Die sieben Worte am Kreuz

Samuel Surazal Neue Offenbarungen aus dem Gottesgeist

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Samuel Surazal
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1. Auflage Mai 2024 ▪ Samuel E. Surazal
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Deutsch
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Deutsche Originalausgabe

1. Auflage Mai 2024 ▪ Samuel E. Surazal

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ISBN 978-3-8280-3862-2

Jesus Christus:

Mir macht nur das Freude,

was Meinen Kindern Freude macht.

Nicht Meine Gottheit, nicht Meine Weisheit und Allmacht,

und so auch nicht Meine Allwissenheit,

sondern allein die große Liebe zu Meinen wahren Kindern,

die Mich lieben, das macht die höchste Glückseligkeit

Meines ganzen Wesens aus.

Wahrlich Ich sage euch:

Ein Herz, das Mich wahrhaft liebt,

gibt Mir mehr als alle Himmel und Welten

mit all ihrer Herrlichkeit!

Und Ich will 99 Himmel verlassen

und ein Herz suchen, das Mich lieben kann.

Die sieben Worte Jesu Christi am Kreuz von Ihm selbst erklärt

und deren besondere Bedeutung für unsere Zeit.

Empfangen durch A. G. G. im Namen und Auftrag des Herrn JESUS JEHOVA ZEBAOTH

im Jahre 1863

So schreibe: Du sollst ein Buch schreiben, zum Zeugnis, dass es Mir gleich ist, welches Werkzeug Ich wähle oder wen Ich zum Träger Meines Wortes aussuche; denn nicht die Großen und Gelehrten werden es erfahren, was es heißt `ein Rüstzeug des Herrn´ zu sein.

Auf mein Zweifeln, ob wohl das, was ich schreibe, vom Herrn selbst mir diktiert werde und nicht vielleicht unbewusst mein eigenes Produkt sei, erhielt ich sogleich folgende Antwort:

Ich will dir, du ungläubige Seele, beweisen, dass Ich es bin, der Herr des Himmels und der Erde, welcher durch deine irdische Hand schreibt. Ich will, dass du aus dir selbst die Liebe und das Vertrauen haben sollst – und nun glaube und vertraue!

Schreibe! Ich Dein Gott und Vater von Ewigkeit gebiete dir: Du sollst von heute angefangen alle Tage abends eine Stunde Mir überlassen, wo Ich dir in die Feder sagen werde, was Ich der Welt verkündet wissen will. Sei nicht furchtsam, Ich selbst bin ja bei dir, die achte Stunde abends. Schreibe oben darüber die Worte:

Des Herrn Eröffnungen an die Menschen, Seine Kinder

1.

So schreibe denn: Ihr, Meine Kinder, die ihr durch die Sünde gebunden seid und im Schlafe eures Welttums dahin träumet, vernehmet Meine Worte, welche Ich als der alleinige Herr der ganzen Unendlichkeit durch den Mund einer Mir dazu auserwählten Magd euch kund tue.

Die Zeit der Vorhersagung der Propheten im alten Bunde ist mit Meiner einstigen Darniederkunft auf der Erde erfüllet worden, sowie alles, was die Seher von Mir vorausgesagt haben. Und jetzt ist abermals die Zeit herbeigekommen, welche Ich bei Meinen irdischen Leibeslebzeiten vorausgesagt habe, wo Ich sprach: Es wird eine Zeit auf Erden sein, wo, wenn es von Mir zugelassen wäre, selbst Meine Auserwählten von Mir abfallen würden. Ihr Übrigen aber, denen alles eher am Herzen liegt, als eure ewige Bestimmung zu erforschen, und die Mittel euch eigen zu machen, dieselben zu erreichen, euch lege Ich als euer Vater und einstiger Richter ans Herz: Lasset die Welt und ihre vergänglichen Freuden und kehret euch zu Mir in Wort und Tat, dieweil es noch Zeit ist. Denn nicht mehr lange, so ist Meine Geduld erschöpft und ihr verfallet dem Gerichte Meines Zornes. Ihr wisset ja doch aus der Schrift, dass es schrecklich ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Auch sage Ich euch: Wahrlich, wahrlich, Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber nicht.

2.

Ich, der Herr, sage euch: Als Ich in Meinem irdischen Leibe unter euch Menschenkindern auf Erden gewandelt, habe Ich Sünder und Zöllner, welche damals als das verachtetste Volk angesehen wurden, um Mich versammelt. Deshalb war Ich bei den Großen und Vornehmen verachtet und verhasst, so dass Ich allerorts als ein schlauer Volksbetrüger und heimlicher Sünder verschrien war. Doch Ich kam nicht der Gerechten wegen zur Erde nieder, sondern der Kranken im Geist und der Sünder wegen, für welche Ich Mein Leben und Blut hingab.

Zur Zeit Meiner Kreuzigung aber umstanden Mich Meine Mir noch treu gebliebenen Freunde, sowie eine große Menge schadenfrohes Volk, welches mit Hohnlachen schrie: „Früher hat Er andern geholfen, jetzt kann Er Sich selbst nicht helfen!“, welches die Feinde um so mehr in Ihrem Glauben bestärkte, dass Ich nicht Gott, wohl aber ein von Gott verlassener großer Verbrecher sei. Auch habe Ich in Meinen Ängsten am Kreuze in Meinem irdischen Fleische sieben Worte zu den Umstehenden in althebräischer Zunge gesprochen, wovon bis auf den heutigen Tag noch keine wahre Auslegung existiert; daher Ich Mich in Meiner Gnade bewogen gefunden habe, selbige nochmals, und zwar mit genauer Auslegung, was dieselben für die zukünftigen (d.h. die jetzigen) Zeiten zu bedeuten haben, zu wiederholen, und diese den Menschen, die eines guten Willens sind, zu offenbaren.

3.

