Seelische und geistige Wiedergeburt

Samuel Surazal Ein Crash mit Höchstgeschwindigkeit gegen eine Wand aus Licht und Liebe

Über diese Ausgabe
Autor / Quelle
Samuel Surazal

Die seelische Wiedergeburt ist nicht gebunden an eine bestimmte Religion. Unabhängig jeglicher Gottesanschauung ist der Herzensgeist aufgrund einer vorgeburtlichen Zubereitung und/oder liebevollen Lebensweise bereits erwachend tätig. Er erleuchtet die Seele gemäß ihrer kulturellen und religiösen Prägung. Er schenkt ihr weitreichende Erkenntnis und Einsicht ins göttliche Dasein. Eine erneute Trennung von Seele und Geist ist infolge des freien Willens aber möglich – eine unlösbare Vereinigung hat noch nicht stattgefunden.

Ist jemand mit Leib und Seele Christ, zieht der Vater dessen Sehnsucht stetig näher zu sich. Dabei erkennt das Gotteskind mehr und mehr, wie sehr es von seinem himmlischen Vater geliebt wird – und kann und will schließlich nichts anders, als sich dieser Liebe ganz und gar anheim zu geben, wodurch es unwiderruflich eingeht in den Geist Gottes: Der Christ ist geistig wiedergeboren.


In der Einstrahlung seines Gottesgeistes zieht sich der Mensch immer öfter zurück in sein Herz, die Materieidentifikation löst sich zusehends auf. Körpergebundene Seelenanteile, die gemäß des derzeitigen Entwicklungsstandes der Erdbevölkerung zumeist erst im weiteren jenseitigen Fortschreiten frei werden, werden größtenteils bereits im irdischen Dasein entbunden – der Mensch erfreut sich seiner natürlichen Vollständigkeit.

Sein Verstand ist erleuchtet, die irdischen Bedürfnisse unterdrücken den Gottesfunken im Herzen nicht länger. Er hat Einblick in geistige Verhältnisse, er steht in Kontakt mit der jenseitigen Welt. Unsterblichkeit ist sein Eigentum. Er ist seelisch wiedergeboren.

Im weiteren Verlauf kann der Christ in der Liebe zu seinem himmlischen Vater einen vollständigen Zusammenschluss mit seinem angestammten Gottesgeist erwirken, der ihn schließlich durchdringt und bleibend erfüllt. Körper, Seele und Geist bilden sodann eine harmonische Einheit. Hat jemand diese seine Bestimmung in der Tat realisiert, bezeichnet man das als geistige Wiedergeburt.

Dies Wiedergeboren-werden ist gemeint in religiösen Schriften, dessen Sinn jedoch von der blinden Priesterschaft fehlinterpretiert oder zur Machtausübung verfälscht wurde, und von vielen spirituellen Suchern ebenso blind übernommen wurde und wird. Auch die buddhistische Lehre vom Rad der Wiedergeburt entspricht nicht den tatsächlichen irdischen Gegebenheiten.

Durch diese Verkehrtheit wurde die Wiedergeburt in den Geist zur sogenannten Reinkarnationslehre degradiert. Reinkarnation bedeutet nicht die wiederholte Geburt der Seele als Mensch auf dieser Erde. Vielmehr handelt es sich um das Eingehen der Menschenseele in ihren Herzensgeist, um sodann vergöttlicht in den vorhandenen Körper zurückzukehren, der ebenfalls erneuert wird während dieser Re-Inkarnation.

(NB: Würden alle Menschen andauernd auf dieser Erde wiedergeboren, gäbe es aufgrund der Steigerung der Weltbevölkerungszahl zwar eine allmähliche Zunahme inkarnierter Wesenheiten, ein evolutionäres Erlösungswerk mit letztendlicher Menschwerdung der zu feststofflicher Substanz erstarrten Geister wäre so aber nicht möglich. Der Erde Platz wird für sie benötigt. Es gibt wohl vereinzelt Seelen, die aus berufenen Gründen öfters inkarnieren oder gar eine Wanderung durch die Epochen dieser Welt machen, in der Regel lebt man aber nur einmal im Erdenkörper.

