“Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht
viel plappern wie die Heiden;
denn sie meinen, sie werden erhört,
wenn sie viele Worte machen.”
Angesichts der Besonderheit der absoluten Willens- und Glaubensfreiheit unterscheidet sich der Planet Erde von anderen Gestirnen fundamental. Während es hier in der Gegensätzlichkeit von Gut und Böse, Liebe und Hass, Wahrheit und Falschheit keine Grenzen gibt, verläuft das Denken und Tun anderer kosmischer Völker in verordneten Bewusstseins-Bahnen; sie vollführen ihr Dasein in mehr oder weniger festgelegten Rahmenbedingungen und Richtlinien gottgegebener Gesetzmäßigkeit. Zumeist ist ihnen das Geistesleben ein innewohnendes Bedürfnis wie das Atmen. Deshalb sind uns viele von ihnen – zum jetzigen Zeitpunkt kosmischer Seelenevolution – in der Entwicklung voraus und in der Lage, uns hilfreich zur Seite zu stehen.
Je weiter der freie Wille gesteckt ist, je mehr Unabhängigkeit von Gottes Willen auf einem Planeten oder Stern waltet, umso passiver verhält sich der Geist im Herzen der Seele. Dieser Umstand bedingt eine große Gefahr der geistigen Verrohung und Erblindung.
Da auf unserer Erde das Prinzip der bedingungslosen Willens- und Glaubensfreiheit waltet, kann Gott einem Menschen nur dann tätig zur Seite stehen, wenn dieser die Seelentür für ihn öffnet. Deshalb ist das Gebet eine notwendige Voraussetzung, um angemessene Geistesnahrung zu erhalten und um Gottes Wirksamkeit zu ermöglichen. Sodann ist er nicht mehr nur Schöpfer und Daseins-Erhalter, sondern fürsorglicher Begleiter und liebevoller Vater.
Dieses Beten setzt ein hohes Maß an Demut voraus, darin das Kind sich eingesteht, dass es seinen himmlischen Vater braucht, um vom Tod ins Leben überzugehen.
Wie soll man beten?
Je nachdem, auf welcher Entwicklungsstufe sich ein Mensch befindet, gibt es verschiedene Formen des Gebets. Grundsätzlich erreichen die an Gott gerichteten Worte nur dann ihr Ziel, wenn das Herz dabei mitschwingt. Die in den religiösen Zeremonien zumeist verständnislos heruntergeleierten Gebetsformeln haben allenfalls Eigenhypnose-Wirkung, sie berühren nicht einmal den Saum des Vatergewandes.
Durchdringend betet man meistens erst in einer Notlage. Das ist in der Regel eine Bitte um Linderung von Leid und Schmerz oder um Hilfe in einer aussichtslosen Situation. Bewirkt die Not eine Herzensöffnung, erreichen die flehenden Worte das Vaterherz; je nach Intensität der Hingabe können geistige Kräfte helfend einwirken. Auch wenn dies nicht immer unmittelbar offenbar ist, so werden doch Prozesse in Gang gesetzt, welche früher oder später von Gottes Segen zeugen.
Ein freies Herzensgebet, das keinem seelischen oder körperlichen Leid entspringt, hat bereits eine stärkere Wirkung. Das kann das Bitten um göttlichen Beistand für ein herzliches und wahrhaftiges Vorhaben sein, in der Hauptsache jedoch das aufrichtige Ersuchen um Führung und Schutz in allen Lebenslagen. Der kindliche Dank ist ebenfalls ein Gebet und beglückt die Seele mit Gottesnähe. Des Vaters Freude ist unermesslich, wenn ein Kind Liebe-Gemeinschaft mit ihm sucht und sein Dasein mit ihm gestaltet.
Auch das in Herzensdemut gesprochene Fürbittegebet für den Nächsten sowie für die Erde insgesamt zieht lichte Geisteskräfte herbei. Es verschafft Notleidenden Gesundung und Standhaftigkeit und eröffnet verirrten Seelen einen Weg aus Sünde und Tod – diesseits oder jenseits spielt hier keine Rolle. Auslöser für ein solches Gebet ist immer des Vaters Barmliebe, die das ihm angehörige Herz anrührt.
