Kampf – Überwindung – Zubereitung

Samuel Surazal Das große Sterben und das große Erwachen

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Autor / Quelle
Samuel Surazal
Verwendete Ausgabe
1. Auflage Juli 2022
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Deutsch
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Deutsche Originalausgabe

1. Auflage Juli 2022 ▪ Samuel E. Surazal

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ISBN 978-3-946467-94-6

Es sah einmal ein Mensch ein Kreuz liegen neben sich.

Da hörte er eine sanfte Stimme sagen:

„Heb es auf und trag es zu Mir her.“

Daraufhin beschaute jener das Kreuz,

hob es an da und dort und zögernd begann er,

zuerst ungläubig und hadernd,

dieses sein Kreuz aufzuheben und es dorthin zu tragen,

von wo er die Stimme vernahm.

Er strauchelte oft, ließ sein Kreuz fallen,

schimpfend, traurig, verzweifelt,

doch immer wieder hob er es an,

voller Vertrauen in die Stimme,

welche ihn gebeten hatte es zu tragen.

Und je weiter er voranschritt,

umso leichter wurde dieses Kreuz

und umso mächtiger wurde seine Kraft,

bis er das Kreuz einmal nicht mehr wahrnahm –

und merkte, dass er es gar nicht mehr trug.

Sieh, die Liebe trägt jetzt sein Kreuz.

Und die Worte, die er einst wie von ferne vernahm,

sieht er strahlend leuchten in seinem Herzen

als Worte seines himmlischen Vaters.

Liebe Geschwister,

der Kampf um die Seele beginnt bereits bei der Geburt. Dieser zieht sich durchs ganze Erdenleben und darüber hinaus. Die dunklen Mächte ringen listig und lautstark um die Seele, die himmlischen Mächte halten still und leise dagegen. Der Kampf ist erst beendet, wenn der Mensch das „Lieber Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“ spricht, wie Jesus es in Gethsemane getan hat.

Für jeden Menschen müssen Gut und Böse zugänglich sein, sonst gäbe es keinen freien Willen. Die Türen der Seele, die in verschiedene lichte und finstere Räume führen, öffnet der Mensch selbst.

Wie es Adam und Eva einst erging, so ergeht es auch uns: Wir verfallen der im Geäst unserer Eigenliebe und Genusssucht sich windenden Schlange der Versuchung = die materiell-egoistischen Gedanken und Lustbedürfnisse, die sich permanent und penetrant melden und die Seele oft widerstandslos weil verfallen ins Land von Vergänglichkeit und Tod entführen. Verurteilt unser Vater das? Niemals! Jesu Wille ist es, Seinen Kindern Hilfe zu leisten in ihrer Bedürftigkeit und Not.

Liebe Brüder und Schwestern, seht doch Sein Herz! Seht, wie es sich sehnt nach unserer Liebe! Seht Seine nach uns ausgestreckten Arme! Seht Seine gutherzigen Augen! Seht Seine Liebe! Das ist unser Gott! Das ist unser Vater! Das ist unsere Bestimmung: In Gott vergöttlicht zu werden und in alle Ewigkeit mit Ihm und in Ihm zu leben und zu schaffen als selbst Götter, als wahrhaftige Kinder des einzig wahren und ewigen Gottes Jesus Christus. Amen

* * *

Lieber Bruder, ich finde mich so sehr in diesen deinen Zeilen: „Ich fühle mich als eine gespaltene Seele. Mal kommt das Gute durch und mal das Schlechte. Ich lebe in Phasen des Hin-und-hergerissen-seins und finde deshalb keinen inneren Frieden. Das ist sehr substanzzehrend. Ich wollte auch nie erwachsen sein – kindlich unbefangen und fröhlich, nicht heucheln müssen und Erwartungen erfüllen um geliebt zu werden, so hab ich mir mein Sozialleben gewünscht. Da das aber selten passiert ist, bin ich zum Rebell geworden. Nun habe ich erkannt, dass das auch nicht förderlich ist und mir auf die Dauer schadet.“

Dies ist unser Kampf. Die „zwei Seelen in unserer Brust“ ringen um Vorherrschaft: Der Weltmensch und das Gotteskind. Jede berufene Seele kennt diesen Kampf auf ganz spezielle Art und Weise. Auch der Mensch Jesus musste diesen Weg des inneren Kampfes gehen, um Gottessohn (das Wort, das Licht, die Weisheit) zu werden und schließlich im und als Wort wieder zu Gott selbst zu werden als ewiger Vater. Sein Sieg ist in unseren Herzen enthalten. In der fortschreitenden Liebe zu Ihm entfaltet sich Seine Macht über das Böse in uns. Mit Ihm und in Ihm werden wir frei von allem Übel.

Das ist ein andauernder Prozess. Doch in diesen Tagen ist Gottes Gnade mächtig. Was früher ein Leben und mehr brauchte, schenkt uns der Vater in ein paar Jahren – wenn wir uns von Ihm zubereiten lassen. Denn es ist eine besondere Zeit in der wir leben, es ist die Zeit der Ent-Scheidung.

Der Vater trennt den Tod vom Leben und die Finsternis vom Licht; er trennt die Nacht vom Tag, auf dass es hell werde in unseren Seelen. Die Dämmerung ist längst vorbei, die Sonne des Lebens ist bereits sichtbar am geistigen Horizont, sie sendet ihre Strahlen über die Erde in die Herzen der Erwachten, während die Völker noch schlafen. Doch was wird sein, wenn Gott kommt wie ein Dieb in der Nacht  und die Strahlen der göttlichen Wahrheit die Herzen durch-dringen? Es wird ein schlimmes Erwachen geben! Dies ist das Gericht der Welt, denn dann werden alle Lüge und Falschheit offenbar.