Im Falle der universellen kosmischen Wiedergeburt verbringen die Menschen anderer Gestirne ihr Dasein auf stets höher entwickelten Welten, bis ihr Zustand den Eintritt in die himmlischen Gefilde erlaubt. Allein auf dieser Erde gibt es eine Tür mit direktem Zugang nicht nur in die Himmelswelten, sondern ins dortige Wohnhaus unseres Vaters in Jesus Christus.)


Der Weltverstand kann sich in keinster Weise vorstellen und nachvollziehen, was mit und in einem Menschen geschieht, der den christlichen Weg wahrhaftig beschreitet. Wenn es dem Vater ernst ist mit einem Kind und dem Kind ernst mit der Liebe zum Vater, findet eine göttliche Metamorphose statt.

Zuerst geschieht dies im Verborgenen, hier werden die Weichen gestellt, hier wird die Verwandlung vorbereitet. Schließlich tauchen die göttlichen Eigenschaften aus den Tiefen des Bewusstseins auf, so dass der Mensch mehr und mehr verwundert ist ob des tatsächlichen Geschehens: Gott nimmt Wohnung in ihm, obwohl er noch in Unvollkommenheit verharrt. Doch genau hier beginnt und vollzieht sich das Wunder der Verwandlung. Nur in der Gegenwart Jesu ist vollständige Heilung möglich, nur im Begreifen der göttlichen Liebe findet sich der Sünder in seiner gottgegebenen Identität.

Manchmal ist ihm schon etwas seltsam zumute, denn er ist jetzt nicht mehr der, den er kennt. Seine Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung seiner Umwelt verändern sich. Er spürt, dass etwas Unglaubliches in ihm und mit ihm geschieht: Der Vater öffnet sein Herz im Herzen seines Kindes und durchdringt dessen Seele von innen heraus. Dies ist die Wiedergeburt in den Geist Gottes – das Ziel sowohl jedes einzelnen geschaffenen Wesens als auch der Schöpfung insgesamt.

(Anmerkung: So wie auf allen Planeten und Gestirnen des Kosmos vielerlei Anlagen und Talente gegenseitige Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe ermöglichen, so beinhalten individuelle geistige Wiedergeburten verschiedenste Wesenszüge Gottes: Unterschiedliche Begabungen und Veranlagungen bewirken unterschiedliche Vollkommenheitszustände aufgrund vorherrschender göttlicher Eigenschaften. Dadurch wird auch im Himmel tätige Nächstenliebe ermöglicht, die Gotteskinder können sich so untereinander mit ihren himmlischen Talenten beschenken.)


Im Gegensatz zum Ungläubigen, der sein Dasein dem unbekannten Schicksal unterordnet, hat der Erwachte wahrhaftige Einsicht in, und umfassendes Verständnis für alle Geschehnisse in Zeit und Ewigkeit. Im göttlichen Licht sieht er diesseitige und jenseitige Verhältnisse und die damit verbundenen Auswirkungen -gleichwohl in einer seiner Seelenidentität entsprechenden Art und Weise.

Getrost schaut er dem Tod ins Auge: “Komm, süßer Tod! Wie willst du mich erschrecken? Lebe ich doch geistig. Nur das Kleid der Seele nimmst du – es gehört dir, du hast ein Recht darauf und es ist gut. Doch allein deinen Anteil darfst du behalten, das darin gefangene Leben wird mir wieder zugeführt zur ewigen Erinnerung ans Erdendasein.”

