ 1.23.1

Joh. 3,22. Danach kam Jesus mit Seinen Jüngern in das jüdische Land, hielt Sich dort mit ihnen auf und taufte.

Als es völlig Tag geworden war, brachen wir auf und zogen in das Judenland. Es gehörte gewissermassen zu Jerusalem und lag ungefähr so um die Stadt wie heute ein Kreis um seine Kreisstadt. In wenigen Tagen konnte man das ganze Land leicht durchwandern.

GEJ 1.23.2

Was tat Ich nun in diesem Land? Der Vers sagt, dass Ich mit ihnen Mein Wesen hatte und dann taufte. Es fragt sich, wer mit «ihnen» genau gemeint ist und worin das Wesen bestand, das Er mit ihnen hatte. Unter «ihnen» sind zunächst die Jünger zu verstehen, deren Zahl sich in Jerusalem wieder um einige Personen vermehrt hatte, dann aber auch alle, die gläubig an Meiner Lehre Anteil nahmen.

GEJ 1.23.3

Alle, die Meine Lehre vollgläubig annahmen, wurden von Mir offen mit Wasser, insgeheim aber mit dem Geist Meiner ewigen Liebe und Weisheit getauft. Dadurch erhielten sie die Macht, Kinder Gottes zu heissen. Darin bestand das Wesen, das Ich mit ihnen hatte. Die Lehre und Meine Taten sind teilweise von den drei anderen Evangelisten aufgezeichnet worden und brauchen hier nicht wiedergegeben zu werden. Sie bestanden hauptsächlich darin, all die groben Gebrechen darzustellen, mit denen die Juden und Pharisäer behaftet waren, und die Liebe zu Gott und zum Nächsten zu empfehlen.

GEJ 1.23.4

Ich stellte alle diese Gebrechen dar, ermahnte die Sünder ernstlich zur Busse und warnte alle, die Meine Lehre annahmen, vor dem Rückfall in den alten Sauerteig der Pharisäer. Zur Bekräftigung Meiner äusserst sanften Lehre, die für diese höchst materielle Zeit nötig war, vollbrachte Ich wunderbare Taten, heilte viele Kranke, reinigte die Besessenen von unreinen Geistern und nahm immer mehr Jünger an.

GEJ 1.23.5

Joh. 3,23–24. Johannes taufte ebenfalls noch in Enon nahe Salim, weil es dort viel Wasser gab. Die Menschen kamen dorthin und liessen sich taufen; denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden.

Auf diesem Zug durch das jüdische Land kam Ich auch in die Gegend, wo Johannes in der kleinen Wüste bei Enon nahe Salim taufte. Dort hatte er Wasser, während der Jordan bei Bethabara sehr wenig davon führte; und das noch vorhandene Wasser war trüb, unrein und voller übelriechenden Gewürms. Deshalb hatte Johannes seinen Platz gewechselt, hielt in Enon seine strengen Busspredigten und taufte dort die Menschen, die seine Lehre angenommen und echte Busse getan hatten.

GEJ 1.23.6

Unter ihnen waren auch viele, die Meine Lehre bereits angenommen hatten, aber zuvor noch nicht von Johannes getauft worden waren. Sie fragten Mich, ob es nötig sei, sich vorher von Johannes taufen zu lassen. Ich sagte ihnen: «Nur eines ist nötig: die tatsächliche Befolgung Meiner Lehre. Wer sich aber zuvor von Johannes reinigen lassen will, solange dieser sein Werk noch frei ausübt, dem wird eine solche Reinigung zugutekommen.» Nach diesen Meinen Worten gingen viele hin und liessen sich von Johannes taufen.

GEJ 1.23.7

Joh. 3,25. Da entstand zwischen den Jüngern des Johannes und den hinzugekommenen Juden eine Streitfrage über die Reinigung, das heisst über Meine Wassertaufe im Vergleich mit dem Zeugnis des Johannes.

Bald entstand eine Streitfrage über die Reinigung durch Johannes und über Meine Taufe. Die Jünger des Johannes verstanden nicht, warum auch Ich mit Wasser taufte, da sie von ihm das Zeugnis gehört hatten, Ich werde nicht mit Wasser, sondern mit dem Heiligen Geist taufen. Viele Juden, die bereits Meine Jünger waren, behaupteten dagegen: Meine Taufe sei die wahre und allein gültige Taufe. Denn obwohl Ich wie Johannes mit Wasser taufte, taufte Ich nicht nur mit dem Wasser der Natur, sondern zugleich mit dem Wasser des Geistes Gottes und gab den Getauften sichtbar die Macht, Kinder Gottes zu heissen.

GEJ 1.23.8

Joh. 3,26. Sie kamen zu Johannes und sagten: «Meister, Derjenige, der jenseits des Jordans bei dir war und von Dem du bezeugt hast, dass Er mit dem Heiligen Geist taufen werde, tauft nun ebenfalls mit Wasser, und alle laufen Ihm zu.»

Nach diesen Erörterungen gingen die Jünger des Johannes zusammen mit den Juden zu ihm und sagten: «Höre uns an, Meister! Derselbe Mann, der jenseits des Jordans bei dir war und von dem du bezeugt hast, dass Er mit dem Heiligen Geist taufen werde, tauft nun hier in der Nähe ebenso wie du mit Wasser. Wie sollen wir das verstehen? Ist dieser Täufer wirklich Derjenige, dem du das grosse Zeugnis gabst?»

GEJ 1.23.9

Johannes sagte zu seinen Jüngern: «Geht hin und fragt Ihn: Bist Du Derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? Merkt euch, was Er euch antwortet, und sagt es mir. Erst dann werde ich euch vollständigen Bescheid geben.»

GEJ 1.23.10

Darauf gingen mehrere Jünger des Johannes zu Mir und fragten Mich, wie Johannes es ihnen geraten hatte. Ich gab ihnen die bekannte Antwort: Sie sollten Johannes berichten, was sie sahen – dass die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Tauben hören und den Armen das Evangelium vom Reich Gottes verkündet wird. Und wohl dem, der an Mir keinen Anstoss nimmt. Damit kehrten die Jünger zu Johannes zurück und erzählten ihm sofort, was sie gesehen und gehört hatten.

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