Wir befinden uns jetzt im vergleichsweise sanften Erwachen. Auch wenn uns innere Kämpfe immer wieder aus dem Gleichgewicht bringen, so werden wir letztendlich erfüllt von Gottes Liebe- und Wahrheitslicht, noch bevor der letzte große Sturm beginnt.

Deshalb lasst uns frohen Mutes sein, auch wenn die herzlose Welt uns quält. Denn ihr Gebaren entfacht und steigert unsere Sehnsucht nach Erlösung. Und wir wissen: Diese unsere Sehnsucht ist bereits Jesu Gegenwart in uns.

* * *

Dämonen können uns nur durch unsere Schwachstellen/ Schwächen (Egoismus, Hochmut, Ärger, Süchte …) beeinflussen oder gar zeitweise besetzen. Deshalb ist es so wichtig, diese Türen verschlossen zu halten. Wie geht das? Indem man in Demut vor Gott seine Sünden bekennt und Ihn um Seinen Schutz bittet, dass Er einen befreit von den irdischen Gebundenheiten und Zudringlichkeiten.

Dazu stellt der Vater Seine Liebekraft und Macht zur Verfügung, der wir uns anheimgeben können und sollen. Das ist unsere Mitarbeit: Mitgehen mit der göttlichen Liebe in den herausfordernden Situationen des Alltags, auf dass wir den alten Menschen ablegen und den neuen Liebemenschen anziehen – unsere wahre und eigentliche Identität.

Von Gott als Sein Kind berufen zu sein ist also kein Freibrief für Gesundheit und Schutz. Von selbst geht es nicht, Schutz und Erlösung brauchen unsere tätige Bereitschaft, der Liebe zu dienen. Das geht am besten, wenn wir Einblick haben in das Herz unseres himmlischen Vaters.

Seht Jesus am Kreuz – dann seht ihr das Herz des Vaters, dessen Blut uns reinwäscht und reingewaschen hat von aller Sünde. Dessen Auferstehung Seine Auferstehung darstellt in unseren Herzen. Ja, das möchte Er: Jetzt in unseren Herzen auferstehen, auf dass Er in uns lebt und wir in Ihm.

* * *

Liebe Schwester, lieber Bruder,

es ist verständlich, dass in uns immer wieder Ärger, Angst und Sorge aufsteigen ob des derzeitigen satanischen Treibens in dieser Welt. Jesus sagt nicht: „Ihr dürft keine Angst und Sorge haben.“ Er spricht: „Kommt alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch befreien und beglücken, Ich nehme allen Kummer von euch.“

In den Momenten der Versuchung, wenn die Schlange, die in jeder Gestalt und Eigenschaft in uns aktiv sein kann, uns lockt und reizt, sollen wir uns kurz besinnen, die negativen Gedanken nicht ergreifen oder, wenn sie sich unser bereits bemächtigt haben, wieder loslassen und unseren Blick auf Jesus ausrichten.

Lenke dein Bewusstsein auf deine Herzgegend, dann spürst du, wie der Geist Gottes dein Herz berührt und die üblen Gedanken vertreibt. Bitte dabei den Vater, dass Er dir Seine Hände aufs Haupt legt, damit dein Verstandesdenken gereinigt werde.

Dann sieh Jesus Christus vor dir stehen, Er hat schulterlange blonde Haare, erwartungsvolle blaue gütige Augen, einen kurzen dunkelblonden Bart, ein sanftes Lächeln, Seine Gestalt ist aufrecht und würdevoll, Seine Ausstrahlung Liebe und Barmherzigkeit. Seine Arme sind ausgebreitet, um dich in Sein Herz aufzunehmen, gleich in welchem Zustand du dich befindest.

Das ist Gott. Ist das nicht wundervoll, dass wir so einen liebevollen Gott haben! Dass wir Ihn so erkennen dürfen, ist ein großes Geschenk, ein Vorrecht Seiner Kinder. Wer ist Sein Kind? Ein Mensch, der sich voller Sehnsucht aufgemacht hat, seinen himmlischen Vater zu suchen und zu finden. Ein Mensch, der sich von der Liebe führen lässt, der sich der göttlichen Liebe überlässt, bis er schließlich ganz und gar erfüllt wird von dieser Liebe.

Ein Kind Gottes sein bedeutet also nicht, frei von Sünde zu sein, sondern als sündiger Mensch in Demut dem Ruf der Liebe zu folgen, auf dass Jesus Christus uns reinige und heimführe in Sein göttlich Herz.

* * *

Der Takt der Liebe

In der Schule hatte ich Schlagzeugunterricht, noch heute bewerte ich Musik nachdem, wie das Schlagzeug gespielt wird und ob es gut gespielt ist. Der Rhythmus des Schlagzeugs kann treibende, ja fast übertönende Kraft für die anderen Instrumente sein, kann diese aber auch begleitend unterstützen, bis hin zum sanften, fast demütigen untermalen und tragen. Manchmal setzt das Schlagzeug aus und lässt die anderen Instrumente als einzelne und gemeinsame Solisten im Lied zurück, die nun frei vom vorgegebenen Rhythmus wirken dürfen.

Gleichnishaft wirkt und handelt so auch Gott im Hintergrund unserer christlichen Gemeinschaften. Wir sind die Instrumente, die Er entsprechend antreibt, begleitet, trägt, loslässt – je nachdem, welcher Part des Liedes, des Lebensweges sich gerade offenbart.