Was bedeuten vergängliche Befriedigungen noch im Angesicht göttlicher Lebendigkeit und Wirklichkeit! Nicht nur so dahin gesagt, sondern vollauf bewusst ist dem Menschen nun das ewige Leben. So existiert er hier und jetzt bereits in zwei Welten. Jetzt hat er den wahren Sinn und Zweck nicht nur seiner irdischen, sondern seiner kosmisch-geistigen Existenz verwirklicht: Die geistige Wiedergeburt durch die Heimkehr ins Herz seines himmlischen Vaters. Unsagbare Geborgenheit ist seine Glückseligkeit, sein Bewusstsein ist erfüllt von Friede und Freude in einer dem Weltverstand nicht begreifbaren Dimension.


Die göttlichen Eigenschaften nehmen Wohnung im Menschen. Das neue Leben erfüllt ihn mit himmlischem Frieden und einer bisher nie gekannten Freiheit des Herzens. Immer öfter übernimmt die Liebe das Zepter und regiert die Gedanken der Seele, die nun in letzter Konsequenz anbetend vor Gottes Thron knien.

Aber noch ist der Christ nicht vollendet. Um eine geistige Eingeburt zu realisieren, muss der Vater sich zuzeiten zurückziehen, um seines Kindes Treue zu prüfen. Diese Prüfungen sind individuell verschieden, sowohl in der Art und Weise als auch in der Intensität, je nach Zusammenspiel des vorherigen Lebenswandels mit der jeweiligen Seelenstruktur. Sie bedingen das Abtöten irdischer Begehrlichkeiten, die dann ins Grab (der Verwesung) gelegt und letztendlich, vom Tode auferstanden, der Seele geläutert wieder hinzugefügt werden.

Doch mit einem Mal öffnet sich der Gottesgeist gänzlich im Bewusstsein: “Das bist ja Du!” sagt das Kind erstaunt zum Vater – und gleich darauf: “Du wohnst in mir und denkst und handelst! Nicht mehr ich lebe, sondern Du lebst in mir! Und in diesem Zusammenleben sind wir ganz eins, eine Liebe und ein Leben!”

Nun sind Geist und Seele keine Grenzen mehr gesetzt. Der wiedergeborene Mensch ist völlig frei, denn in all seinem Schöpfertum wirkt er göttlich. Doch ist es nicht so, dass Gott für ihn dann kein Gegenüber mehr darstellt, vielmehr geht er eine himmlische Ehe mit Jesus Christus ein. In dieser Liebevereinigung kann die Brautseele völlig eigenständig handeln. Aber wahrhaft glücklich ist sie nur, wenn sie ihr Tun an der Seite ihres göttlichen Bräutigams vollbringt. Und auch er möchte sich ganz und gar mit seinen Brautseelen teilen und ihnen all das schenken, was er selbst hat und ist.


Der geistig Wiedergeborene ist Regent seiner Seelenwelt. Sein Innenleben findet im Licht der Wahrheit statt. Nur noch Gutes und Wahres kann sich in ihm und durch ihn manifestieren, denn das göttliche Licht erlaubt keine Dunkelheit. In der Liebe zum Vater sieht er wundervolle Gedanken aus seinem Herzen emporsteigen, ihn erfüllend mit unsagbarer Freude und himmlischem Frieden. Nun ist der Mensch vollständig wiederhergestellt, ist göttlich lebendig. Aber noch ist er an seinen Körper gebunden, soll ihn nicht verlassen, denn jetzt ist er eine Offenbarung Gottes in der Welt des Scheines und des Todes.

Erst wenn das Gotteskind seine Aufgabe erfüllt hat, wird es den Körper ausziehen wie ein abgetragenes Kleidungsstück und heimkehren ins Herzenshaus seines über alles geliebten Vaters. Ich kann seine Heimkehr sehen … doch nicht beschreiben. Allein meine Freudentränen geben Zeugnis von der Gnadenschau geistvollkommener Glückseligkeit.

(Anmerkung: Der wiedergeborene Mensch ist zugleich Brautseele Christi und geliebtes Kind seines himmlischen Vaters. Eine nähere Erklärung dazu findet man im eigenen Herzen.)


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