Als Ich nach langen Leiden und Pein, welche Ich durch die Ruchlosigkeit der Schergen erdulden musste, so weit gekommen war, dass die Hohepriester sahen, dass es mit Mir zu Ende gehen könnte, bevor sie ihre Rache und Bosheit an Mir gekühlt hätten, so trachteten dieselben, das Todesurteil von dem obersten römischen Gerichtshofe zu erlangen, um doch die Freude zu erleben, Mich qualvollst sterben zu sehen. Als demnach die Todesbotschaft, wonach Ich sollte gekreuziget werden, ankam, frohlockten Meine Feinde überlaut und trachteten, dieselbe sogleich in Vollzug zu setzen.

4.

Als endlich Meine Hinrichtung erfolgte, da kamen Meine Freunde, welche heimlich sich unter dem Volke verborgen gehalten, zum Kreuze, um Mich zu trösten und zu stärken; allein die böse Rotte wollte dieselben zurücktreiben, und nur durch die Vermittlung des Pilatus war es Meiner Mutter, sowie Johannes, Meinem Lieblingsjünger, nebst noch einigen Frauen möglich, bis zum Fuße des Kreuzes zu gelangen und so bei Meinem Leibestode gegenwärtig zu sein.

5.

Nun, als die freche Rotte Mich Meiner Kleider beraubte, und so entblößt Mir Hände und Füße an das Holz band, und zum Überflusse dieselben noch mit stumpfen Nägeln durchstach, so geschah es, dass Ich in Meinem gequälten Fleische aufseufzte und sprach: „Herr vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.” Das nämlich war das erste bedeutungsvolle Wort, welches Ich in Meinem Schmerz und in Voraussicht der künftigen Menschen und ihrer Sünden gesprochen.

6.

Als Ich am Kreuze aufgerichtet wurde, da sah Mein Leib, von Blut und Staub bedeckt, so erbarmungswürdig aus, dass selbst den umstehenden Feinden das Herz mitleidig bewegt wurde. Ich aber sah, dass es nur vorübergehend war und ihr Erbarmen nicht Mir, sondern nur ihrem Schönheitsgefühle galt. Deshalb sprach Ich: „Mich dürstet!“ Allein die Schergen verstanden nicht, was Ich mit diesen Worten meinte, dass Mich um das Heil so vieler Seelen, welche Ich in ihrem Wahne zu Grunde gehen sah, dürstete; so gaben sie Mir, um Mich noch mehr zu quälen, Galle mit Essig vermengt zum Trinken, welches Ich aber verschmähte.

7.

Alsbald begann die ganze Natur zu beben und die Elemente aus ihrer Ordnung zu treten, die Sonne als das Vorbild des ewigen Lichtes verlor ihren Glanz, als Zeichen, dass die Menschen in ihrer geistigen Blindheit nicht sahen, dass Sich die Gottheit unter der sterblichen Hülle Meines Leibes zurückdrängte und den Leib dem materiellen Tode übergab; deshalb sprach Ich die Worte: „Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen!”

Nicht ein anderer Gott außer Mir war es, zu dem Ich rief, sondern die Gottheit in Mir, Gottesgeist und Urkraft in ihrem Vollmaße. Allein die Leibeshülle war aus Erdenstoff – gleichwie bei den Menschkindern – genommen, und diese musste auch Mir untertänig sein, deshalb suchte die Materie in ihrer Verlassenheit Hilfe, zum Vorbilde, dass jeder Erdenmensch Hilfe allein bei Gott suchen soll.

8.

Die Zeit nahte heran, wo Ich immer schwächer Mich fühlend, die Seele Meinem himmlischen Vater überantwortend, zum Himmel blickend sprach: „Eli! Eli!“ Da sah Ich unter dem Kreuze Meine Mir so liebe und treue Mutter Maria nebst Meinem Jünger Johannes, zum Tode betrübt stehen, und sprach zu beiden die bedeutungsvollen Worte: „Maria, siehe deinen Sohn”, und zu Johannes „siehe deine Mutter“. Mit diesen Worten gleichsam andeutend, dass Ich die Weltkinder dem Gottesgeiste übergeben habe, demnach Mein geistiges Testament machte, und Maria zur Mutter der schwachen und kranken Seelen im Fleische.

9.

Als es nach jüdischer Zeitrechnung drei Uhr geworden, so war die Zeit Meines Leibestodes herangekommen und Ich erzitterte in Meinem Gebein im Todesschauer. In solchem Augenblick sah Ich neben Mir den mit Mir zugleich an das Kreuz gebundenen Verbrecher Dismas, welcher seine Augen in Sehnsucht nach Mir wandte, in Gnaden an, und versprach ihm, dass er heute noch bei Mir im Paradiese sein werde, welches nach Meiner Auffahrt bis auf den heutigen Tag zu vielen Auslegungen Anlass gab.

Die allein wahre und einzige aber ist diese: Dass jede Menschenseele nach ihrem Leibestode in einen niederen oder höheren Grad je nach ihrer Vollkommenheit gelangt, und selbst Seelen, welche alles Irdische schon diesseits gebüßt haben, zuerst nur in das Paradies oder in den niederen Grad der Seligkeit gelangen können; denn keine Seele, bevor dieselbe nicht ganz geläutert und gereinigt ist, kann in den Liebehimmel oder zur höheren Seligkeit eingehen; und ebenso hat Dismas durch die Liebe und das Vertrauen zu Mir den ersten Grad erreicht, so dass es möglich war, ihm das Paradies zu verheißen.

10.

Ich war schon in den Todeszügen, als Ich die Worte sprach: „Vater, in Deine Hände empfehle Ich Meinen Geist!” Dieses ist ebenfalls ein sehr bedeutendes Wort für die Menschen; denn weshalb sollte Ich, Gott selbst, Meinen Geist in die Hände eines Gottes außer Mir empfehlen, da würden ja zwei Götter in Erscheinung treten (oder wie später – drei!) Allein dem ist nicht so, und soll sich daher Niemand irre führen lassen durch diesen Ausspruch, denn jeder verstehe damit, dass nur die äußerste Umhüllung Meines inneren Gottesgeistes diese Worte sprach, und solche also nur in eben dem Sinne zu verstehen sind, so wie Ich bei Meinen Leibes-Lebzeiten von Mir sagte: „Ich, des Menschen Sohn, sage euch dieses oder jenes Gleichnis“, ebenso sprach die Lebenskraft oder seelische Potenz Meines irdischen Leibes die Worte: „Vater, in Deine Hände empfehle Ich Meinen Geist.“

11.

Sobald als sich die Seele drängte, den Leib zu verlassen, wurde Ich immer schwächer, und das umstehende Volk frohlockte und spottete Meiner. Doch Ich musste den Kelch bis zur Neige leeren, und deshalb sah Ich voraus, dass die tobende Menge ungerührt von Meinem Schmerz und Todeskampf bleiben werde. Und so denn, als schon der letzte Augenblick Meines irdischen Lebens gekommen war, sprach Ich das letzte Wort auf Erden: „Es ist vollbracht!“

O Menschen! Wenn ihr im Stande wäret, dieses einzige Wort nur so recht vom Grunde aus zu verstehen, was es heißt, dass Gottes Sohn das große Werk der Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes vollbrachte, so würde keine Seele zu Grunde gehen. Doch die Sünde ist durch Adam in die Welt gekommen, und deshalb wird, solange noch eine gefestete Materie den Weg des Fleisches durchs irdische Leben gehen muss, die Sünde und der materielle Tod der Anteil der Menschenkinder sein, und wurde darum durch Gottes Sohn und sein Mittleramt nur die Kraft des Bösen und der Satan in der Materie gebrochen.

12.

Auf dieses Mein letztes Wort verschied Ich, oder vielmehr: Meine Seele oder Lebenspotenz trat aus der Materie, vereinte sich mit Meinem Urgeiste, welcher Gottesgeist war, und Ich stieg hinab in den Ort, wo die Seelen der Altväter der Stunde der Erlösung harrten; denn kein Geschöpf konnte, bevor die Gerechtigkeit Gottes durch das große Liebeswerk der Erlösung versöhnt war, in den Frieden des Himmels eingehen. Ich machte also wieder frei die Bahn, welche ursprünglich allen Wesen frei gegeben war, und einst schon durch den Abfall der Engel abgebrochen wurde.

Adam sollte diesen Pfad wieder errichten und die in Erstarrung getretene Materie, welche alles geistige Leben umhüllt, zu ihrem Ursprunge zurückführen, wozu ihm der Wille frei gegeben wurde. Aber er verlor die Freiheit wieder durch die Sünde des Ungehorsams gegen Gott, und verfiel nebst allen Nachkommen immer tiefer in das Gericht des Todes, wovon ewig keine Erlösung zu hoffen war. Da trat die unendliche Erbarmung und Liebe des Urewigen ins Mittel, und Er schied sie als `Gottessohn´ für eine Zeit, um in Erdenstoff (als Menschensohn) umhüllt, Seine Geschöpfe frei zu machen und sie zurückzuführen zu ihrer ersten und einstigen Bestimmung.

13.

Als Ich die vorgeschriebene Zeit nach jüdischem Gesetz am Kreuze gehangen, so kam die Zeit heran, dass die Leiber der drei Verbrecher, unter welche Ich mitgezählt war, abgenommen werden sollten; denn es war die Zeit der Rüsttage, während der niemand auf der Richtstätte bleiben durfte. Da kamen Meine Freunde, welche zumeist Römer und Griechen waren, auch einige Juden gab’s unter denselben als heimliche Anhänger Meiner Lehre, und wollten Mir den letzten Liebesdienst auf Erden erweisen.

Sie hatten nämlich Meinen Leichnam vom obersten Statthalter erkauft, um denselben in ein Grab legen zu können. Und so wurde Ich von Meinen wenigen Mir noch treu gebliebenen Freunden unter Spott und Hohn des Judenvolkes vom Kreuze herab genommen, und Meine zum Tod betrübte Mutter Maria sank zu Mir auf die Erde nieder und nahm Mein Haupt auf ihren Schoß unter tiefem Wehklagen und unzähligen Tränen, als sie ihr Kind entstellt, blutend und tot in ihrem Schoße liegen sah.

14.

Du fragst Mich, wie es mit der Seitenwunde aussieht, welche Ich vergessen haben müsste, da Ich davon keine Erwähnung gemacht hätte; doch sorge dich darum nicht, denn diese Wunde ist Mir erst, als Ich irdisch verschieden war, beigebracht worden und war nur die willkürliche Handlung eines barmherzigen Soldaten, welcher der Meinung war, dass Ich vielleicht nur in Todesohnmacht wäre und dadurch von Meinem grausamen Leiden früher erlöst würde, deshalb ihm auch die Gnade zu Teil wurde, dass in eben demselben Augenblick, als sein Speer Mein Herz durchstach, sein Herz von namenlosem Schmerz durchzuckt wurde, und er erkannte, wessen Herz er da durchstochen hat.

15.

Nun wurde Ich (d.h. meine Hülle) zu Grabe getragen, welches eine ziemliche Strecke außer der Stadt Jerusalem gelegen und dem Hohepriester Nikodemus gehörte. Als Mein Leib mit Spezereien nach morgenländischer Sitte wohl versehen und in weiße Linnen gehüllt in die Gruft versenkt wurde, umstanden Mich weinend und klagend Meine Freunde. Welch ein Schmerz die treuen Seelen durchzog, als sie Mich ihrer Meinung nach zum letzten Male auf dieser Erde zu sehen wähnten und von Mir den traurigsten Abschied nahmen – davon ist in Meiner Leidensgeschichte bereits Erwähnung geschehen. Hier in diesem Werkchen soll bloß von Meinem Tode und von den nun bald in Erfüllung gehenden Vorhersagen, welche durch die sieben Worte, die Ich für die blinde Volksmenge unverständlich gesprochen, angedeutet, vorherbestimmend die Rede sein.

Denn nun ist die Zeit herangekommen, in der Ich die Worte zur Tat machen werde; und durch das erste Wort, das Ich gesprochen, wollte Ich anzeigen, dass Ich die Menschen in fernen Zeiten, welche die Jetztzeit ist, ihres Übermutes und ihrer Sittenlosigkeit wegen, der Gnade der Gottheit in Mir übergab. Denn die Menschen werden das Maß ihrer Sünden voll machen, und so die Strafe sich selbst durch Glaubens- und Lieblosigkeit zuziehen, und so ohne Aufenthalt ihrem Verderben entgegeneilen.

16.

Als Ich durch fast zwei Tage im Grabe gelegen hatte, so war, um die Schrift zu erfüllen, die Zeit Meiner Verklärung oder Auferstehung gekommen. Und es war daher des dritten Tages Morgen angebrochen, als Ich Mich von den Banden des Todes frei und ungehemmt, und die Seele mit dem vergeistigten Leibe vereinend, zu Meinem himmlischen Vater oder Urgeist erhob, und daher glorreich als Überwinder des Todes und Satans in der Materie auferstand.

Es waren die ersten Stunden des Morgens, als Ich der Maria von Magdalon im Garten erschien, welche Mich in tiefem Schmerz im Grabe besuchen wollte, und, als sie Mich erblickte, vor Freuden außer sich in Liebestränen aufgelöst zu Meinen Füßen sank und kaum zur Ruhe gebracht werden konnte. O wie segenbringend ist eine solche Liebe!

Ich erschien an diesem Tage auch noch einigen Meiner Jünger, ebenso Meiner Mutter Maria. Da war endlich die Zeit heran gekommen, wo Ich nach Erfüllung Meines Mir vom himmlischen Vater (Meiner innersten Liebe, d. Hrsg.) auferlegten Opfertodes noch Zeit und Muße hatte, mit Meinen Freunden zu verkehren und ihnen den Wert und die Bedeutung Meines so schmerzlichen Leidens und Todes zu erklären; und es ist bis zur Stunde noch nirgends in der Welt verzeichnet vorgefunden worden, was Ich während der Zeit bis zu Meiner Auffahrt alles mit Meinen Jüngern geredet habe, da nur einiges in den Briefen Pauli an die Epheser vorkommt, was mit Meinen Lehren während Meines noch irdischen Aufenthaltes fast gleichbedeutend ist.

Im Eingange dieser Schrift habe Ich die Andeutung gegeben, dass Ich die Zeit der Heimsuchung, oder vielmehr die Zeit der Züchtigung der sündhaften Menschen, durch die sieben Worte bedeutungsweise vorhergesagt habe, und dass Ich dieselben jetzt den noch nicht ganz im Sündenschlafe verfallenen Menschen zum Nutzen erklären will, um der Welt zu zeigen, dass Gott nicht den Tod des Sünders will, sondern dass er sich bekehre und lebe.

17.

Sobald Ich sah, dass Meine Jünger Mich erkannten und Mir wieder wie früher anhingen, so versammelte Ich sie in einer von der Stadt abgelegene Herberge und besprach Mich mit ihnen von Meinem Tode, von Meiner Auferstehung, sowie auch von Meinem baldigen Hinübertritt oder von der Auffahrt zum Vater, welches Meine Freunde sehr betrübte, als sie hörten, dass Ich sie auf immer verlassen werde. Doch Ich vertröstete sie, und versprach ihnen einen Tröster zu senden, welcher sie stärken und in alle Wahrheit leiten werde.

Mit diesem Troste gaben sich endlich Meine Freunde zufrieden. Darauf aber machte Ich Meinen Liebling, den Johannes, noch bekannt mit allen Ereignissen, welche die fernen Völker im Laufe der Zeiten treffen werden; auch sagte Ich ihm, er solle alles aufzeichnen, was Ich ihm in Betreff der Zukunft bekannt machen werde, welches auch geschah. Allein durch spätere Kriege und Eroberungen der Völker gingen alle diese Schriften verloren. Und so höre und schreibe du nochmals, was Ich dir hierüber kund zu machen für gut finde:

18.

Es ist zwar von Gott jedem Menschen der freie Wille gegeben, Gutes oder Böses zu tun, und sich die Seligkeit oder aber die Verdammnis zu erwerben; allein Gott ist allwissend, und übersieht die Zeitläufe von Äonen von Jahren wie den Zeitraum einer Sekunde. Deshalb sah die Gottheit schon im Anfange beim Falle des ersten Menschenpaares, welches Unheil die Sünde nach sich ziehen wird, und was für die fernen Abkömmlinge im Laufe der Zeiten für Kriege, Krankheiten und unzählige andere üble Folgen daraus entstehen werden. Und so blieb denn, um die Menschenkinder doch wenigstens vom ewigen Tode zu erlösen, der erbarmenden Liebe der Gottheit nichts anderes übrig, als durch die Menschwerdung des ewigen Wortes die Bande des ewigen Todes zu lösen.

Es sind jedoch die zeitlichen Übel dadurch nicht aufgehoben worden, denn die Sünde zieht die Strafe unvermeidlich nach sich, und oh, in welchem Meere von Sünden und Lastern sind die Menschen versunken! Zur Zeit, als Ich, der Erlöser, für das Menschengeschlecht blutend und sterbend am Kreuze hing, da sah Ich die ganze Größe ihrer Schuld und deren Folgen, und deshalb sprach Ich denn auch die bedeutungsvollen sieben Worte, die nicht in ihrer Bedeutung verstanden wurden, und die Ich darum nach Meinem Tode dem Johannes erklärte, und jetzt den Menschen nochmals zu ihrem Heile erklären werde.

19.

Das erste Wort, welches Ich da gesprochen, war also wie bekannt: „Herr vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun!“ Dieses Wort hat nicht so sehr die blinden Juden angegangen, als vielmehr diejenigen Nachkommen, welche Meine Lehre angenommen, Meinen Namen tragen und in der späteren Zeit Mir Tempel bauen werden. Diese Menschen haben sich trotz Meiner Lehre, dass Mein Reich nicht von dieser Welt sei, so in die irdische Materie hineingelebt, dass Mein einst an denjenigen reichen Sohn des Pharisäers, welcher Mich fragte, ob er auch das Himmelreich gewinnen könne, getaner Ausspruch: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein solcher Reicher ins Himmelreich“ seine Anwendung findet. Meine Lehre spricht von Demut, Sanftmut, Duldsamkeit der Schwächen seines Nächsten, doch wie so wenig wird diese Lehre befolgt! Gerade die Meinen Namen tragenden, Meine sein sollenden Jünger sind des Hasses voll gegen ihre in menschlichen Schwächen verfallenen Brüder. Ich betete doch, dass alle Menschen als Brüder und Schwestern untereinander sich gleich guten Brüdern beistehen möchten, aber wie wenig wird dem Folge geleistet! Mord, Raub, Zank und Totschlag aus Nichtbeachtung Meiner Lehre aus den Himmeln ist nur zumeist offenbar, und wird in zivilisatorischer eigen- und herrschwilligster Folgewidrigkeit selbst den Bessern schon mehr oder minder verderblich.

20.

Das zweite Wort, welches Ich gesprochen, lautete: „Mich dürstet!“ O – wohl dürstete dort und dürstet es Mich noch immer – um das Heil so vieler in ihrem Wahn zu Grunde gehender Seelen, welche nur in ihren Weltgelüsten ihr Heil suchen und sich weder um Gott noch um eine Ewigkeit bekümmern. Doch wehe! wehe solchen Weltlingen! Es wird ein furchtbares Gericht über sie hereinbrechen, indem das Maß ihrer Sünden übervoll, und ihnen nur noch eine kurze Frist gestellt ist; wenn aber auch diese verflossen, so werden sie hinweg gestrichen aus dem Buche der Lebendigen.

Du fragst Mich in deinen Gedanken, wie es denn kommt, dass Ich immer drohe, und doch keine feste Zeit Meiner Züchtigung bestimme, so sage Ich dir und allen, welche Ohren haben zu hören: Eben, weil Ich als euer Vater und ewiger Richter jeder Seele hinlänglich Zeit und Gelegenheit biete, sich ihr ewiges Heil zu erwerben, und dann keine Seele am Tage des Gerichtes sich zu entschuldigen und auszureden im Stande ist, als ob selbige verkürzt worden wäre.

21.

Nun weiter! Mein drittes Wort war: „Mein Gott, Mein Gott, warum hast du Mich verlassen!“ Das haben selbst Meine Freunde für menschliche Schwäche genommen, und kamen dabei in Zweifel, wie es denn komme, dass Ich früher Mich für Gott ausgegeben hätte, und jetzt in Meinen Todesängsten zu Gott rief, im Wahne, Er habe Mich verlassen. O ihr kurzsichtigen Sterblichen, merket ihr denn nicht, dass Gott nur der Geist in Mir war, und die Hülle oder das Fleisch aus schwacher Materie gleich euren Leibern ebenso dem Schmerz und der Pein untertan sein musste!? Denn welches Verdienst wäre es wohl gewesen, wenn nicht Gott in dieser Hülle die große Schuld der Menschen entsündigt hätte, und deshalb musste die Materie gehorsam sein bis zum Tode am Kreuze.

Ebenso werden alle jene am großen Gerichtstage sagen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ welche sich im Leben nie oder sehr wenig um Mich und Mein Wort bekümmert haben. Allein, wenn die Zeit der Gnade vorüber ist, so hilft kein noch so lauter Ruf um Gnade und Barmherzigkeit; denn schau um dich, und du wirst finden, wie die Welt vorwärts schreitet auf der Bahn der weltlichen Wissenschaften, wie auch von allerlei Künsten und neuen Entdeckungen. Die Menschen erforschen die geheimsten Kräfte der Natur, und Ich lasse es zu, dass alle meine Werke ihnen untertan sind, da Ich ja alles herrlich und zum Nutzen Meiner Kinder erschaffen habe. Allein zu welchem Zwecke werden all ihre Wissenschaften verwendet!? Nur, um sich zu bereichern mit weltlichen Schätzen, oder um ihrer Hoffart und ihrem Übermute zu frönen, und dabei ganz vergessend ihrer armen Brüder, die immer tiefer in allerlei Not und Elend versinken, und in ihrem Jammer um Hilfe und Erbarmung zu Mir rufen. Sollte Ich nicht Meiner armen Kinder Mich erbarmen und sie erretten aus ihrem schweren Joche der Sklaverei geistig und leiblich?!

22.

Den Ausspruch Meines vierten Wortes, lautend: „Maria, siehe deinen Sohn, und du Sohn, siehe deine Mutter“ tat Ich nicht so sehr Meiner Mutter wegen, indem Ich ja wusste, dass Meine Jünger Meine Leibes-Mutter nicht verlassen würden, sondern um dadurch gleichsam anzuzeigen, welche Liebe Ich für Meine Kinder im Herzen trug, Ich wollte sie also der erbarmenden Liebe Gottes, welche durch die Mutterliebe entsprechend angedeutet wird, anempfehlen; und unter dem Sohne wurden gleichfalls alle Menschenkinder verstanden, welche sich durch die genaue Befolgung Meiner Lehre dieser Liebe wert machen können.

Allein, wo ist jetzt unter den Menschen die genaue Befolgung Meiner so einfachen und für das Wohl der Seele so nutzbringende Lehre? Wenige unter Meinen Kindern befolgen noch halbwegs Meinen Willen, die übrigen sind entweder vom Eigendünkel zu umstrickt oder von zu vielen Weltsorgen umgeben, um sich viel um Mein Wort zu bekümmern. Deshalb hat sich Meine göttliche Lehre fast nur mehr zu einer Scheinlehre, oder zu einem hergebrachten Gebrauche gestaltet, und dadurch die Sünde die Oberhand über die Menschen gewonnen. Es ist daher höchste Zeit, Meine Kinder wieder mit allem Ernst auf den rechten Weg, welchen sie leider schon lange verlassen haben, zurückzuführen. Allein das geht leider nicht mehr mit gelinden Mitteln, sondern nur mit aller Strenge des Gerichtes; denn auch das Sprichwort sagt: `Wer nicht hört, der muss fühlen!´ Und so muss, um die Völker nicht ganz in ihrer maßlosen Verblendung in den ewigen Tod versinken zu lassen, eine ernstliche Züchtigung über dieselben hereinbrechen.

Ich warnte und warne immer jeden Menschen im Einzelnen sowie ganze Völker im Allgemeinen durch Zuschickung von Krankheiten, Misslingen ihrer weltlichen Spekulationen, durch Kriege, Teuerung von Lebensmitteln und dergleichen mehr. Ich ließ es zu, dass die Menschen durch ihren Eigensinn sich selbst oft den größten Schaden gegenseitig zufügen, und dennoch ist das alles umsonst! Die Menschen werden die Ursache aller dieser Übelstände überall wo anders suchen, als bei sich, und in ihrer Sündhaftigkeit Mir, als ihrem gütigen und langmütigen Gott, die Schuld beimessen

O, du verblendetes Menschengeschlecht! Wie lange soll Ich deinem tollen Treiben noch zusehen? Meinst du wohl in deinem verblendeten Wahne, du könntest Mir, deinem Herrn und Gott, Trotz bieten? Doch wehe dir, du wirst in der Zeit der Not deine Hände vergebens um Hilfe zu Mir empor heben! Ist die Zeit der Gnade vorüber, so werde Ich Mein Ohr deinem Geschrei verschließen, und taub gegen deine Bitten sein; denn ihr wisset, dass es nicht genug ist `Herr! Herr!´ zu rufen, sondern allzeit gerecht auf Meinen euch vorgezeichneten Wegen zu wandeln, wenn ihr Meiner Gnade teilhaft werden wollet.

23.

Nun kommen wir zur Auslegung des fünften Wortes, welches Ich am Kreuze gesprochen: „Heute noch wirst du bei Mir im Paradiese sein.” Ich sprach zwar diese Trostworte zu Dismas, welcher Mir zur rechten Seite am Kreuze hing; es galten aber diese Worte nicht ihm allein, sondern allen Menschen, welche Meine Lehre angenommen haben und danach leben. Weshalb Ich aber nur das Paradies und nicht den Himmel versprochen, habe Ich schon im Anfange dieses Büchleins angedeutet.

Es wird bald die Zeit herbeikommen, wo selbst Wenige nur das Paradies sich erringen werden, indem es von Mir zugelassen wird, dass die Menschen alles, was in ihrem freien Willen liegt, unternehmen können, und selbst den bösen Geistern, bevor die große Zeit Meines Gerichtes eintritt, Zeit gegeben ist, sich zur Um- oder Rückkehr zum Urlichte zu wenden; wobei denn aber auch Meinen guten Engeln der Auftrag gegeben wird, Meine Kinder zu beschützen und sie zu bewahren vor den Fallstricken Satans. Deshalb stehet es auch geschrieben: „Es wird eine Zeit kommen, wo, wenn es zugelassen würde, selbst die Frommen abfallen würden.“ Was wird das für eine Zeit sein? werdet ihr fragen, und Ich sage euch, es ist die Zeit des Hochmutes, der Hoffart, des Geizes, der Unzucht und der Hurerei aller Art, welche alle Völker ergriffen hat, und sie immer tiefer und tiefer in ihren Lasterpfuhl hinunterzieht, woraus ohne Meine Hilfe ewig keine Rückkehr zu hoffen ist.

24.

Mit Meinem am Kreuze ausgesprochenen sechsten Wort: „Vater! in deine Hände empfehle Ich Meinen Geist!“ wollte Ich gleichsam allen Menschenkindern das schöne Beispiel geben, dass sich die Seele zu ihrem Urquell zurück zu begeben hat, und der Mensch sein Leben und Tun so einrichten sollte, damit er am Ende seiner irdischen Laufbahn mit Freude und Frohlocken seine Seele seinem himmlischen Vater übergeben könne.

25.

Nun aber sprach Ich Mein letztes Wort: „Es ist vollbracht!” Ja wohl war es vollbracht, das große Werk der Erlösung; doch, was frommte es auch Tausenden und Tausenden von Seelen, welche zwar ebenfalls durch Meinen Tod und Mein Mittleramt von der Erbsünde erlöst wurden. Der Himmel war ihnen erschlossen, allein durch ihre Sünden und ihren unbußfertigen Lebenswandel zogen sie sich wieder die ewige Verdammnis zu.

Um aber nun zurückzukehren zu Meiner euch Menschenkindern angedrohte Strafe eurer Sünden wegen, sage Ich euch nun noch ein letztes Wort: Tuet Buße! Kehret zu eurem Herrn und Gott in Wort und Tat zurück! Lasset ab von eurem Wucher! Und gedenket eurer armen Brüder, welche umsonst euch um Barmherzigkeit anflehen; denket der Witwen und Waisen, und sprechet Recht den Unmündigen! Denn es stehet geschrieben:

„Mit dem Maße, mit dem ihr ausmesset, wird euch wieder eingemessen werden.“

Tuet auf eure Augen, ihr Menschen, und sehet: Von allen Seiten fangen die Vorzeichen des Gerichtes an sich zu zeigen. Doch ihr seid blind und sehet nicht, ihr seid taub und höret nicht! Denn die Welt, der Teufel und das Fleisch haben euch fest umgarnt, und euer hochmütiger Verstand spiegelt euch vor, dass ihr klug und weise seid, und bald auf dem Gipfel aller irdischen Weisheit euren Thron errichten werdet. Doch wehe euch! Der Welthochmut muss zum Falle kommen; nehmt euch zur Warnung vergangene Geschlechter. So lange sie Gott getreu blieben, waren sie groß und mächtig, als solche aber anfingen auf sich allein zu bauen, ließ Gott die Völker sinken und ganze Länderstrecken wurden von der Erde vertilgt.

Nun sind die sieben Worte aufs Neue gesprochen, und auch ihre Bedeutung euch kundgegeben, damit die Menschen, welche selbige vernehmen, sich danach richten können. Doch du fragst Mich hier in deinem Herzen: „Herr, wie viele aber werden von diesem Worte nichts erfahren, wie sollten wohl diese ohne alle Mahnung und Kenntnis von Deinen Worten zu Grunde gehen?“

So höre, was Ich dir hierauf zur Antwort gebe: Kein Mensch, welchen Glaubens er auch immer sei, kann sagen, dass ihm nie eine Ermahnung zugekommen wäre, entweder in Worten, einer Lehre, oder durch verschiedene Prüfungen im Leben, welche alle darum zugelassen werden, damit der Mensch aufmerksam gemacht werde, dass er nicht für diese Welt allein erschaffen sei, sondern dass ein anderes ewiges Leben nach diesem kurzen irdischen folge, und allein eine selige Ewigkeit der Seele von wahrem Nutzen sein kann!

* * *

Weitere Worte Jesu durch diese Seele,

im Allgemeinen immer gültig, im Speziellen gegeben für die damalige (1800-1900), die folgende (1900-1945) und die jetzige Zeit (2000-ca. 2028)

Noch eine Ermahnung lasse Ich als euer barmherziger Gott und Vater euch zukommen: Wer sich noch in der Zeit zu Mir in Reue, Liebe und Demut wendet, den will Ich verschonen und ausscheiden von der Zahl derer, welche von Meinem Angesicht verworfen werden; denn es steht jedem frei, sich zu Mir zu wenden oder sich blindlings ins ewige Verderben zu stürzen. Deshalb eilet! die Zeit flieht! Schon fängt der Feigenbaum an auszuschlagen, zum Zeichen, dass der Winter oder die Zeit des geistigen Schlafes vorüber sei und das Frühjahr oder die Zeit des Erwachens aus der Sünde und ihrem Sinnentaumel herangekommen ist und die Völker zu Gericht gerufen werden, um über ihr so lange von Gott abgewendetes Treiben Rechenschaft zu geben, damit erfüllet werde die Schrift, wo es heißt: „Die Menschen werden sich durch ihren gottlosen Wandel das Gericht und die Hölle selbst auf den Hals ziehen.“

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Schreibe wieder ein Wort an Meine Kinder! Ihr alle, welche Mein (vorstehendes) Wort bereits vernommen und euch im Geiste zu Mir gewendet habt, euch sei dieses Mein Wort ans Herz gelegt, auf dass ihr zur Zeit der großen Heimsuchung nicht trost- und hoffnungslos von Mir gelassen seid; denn wenn die Zeit dieser Meiner euch bereits kundgegebenen Sichtung herbeigekommen ist, dann wird auch der Himmel verschlossen sein und es werden sich die Ohren der Barmherzigkeit Gottes verschließen, denn die Zeit der Gnade wird dann ihr Ende erreicht haben.

Also um euch, Meine Kinder, im Voraus Stärkung zukommen zu lassen, so mache Ich als euer grundgütiger Vater euch aufmerksam, dass ihr euch auf keinen Fall von was immer für Anstürmungen von außen in eurem Glauben an Mich wankend machen lasset; ihr glaubet zwar, dass ihr dessen vollkommen sicher seid, und dass es keine derartigen Mahnung benötige, doch Ich als der Allwissende sage euch, dass eine solche Zeit kommen wird, in der, wenn es zugelassen und überhaupt möglich wäre, selbst Meine Engel und die Heiligen des Himmels von Mir abfallen würden. Denn die Macht des Satans ist übergroß, und es muss demselben ein solchen Recht eingeräumt werden, damit auch er seine Freiwerdensprobe durchzumachen im Stande ist und keine Ursache hat, sich der Gottheit gegenüber zu beklagen. Nur aber wird es ihm leider nicht viel helfen, denn Teufel bleibt Teufel. Deshalb wachet und betet, auf dass ihr nicht in Versuchung fallet!

Ich werde zwar bei den Meinen bleiben bis an das Ende der Welt, allein wenn Meine große Zorneswolke den Liebehimmel Meiner Gnade verhüllt, so wird es scheinen, als ob Ich auch das Flehen und Rufen selbst Meiner Mir noch treuen Kinder nicht hören werde, bis die Zeit der Reinigung vorüber sein wird. Dann wird aber die Sonne Meiner Liebe zu Meinen Kindern im höchsten Vollmaße hervorbrechen, und immerfort leuchten bis ans Ende der materiellen Zeiten.

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Nun höre, du Meine von Mir dazu berufene Magd, was Ich dir hier in die Feder sagen werde, auf dass du selbes getreu aufzeichnest, und dann aufbewahrest in deinem Herzen und mitteilst allen, welche mit gutem Willen Mein Wort vernommen haben. Alles, was Ich in Meiner Gnade Meinem Knecht Jakob Lorber in jüngster Zeit unmittelbar mitgeteilt habe, und in entsprechenden Träumen sowie in Worten kundgab, bezieht sich auf die in nächster Zeit in Erfüllung gehenden großen Ereignisse, welche teils in Zerstörung vieler materieller Gegenstände, wie Städte und Dörfer bestehen wird, und in Vernichtung geistiger Übel, d.h. in Zugrunderichtung des sogenannten Welthochmutes und superklugen Gottesgelehrtheit, welche zu ihrem Ursprung, also zu Meiner reinen Lehre zurückkehren muss, auf dass die Worte in Erfüllung gehen, welche Ich zur Samariterin gesprochen: „Es wird eine Zeit kommen, wo man Gott im Geiste und in der Wahrheit anbeten wird.”