In welchem Liebe-Takt unsere Herzen schlagen, wie diese gestimmt sind, so wirkt auch jeder unserer Gedanken und Worte auf uns selbst und auf andere Menschen. Wenn unsere Worte aus dem Geist kommen, haben wir immer die richtige Tonlage und die entsprechend nötige Kraft in unserem Sprechen und Tun, um im göttlichen Lied dieser Schöpfung keine Unstimmigkeit zu erzeugen. Ja, dann haben wir Anteil am ewigen himmlischen Ton, am Klang des Wortes, das diese Schöpfung eröffnete, begleitet und wieder in sich zurückführt. Das ist der Sohn, der für uns den Weg bereitet hat ins ewige Lied der Glückseligkeit.

* * *

Liebe Geschwister,

meine innigsten geistigen Fortschritte habe ich gemacht und mache ich, wenn ich gefallen bin. Wenn ich mich in Lauheit und Gewissenlosigkeit erneut alten Süchten und materiellen Begierden hingegeben habe und danach geistig betäubt und an mir zweifelnd in den Abgründen meiner Seele umherirre, kommt Jesus zu mir, nimmt mich in Seine Arme und spricht: „Komm, Mein Kind, steh wieder auf, sieh zu Mir, sieh Mein Herz, was siehst du darin? Sieh, deine Sünden schreibe Ich in den Sand; komm, wir gehen zusammen weiter, Hand in Hand und Herz in Herz.“

Jesus trägt nichts nach, Seine Liebe ist immer neu, wie eine Quelle frischen Wassers, klar und rein. Seine Barmherzigkeit ist offene Liebe (Vaterliebe) für diejenigen, die um Erlösung und Freiheit mit und in Ihm ringen, Seine Barmherzigkeit ist verschlossene Liebe (Gesetz) für diejenigen, die der Welt dienen und meinen, dass sie Gott nicht brauchen.

Diese Seine Liebebereitschaft und Erbarmung zu erfahren, zu sehen und zu spüren, zu erkennen, was wir für einen liebreichen und geduldigen Gott haben – diese lebendige Erkenntnis demütigt die Seele, macht sie ohnmächtig im Angesicht von Gottes vergebender Zuneigung, erfüllt ihr Herz mit einer zerknirschten Liebe, so dass sie aufnahmefähig wird für Jesu Geist und Leben.

Nun, das ist alles gut und schön, aber auf dem geistigen Pfad lauern überall Hindernisse und Fallstricke: In der Erkenntnis von Gottes verzeihender Barmliebe ist eine große Gefahr verborgen. Denn wird eine Seele immer wieder von göttlicher Geduld und erbarmender Liebe aufgefangen und aufgerichtet, und erkennt das Kind, dass es der Vater niemals lässt und immer wieder annimmt, verlässt es sich letztendlich darauf und beruft sich insgeheim und ihr selbst bisweilen unbewusst bereits vor und auch während der sündigen Tat auf Gottes Liebe und Barmherzigkeit. So tut auch Satan.

Diese Taten schmerzen das göttliche Herz sehr, denn so wird es für egoistische Zwecke benutzt und beschmutzt. Dies sind die Peitschenhiebe, die Jesu Rücken aufrissen, so dass das Kreuz tief eindrang ins Fleisch. Dies ist auch der Trank aus Essig und Galle – und dies ist der Speerstoß in Sein Herz.

Ja, manchmal überfällt uns die Sünde und wir können nicht entfliehen, doch ich habe mich oft vorsätzlich am Herzen Jesu versündigt, da ich wusste, was widergöttlich ist – und tat es aus Eigensinn und provokativ vor Gott, im Wissen, dass Er mich wieder annimmt. Doch Seine Schmerzen bedachte ich nicht – „denn es ist ja Gott, der kann das doch aushalten“. Dass Er in der Liebe zu Seinen Kindern aber sehr verletzlich ist, ja, dass Er Sein Angesicht abwendet und still weint, wenn Er sieht, wie wir Ihn blindlings wegstoßen und uns großer Gefahr aussetzen, das wollte ich und will es bisweilen jetzt nicht sehen.

Deshalb ist es so wichtig, Ihn zu bitten, dass Er Sein Herz für einen öffnen möchte. Dass wir Ihn bitten, Er möge uns Sein innerstes Wesen offenbaren, so dass wir den allmächtigen Gott als liebenden Vater erkennen dürfen, als einen Vatergott, der jeden Einzelnen von uns so sehr liebt, dass Er Sein Leben für uns gab und gibt.

* * *

Liebe Geschwister,

es ist tatsächlich so, dass des himmlischen Vaters Gnade und Barmherzigkeit unsere Sünden in den Sand schreibt – Aber! Voraussetzung ist, dass wir uns bemühen, hinfort nicht mehr leichtfertig zu sündigen. Das heißt, wir müssen und dürfen in Seinem Licht erkennen, was wir falsch gemacht haben und machen, um dann in der Liebe zu Ihm diese Fehler abzustellen. Es geht demnach vorerst ums ernsthafte Bemühen, der Erfolg ist Sein.

Er macht uns also erst und nur zu wahrhaftigen Kindern Seiner Vaterliebe, wenn Er ernste und wahrhaftige Bereitschaft in unseren Herzen sieht, dass wir unser Leben mit all unseren Unvollkommenheiten Ihm übergeben. Auch wenn wir dann in unserer Schwäche wiederholt fallen, stehen wir weiter in Seiner Gnade, wenn wir in uns diese entschiedene Bereitschaft und Sehnsucht aufrecht erhalten und uns in Reue demütigen, also unsere Sünden aufrichtig bekennen, bereuen und sie Ihm ans Herz legen.

Wenn der Mensch einen schwachen Willen hat oder einer schweren Sucht verfallen ist, kann das einige Zeit so gehen. Wichtig ist, immer wieder aufzustehen und Jesus um Hilfe zu bitten, auch wenn man sich schäbig fühlt, denn gerade Erkenntnis des Bösen in sich zu haben ist ein Zeichen von Gottes Gegenwart.

Um Sein Kind nicht zu verlieren, wird der Vater ihm auch kleine Kreuze schicken, aber Er lässt es nicht mehr los, außer es sagt sich bewusst von Ihm ab und dient erneut der Welt. Dann gibt es sich im freien Willen wieder dem Tod anheim und steht unter dem Gesetz. Doch Sein Kind kann auch wieder zurück kommen – das ist der verlorene Sohn. Ein anderes Gleichnis ist das vom verirrten Schäflein, wo der Vater alle Seine braven Schäfchen verlässt, um das eine abtrünnige Schaf zu suchen, zu finden und heimzuführen.

Nun ist es so, dass es Seelen gibt, deren Namen im Buch des Lebens geschrieben sind. Und es gibt die Seelen, die da noch nicht eingetragen sind. Erstere stehen unter besonderem Schutz und Gnade, sie will und wird der Vater jetzt auf jeden Fall heimführen. Die anderen sind die Kinder der Welt, die noch nicht so weit sind, aber jetzt die Möglichkeit haben, im freien Willen das Wort Gottes anzunehmen, um die Rückkehr ins Vaterhaus anzutreten. Bei diesen scheiden sich die Geister, hier findet eine Sondierung und Sortierung statt, wir kennen das Gleichnis vom Weizen und Unkraut.

Für alle hat Jesus Sein Erlösungswerk vollbracht, doch dieses Sein Werk hat für jede Seelen-Entwicklungsstufe eine ganz eigene Bedeutung und Wirkung. Seine Gnadenkinder führt Er barmherzig in den Himmel. Den Kindern der Welt gibt Er barmherzig die Möglichkeit der Erweckung, auf dass sie, im schicksalhaften Gesetz gedemütigt, göttlichen Beistand erbitten und so aus der universellen Gesetzmäßigkeit in die gnadenreiche Gotteskindschaft finden. Diejenigen, die sich fortwährend für das Falsche und Böse entscheiden, führt Gottes Liebe in entsprechende Läuterungsanstalten.

* * *

Liebe Geschwister,

wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht anmaßen, die zu benennen, zu denen der Vater vermeintlich sagt: „Weichet von Mir, Ich habe euch noch nie erkannt“, denn dann kann es sein, dass Er unsere Sünden einst selbst mit diesen Worten prüfen wird. Niemand kann bestimmen, wen Gottes Barmherzigkeit erlösen wird. Selbst für den ärgsten Sünder ist des Vaters Herz weit geöffnet, auch wenn es für uns so scheint, als ob es unverbesserliche Übeltäter wären. Allein Gott scheidet die Geister. Wir können und sollen unterscheiden, aber nicht verurteilen.

Dies ist ein heikles Thema, eine Gratwanderung zwischen Urteilbildung und Verurteilung, zwischen den Welten Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, zwischen Gericht und Erlösung. Es ist des Vaters Welt, hier dürfen wir nur mit Seinen Augen schauen und mit Seinem Herzen fühlen. Ja, Er hat uns auch einen Verstand zur Unterscheidung gegeben, dieser zeigt uns die giftigen Früchte, die wir nicht essen sollen. Doch die Pflanze ist sein.

* * *

Liebe Geschwister,

Sucht ist ein wichtiges Thema nicht nur für ungläubige Menschen sondern auch und vor allem für Gotteskinder. Gerade diese sind bisweilen Süchten verfallen, denen sie im Verborgenen nachgehen und sich diese aus Scham nicht offen bekennen trauen. Oft handelt es sich dabei um Sexsucht beziehungsweise Selbstbefriedigungssucht, auch geheime Ess- oder Alkoholsucht und Spielsucht sind nicht selten. Ebenso können Ärger, Neugier und Ungeduld zur Sucht werden. Geistiger Hochmut ist eine Sucht, eine Darstellungs- und Eigenliebesucht, die sich jedoch sehr subtil äußert und vom Süchtigen nicht (gerne) wahrgenommen wird.

Geistiger Hochmut zur Selbstdarstellung zeigt sich auf allerlei Art und Weise und wird meist nur von demütigen Gotteskindern wahrgenommen, da dieser sich sehr unterschwellig bezeugt. Er windet sich wie eine Schlange scheinheilig ums Herz und versprüht sein Gift unbemerkt. Erst nach Wochen, Monaten oder gar Jahren wirkt es und führt das Gotteskind in geheimer Selbstsucht in eine geistige Sackgasse der Verblendung und Falschheit.

Selbst das Bekenntnis, ein fauler und unnützer Knecht zu sein, wie es Jesus uns anträgt unser Tun zu betrachten, kann auf dem Boden der Eigenliebe und des Selbstbetrugs gewachsen sein, denn auch das kann man sich einbilden oder sich darauf etwas einbilden.

Was kann man tun, wenn man als gläubiger aber einer Sucht verfallener Mensch ständig gegen seine christliche Überzeugung handelt und deshalb keine echte Lebensfreude mehr empfinden kann? Wenn man zur willenlosen Marionette seiner unbändigen Begierde wird und sich täglich zum verabscheuungswürdigen Trottel vor sich selbst macht. Wenn man sich Jesus Christus nicht mehr zuwenden traut, da man sich zu sehr schämt für sein unsägliches Verhalten.

Da heißt es erstmal: Gib niemals auf! Es gibt zwar Phasen, in denen man sich kampflos gehen lässt, da das Gewissen sich kurzzeitig verschlossen hält. Doch das dauert nicht lange und man ist wieder nagenden Gewissensbissen ausgesetzt, es geht erneut von vorne los und die täglichen Niederlagen sorgen dafür, dass sich die geistigen Talente nicht öffnen können und kein offensichtlicher Fortschritt geschieht. So geht es Monat für Monat und Jahr für Jahr, und schließlich kommt man an des Todes Schwelle und mag und kann es nicht glauben, dass man sein Leben für eine Sucht weggeworfen hat.

Lieber Bruder, liebe Schwester, ich habe kein anderes Rezept für die Abstellung und Überwindung von Süchten als die Liebe zu Jesus. Allein in der Liebe zu Ihm ist es möglich, frei zu werden von allen irdischen Lasten. Deshalb ist es so wichtig, dass man in und trotz einer Sucht täglich Jesu Liebe sucht und diese niemals verwirft, auch wenn man sich noch so schäbig vorkommt, auch wenn man schon unzählige Male seine christliche Überzeugung mit Füßen getreten hat. Er ist immer da, um aufzurichten, zu trösten, um unsere geschundenen Seelen und Herzen mit Seinem Liebebalsam zu verarzten. Denn Jesus Christus ist ja unser Heiland, Er ist der Heiland der Gefallenen, der Sünder, der Verzweifelten. In dieser Seiner Barmherzigkeit finden wir Seine Liebe, in unserer Bedürftigkeit beginnen wir Ihn wahrhaft zu erkennen als himmlischen Vater. So wird die demütigende Sucht, so werden jedes Unvermögen und jede Verkehrtheit zum Diener der Liebe. So wie auch Satan in seiner Niedertracht letzten Endes dem Guten und Wahren dienen muss.

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Liebe Geschwister,

Jesus bereitet Seine Kinder auf verschiedene Art und Weise zu. Über Golgatha geht man gemäß der individuellen Beschaffenheit und Seelenstruktur. Jeder Mensch benötigt ja eine ganz spezielle Behandlung. Eine grundlegende Reinigung der Seele kann zum Beispiel eine Sucht bewirken, mit der man lange ringt, oder schier unüberwindbare Schwächen wie Ungeduld, dauernder unterschwelliger Ärger und Verurteilung (Hochmut), Neugier, Gier oder Neid.

Ich habe Bräute Christi getroffen, die durch eine schwere Krankheit oder andere Schicksalsschläge gereinigt wurden, alle Schlacken wurden ausgebrannt. So sind sie gekreuzigt und zusammen mit Jesus auferstanden.

Manch andere werden durch Einsamkeit, Verachtung und Verfolgung zubereitet. Allein der Vater weiß, was Er welcher Seele zumuten kann, wobei Er bisweilen ans Äußerste geht, um Seinem Kind in Ewigkeit größtmögliche Glückseligkeit bereiten zu können.

Manchen schenkt Er sich einfach, um unsere Demut zu prüfen. Wenn augenscheinlich Leidlose mit denselben Gaben beschenkt werden wie die schicksalsgeplagte Seele oder ein verfolgter und leidgeschundener Märtyrer wird unsere Selbstgerechtigkeit geprüft.

Jesus spricht: „Der Schmerz demütigt dich gewaltsam, Liebe durchdringt dich zärtlich mit Demut.“ Und: „Ich habe keine Freude am Leid Meiner Kinder.“

Es ist stets die unbedingte Notwendigkeit, die eine schicksalsträchtige Gangart erfordert. Niemals lastet der Vater Seinem Kind mehr auf als es bewältigen und ertragen kann, auch wenn es das selbst nicht so sieht. Kind Gottes sein bedeutet also, vertrauensvoll und in Liebe vom Vater anzunehmen, was Er einem schenkt aus Seinem Herzen – was immer es auch sei. Und das Kind weiß in Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit sehr wohl, was Not tut und was nicht. Und es spürt, wenn es in einer Not um Befreiung bitten darf und soll.

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Es gibt eine offensichtliche Diskrepanz in den Gedanken der Geschwister bezüglich Demut und Selbstwert. Es geht darum, sich als Kind Gottes angenommen und geliebt zu wissen und dies in Einklang zu bringen mit der Aussage ein „unnützer Knecht“ zu sein.

Wie wir wissen, haben wir in unseren Herzen einen Geistfunken aus Gott, den es zu erwecken und zu entfalten gilt. Dieser Funke ist bleibendes Geschenk Gottes und ist eigentlich Gott selbst. Alles außer diesem Herzensgeist ist gefallene Seele, also Sünde, Widergöttliches, das zum Teil schon geläutert ist, zum Teil aber eben noch nicht, das müssen wir in unserem Erdenleben bewerkstelligen.

Dominiert wird der Mensch zumeist von seinen negativen Seelenelementen in Verbindung mit dem Körper, der ja ebenfalls gebundene Seelensubstanz ist und der die Seele, gibt sie sich fortwährend gesteigerten materiellen Bedürfnissen hin, gänzlich vereinnahmt und in seinen Tod zieht.

Erst wenn eine Person mit Gott in Kontakt kommt, Ihn als seinen Erlöser anerkennt und beginnt Ihn zu lieben und daraus seine Nächsten wie sich selbst, werden die negativen Seelenspezifika vom göttlichen Herzensgeist durchdrungen und in Göttliches verwandelt. Selbstverständlich muss das Gotteskind dabei mitwirken in der Hingabe, in der Überwindung und Treue, im Anheimgeben und Eingehen des Eigenwillens in den Gotteswillen, der eins ist mit dem Liebewillen des Geistesfunkens im Herzen des Menschen.

In dieser Phase bleibt der Mensch solange Sünder, bis dieser Prozess bewerkstelligt ist. Dies ist seine Nichtigkeit, denn alle Unvollkommenheit ist Unwahrheit. Da nur Wahrheit Realität hat, ist alles andere Trug und Schein und hat im Grunde kein Leben im Sinne von göttlicher Wirklichkeit und Lebendigkeit, ist im Angesicht wahren Lebens also tot. Das ist unser Nichts, unsere Unnützigkeit.

Der Ausdruck „unnützer Knecht“ bezieht sich also auf das Unvermögen, ohne Gott Gutes wirken zu können, nicht auf den Menschen als Kind der Liebe Gottes. Sich als unnützer Knecht zu bekennen sagt demnach: Alles Gute, das ich vollbringe, ist Gottes Teil, alles Schlechte kommt aus meinem gefallenen Menschlichen. Dieses Bekenntnis ist wahrhaftige Demut in der Liebe zu Jesus Christus. Zusammen mit dem uneingeschränkten Vertrauen zu Gott ist es der größtmögliche Akt der Hingabe und führt das Kind geradewegs in die Freiheit des Geistes. Hier werden seelische Ohnmacht und Nichtigkeit zu göttlichem Selbstwert.

Als nichtige Knechte gehen wir ein ins Vaterherz, darin vereinigt sich Sein Herz mit unserem; als ein Herz gehen wir hinaus in die Welt, um Wahrheit und Liebe zu offenbaren.

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Liebe Geschwister, ich wurde gebeten mich zum Thema Demut zu äußern, die ich so erlebe:

So seltsam sich das anhört: Nur in der Demut kannst du dich dem Herzen Gottes nahen, doch wahre Demut erkennst und erfährst du erst an und in Gottes Herzen. Wahre Demut ist ohne Gottes Gegenwart nicht möglich, doch zu Gottes Gegenwart kommst du nur in der Demut.

Was bedeutet das? Wie in allen Belangen, wenn ein Mensch sich aufmacht ein wahres Gotteskind zu werden, kommt ihm der himmlische Vater auf mehr als halbem Weg entgegen. Das heißt, Er nimmt das ehrliche und aufrichtige Demutsbemühen Seines Kindes als vollbrachte Tat, nimmt Sein Kind sogestaltet an der Hand und führt es in Sein Herz. Erst hier erkennt das Kind das Liebereich seines himmlischen Vaters in der Tiefe; diese intime göttliche Erfahrung und Erfüllung, die das Gotteskind zärtlich durchdringt und es in die wahre Demut führt, die es mit dem Vater vereint. In der Begegnung mit Jesu Christi Herz wird die Seele so eindringlich liebezart berührt, dass sie nicht mehr anders kann, als in hingebungsvoller Liebe zu Ihm zu zerfließen. Das ist Demut in Gott. Es gibt also eine Demut vor und zu Gott und eine Demut in Gott, die im Grunde, in ihrer Wurzel aber doch eins sind.

Wahre Demut kann man nicht mit Worten beschreiben oder erklären, denn diese findet man in ihrer tatsächlichen Beschaffenheit nur im Kern des Wortes, dort, wo das was wir Sprache nennen niemals hinkommt. Deshalb erklärt uns Jesus das Wesen der Demut vorwiegend in Gleichnissen.

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Die Seele/das Seelenbewusstsein wird gebildet aus gefallener luziferischer Substanz, sie ist das Bindeglied zwischen Materie und Geist, wobei aufgrund ihrer Herkunft und Zusammensetzung der Zug zur Materie stärker ist als zum Geistigen. Dadurch hat sie zwar an sich eine signifikante Struktur und eine gewisse spezifische Individualität, bei ihrer Geburt in diese Erdenwelt sind die für diese eine Inkarnation vorgesehenen Erfahrungs- und Erlebnisbereiche für sie zuerst aber noch leer.

Ihr unendlicher Raum, darin sich das gesamte Universum mit allem existierendem Leben in geistiger Realität befindet, ist ebenfalls für sie nicht zugängig. Ebenso verschlossen ist ihr zunächst der Geistfunke Gottes in ihrem Innersten, in ihrem Herzenstempel, der da ist ihre persönliche Bundeslade.

Die ungefüllten freien seelischen Bereiche sind flexibel und werden von der Welt sukzessive geformt sowie auf- und ausgefüllt. Dies vollzieht sich, je nach den irdischen Einflüssen und Eindrücken in Familie, Freundeskreis und Schule zumeist mehr oder weniger zu ihrem Nachteil, da sich diese Welt in allen Bereichen in der Umklammerung und Durchdringung satanischer Energien befindet, die zuerst im Verborgenen und später offensichtlich mit gewissen eigenen negativen Anteilen korrelieren.

Dies hat meistens zur Folge, dass der Mensch den irdischen Wahnsinn als Normalität erlebt, schließlich auch so sehen will und diesen verteidigt, da ansonsten sein weltliches Fundament, auf dem er meint sicher zu stehen, einstürzen würde. Er wird zum Verteidiger und Kämpfer für Falschheit und Lüge, belächelt jede Sichtweise, die nicht dem allgemeinen Weltbild und „Vernunftdenken“ entspricht, weiß es aber oft nicht besser. Als Sklave des Weltverstandes ist er der Überzeugung, dass es keine universelle allumfassende und allgemeingültige Wahrheit geben kann, da doch alles relative Meinungswelt sei.

Das erwachte Gotteskind weiß aber, dass es sehr wohl eine grundlegende Wahrheit gibt, die jedoch nicht in dieser Welt zu finden ist, solange man ihr dient. Und es weiß, dass die Liebe zu Jesus Christus all den irdischen Unrat aus der Seele schafft und dass der dadurch freigesetzte Gottesfunke im Herzen der Seele alle irdische Finsternis ins Licht der Wahrheit taucht, und dass erst jetzt die in Gottes Gnaden befreite und erlöste Seele ihrer wahrhaftigen Identität gewahr wird: Ein Kind Gottes zu sein in Ewigkeit.