Ein Gebet, das das Gotteskind quasi mit Lichtgeschwindigkeit in des Vaters Arme trägt, ist das aufrichtige Vertrauen in allen schicksalhaften Gegebenheiten, seien sie süß oder bitter. Hier sieht es, dass alles, was mit ihm geschieht, zuvor durch des Vaters Herz geht. In diesem Licht sieht es auch, wie es sich in den jeweiligen Situationen verhalten soll. Dieses Gebet öffnet ihm die Tür ins Bewusstsein göttlicher Geborgenheit. Dadurch bekommt das innige Herzensgebet eine ungleich größere Dimension, denn es wird in der Tat lebendig. In dieser trauten Zweisamkeit von Vater und Kind entsteht wahrhaftiger Glaube, darin die allerletzten Zweifelsfunken verbrennen und darin das vollkommenste aller Gebete geboren wird:
Die geistige Wiedergeburt. Hier findet kein isoliertes Beten mehr statt. Hier schlägt das Herz der Seele im Liebetakt Gottes, hier findet die getrennte Liebe allerlebendigst wieder zu- und ineinander; das Herz des Kindes und das Herz des Vaters werden zu einem Herzen.
Diese Vereinigung von Seelenbraut und Gottbräutigam ist das ewige und wahrhaftige Gebet der Liebe. Allein für dieses Gebet wurde der Mensch erschaffen.
Wenn man in sich ein leises Hingezogen-sein zum Gottgeistigen wahrnimmt, im Gebet aber noch keine Liebe zum Vater verspürt, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Da göttliche Liebe dem Herzensgeist entspringt, ist sie im beginnenden Glaubensleben nicht unbedingt fassbar und erfahrbar. Hier muss man langsam einen Schritt nach dem anderen tun.
Die ersten verstandesgeborenen Gebete sind quasi blind und erscheinen kraftlos. Der Mensch sieht nicht, wohin seine Worte gehen und weiß auch nicht, ob sie irgendwo ankommen. Der Vater hört das ehrliche und aufrichtige Gebet aber sehr wohl und weiß genau, ob es jemand ernst meint mit der Bitte um Erlösung und Gottesnähe. Nach und nach spendet er den Kindesworten Liebesbeigaben und zieht es behutsam näher an sein Herz. Hier wird das Gebet fortwährend mit Licht und Liebe gespeist; es erwächst – wie der Betende selbst – vom hilfebedürftigen Neugeborenen zum selbstständigen Erwachsenen, und entwickelt sich bei anhaltender Treue so wie im vorhergehenden Text beschrieben.
Jeder Mensch kann aber immer und überall das Gebet der Nächstenliebe praktizieren. Den bedürftigen und mittellosen Mitmenschen Gutes zu tun, ihnen nach bestem Wissen und Gewissen zu dienen, dem Sünder zu vergeben, das sind Gott wohlgefällige Gebete. Sie erfüllen die Seele nach und nach mit göttlicher Liebe und öffnen ihr das Tor ins Himmelreich.
Der himmlische Vater hat großes Wohlgefallen, wenn seine Kinder ihm alles anvertrauen, ihre tiefsten Geheimnisse mit ihm besprechen, ihre Ängste, ihre Fehler und Schwächen offen bekennen und aufrichtig um Rat und Unterstützung bitten. Es ist ihm eine Freude, ihnen auf ihre vertrauensvollen Bitten hin seine Liebe und Fürsorge zu zeigen und jederzeit in allen Lebenslagen beizustehen.
Des Vaters größte Freude ist es, wenn sein Kind in diesen Begegnungen erkennt, wie liebevoll er ist; ja, hier offenbart sich, dass Gott nicht nur sanftmütig und unendlich geduldig, sondern in seiner sich verschenkenden Liebe demütig ist. Dieses Geheimnis seiner innersten Herzenskammer wurde aller Welt offenbar in seiner Gefangennahme und Kreuzigung, doch wurde dieses Opfer vielfach als Schwäche ausgelegt.
Ein Mensch, der Gott in seiner unermesslichen Vaterliebe findet, verspürt nicht weltlich- vergängliche, sondern ewig-göttliche Freude. Man kann sich keine Vorstellung davon machen, welche Glückseligkeit in der Aufnahme eines wiedergefundenen Kindes in das göttliche Vaterherz enthalten ist. Hier findet der Mensch die Erfüllung all seiner Sehnsucht, er tritt ein in das ewige Leben, in das Land des Friedens und der Liebe -sein endgültiges und wahrhaftiges Zuhause.