Doch wehe der Jetztzeit! Die Menschen leben so tief in der Materie vergraben, dass sie den Geist nicht zu erfassen im Stande sind, und es daher einer großen Gewalt benötiget, um selbe wieder dem Lichte zugänglich zu machen, welches aber leider nur auf eine (für die Materie) sehr gewaltsame Art geschehen kann. Verzaget deshalb nicht, Meine Kinder, wenn euch auch von allen Seiten Gräuel und Unheil umgeben werden, sondern vertrauet! Und gedenket Meiner Worte, dass euch ohne Meinen Willen nicht ein Haar gekrümmt werden kann.

Schreibe weiter! Ich als euer alleiniger Herr sage euch noch weiter: Sorget alle, dass ihr euer Haus bestellet, damit, wenn die Zeit erscheint, und ihr gerufen werdet, ihr aller eurer irdischen Sorgen los und ledig seid, denn es wird euch keine Zeit bleiben, eure Weltsorgen und Hauswirtschaft in Ordnung zu bringen. Ebenso wenig werdet ihr mehr Zeit haben, dann für euer ewiges Heil zu wirken, und es ist daher euch von Mir dieses im Voraus angedeutet, damit ihr euch jetzt schon nach aller eurer Kraft von allem eurem Welthochmut, Zorn, Hass und aller Böswilligkeit gegen eure Mitbrüder und Schwestern losmachet, und trachtet reinen Herzens zu werden, damit ihr, Meine Kinder, Meiner Verheißungen teilhaftig werdet.

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Ich der Herr, der Ewige und Unendliche, gebe euch Menschenkindern zu wissen, dass Ich in Meinem ewigen Ratschlusse bestimmt habe, die Welt, d.h. die bösen von Mir abgefallenen und abtrünnigen Menschenkinder, heimzusuchen mit allerlei Plagen, damit sie aufgerüttelt werden aus ihrem Sündenschlafe. Wollen sie umkehren, wohl und gut, wollen sie aber in ihrer Verkehrtheit und Verstocktheit ihrer Herzen gegen Mich verharren, auch gut. Länger will Ich nicht warten, und werde sie alle wie dürres Stroh im Eifer Meiner Gerechtigkeit verbrennen, denn die Kinder Meiner Liebe rufen laut zu Mir um Hilfe und Erbarmung in ihrer Not, und Ich als ein ewig treuer Vater all derer, die auf Mich ihr Vertrauen und ihre Hoffnung setzen, will dieselben nicht länger schmachten lassen unter der Bosheit der Feinde des Lichtes und der ewigen Wahrheit aus den Himmeln.

Schreibe weiter! Obwohl sich die Zeichen Meiner Wiederankunft auf Erden mehren, so ist doch noch nicht der Endpunkt erschienen, denn solange die Erde nicht gereiniget ist von all dem bösen Unkraut, werde Ich nicht erscheinen, und was euch eine lange Zeit scheint, ist für Mich kaum ein denkbarer Augenblick, und so umgekehrt. Doch verzaget deshalb nicht, Meine Kinder, und werdet nicht kleinmütig; wenn ihr Mich auch noch nicht persönlich sichtbar bei euch habt, so sage Ich euch:

„Wahrlich Ich bin bei euch geistig immerdar und stärke und tröste euch im Geiste.“ Wartet ruhig ab die Zeit, bis sich das volle Licht aus dem Dunkel der Nacht wird entwickelt haben, und ihr werdet dann die Sonne meiner Herrlichkeit aufgehen sehen, welche alle Gemüter erleuchten und erwärmen wird ewiglich. Amen.

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Schreibe. Ich der Herr der Unendlichkeit sage dir dieses selbst in die Feder, und du brauchst keine Furcht zu haben, dass etwa dein Schreiben wegen Echtheit in Zweifel gezogen werde; denn Ich werde demjenigen, welcher guten Herzens ist, schon das Verständnis dafür ins Herz legen.

Schreibe nur: Ich bin derselbe Herr und Meister, und derselbe liebevolle Vater, der Seine Kinder überall und allweg zu finden und zu beglücken weiß. Wenn auch manche Trübsal mit Mir zugleich ankommt und Meine Kinder traurig und verzagt machen will, so hat das nichts auf sich; sie sollten in der Zeit der so notwendigen Prüfung nur eifrig ihre Herzen zu Mir wenden und Ich werde sie stärken und trösten. Denn jetzt ist die Zeit der Sichtung, in der die Kinder des Lichts von den Kindern der Finsternis geschieden werden, und ohne Kampf geht das nicht. Also verzaget nicht, werdet nicht mutlos in den Tagen des Gerichtes, Ich, euer barmherziger Vater, werde euer nicht vergessen und euch behüten und beschirmen wie die Henne ihre Küchlein. Amen, euer Vater Jesus Jehova Zebaoth.

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Ihr alle Meine Kinder seid getrost, wenn auch die Prüfungen eures Lebens viel und schwer sind, so sorget euch nicht, dass ihr deshalb vergessen seid von Meiner Gnade. Doch muss Ich euch wohl ermahnen, mehr Eifer in eurem Tun des Guten und Lassen des Bösen zu haben; denn die Zeit ist da, wo Ich, der Herr, eifrige Arbeiter in Meinem Weinberg gebrauche. Denn der Feind der Freiheit des Geistes hebt sein Haupt allgewaltig empor, und sucht selbst Meine Kinder von Mir abwendig zu machen. Deshalb seid wachsam, betet und arbeitet, seid friedfertig untereinander, und liebet euch als Brüder und Schwestern, auf dass der Feind keine Seele gefangen nehmen kann.

Vertrauet in allen Vorkommnissen auf euren allezeit gütigen Vater, welcher euch erwählte zu Seinen Sendboten; denn die Zeit der Ernte nahet heran, die Garben werden allmählich reif, und Meine Engel sind beauftragt, die Spreu vom Weizen zu sondern. Dies sei euch ein Mahnruf zur getreuen Ausharrung in eurem Werke, von eurem Herrn und Vater Jesus. Amen.

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