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Herz und Verstand

Der Verstand neigt dazu, alles zu zerpflücken, zu bewerten und zu kommentieren. Sein Wirken kann bis zu einem gewissen Grad der Erkenntnis nötig sein, doch gerne steht er dann weiterhin im Vordergrund und behauptet, dass das Herz ihn als Anführer braucht – in der Welt und auch auf dem Weg zu Gott. Doch in Wahrheit ist es umgekehrt: Der Verstand braucht das Herz als Anführer, denn er kennt Demut und Liebe nur theoretisch und zweifelhaft.

Das Herz sieht stets das Wesentliche in allem und schenkt der Seele aus allem Gegebenen die Nahrung, die sie benötigt. Ja, das Herz sieht Wahrheit in und zwischen den Worten. Es braucht keine Bestätigung und kein Drumherum, denn es weiß einfach und ist stets zufrieden mit dem, was es von Gott erhält.

Der Verstand bezieht seine Energie von der Welt – das Herz lebt, weil Gott darin wohnt. Unsere gute Entscheidung besteht darin, in stiller Demut zum Vater zu gehen, um Zutrauen und Hingabe zu Ihm sowie wahrhaftige Erkenntnis von der Welt zu entwickeln und nicht auf der Straße des Verstandes zu wandeln, der keinen lebendigen sondern nur einen toten Gott kennt und zudem nie schweigt. Der gottlose Verstand führt den Menschen in ein endloses Labyrinth des Zweifels, der Unwissenheit und Falschheit, während er in seiner wahrhaftigen Funktion als Diener des Herzensgeistes die Seele in göttliche Wahrheit und Weisheit führt.

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Meinungen und Ansichten können mit und ohne Gott stattfinden. Die Wahrhaftigkeit jedes Menschen richtet sich nach der Gottesgegenwart in seinem Herzen. Verkehrtheit und Falschheit sind begründet in seiner Gottferne. Dadurch gibt es richtige und falsche Sichtweisen und Erkenntnisse. Um die relative Meinungswelt zu verlassen ist es also unumgänglich notwendig, irdisches Verständnis in die Obhut der Herzensliebe zu Gott zu legen, auf dass der Mensch in einer göttlich vernünftigen, seeleneinsichtigen und wahrhaftigen Weise denken und leben kann, wodurch ihm erst göttliche Wirklichkeit zu eigen wird.

Je erfüllter die Seele vom Liebegeist Gottes, umso weitreichender und tiefgründiger wird ihre Erkenntnis = ihr Sichtfeld. Letztendlich ist es allein Liebe zu Gott, begründet auf dem Boden der wahren Demut, die alles mit einschließt beziehungsweise durchdringt, was Leben bedeutet und ist. Sie allein versteht und betrachtet jegliches Geschehen in seiner eigentümlichen göttlichen Natur und erlebt alles im göttlichen Sinn, darin sich Unvollkommenes in göttlicher Vollkommenheit offenbart.

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Liebe Geschwister,

einige Tage durfte ich in Jesu Gegenwart leben. Als ich mich eigenmächtig von Ihm abwandte, fiel ich in meinen geistigen Tod, der west in den Abgründen jeder Seele. Dieser Fall nach göttlichem Erleben ist nur schwer zu beschreiben. Nichts ist mehr da, was einen hält. Dunkelheit verschließt die Seele vor dem Licht. Liebe wird plötzlich zu Wut und Hass. Geduld wird zu blinder Getriebenheit. Selbstzerstörung macht sich in der Seele breit und richtet sich nach außen. Dämonen kommen und zehren von diesem „dunklen Licht“, ihr Gewicht beschwert die Seele zusätzlich. Stolz und Hochmut erlauben keine Tränen und keine Reue.

Warum durfte ich dies erleben? Warum schreibe ich dies? Meine Erkenntnis bezüglich Jesu Leiden, Tod und Auferstehung hat sich erweitert und vertieft. In dieser Seiner göttlichen Erlösungstat ging Er an den äußersten Rand des geistigen Todes, um diesen dort aufzufangen und dessen Rückkehr einzuleiten. Jesus musste all die schrecklichen Befindlichkeiten des geistigen Todes, der satanischen Zustände und Auswirkungen erleiden und erleben, Er musste in die totale Gottverlorenheit gehen (Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?!), das göttliche Licht musste die äußerste Finsternis durchbrechen, das Wort Gottes musste sich dort erneut aussprechen, um sich im Verlorenen wieder und für immer zu verankern, um das Manifest der Rückkehr allen gefallenen Lebens auszusprechen.

Von diesem Leid Christi durfte ich ein schwaches Echo erleben. Nun, für Seine Kinder macht der Vater aus allem Übel Gutes; so zeigte Er mir, nachdem Er mich wieder aufgerichtet hatte, das Leben im geistigen Tod, zeigte Er mir das Licht in der Finsternis, zeigte Er mir die Barmherzigkeit im Gericht. In Seiner Liebe durfte und darf ich sehen, dass Sein Kreuzestod unser aller geistigen Tod, ja, den geistigen Tod an sich, entmachtet hat. Auch wenn wir uns von Ihm abwenden, Er steht an jedem Ort der Finsternis und holt Sein Kind von dort wieder ab, um es in Sein Herz zu führen.

Der Vater zeigte mir auch, dass alle Seine wahrhaftigen Kinder schon im Bereich der Entrückung stehen. Das heißt, wir befinden uns bereits in einer überirdischen Schwingung, in die wir aber so langsam eingehen/eingingen, dass wir es nicht bemerken/bemerkt haben. Würden wir plötzlich ganz aus der göttlichen Gnade fallen, würden wir uns wie tot fühlen. Doch der Vater hält uns, wir brauchen keine Angst zu haben, wir müssen nur täglich Seine Gegenwart suchen und unsere Liebe zu Ihm nähren, dann bleiben wir bei Ihm und in Ihm.

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Unsere Körper/Seelen sollen Tempel Gottes sein, darin das Allerheiligste ruht: Das Herz unseres himmlischen Vaters. Wenn wir diesen Tempel verunreinigen und uns in dieser Verunreinigung fortwährend eigenliebig suhlen und uns dadurch von Gott abkehren, muss Er unser Verhalten durch schicksalshafte Ereignisse korrigieren und dadurch unsere Seelen reinigen. Das tut weh.

Wenn wir aber einsehen und uns eingestehen, dass unser Körper-Seelen-Tempel verschmutzt ist und sodann Jesus in Demut bitten, dass Er zusammen mit uns diesen Tempel reinigen und säubern möge, kommt Er mit offenen Armen und mit offenem Herzen uns entgegen und schenkt uns eine gnadenvolle und liebevolle Reinigung.

Da ich das nun schreibe, sieht Er mich mit liebevollen Augen an, öffnet Seine Arme und schenkt Mir Sein Herz. In meiner Stirnmitte glänzt ein Lichtpunkt süß und hell, meine Seele wird durchflutet von Liebe. Ich muss weinen ob meiner Sünden und ob der verzeihenden Barmherzigkeit unseres Vaters. Ja, Er verzeiht Seinem Kind alles, wenn es Bereitschaft zeigt, Ihn zu lieben mit ganzer Seele und mit ganzem Herzen. Mein Vater, keine Worte finde ich in Deiner Liebe, nur Du allein kannst und darfst mein Leben sein. In dir sterbe ich den süßen Tod des Erwachens.

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Liebe Geschwister,

stellt euch vor, ihr habt euer irdisches Lebensende erreicht und euren Körper verlassen. Ihr steht vor eurem Schöpfer und seht in Seinem Licht, was ihr durch euren Egoismus, eure Sturheit und Lauheit, eure übertriebene Liebe zur Welt versäumt habt. Das tut sehr weh!

Da kommt der durchdringende Wunsch auf: „Ach könnte ich doch die Zeit nochmal zurückdrehen, ich würde alles besser machen; würde hier verzeihen, dort nicht klagen und anklagen, mehr lieben, wo Lieblosigkeit herrscht, würde mein irdisches Dasein Gott widmen, würde mein Leben einsetzen, um Gott über alles zu lieben und meinen Nächsten wie mich selbst – und zwar täglich und nicht gelegentlich. Bitte lieber Vater, gib mir nochmal eine Chance!“

Dann kann es sein, dass man nach einer gewissen Zeitspanne, nach Reinigung der Seele und Verarbeitung des Erlebten, eine weitere Erdinkarnation tätigen kann.

Doch wir können dies jetzt ohne erneute Inkarnation tun. Das ist ein Angebot unseres himmlischen Vaters, ein göttliches Geschenk aus Seiner Gnade. Wir stehen jetzt an dem Punkt, an dem wir die Zeit anhalten können, aus dem Sog des Zeitgeistes treten können, um ein neues Leben in Gott zu beginnen. Ein Leben als wahrhaftige Kinder Gottes, indem wir Ihm unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist anvertrauen, indem wir Ihm unser Herz schenken.

Amen, in Jesu Namen.

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Liebe Geschwister,

lasst uns in den währenden und kommenden Unruhen weiterhin zuversichtlich und vertrauensvoll den Pfad der Liebe beschreiten, auf dass Jesus Christus unsere Herzen erfüllen kann, auf dass wir in dieser Hingabe bereits auf Erden ein Stück Himmel erleben dürfen. Denn der Liebehimmel, in dem wir einst im Hause unseres himmlischen Vaters leben dürfen, ist nichts anderes als Sein Herz. Und so wie unser Herz unsere Existenz, unser Leben und unsere Liebe erst ermöglicht, ermöglicht auch Gottes Herz Seine eigene Existenz, Sein Leben und Seine Liebe. Sind wir also eingegangen in Gottes Herz, sind wir wahrhaftiger Teil göttlichen Seins, sind wir selbst Götter in Ewigkeit.

Bedenket dies zutiefst, bis ihr ins wort- und gedankenlose Sein vorgestoßen seid. Dort, wo nichts mehr gesagt werden kann, ruht die ewige Liebe. Von dort aus strahlt der göttliche Geist in die Unendlichkeit und umkleidet sich mit Gedanken der Liebe. Von dort spricht sich das Wort, das seit jeher ist und ist Gott selbst, hinaus in die Unendlichkeit und schafft Leben außer sich in sich und wieder außer sich und wieder in sich. Versteh es richtig.

Der Vater spricht: „Ja, Ich bin das Wort und bin es bis in die tiefsten Tiefen und weiter, denn das Wort ist unendlich – so wie jedes Wort Unendlichkeit in sich birgt. Ich habe Mich aus Mir hinaus gesprochen in Mich hinein und habe Mich in Mir an Mich verschenkt. Fasset es, Meine Kinder, was dies bedeutet: Ihr seid das Ich, das Ich an Mich verschenkt habe, ihr seid wahrhaftig Kinder Meines Seins, ihr sollt sein wie Ich und seid es bereits, ihr müsst es nur verwirklichen in Mir. Amen, Meine geliebten Kinder, Amen.”

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