Essensgebet
In der heutigen Zeit serviert uns die Nahrungsmittelindustrie praktisch Gift auf dem Teller. Die Lebensmittel in den Supermärkten sind mit gesundheitsschädigenden Zutaten versehen und in dieser Beschaffenheit eigentlich legalisierte Sterbehilfen. Raffinade-Zucker ist langsam wirkendes Gift und für allerlei Krankheiten verantwortlich. In der Gastronomie werden zumeist mit allerlei Chemikalien versetzte Fertigprodukte verarbeitet, die auf Dauer zerstörend auf den Organismus wirken. Dasselbe gilt sowohl für die mit Pestiziden verseuchten und gentechnisch veränderten Nahrungsmittel als auch für die grundsätzliche Verfütterung von Antibiotika an Tieren; hier greift man in die göttliche Ordnung ein und setzt zerstörende Prozesse in Gang, die bald außer Kontrolle geraten.
Nur vergleichsweise wenige Menschen ernähren sich ökologisch, wobei man bei Importen nicht immer weiß, welche Wertigkeit zur Zertifizierung angewendet wurde. Zudem ist auch biologische Nahrung nicht frei von Verseuchung durch chemischen Niederschlag. Aus diesem Grund ist das Essensgebet zu einer Notwendigkeit geworden. Wenn man vor der Mahlzeit vertrauensvoll bittet, dass der Vater Speise und Trank segnen möge, dann geschieht dies. Die Nahrungsaufnahme schadet dem Menschen dann nicht, sondern stärkt ihn. Der aufrichtige Herzensdank nach dem Essen vertieft der Seele Demut und schenkt ihr innige Verbundenheit mit dem Geber aller Gaben.
Das bedeutet nicht, dass man betet und sich anschließend der Völlerei hingibt, dies wäre Gott versuchen. Etwas vernünftig sollte man sich schon ernähren, denn durch das übermäßige Essen festigt sich die Bindung der Seele zum Körper und behindert diese in ihrer Entwicklung. `Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen!´ heißt es ganz richtig in dem Sinne, dass Speise und Trank der Seele das Leben im Körper erhalten – doch leider wurde diese Weisheit zum Sinnspruch hemmungsloser Völlerei. Wichtig wäre eine gesunde Synthese von Seele und Leib, wobei sich die Seele jederzeit vom Körper lösen und frei nach innen wenden kann.
Hat sich ein Mensch durch seine rechte Lebensweise mit dem Gottesgeist vereint, ist all sein Tun zum Gebet geworden. Die Gegenwart des Vaters reinigt und segnet alles, was sein Kind zu sich nimmt, was es spricht und tut und was immer ihm begegnet.
Auswendig aufgesagte Gebete sind nur von Wert, wenn die Seele dabei in kindlicher Liebe mitschwingt. Ein kurzes Gebet oder ein nach Worten ringendes, aber aufrichtiges Herz ist dem Vater tausendmal lieber als vorgefasste Worte und Bekenntnisse ohne Glaubenskraft.
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Meine Zeit steht in Deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir. Du gibst Geborgenheit, Du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in Dir.
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Lieber Jesus, ich möchte Dir in allen Menschen begegnen. Im liebevollen Nächsten zeigst Du
mir Deine Zuneigung und Güte, im Sünder zeigst Du mir meine Fehler und Schwächen.
Bitte stärke mich im Vertrauen zu Dir. Hilf mir, meine Unzulänglichkeiten zu überwinden, überwinde Du sie in und mit mir, denn ohne Dich vermag ich nichts.
Bitte nimm mich an Deine Hand und zeig mir Deine Liebe, damit
ich allezeit darin und daraus handeln kann.
Dass ich mit ganzem Herzen sagen kann:
Dein Wille geschehe.
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Lieber Vater, bitte schenke mir ein mit Liebe zu Dir erfülltes Herz, befreie
mich aus meiner irdischen Unzulänglichkeit und Dunkelheit. Nimm mein Leben in Deine Hände, auf dass ich Dich in mir
finde und mich erkenne als Kind in Dir.
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Lieber Vater, gib, dass ich mit Deinen Füßen schreite,
mit Deinen Händen gebe,
mit Deinen Ohren höre, mit Deinen Augen sehe, mit Deinem Mund spreche und mit Deinem Herzen liebe alles Leben.
Dies kannst nur Du, lieber Vater, geben.
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Vater unser, der Du bist im Himmel,
geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Lass nicht Versuchungen über uns kommen (die wir aufgrund unserer Sündhaftigkeit selbst bewirkt haben, denen
wir in unserer Schwäche jedoch nicht widerstehen können),
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen