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GEJ 1.85

Quelle: Jakob Lorber

Kapitel 85 von 161

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GEJ 1.85.1

Als wir im Tal ankamen, erreichten wir bald ein galiläisches Dorf. Dort wohnten viele jener Galiläer, die beim Fest in Jerusalem gewesen waren, als Ich den Tempel reinigte. Seit diesem Geschehen in Jerusalem war noch nicht sehr viel Zeit vergangen, und so war ihnen noch alles frisch im Gedächtnis.

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Als diese Galiläer Mich durch ihr Dorf gehen sahen, kamen sie sofort aus allen Häusern auf die Strasse, begrüssten Mich überaus freundlich und konnten Mich wegen Meiner ihrer Meinung nach äusserst gewagten Tat im Tempel nicht genug loben. Ihre Freude, Mich wiederzusehen, war umso grösser, weil beinahe alle geglaubt hatten, die Pharisäer in Jerusalem könnten Mich heimlich aus dieser Welt geschafft haben. Denn diese Galiläer wussten noch nicht viel mehr über Mich, als dass Ich der Sohn des frommen Joseph sei und Gott mit Mir sei, wie Er mit Joseph gewesen war. Ich musste mit Meiner Gesellschaft den ganzen Tag und schliesslich auch die ganze Nacht bei ihnen bleiben. Sie bewirteten uns nach ihren Möglichkeiten; es wurde viel gefragt und beraten, und auch die Frage nach dem Messias kam auf, denn viele sahen und erkannten in Mir eben diesen.

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Sie sagten: »Wer im Tempel vor vielen Tausenden von Menschen einen solchen Mut aufbringt, muss sich einer grossen Macht bewusst sein, die ihm von oben gegeben wurde. Würde dies ein gewöhnlicher Mensch tun, würde es ihm bei einem solchen Unternehmen schlecht ergehen; gegen die eingerosteten Missbräuche, die im Tempel schon lange gang und gäbe sind, hätte er nichts ausrichten können. Bei Dir aber war es anders: Als wäre ein äusserst gewaltiger Sturm unter sie gefahren, rannten sie alle zum Tempel hinaus, und seitdem ist im Tempel kein Markt mehr abgehalten worden, denn sein Ende ist nahe gekommen!«

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Da staunten die Galiläer und antworten: »Wenn es so ist, wird es schlimm um uns stehen! Was wird dann aus der ewigen Herrschaft der Nachkommen Davids, die der Messias nach der Verheissung durch die Propheten wiedererrichten soll?«

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Ich sage: »Er wird für die wahren Kinder und Nachkommen Davids und dadurch für alle Menschen ein neues und ewig bestehendes Reich gründen, jedoch nicht auf dieser Erde, sondern über der Erde im Himmel! Wer die Propheten anders auslegt, wird in der Finsternis wandeln.«

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Nach diesen Worten entfernen sich mehrere, denn sie glaubten an einen irdischen Messias; viele andere bitten Mich jedoch um eine nähere Erklärung.

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Ich sage jedoch: »Ihr müsst auch Zeichen sehen, sonst glaubt ihr nicht. Folgt Mir daher nach Kana und von dort weiter durch die Umgebung; dort sollt ihr Lehre und Zeichen erhalten.«

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In Meiner Gesellschaft befanden sich jedoch viele aus Kana, die Mich seit der Hochzeit auf dieser ganzen Lehrreise äusserst treu begleitet hatten. Sie wollten nun von all den Lehren und Zeichen zu erzählen beginnen, die sie von Mir gehört und gesehen hatten.

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Ich sage jedoch: »Für diese Menschen ist die Zeit noch nicht gekommen. Lasst sie uns aber nach Kana folgen; dort wollen wir einiges davon erwähnen, und mehreres sollen sie selbst sehen und erfahren. So setzen wir nun unsere Reise fort. Unterwegs soll jedoch niemand etwas sagen, denn hier gibt es pharisäische Wegelagerer!«

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Als Ich dies bemerkte, gaben Mir die Galiläer recht und erzählten selbst, dass nun überall pharisäische Spione lauerten. Sie hielten die Reisenden auf der Strasse an und befragten sie über allerlei Dinge, unter anderem auch darüber, ob sich jener Jesus aus Nazareth irgendwo aufhalte und unter ihnen lehre. Ich sagte: »Gerade deshalb wollen wir bis nach Kana ganz still weitergehen; an unsere zahlreiche Gesellschaft werden sie vernünftigerweise keine Fragen richten!«

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